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Pitcairns Reise 2012 - Teil 02 - Vom Reisen und anderen Rauschzuständen

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von Pitcairn, 02.09.2012.

  1. Pitcairn

    Pitcairn Gast

    Vom Reisen und anderen Rauschzuständen
    Jetzt die Erinnerungen einsammeln und nach den nötigen Wörtern fahnden, damit Sprache entsteht. Jeder, der diesen Zustand kennt, wird zustimmen: Schreiben macht glücklich. Das Aufschreiben der Vergangenheit kann inniger sein, als die Reise selbst - weil Schreiben den Vorgang verlangsamt. Niemand schreibt so schnell wie das Leben. Ich gehöre zur Spezies der Nichtnomadischen-Aussiedler, bin keine moralische Anstalt und kein gutes Beispiel für anständige Leute.
    Bei diesem Report bin ich über die durchschnittliche Toleranz- und Schamgrenze eines biederen Pauschaltouristen hinausgegangen und habe meiner Tastatur freien Lauf gelassen. Für den Griff in meine besondere Sprachschatulle übernehme ich die alleinige Verantwortung.



    Alle grossen Klassiker der Weltliteratur sind Berichte langer Reisen. Von der Bibel, über Exodus bis hin zu Don Quixote und viele andere. Nicht, dass ich mich mit Schreibgewaltigen wie Leon Uris oder Miguel de Cervantes auf die gleiche Stufe zu stellen wage, aber zumindest berichtet meine Story auch über eine Reise.
    Meine Schreibe ist keine absolut ernste und moralische Angelegenheit. Mit der Wirklichkeit gehe ich ironisch um, stelle gängige Vorurteile auf den Prüfstand. Ich nehme mir die Freiheit heraus, wenn nötig ungefiltert, pietätslos, blasphemisch, fundamental anstössig, moralabstinent, machomässig, obszön, emanzenfeindlich und mit dem Vorschlaghammer zu formulieren. Bei gewissen Texten kommst du bei einem schwachen Nervenkostüm nicht umhin, dich festzukrallen und die Valiumschachtel in Griffweite zu halten.
    Vielleicht bist du katholisch und verabscheust meine Ausdrucksweise. Na und, das ist nicht meine Sorge. Leg dir wenn nötig einen dickeren Panzer zu. Es gibt zu viele spiessige Konventionen und Regeln, die uns von Dritten aufoktroyiert und einem die ungehinderte Sicht auf tatsächliche Gegebenheiten und am echten Lebensgenuss hindern. Ich ziehe dir nur die Schuppen von den Augen, denn hier gibt nicht (das heile?) Westeuropa den Massstab vor. Zeitweise wiederspiegeln meine Texte auch Emotionen und Gefühle – das schafft die notwendige Balance.


    Emanzen dürften mich in die frauenverachtende Schublade verweisen, Duckmäuser sich insgeheim ergötzen, der Kritik ihrer Walküre jedoch unterwürfig zustimmen. Vielleicht getraust du dich, deinen Laptop nur unter der Bettdecke einzuschalten. Gelle, jetzt erinnerst du dich wieder an die verbotenen Schundromane deiner Jugendzeit. Was bist du für ein Heuchler! Sicher getraust du dich nicht einmal in Anwesenheit deiner Frau youporn.com im Internet anzuklicken. Ja nun, was soll’s. Ich mag kein esoterisches Geraune und schönes Gesülze, nur um konform und genehm zu sein. Ich leiste es mir eine Meinung und ein Gesicht zu haben. Es gibt verschiedene zulässige Arten zu schreiben. Ich will, dass meine Texte beissen, stechen, aber auch unterhalten, zum Schmunzeln anregen, einen Denkprozess in Gang setzen, geistige Impulse und Lebenshilfe vermitteln, bei der Reise weiterhelfen und dir nötigenfalls den Spiegel vorhalten. Dir allein obliegt die Entscheidung, ob du meine Aussagen als Tatsache, Ironie, Humor oder als Charakterdefekt einstufen möchtest.

