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Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von Daddy, 29.08.2011.

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  1. Daddy

    Daddy out of space

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    BKK Beat 5 ok Final.jpg, Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam, 1
     
  2. paff

    paff Moderator

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Ui ui da bin ich schon in großer Vorfreude :)
     
  3. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Einleitung:


    Ich war jung, verdammt jung und irgendwie, obwohl ich dachte ich hätte schon viel erlebt, doch vollkommen unbedarft und besaß so etwas wie deutsche Moral und Wertevorstellungen.
    Ich wollte Reisen!
    Mich erholen!
    Wieder zurück, zu hause, mit Bildern meiner Reiseziele protzen.
    Ich führte Reisetagebücher, in das ich alles mir wichtig erscheinende, stichpunktartig, vermerkte um zurück in Deutschland meine Mitbürger mit tollen Erzählungen neidisch machen zu können. Das war zur damaligen Zeit, neben protzigen Postkarten verschicken, gerade Mode. Jeder machte das so.
    Und Gott sei dank, Reisetagebuch!
    So habe ich heute, fast 25 Jahre danach, die Möglichkeit einigermaßen durchgehend alles erlebte Wahrheitsgetreu, so wie ich es fühlte und erlebte, hier nieder zu schreiben. Klar schmücke ich aus meiner Erinnerung noch etwas aus, ansonsten wäre es zu trocken.
    Aber, es ist wie immer die Wahrheit!
    Auch wenn ich mir beim niederschreiben, heute, oftmals wie ein Idiot vorkomme. Bestimmt alle über mich lachen oder schmunzeln, aber es war so! Warum soll ich es nicht schreiben? Jeder war Mal ein Baby und hat unschuldig in die Welt geblickt. Auch du, mein erfahrener und abgewichster Sextourist, warst irgendwann in deinem Leben so weit, deine Unschuld zu verlieren. Und ich verlor in Thailand in jeder Beziehung meine Unschuld. Halt erst mit 26 Jahren. Und sollte Jahre später so verändert sein, daß ein „normal“ Deutscher nicht mehr verstehen kann wie ich denke, fühle und dann Taten folgen lasse.
    Bilder?
    Ich muss suchen!
    Irgendwo müssen die sein! Ich hatte ganz viele Farbbilder, natürlich Farbabzüge gemacht und in Fotoalben geklebt. Verschwunden sind sie seit ein paar Jahren, ich vermute meine extrem eifersüchtige Exfrau dahinter. Hoffentlich sind sie nur versteckt und nicht vermüllt.
    Es ist wieder Mal mein Leben, über das ich hier schreibe.
    Vergangenheit!
    Alles unabänderlich! Leider unabänderlich!


    Aber wie sagt der Hesse?
    Ebbes is fer Ebbes gud!
    Übersetzt so viel wie: alles ist für irgend etwas gut!
    So auch dieser Lebensabschnitt von mir.
     
  4. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Kapitel 1, ein hessischer Dummbatz in Bangkok



    Neben mir, auf dem Mittelsitz des vollgestopften Condor Flugzeug, saß ein etwa Mitte Vierziger. Da wir ja gegen die Zeit flogen, Thailand im Sommer fünf Stunden und im Winter uns Deutschen sechs Stunden voraus ist, hatte ich nach dem Abendessen kein Gefühl zu schlafen. Rauchte eine Zigarette nach der Anderen und trank einen Kaffee nach dem Anderen, was sich dann später in Form von rasenden Kopfschmerzen rächen sollte. Meine Sitznachbarn waren zu dieser Zeit nicht sonderlich gesprächig, was mich dazu bewegte, in mein Reisetagebuch zu schreiben. Ich hatte mir eigens dafür eine chinesische Kladde gekauft, was für mich extrem hipp war. Einer der Gedanken dabei war, Jahre später nachlesen zu können wie die einzelnen Urlaube waren und die schönen und auch die schlechten Momente für mich fest zu halten. Die Reiseziele miteinander vergleichen zu können. Ich hatte mir schließlich vorgenommen, in meinem weiteren Leben, die ganze Welt zu bereisen. In meinem Mittelsitz eingeklemmt zwischen zwei nicht gesprächigen, mir unbekannten Männern dachte ich an die letzten Wochen in Deutschland zurück.

