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Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von abstinent, 09.02.2008.

  1. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    HUAY KHA KHAENG

    Die Vorbereitungen für unseren Trip in den im westlichen Teil Thailand´s gelegenen Huay Kha Khaeng Nationalpark sind mehr als nur das Besorgen einer gescheiten Landkarte.
    Vorwiegend in der Provinz Uthai Thani gelegen, ist der Huay Kha Khaeng der größte und aussagefähigste aller Nationalparks in Thailand. Er ist dabei auch der am wenigsten vom Tourismus gestreifte. Die nördlichste Ecke des Changwat Kanchanaburi und die südliche Spitze des Changwat Tak gehören ebenfalls zum Areal des "Huay Kha Khaeng".

    600.000 Hektar Größe sind, auch international gesehen, ein großer Park. Dieser Park wurde sogar von der UN als "World Heritage Park" bezeichnet und mit dem entsprechenden Budget versehen.
    Im Huay Kha Khaeng findet man neben Tapir auch Wölfe, Kwai Pa Hirsche, Tiger, Wildkatzen (Marbeled Lynx) Elefanten, Wildschweine und jede Menge anderer Wildtiere, die in vielen anderen Provinzen bereits für immer vom Erdboden verschwunden sind.

    Wir sind mit einem ordentlichen Allradfahrzeug mit 5 Litern Benzhubraum ausgerüstet, und nehmen neben Trinkwasser auch Klappspaten, Decken, ein Moskitonetz und andere Utensilien mit, die bei Fahrten in die meisten Parks von Thailand achtlos zu Hause bleiben dürfen.

    Die Anfahrt nach Uthai Thani ist völlig problemlos, von unserem Hause aus fahren wir über die Phahonyothin-Fernstraße bis Bang-Pa-In, und dann über den Asia Highway via Ayutthaya, Singburi und Chainat nach Uthai Thani.

    317_m_uthaithani_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    In Uthai Thani angekommen, checken wir in das Huay Kha Khaeng-Hotel ein, das einzige nennenswerte Hotel in der gesamten Provinz.

    Das gehört, so sei nebenbei bemerkt, natürlich einem der Lokalpolitiker und erklärtem Freund der Thaksinregierung, genauso wie der Karaoke-, Disco- & Massagepalast nebenan :D
    750 Baht für ein ordentliches Doppelzimmer ist auch nicht zuviel hier.
    Wir treffen Khun Wichai Pareemat in der Lobby, wie verabredet, und unterhalten uns über mögliche Routen in den Park. Khun Wichai war 1991 dabei, als das Areal von Thailand und der UNO zum heutigen Nationalpark deklariert wurde. Er arbeitet heute mit Khun Sompoad Srikosamapara von der Mahidol Universität, Center of Biological Studies, zusammen, um den Wildbestand und die Artenvielfalt zu schützen.

    Während unseres Gespräches zeichnen sich unsere weiteren Probleme deutlich ab. Es gibt kein zusammenhängendes Wegesystem im Park!


    317_huaymap_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2
     
  2. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Naja, daß dieser Trip kein Zuckerlecken wird, das ist uns schon klar - aber gar keine verzeichneten Wege....schwieriges Unterfangen. Wir zeigen ihm unsere topographische Karte des Geländes, und er gerät dabei ins Schwärmen. Woher wir denn eine solche gute, und qualitativ supermäßige Landkarte herbekamen, fragt er. Leider ist sie riesig gross, schwarz/weiss und hat halt Hoehenlinien ohne Ende aber keine Pfade, Wege oder gar Strassen verzeichnet. Toll fuer Megatrekker, nur bedingt einsetzbar für Allradcowboys.