    Damals, vor sechs Wochen, hatte ich mir zum ersten Mal vorgenommen auszubrechen aus dem Deutschland der Raffer und Schaffer, Vorzeiger und Angeber. Das Gelabere über den Ostblock ging mir auf den Wecker und die Rote Armee Fraktion tat ihr übriges das Deutschland der Achtziger auf den Kopf zu stellen.
    Das Jahr 2530 in Thailand oder auch 1986 in Deutschland war dann auch das Jahr in dem sich mein Leben grundsätzlich veränderte!
    Tschernobyl hatte gerade halb Europa radioaktiv verseucht, Spanien und Portugal waren frisch in die Europäische Union eingetreten, Argentinien hatte Deutschland mit 3:2 im Endspiel um die Fußball WM besiegt und auf den Philippinen wird Ferdinand Marcos unblutig gestürzt und flieht nach Hawaii.
    Und ich? Ich stand kurz davor, unwissentlich, mein leben auf den Kopf zu stellen!
    Mich in ein Abenteuer zu stürzen, aus dem ich bis zum heutigen Tag nicht entkommen bin. Ich wollte mir nur Mal was gönnen. Einfach nur Urlaub machen, das Hirn abschalten und die Seele baumeln lassen! So richtig relaxen, mich erholen und wieder neue Kraft schöpfen. Neue Eindrücke gewinnen um voller Power wieder in Deutschland anzukommen.
    Ich hatte keine Idee, keine Vorstellung wohin mich das alles bringen sollte.
    Ich hatte nur Mal eben zufällig Thailand als Reiseziel ausgesucht.
    Zufällig? Dachte ich jedenfalls damals!
    Mein Unterbewusstsein spielte mir jedoch ganz gezielt dieses Reiseziel zu.
     
  5. Santos

    Santos Der Fotograf

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    DAS verspricht ja wieder ein super Bericht zu werden. Bin schon sehr gespannt :tu:
     
  6. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Es war jetzt einen Monat her, dass ich diese Reise gekauft hatte.
    Da es noch kein Internet gab, der PC erst im Entstehen war und Bill Gates gerade in seiner Garage an DOS herumbastelte, ging ich damals in ein Reisebüro und zwar das nächst Beste, das sich gerade um die Ecke unserer Werkstatt befand. Betrieben wurde dieses Reisebüro, in Dörnigheim, von einem Ehepaar mittleren Alters. Wie es üblich war, wurde ich von ihnen mit Reisekatalogen bombardiert! Mir wurden Reiseziele vorgeschlagen und persönliche Tipps gegeben. Betonungen lagen während der Beratung immer wieder auf Formulierungen wie „für alleine reisende Herren geeignet“ oder „für Familien ungeeignet“. Mehrfach in den kommenden Tagen besuchte ich das Reisebüro um mich beraten zu lassen und immer neue Prospekte mit nach Hause zu schleppen.

    Da war jedoch ein Prospekt, das sich bei mir sofort einprägte. Ich war sofort verliebt in dieses Prospekt! Las es zuhause auf dem Klo, schaute mir die Bilder im Wohnzimmer an und nach kurzer Zeit war der Prospekt vollgekritzelt mit Notizen von mir. Alle anderen Prospekte verschwanden im Mülleimer. Nur dies Eine blieb übrig. Ich kaufte Bücher, solche Werke wie den Apa Guide und eine Landkarte.

    Thailand!
     
  7. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Und verdammt schwierig für mich!
    Ist schon komisch, ich bemerke dabei immer wieder aufs Neue, wie sehr ich mich verändert habe.
    Bei jedem Absatz den ich schreibe, verschwinde ich in der Vergangenheit und komme mir dann, heute, so grenzenlos dämlich vor.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.08.2011
  8. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Türkisfarbenes Meer, Exotik, Entspannung pur. Joggen am Strand, schwimmen und tauchen und sich in der Sonne aalen. Relaxen auf hohem Niveau zu kleinem Preis, so stellte ich mir die erste Flugreise meines Lebens vor.
    Ich las nur das wichtigste, schaute mir aber immer wieder die Bilder an. Da war da eine Art Magnetismus mit dem mich die Bilder in dem Reisekatalog und den Büchern fesselten, ja geradezu magisch anzogen.
    Damals war mir überhaupt nicht bewusst, warum ich wirklich in dieses Land flog.