    Ich verspreche ihm, die Karte nach unserem Trip zuzusenden, und er ergänzt sie noch mit dem Bleistift um einige, ihm bekannte Wege und Gebäude.
    Unsere Karte weist Holzgebäude unter 40 qm Dachfläche nicht mit aus, denn sie hat einen militärischen Ursprung und unbefestigte Gebäude unter dieser Größe haben für militärische Zwecke keine Bewandtnis.
    Wir verabschieden uns von unserem freundlichen Helfer, und planen den kommenden Tag. Zunächst werden wir in den Bereich Lan Sak fahren, um dort die prähistorischen Höhlenmalereien zu besichtigen. Dann werden wir dem Khao Kong Chai mit seinen sagenumwobenen Höhlen besichtigen, und dann...wenn es unsere Zeit erlaubt, noch bis zum Park Headquarter des Huay Kha Khaeng vordringen. Soweit unser Plan.
    Wir gehen relativ früh schlafen, denn das ortsübliche Entertainment mit sexy Karaokegirls ist nicht so unser Ding. Nur mein Sohn Franky schaut dem Treiben vor dem Karaoke/Snookerpalast noch eine kleine Weile vom Fenster aus zu.
    Am Morgen geht die Fahrt dann zu der 60 KM entfernten Ortschaft Lan Sak. Teakwood und andere exotische Holzarten haben dem Ort zu seinem Namen, Wohlstand und Reichtum verholfen. Es gibt sogar ein Restaurant, ein Kino und einen Markt!
    Nach dem späten Frühstück hier, geht es dann über gut ausgebaute Straßen nach Süden zum Khao Pa Ra. Wir haben unseren Plan wetterbedingt etwas umgestellt, und wollen zuerst die Malereien besichtigen, denn es ist verhangen und die Wolken sehen Regenschwanger aus.
    Es gibt in Uthai Thani sogar gescheite Wegweiser und Straßenschilder, zumindest an den Durchfahrtsstraßen.

    317_hksign2_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    Schon kurze Zeit später stehen wir dann etwas ratlos vor dem Pa Ra Berg.

    317_rock_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    Hier irgendwo sollen sich tolle Höhlenmalereien befinden, und die wollen wir finden!
    Eine alte Frau, die ein klappriges Fahrrad mit toten Hühnern an der Lenkstange hängend durch die Gegend schiebt, weiß Rat. Wir folgen dem Fingerzeig einen kleinen Wirtschaftsweg hinunter und stehen nach 500 Metern vor einer Art Basecamp.

    Das GPS wird neu eingemessen und wir finden hier auch einen Wegweiser zur Höhle. 1300 Meter entfernt, ein Pappenstiel, so denken wir.

    ------------------------------------------------------
    GPS Waypoint Abzweigung bei Pa Ra
    15 22,982 N
    99 37,520 E
    ------------------------------------------------------

    Der Weg führt über Stock und Stein nach oben, unterwegs begenen wir einer Raupe, die Franky den "Punker" nennt. Ich bin kein Insektenspezi, aber das Foto erklärt die Namensschöpfung gut:

    317_hkpunk_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3

    Wir folgen dem Weg, und freuen uns über die unterwegs auf Steine gemalten Hinweise: Noch 800 Meter, noch 500 Meter usw.

    Und dann stehen wir vor den Malereien, die ein Bewohner hier vor gesichert über 3000 Jahren in die Pa Tun Höhle hingemalt hat.



     
  3. Bono Vox

    Bono Vox V.I.P.

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    @abstinent

    ...so etwas muss ich auch mal erleben... :mrgreen:

    :super:

    B.V.
     
  4. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    317_pic2_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    317_pic3_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    317_pic4_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3

    317_pic5_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 4

    317_pic6_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 5
     
  5. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Wir verbringen noch ein wenig Zeit in der Höhle und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Der damalige Künstler hat diese Bilder vor 3000 bis 5000 Jahren gemalt und dabei seine Umgebung beschrieben. Viehzucht war hier beheimatet, Hunde hatte man - und der Künstler hatte eine Vorliebe für Details. Etliche Bilder zeigen, einer Röntgenaufnahme ähnlich, Rippen der Tiere oder auch der Menschen in den Abbildungen.
    Der Aufbruch zurück zum geparkten Wagen schreckt uns ein wenig auf. Wir fotografierten noch weitere Insekten auf dem Wege nach unten.

    317_worm_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    Dieser Wurm hier kringelt sich bei Gefahr zusammen, und hat einen schwachen, gegliederten Chitinpanzer auf dem Rücken. Er ist häufig in Thailand anzutreffen und kann ein toxisches Sekret absondern. Vögel mögen ihn deshalb nicht, nur Hühner scheinen gegen das Gift immun zu sein.

    317_way_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    Ein paar Passagen des Weges sind etwas steiler, aber immer noch prima zu bewältigen. Der Aufwand wird durch die Eindrücke in der Höhle mehr als nur gerechtfertigt.

    317_gps_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3

    Franky hat die verschiedensten Menüpunkte des GPS Gerätes durchprobiert, und beginnt das Ganze zu verstehen.
    Ein GPS ist weitaus mehr, als nur ein Kompaßersatz oder eine Orientierungshilfe.

    317_gpslog_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 4

    Der eingebaute Höhenmesser hat es ihm nun bei Kletterpartien angetan, und am Basecamp angekommen erkläre ich ihm die anderen Sonderfunktionen. Wir wechseln unsere durchgeschwitzten T-Shirts aus, und stillen unseren Durst.

    317_hkgps_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 5

    Die hellen Flecken auf unseren Armen ist Calamine-Lotion. Wir haben irgendwelche Pflanzenteile unachtsam berührt, und es juckt stark. Calamine gehört in jede Reiseapotheke und kostet in Thailand gerade 'mal 20 Baht je Flasche. Wäscht sich abends wieder ab, und hemmt den stärksten Hautjuckreiz. Auch für Insektenstiche oder Quallenkontakte ist Calamine-Lotion sehr zu empfehlen.

     
  6. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    @ bono

    Der Weg ist das Ziel, was haelt dich ab? Zuviel Soischleicherei und Tresengeplausch mit Changbeershirttraegern?

    ciao

    abstinent
     
  7. Bono Vox

    Bono Vox V.I.P.

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    Stimmt, aber ohne Moos nichts los! Arbeiten muss man schon... :wink:

    B.V.
     
  8. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Zurück auf der Durchfahrtsstraße Nummer 3438 finden wir einen alten und recht verwitterten Wegweiser in die Fledermaushöhle.

    317_batsign_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    Wir biegen von der Hauptstraße neben dem Wegweiser ab, und erreichen in unmittelbarer Nähe einen interessanten botanischen Garten für thailändische Studenten und Schüler. Hier werden Studien betrieben und die Natur beobachtet und erforscht. Der Garten heißt Huppatad, und der Betreuer hier, ein Mr. Suchat Hiran gibt gerne und freundlich Auskunft.

    317_huppa_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    GPS: waypoint huppatad
    15 22,625 N
    99 37,805 E


    Doch wir eilen weiter, denn wir wollen die Fledermaushöhle sehen, und haben noch ein weiteres Programm für den Rest des Tages vor der Brust.
    Der Tam Kho Kong Tempel ist unser Parkplatz, und von hier geht es um den Tempel herum per Pedes weiter.

    GPS: waypoint tam kho kong
    15 26,488 N
    99 34,987 E


    Ein separater Teil des Tempels ist an einer Felswand gebaut, und wir fragen die Mönche nach dem Weg zur Höhle. Als, fast schon Profi-Spelunker haben wir Trinkwasser, Taschenlampen und Seilausrüstung mit, denn wir wissen ja gar nicht, was uns hier erwartet. Die Mönche lächeln auffällig und zeigen auf das isoliert stehende Haus des Abtes.

    317_monkhome_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3

    Um dieses Haus herum gehen wir weiter auf den Berg zu, und staksen über den unbefestigten, aber kurzen Weg zum Eingang der Höhle.
    Dort angekommen sind wir etwas enttäuscht. Die Höhle hat einen zubetonierten, und sehr kleinen Einstieg. Eine Spitzhacke haben wir nicht im Gepäck.
    Wir leuchten hinein, und sieht weiter im Inneren nur, daß die Höhle wesentlich größer ist, als es den Anschein hat.