    Das sollte ich erst später herausfinden, zig Jahre später!
     
  9. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Ich fand mich, einige Tage später, wieder in besagtem Reisebüro ein und buchte eine Pauschalreise bei Neckermann!
    Flug von Frankfurt mit Condor, der Lufthansa Tochter, nach Bangkok.
    Vom dortigen Flughafen mit einem Transfer Bus, für zwei Tage Aufenthalt, in das Grace Hotel in Bangkok City. Das Hotel hatte ich bewusst gewählt, da es in den Prospekten von Neckermann als, für allein reisende Herren bevorzugt angepriesen wurde. Ich wäre da also unter vielen gleich gestellten und gesinnten Männern ohne Familie und Kindergekreische.Sicher könne ich dort auch schnell Anschluss an andere Männer finden, die sich bestimmt auch in Thailand auskennen. Alleine Reisen ist halt doch schon anders als mit Familie. Man ist frei von Zwängen und kann von Jetzt auf Gleich entscheiden was als nächstes zu tun ist. Und abends zusammen an der Bar zu hocken, Einen oder mehr zu trinken, ist halt auch nix für Familien. Da geht´s ja dann immer Laut her.
    Das war zum Buchungszeitpunkt meine Einstellung zu dem Thema allein reisende Herren!
    Nach zwei Tagen sollte es dann mit einem Transfer Bus weiter gehen nach Pattaya.
    Pattaya wurde in den Katalogen als sehr westlich, aber mit Thailändischen Vorzügen angepriesen. Dort sollte ein ziemlicher Trubel herrschen, aber die Hotels und alle Lokalitäten auf die Bedürfnisse des westlichen Touristen eingestellt sein. Dort hatte es offensichtlich auch Strand und alle Infrastruktur und Möglichkeiten um das Land und die Leute kennen zu lernen.
    Ich war von den wunderschön aussehenden Thai Tempeln, grazilen Tänzerinnen und Prunkbauten die in den Prospekten abgebildet waren begeistert. Dazu dann noch tropisches Flair und fertig war mein Traum. Da ein Teil meiner erst kürzlich abgeschlossenen Fachausbildung auch fast alle wichtige Architektur und Kulturgeschichte der Welt beinhaltet hatte, einige Regionen ausgenommen, aber auch Asien beinhaltete, war ich extra gespannt auf diese Kultur.

    Pattaya war OK!
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.08.2011
  10. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Ich wollte aber auch dann und wann meine Ruhe haben, entspannen können, lesen und faul rumhängen. Und Pattaya wurde im Neckermann Prospekt als für „Familien nicht zu empfehlen“ angepriesen. Na ja, dachte ich, muss wohl laut sein dort und viele Besoffene haben, ganz so wie in Spanien, in Pals, an der Costa Brava, oder so. Ist halt nix wenn Kinder dabei sind oder man seine Ruhe haben will. Da ich beides wollte, Trubel und wenn mir danach ist auch Ruhe, buchte ich das Cosy Beach Hotel. Außerhalb von Pattaya auf einem Berg gelegen, nahe der Klippen zu Meer, war das Cosy Beach Hotel wie geschaffen für meine Anforderungen. Ruhig gelegen mit einem großen Pool, auf deutsche Touristen spezialisiert und von deutschen Paaren und Familien bevorzugt die ihre Ruhe haben wollen aber nicht so weit weg vom Party Leben Pattayas wohnen wollen. Also hatte ich fast drei Wochen Cosy Beach Hotel gebucht.

    Ich hatte mich kurz vor meiner Reise dann doch noch gründlich durch die beiden Kulturreiseführer geackert, welche ich gekauft hatte, wobei mich immer wieder die Exotischen Bilder beeindruckt hatten.
     
  11. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Der Rücktransport zum Bangkoker Flughafen war auch in der Reise inbegriffen.
    Genau so hatte ich es mir vorgestellt!
    Über nix nachdenken müssen!
    All inklusive und durchorganisiert, nur einfach kaufen und los gehts.
    Für was große Vorbereitung?
    Es gab vor Ort ja auch noch Neckermann pauschal Tagestouren zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten, mit deutschsprachiger Führung.
    Einfach vor Ort buchen und los geht’s!
     