    317_batcave_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 4


    GPS: waypoint cave-entrance
    15 26.781 N
    99 35,242 E


    In dieser Höhle leben bis zu einer Million Fledermäuse!
    Die Höhle hat noch 2 weitere "Einfluglöcher", aber die sind in unzugänglichem Gebiet, und nur über Seilkletterei hoch oben im Berg zu erreichen. Die Geräuschkulisse innerhalb der Höhle muß fantastisch sein, man hört direkt davor ein Gemurmel und manchmal eine Kakophonie oder Gezirpe, das wellenmäßig auf- und abschwillt.
    Wir schlagen mehrere Anopheles-Mosquitos auf unseren exponierten Körperstellen tot, und beobachten gegenseitig unsere Nacken.

    Die Biester sind hartnäckig und in der Überzahl. Die Uthai-Thai Airforce macht sich zum Kampf gegen uns klar. Mich erwischt eine am Ohr, Mist! Auch ein T-Shirt bietet keinen Schutz, denn diese Spezies durchdringt mit ihrem gierigen Saugstachel auch leichtes Baumwollgewebe.
    Das Signal zum Aufbruch gibt aber eine riesengroße Spinne, die zwischen unseren Beinen hindurch, aus der Höhle kommend, das Weite sucht. Wahrscheinlich hat sie mehr Angst vor uns, als wir vor Ihr - aber ich habe seit einem Spinnenbiß in den Dschungeln der Phillipinen gehörigen Respekt vor der Intensität des Giftes. Der Schmerz eines Spinnenbisses ist schon verdammt stark.

    In einem nahen Baum, etwas den Berg hinauf, sehen wir einige Flattertierchen herumhängen. Ds ist schwer zu fotografieren, denn ein nennenswertes Zoom hat unsere Digicam nicht.

    317_bats_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 5

    Erst auf unserem Rückweg sehen wir die vielen Spinnennester am Wegesrand, manche haben 10 cm große Schlupflöcher...das läßt einen Rückschluß auf die Größe der Biester zu, der unseren Schritt beschleunigt.

    317_spidernest_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 6

    Unterwegs inspizieren wir noch das Gemach eines Mönches, der hier in völliger Askese seinen Meditationen frönt. Den beirren weder Riesenspinnen noch die Million Fledermäuse, die allabendlich quasi vor seiner Türe zur Jagd ausschwärmen.
    Das Mönchszimmer ist an den Felsen gebaut und hat nur etwas Außenmauer sowie eine Türe, kein Fenster, kein elektrisches Licht. Natur Pur!

    317_monkroom_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 7

    Wir verspeisen einige Wildfruechte vom Wegesrand, etwas sauer aber bestimmt unheimlich gesund :D

    317_treefruit_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 8

    Ich meine auch, mich erinnern zu können, diese Früchte 'mal auf einem Markt gesehen zu haben. Der nächste Etappenstop ist der Thab Sala Staudamm. Unsere Karte zeigt eine Straße über die Dammkrone auf, und das wäre eine echte Abkürzung für uns. Wir bewegen uns langsam in nördlicher Richtung vorwärts, und achten auf der schlechten Straße auf tiefe Schlaglöcher. Mir klingt noch die Bitte des Eigners dieses Geländewagens im Ohr : "Er ist gerade neu achsvermessen worden, bitte vermeide es, mir die Karre wieder krumm zu fahren!"
    Also geht es mit Bedacht und in langsamer Fahrt an die Strecke.

    317_mudroad_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 9

    Wir kommen nach einiger Zeit an den besagten Staudamm heran, mit Hilfe des GPS und unserem erstklassigen Kartenmaterial war das ein Kinderspiel. Ich lasse Franky die gesamte Orientierungsarbeit übernehmen, kontrolliere es aber, und bin sehr mit dem Ergebnis zufrieden.
    Leider ist die Asphaltstraße über die Dammkrone nicht für den Verkehr freigegeben, wie uns eine abgeschlossene Schranke hier unmißverständlich zu verstehen gibt.

    317_schranke_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 10

    GPS: waypoint thabsala-dam barrier southend
    15 31,316 N
    99 26,759 E

     
  9. Capitan

    Capitan V.I.P.

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    Tolle Sache.




    Haeufig stimmen die Uebersetzungen auf den Tafeln nicht ganz ueberein.

    Oben steht z.B. Khao Moong Chai
    und unten Khao Pla ra

     
  10. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    @ capitan

    kennste den song nicht von assanee vasann: loh ling, bai nai? :D

    ciao

    abstinent
     
  11. tischtuch

    tischtuch Experte

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    danke absti

    mein lieblinsthread!
    gruss
    tt
     
  12. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    @ tischtuch

    Ein Kompliment aus berufenem Munde, meinen Dank dafuer :D

    ciao

    abstinent
     
  13. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Also, Kehrtwendung und endlose Franserei über seltsame Pisten bis wir auf der anderen Seite des Dammes ankommen.
    Ohne GPS wäre es schier unmöglich, dorthin zu finden. Die topographische Karte hilft hier auch, eine möegliche Furt zu finden, denn wir sind ja unterhalb des Dammes unterwegs.

    317_offroad_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    Dann weiter ueber schmale Wirtschaftswege, über Forstrouten und unbefestigte Seitenwege bis hin zum eigentlichen Nationalpark.

    317_mudroad_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    Hier stellen wir nun zu fortgeschrittener Stunde fest, daß ein Parkbesuch bei den möglichen Schrittgeschwindigkeiten für den heutigen Tag ein sinnloses Unterfangen darstellt. Wir treten also den Rückzug an, und fahren gleich durch bis nach Nakhon Sawan, denn ein Guesthouse oder gar Hotel ist auf der ganzen Strecke wirklich nicht aufzufinden gewesen.

    In Nakhon Sawan kehren wir in das Pimarn-Hotel ein. Für ein nettes Doppelzimmer 800 Baht, das erscheint angemessen und ist völlig o.k.
    Ein spätes Abendessen an einer "Moo Yaang Gaolie-Station" bringt uns einen unverhofften Kontakt. Noch mit seiner schmucken Parkrangeruniform bekleidet, sitzt hier Mr. Boonthong. Er sieht fast so aus, wie ein amerikanischer Drillsargeant mit seinem breitkrempigen Rangerhut.

    Ich spreche ihn an und er freut sich über unser Interesse an seinem Park.

    Wir laden ihn zu einem Drink ein und erfahren sehr viel über die Historie und die besonderen Ereignisse im Park.

    Erst spät kommen wir in's Bett und freuen uns schon jetzt auf die Fahrt zum Huay Kha Khaeng, gleich morgen früh geht's los. Wakeup-Call gebucht für 6:00 Uhr - damit wir viel vom Tageslicht haben.
     
  14. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Das Hotel-Breakfast ist ausreichend, aber wir versorgen uns auf dem Markt, an dem wir kurz nach dem Aufbruch vorbeikommen noch mit Obst und etwas Gebäck sowie reichlich Trinkwasser.
    Die Sonne versteckt sich hinter einer dicken Wolkendecke und die Hitze heute wird wieder erträglich sein. Fast 60 Kilometer sind es bis zum Park. Die Strecke dorthin führt heute über Lat Yao, ein Ort in der Provinz Nakhon Sawan, der mir von einem LOSO-Konzert vor Jahren noch gut in Erinnerung ist. Wir gurkten damals mit unseren Bikes hier herum, und wollten abseits des Asia-Highways in Richtung Norden weiter.

    Als wir damals hier eher zufaellig vorbeikamen, sahen wir zu, wie die Roadie-Crew des LOSO eine 8-10 m hohe Mauer aus Konzertlautsprechern in ein freies Feld stellte. Wir sind damals hier bis zum eigentlichen Konzert verblieben und hatten für die 35 Baht Eintritt je Person auf dem Rock-Acker ein unvergeßliches Erlebnis.

    Auf dem Rock-Acker thront nun ein mehrstöckiges Bankgebäude, und das ehemals so verschlafen wirkende Amphurnest Lat Yao hat sich gemausert.
    Keine Zeit für Erinnerungen, wir wollen zum Park.

    Wir finden auch die einzige richtige Zufahrtsstraße im Anhieb. Ein schmuckes Riesenholzschild weist uns den Weg:

    317_hksign_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    Asphaltfahrbahndecken sucht man hier vergeblich, aber unser benzgepowerter Musso schluckt die Unebenheiten der Piste locker und wir rollen gemütlich gen Westen.