  12. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Und jetzt?
    Jetzt saß ich hier im Condor Flieger, konnte nicht auf den Klo, weil der Herr am Gangplatz, neben mir, eingeschlafen war.
    Was ein Mist!
    Nach endlos langer Zeit meldete sich der Flugkapitän über Lautsprecher:
    „ Meine sehr geehrten Damen und Herren................in ungefähr einer halben Stunde landen wir auf dem Flughafen von Sharjah zum Betanken unserer Maschine. Wir müssen sie für den fünfzig minütigen, planmäßigen Stopp bitten, das Flugzeug zu verlassen. Bla, bla, bla.............!“
    Was war hier los?
    Hatte ich etwas verpasst?
    Was war das für ein Kaff und überhaupt wo liegt das überhaupt?
    Ich krallte mir dir Bordzeitschrift und studierte, auf der Landkarte, unsere Flugroute. Und siehe da, der Stopp war eingezeichnet.
    Arabien!
    Sharjah war eine Stadt in Arabien! An der Küste vom Persischen Golf, nahe der Straße von Hormus gelegen.

    Na Mahlzeit, Arabien!
     
  13. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Arabisches Schlüsselerlebnis beim Betreten des Flughafen Sharjah:


    beim Aussteigen aus dem Flieger, stand oberhalb des Jet Way, leicht an der Seite, eine Araberin, ca. 190cm groß, 120 Kilo, weißer Kaftan, Munitionsgürtel über der Brust gekreuzt und Springerstiefel an den Füßen. Zur Krönung hielt sie eine Schnellfeuerwaffe in den Händen.
    Ahhhhhhhhhh hilfeee!
    Ich stehe vor einem Geist!
    Mann, sieht Die bedrohlich aus, so ein Klotz von einer Frau und so aufgemacht!
    Es ist ein Bild, das ich noch nach Jahrzehnte ganz deutlich vor mir sehe.
    Bloß schnell an dem Monster vorbei und rein ins Terminal zur Toilette!

    Als ob ich nicht schon Kopfweh genug hätte!

    Sharjah Airport ist nicht unbedingt nicht sehenswert.

    Eingepfercht in einem Obergeschoss Rondell (Internationaler Bereich) von dem man das Erdgeschoss einsehen kann (Nationaler Bereich), kann Heinz und Helga Müller dort billig Goldschmuck kaufen. Wirklich billig! Ich sah es auf einen Blick, es war schließlich mein Business.
    Andere Gäste hatten sich offensichtlich auf diesen Einkaufsstopp vorbereitet und schossen, gerade erst aus dem Flieger entlassen, geradewegs auf die Goldverkäufer zu. Es wurde gekauft wie im Rausch!
    Das Zusehen war der pure Horror für einen Goldschmied oder Juwelier!
    Goldschmuck zu den Preisen?
    Hohe Qualität! Alles 18er Gelbgold oder gar 22er Gelbgold!
    Wo kommt da der Profit her?
    Sofort einen Eintrag in mein China Buch gemacht um zuhause nachzuforschen zu können wie das geht!
    Dann, schnell wieder rein in den Flieger und weg.
    Die folgende Flugstrecke musste ich ständig über die Goldpreise in Sharjah nachdenken. War Gold doch international an der Börse notiert, hatte also auf der ganzen Welt den gleichen Unzen Preis. Dort, im Flughafen, wurde das fertig verarbeitete Material zum brutto Rohpreis verkauft. Hmmm, alle meine Gedanken waren ohne Ergebnis. Ich musste diesbezüglich, zuhause, wirklich später nachforschen.
     
  14. Daddy

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Die folgende Flugstrecke musste ich ständig über die Goldpreise in Sharjah nachdenken. War Gold doch international an der Börse notiert, hatte also auf der ganzen Welt den gleichen Unzen Preis. Dort, im Flughafen, wurde das fertig verarbeitete Material zum brutto Rohpreis verkauft. Hmmm, alle meine Gedanken waren ohne Ergebnis. Ich musste diesbezüglich zuhause wirklich später nachforschen.
    Ich hatte jetzt noch Stunden an Zeit tot zu schlagen. Las die Bordzeitung von Condor und erfuhr so nebenbei, das Condor aus der Fluggesellschaft Deutscher Flugdienst, als 100%ige Tochter der Lufthansa hervor gegangen war. Nach kurzer Zeit wurde aber doch alles nur mega langweilig. Die Zeit verging im gefühlten Schneckentempo und mit meinen Sitznachbarn war auch kein Gespräch zu führen.