    Der Kontrollposten verlangt unseren Obulus für den Parkeintritt (RIPOFF = 200 Baht für Ausländer, 30 Baht für Thai, 30 Baht für's Fahrzeug).

    317_hktix_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    Hier erreicht uns Khun Boonthong dann auch ueber das Walkie-Talkie an der Zahlhuette. Er wartet oben in der Rangerstation auf uns.

    Wir werden dann im HQ der Parkranger herumgeführt und wundern uns etwas über die Bewaffnung der Jungs hier. Moderne amerikanische Sturmgewehre ( M16 )und Munitionsboxen der US-Army, deren Aufschrift mir verrät, daß es sich um Leuchtspurmunition handelt. Die Nähe der burmesischen Grenze und die Bewaffnung der Wilderer im Park haben zu einer Aufrüstung hier geführt.
    Vom Parkplatz bis zu den Exponaten muß ein wenig gewandert werden, aber die Ausstellungsstücke sind schön anschaulich präsentiert und ungewöhnlich.

    317_jumboskull_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3

    Der selige Dozent der Kasetsart-Universität, ein Herr Suepe, hat sein Geld, seine Karriere als Professor, und letztendlich sein Leben geopfert, um den Huay Kha Khaeng in seiner heutigen Form zu pflegen und zu erhalten. Viele Exponate huldigen seinem Lebenswerk.

    317_denkmal_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 4

    317_suepe_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 5

    Von einem kleinen Hügel in unmittelbarer Nähe, geniessen wir das sich bietende Panorama und ärgern uns ein wenig über die Regenwolken und den grauen Himmel. Die burmesischen Berge im Hintergrund liegen nur als Schatten gestaffelt voreinander, wie in einem chinesischen Schattenspielerstück. Leider ist die Qualität unserer Digicam für solche Aussichten einfach zu gering.


    317_panorama_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 6
     
  15. walhalla

    walhalla V.I.P.

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    geiler bericht..................



    klasse.......mehr gibbet nicht zu sagen



    ach ja ---danke :hehe:
     
  16. PUMPUANG

    PUMPUANG Senior Member

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    Wirklich spannender und aussergewöhnlicher Bericht.

    Sowas würd ich auch gerne mal mitmachen.

    Weiter so !!!
     
  17. FrankMalt

    FrankMalt Senior Member

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    Wirklich interessant und ´verdammt gute Bilder.
     
  18. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Danke fuer den netten Zuspruch!

    Werde morgen vor Reiseantritt noch eine oder zwei Episoden aus diesem fast unbekannten Teil des Koenigreiches nachreichen 4.gif, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    ciao

    abstinent
     
  19. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    SOA-Langzeitzigeuner (heute hier, morgen da!)
    Das hier ist alles 100% NATUR PUR und wir nehmen uns feste vor, hier noch einmal bei besseren Witterungsbedingungen herzukommen. Wir schauen uns die ganzen Artefakte und Exponate rund um den geistigen Vater des Nationalparkes an,und wundern uns ein wenig, warum hier ein solcher Personenkult betrieben wird.

    317_suebsign_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    Der gute Mann brachte sich hier auch vor Ort um's Leben.
    Und Denkmäler für freiwillige Suizidopfer halte ich persönlich eigentlich für
    Mumpitz. Solche Heroisierungen sorgen dann fuer Nachahmer, in diesem Falle schon etliche Dutzend meist junger Leute.

    Schon im Hard Rock Cafe in Las Vegas störten mich seinerzeit die Huldigungsschreine für den Drogensüchtel & Selbstmörder Curt Cobain. Man kann dem Werk eines Irdischen auch Gedenken, wenn man aufzeigt, was er so alles geleistet hat, bis er den Kurschluß im Hirn hatte.
    Naja, vielleicht gehört das ja alles hier nicht hin, ist halt meine persönliche Ansicht dazu. Ich lebe noch und ich tue das verdammt gerne!

    Die UNESCO zeichnete den Park mit dem Titel "World Heritage Site" aus. Nur wenige Parks dieser Welt tragen dieses Prädikat.