    Endlich! Anflug auf Bangkok!
    Ich war am träumen, weil das da unten, weit unter uns einfach zum Träumen
    anregte. Reisfelder durchzogen von einer Hand voll Straßen. Herrliches Grün mit einzelnen Wasserläufen dazwischen. Eine traumhafte, fremdartige Landschaft, die wir da überflogen.
    Der Flieger setzte zur Landung an, schoss über die Landebahn und meine Mitreisenden klatschten Beifall als der Flieger nach einem harten Bremsvorgang auf der Landebahn zum stehen kam.
    Wie affig das für mich war, aber ich klatschte mit!
    Beifall weil der Flieger gelandet war!
    In mir kamen so gewisse Zweifel hoch, ob Neckermann das richtige Klientel für mich war?
    Deutsche Fred´s womöglich?
    Die Condor Maschine rollte den Taxiway entlang und jeder der Fluggäste versuchte einen Blick aus den Fenstern zu erhaschen. Ich war wieder in meine Gedanken versunken und träumte: endlich da, in dem Land mit der faszinierenden Kultur, den lächelnden Menschen und vor allem Sonne und türkis farbenes Meer. Ich sah mich schon den Tag schwimmend und faulenzend an einem tropischen Strand verbringen, als ich jäh aus meinen Gedanken gerissen wurde.
    „Meine sehr geehrten Damen und Herren“, schallte es aus dem Bordlautsprecher, „ wir sind soeben auf dem Don Muang Flughafen in Bangkok gelandet. Unsere Maschine parkt auf dem Vorfeld! Wir bitten sie, in die bereitstehenden Busse einzusteigen, die sie zum Terminal bringen werden. Wir wünschen ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Thailand und hoffen sie bald wieder an Board von Condor begrüßen zu dürfen.“
    Aufstehen, Handgepäck aus dem Overhead Compartment nehmen und zur Ausstiegstür des Fliegers kriechen. Kriechen, also im Schneckentempo, weil ja alle Passagiere auf einmal aufstehen mussten und auch alle auf einmal nach draußen wollten.
    Also Mal wieder deutsche Staumentalität: in der Schlange stehen um aus dem Flieger zu kommen ist geil!
     
  15. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Just in dem Moment, als ich die Schwelle vom Flugzeug zur Fluggasttreppe überschritt, traf mich unvermittelt eine Holzlatte direkt vor den Kopf!
    Luft zum schneiden!
    Hitze!
    Gestank und zwar ein ganz eigenartiger Gestank!
    Etwas das ich noch nie gerochen hatte!
    Diese Hitze, Mann ich bin schon klatsch nass geschwitzt alleine von den paar Stufen, runter zum Bus und den wenigen Metern laufen zum selbigen!
    Wo war ich da nur rein geraten, dachte ich bei mir.
    So schwül und heiß und stinkig hatte ich mir mein Paradies bei Leibe nicht vorgestellt.
    Ekelhaft!
    Meine leichten Kopfschmerzen entwickelten sich explosionsartig zu rasendem Schädel brummen. Meine begeisterte Spannung auf das Neue war wie weg geblasen, Frustration stellte sich ein!
    Nachdem wir die Passkontrolle hinter uns gebracht hatten, die Koffer geholt hatten, stellte sich mir die Frage wohin ich jetzt soll. Verdammt, du sollst doch abgeholt werden! Na ja, dann geh ich halt Mal zum Ausgang.
    Dort angekommen, im Ankunftsbereich des Don Muang Airport, fand ich mich mitten in einer Horde wilder Thais wieder. Jeder brüllte irgend was, das wohl englisch sein sollte und hielt dabei ein Schild mit Namen, Hotelnamen, Reiseveranstaltern vor sich in die Höhe.
    Scheiße!
    Das war also Thailand?
    Ein chaotischer Affenstall?
    Da! Da ist es! Ein Schild, welches eine westliche, blond haarige Frau in die Höhe hält: NECKERMANN!
    Also, geht doch!
    Mich durch die Menschenmasse drängend gelange ich schließlich, in Schweiß gebadet, trotz der einigermaßen erträglichen Temperatur im Gebäude zu ihr. Sie ist Deutsche und sehr nett, wie sich herausstellt.