    317_unesco_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2

    Dichter Regen droht am Horizont, dunkle Wolken kommen nun mit dem Wind direkt in unsere Richtung aus Burma herueber.

    317_raincloud_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3

    Wir haben noch einen Weg zu einem Panoramapunkt auf die Karte gezeichnet bekommen, dort wollen wir nun noch schnell hin.
    Der Weg folgt einem kleinen Bach und schlängelt sich etliche Kilometerdurch den Dschungel. Das GPS zeigt mittlerweile 785 Höhenmeter an, es geht fast immer nur bergauf.

    Plötzlich bittet Theptida anzuhalten und springt aus dem fast noch rollenden Auto. Sie rennt ein Stück den Weg zurück und verschwindet seitlich im Urwald. Etwas ratlos folgen wir ihr zu Fuß. Sie hat etwas gefunden, und wir hören Knackgeräusche vor uns - sehen können wir sie nicht. Franky grinst, auch ich kann ein Lächeln nicht verhehlen, als wir sie nicht weit von uns einen Baum hochklettern sehen. Sie war vorher vom Gestrüpp verdeckt gewesen. Die wilden Bananen, denen hier ihre Aufmerksamkeit galt, schmeckten wirklich hervorragend!

    Solch ein Fruchtzwerg hat mehr Geschmack in sich, als ein ganzer Marktstand voller gentechnisch optimierter Riesenbananen in Europa. Ein Foto mußte auch noch sein, so sehen die Dinger am Baum aus:


    317_wildbanana_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 4
     
  20. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    Überall sind hier auch Schilder zu sehen, welche den Besucher auf die seltenen und geschützten Tierarten vor Ort hinweisen. Leider ist diese Beschilderung ausschließlich in Thai!
    Wir laufen noch viel in der Gegend herum, bekommen aber weder Ameisenbären noch Tiger, Wildschweine oder wilde Elefanten zu Gesicht. Theptida sieht in der Ferne ein paar Hirsche - aber die sind so scheu, daß sie schnellstens das Weite suchen, als wir noch 300m entfernt waren.

    Wir laufen noch viel in der Gegend herum, bekommen aber weder Ameisenbären noch Tiger, Wildschweine oder wilde Elefanten zu Gesicht. In der Ferne erspaehen wir ein paar Hirsche - aber die sind so scheu, daß sie das Weite suchen, als wir noch 300m entfernt waren.

    317_signtapir_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 1

    317_signtiger_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 2



    (Bitte bei diesen Bildern die schlechte Qualität nachzusehen, die Fotos sind bei schlechtem Licht aus der Hand geschossen, Danke)

    Es wird dämmerig, die Regenwolken werden immer dichter und wir sehnen uns nach einem ordentlichen Essen.
    Die nächste Ortschaft auf den Karten liegt 40 KM im Südosten, und wir machen uns auf den Weg dorthin.
    Im Ort erwartet uns ein sonderbarer Markt. Hier verkauft man ungewöhnliche Speisen. Wir versuchen uns an einem angekeimten Kokosnußteil und das schmeckt Franky und mir in etwa wie Styropor oder Schaumgummi. Yack!

    317_coco_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 3


    Franky nagt noch ein wenig an dem harten Außenfruchtfleisch der Nuß herum, und er erklärt Theptida, was man in Deutschland auf dem Jahrmarkt für solch ein Zeugs bezahlen muß. Sie kann das kaum glauben, denn in Thailand würde das höchstens als Viehfutter oder Backwarenbeimengung verwendet!

    Bei der Ausfahrt aus dem Ort befindet sich auch eine Tankstelle, und wir checken hier den Öllevel im Motor und das Fahrzeug im Allgemeinen ausgiebig.

    Eine Pickuptruckladung voller Erntehelfer schaut uns bei unserem Tun zu.

    317_pickupfull_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 4

    Nutzlast-Ladungen von Kraftfahrzeugen scheinen hier überhaupt immer ausgenutzt zu werden. Selbst die Schulbusse hier in Uthai Thani haben nicht mehr allzuviele freie Plätze im Angebot:

    317_busuthai_1.jpg, Huay Kha Kaeng - Wilderness at it's Finest!, 5