    „Gehen Sie nach draußen, vor das Terminal, dort steht ein Bus, auf dem Bangkok, Neckermann steht. Nehmen sie drinnen Platz, wir fahren los sobald alle Gäste vollzählig sind!“
    „OK!“
    Raus hier, es ist einfach nur unerträglich hier im Terminal.
    Vor die Tür!
    Luft!
    Es ist bestimmt jetzt kühl draußen, denn es ist ja inzwischen dunkel geworden und Abend.
    Also raus!
     
  16. Rabarbero

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Man ist das Geil zu Lesen, da bekomm ich hünnerhaut und es fühlt sich an wie wenn ich dabei wäre und von meinem ersten mal Lese (90/91)
    weiter so, ist aboniert!!! :tu:
     
  17. Cambouflage

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    Ja Dolores, freue mich schon auf den Fortgang Deiner Geschichte - bist halt ein guter Schreiberling. :yes:
     
  18. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    .............Es ist bestimmt jetzt kühl draußen, denn es ist ja inzwischen dunkel geworden und Abend.
    Also raus!

    Uff!
    Ein ausgewachsener Balken wird mir dieses Mal vor die Birne geknallt!
    Noch viel schlimmer als zuvor auf dem Vorfeld!
    Koooopppfffweeehhh!
    Ahhhhhhhhhhh, bin ich in der Hölle gelandet?
    Es ist stickig heiß!
    Es gibt keine Luftfeuchtigkeit, dafür aber ein wenig Luft in der Feuchtigkeit, gerade genug, dass man nicht erstickt!
    Es stinkt erbärmlich, ich muss husten!
    Es ist dunkel, die Szenerie nur spärlich beleuchtet!
    Alles spielt sich wie im Horrorfilm ab!
    Dicht an dicht gedrängt stehen hier Busse. Chaotisch durcheinander!
    Und alle Busse sehen vollkommen anders aus als bei uns in Europa, nach meinem Geschmack einfach primitiv. Ganz anderes Design!
    Alle Busse parken mit laufenden Motoren!
    Aber nicht wie bei uns in Deutschland, nein, nein!
    Aus jedem Auspuff qualmen dicke, schwarze Abgaswolken in die schwüle Luft. Die Luft steht, es gibt keinen Lufthauch, die Abgase hängen wie Ballons in der Luft die man atmet. Dazu mischt sich dieser miese Geruch, den ich beim aussteigen aus dem Flieger schon in der Nase hatte. Zusätzlich, als wolle der Teufel noch extra einen drauf legen, Motoren Gedröhne im Leerlauf, herrührend offensichtlich von defekten Auspuffanlagen der Busse.
    Scheeeeiiiße!
    Ich will heim!
    Sofort weg hier!
    2 Stunden Airport Bangkok und ich denke voller Freude an einen Rückflug?
    Aber dazu ist jetzt wirklich keine Zeit, es ist zu spät. Ich bin hier und mein Flieger geht erst in rund 4 Wochen wieder zurück!
    Also suche ich den Bus. Ein verdammt schweißtreibendes Unterfangen. Irgendwie habe ich Schiss! Ich verstehe keinen von den herumstehenden Thais und englisch kann auch keiner von denen, es ist dunkel und ich misstraue gerade allem und jedem. Es vergeht eine Ewigkeit bis ich, mein Koffer immer im Schlepp, den Bus gefunden habe.
    Klimaanlage!
    Ich hatte noch nie bewusst mit einer richtigen Klimaanlage zu tun, erkannte aber sofort, dass hier im Bus, eine werkelte. Es war endlich wunderbar kühl und es stank auch nicht mehr. Welche Wohltat!
    Ich setzte mich an einen freien Fensterplatz und schaute auf das Chaos, draußen vor dem Bus, herab. Ich stellte mir immer wieder die gleich Frage: „ist das Thailand?“ ich schloss die Augen und versuchte mich zu entkrampfen. Ich war sauer, gestresst und meine Kopfschmerzen waren richtig schlimm geworden.
    Plötzlich sprach mich eine männliche Stimme an:
    „Na? Zum ersten Mal in Thailand?“
    „Ja!“
     
  19. Daddy

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    Jetzt, nachdem ich die Augen wieder offen hatte, realisierte ich erst, dass jemand unbemerkt neben mir platz genommen hatte. Ich hatte vor einer Minute, in der Annahme ich sei ohne Sitznachbar, noch leise vor mich hin geflucht. So was ähnliches wie:
    „So ein Dreck! Scheiß Land! Was mach ich nur hier?“
    Und jetzt bekam ich eine Pranke zur Begrüßung entgegengestreckt und schaute dazu in ein breit grinsendes Männergesicht.
    „ Ich bin Peter!“
    „ Ralf!“
    „ Hab dich eben gerade fluchen gehört! Was ist los Ralf? Ist was passiert?“
    Nachdem ich ihm von meinen ersten, beschissenen Eindrücken Thailands berichtet hatte, wurde ich ausgelacht. Der Typ amüsierte sich über mich, bekam sich vor Lachen nicht in den Griff.
    „ Mann, das ist doch nicht Thailand! Du kannst doch diesen verfuckten Flughafen nicht mit diesem wunderbaren Land vergleichen. Ja, es ist heiß hier aber so stickig nur in Bangkok! Und der Geruch in deiner Nase, als du aus dem Flugzeug gekommen bist, ist nur beim ersten Mal eklig! Du gewöhnst dich schnell dran. Morgen ist alles gut, glaub mir! Wo steigst du aus in Bangkok, ich meine, bei welchem Hotel?“
    Ich kam mir gerade etwas verarscht vor, sein Lachen hatte mich provoziert und ich antwortete entsprechend kurz angebunden:
    „Grace Hotel!“
     
  20. Daddy

    Daddy out of space

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    AW: Bangkok Beat Teil 5, als Rookie in Siam

    „Na klasse, da wohne ich auch. Schon zum fünften Mal. Ein super Hotel, genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. Nachdem du eingecheckt hast, haben die dich auch schon vergessen. Die interessiert dann überhaupt nicht mehr mit wem und wie du kommst und gehst. Du verstehst schon was ich meine!“

    Ich verstand nicht! Was erzählte der Typ mir da gerade? Ist doch besser wenn die Hotelangestellten mich kennen, das gibt doch eine persönliche Note, man fühlt sich besser! Sind die alle faul und uninterssiert die Thais?

    Obwohl ich diesen Peter nicht verstanden hatte, tat ich als hätte ich verstanden.
    „Klar Peter, so ist es!“
    „Sag mal Ralf, was hältst du davon, wenn wir uns nach dem Einchecken und Duschen in der Hotelbar treffen und gemeinsam auf die Rolle gehen. Ich kenne da ein paar hübsche Plätzchen! Du wirst begeistert sein!“
    „Super Idee, aber lass und noch ein wenig Zeit nach dem Duschen. Ich will noch ein paar Postkarten schreiben und meinen Koffer ausräumen.“
    Nach unserer quasi Verabredung kehrte Stille ein und ich fing an zu schlafen. Wachte erst auf, als Peter mich unsanft an schubste und der Bus vor dem Grace Hotel hielt.
    Ein Betonklotz war das Grace. Irgendwie unpersönlich, kein Wunder, dass nach Peters Worten die Angestellten so merkwürdig waren.
    Mein Zimmer lag auf der 4. Etage in einem elend langen Gang. Tür an Tür reihte sich hier aneinander und aus jedem Zimmer kam Lärm!
    Männer unter sich, dachte ich bei mir.
    Rein in mein Zimmer, Tür zu und Affe tot!
    Ruhe!
    Endlich!
    In dem Zusammenhang viel mir auf, dass nirgendwo bisher einigermaßen Ruhe war. Überall war es extrem Laut. Sogar in der Lobby hatte ich den Eindruck mitten auf der Straße zu stehen.
    Verdammt!
    Thailand?