    Vielleicht geht ein empörtes Ketzerweib einmal in sich selbst und realisiert, dass sie bei ihrem Ehegatten längst zu weit gegangen ist und ihm ein vierzigjähriges Martyrium beschert hat. Das arme Schwein darf an nichts mehr seine Freude haben. Hast du schon mal an Suizid gedacht? Seit sich meine Tagebucheinträge zu einem ganzen Lesebuch geformt haben, steigt immer wieder der Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki in meinen Gedanken hoch. Ich frage mich, wie er meinen verbalen Erguss kommentieren würde. Vielleicht so: „Dieser Autor hat vor Jahren die Anmeldefrist zur Metzgerlehre versäumt!“



    Alles was wir lesen, wurde in der Vergangenheit geschrieben. Meine Berichterstattung und Betrachtung umfasst die Gegenwart, macht aber Exkurse bis auf fünf Jahrzehnte zurück und leuchtet gesellschaftliche, politische und historische Gegebenheiten aus. Meine Reiseziele haben immer auch etwas mit Essen, Filmschauplätzen und Kriegsereignissen gemeinsam. Relativ viel Raum habe ich dem Vietnamkrieg eingeräumt. Wie ein roter Faden zieht sich der Konflikt durch den Bericht und findet immer wieder Erwähnung. Ich war sehr bestrebt, das richtige Gleichgewicht zwischen Objektivität und Einfühlung zu finden.
    Meine Erlebnisse, Erfahrungen und Kenntnisse der Vergangenheit und Gegenwart finden in meinen Zeilen Niederschlag. Mein Backpacker-Leben wird nie mehr so sein wie damals. Die Welt hat sich verändert, ich bin reifer geworden, bin nicht allen Frauen, aber zumindest mir selber immer treu geblieben und habe noch immer die gleiche Lebens- und Reisephilosophie wie vor vierzig Jahren. Vielleicht musst du nach der Lektüre deine politische Einstellung gegenüber der Freundschaftsnation USA revidieren und dich etwas toleranter positionieren.


    Wie immer komme ich vereinzelt auf Preise und Adressen zu sprechen. Ich habe dabei an diejenigen gedacht, die sich inspirieren lassen und eine ähnliche Reise durchführen wollen. Meine Berichterstattung versteht sich daher auch als Ergänzungsinformation zu einem Reisehandbuch.


    Wer weiss, vielleicht beherrschst du die Kunst des Lesens, wie sie Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht Der Leser beschreibt. Jemand der sich versenkt, der irgendwann – Stunden später – den Kopf hebt und berauscht von Welt und Gedanken wieder in die Realität zurückkehrt.
    Eine Kollegin witzelte, ich solle doch ein Hörbuch machen, damit sie nicht so viel Zeit zum Lesen auf der Nachtwache brauche. Anbetracht des Umfangs meiner Reportage, gar keine so abwegige Idee. Es ist der Vorschlag einer überbeschäftigten Berufsfrau. Mein Ratschlag ist, dass du meiner Reportage die nötige Priorität beimisst. Betrachte meine Ausführungen einfach als Lesebuch und nimm sie dir in Etappen vor. Einen ganzen Hinterschinken verzehrst du auch nicht auf einmal. Etwas spricht auf jeden Fall für den geschriebenen Text: Gelesenes sitzt besser als Gehörtes. Wenn du meine Geschichte nur hören willst, erzähle ich sie dir gerne persönlich. Das kostet dich einen schönen Châteauwein aus der Gegend von Pauillac, eine Platte mit Charcuterie et Fromage, frisches Baguette und eine lange, sehr lange Nacht. Die Ware bekommst du beim Delishop im Untergeschosses vom Central Festival Center in Pattaya, Thailand (Eingang 2 Rd). In den Monaten November und Dezember 2012 bin ich mehrheitlich stationär und weile zusammen mit Vielliebchen in unserer Wohnung in JomtienJ.


    Ich wünsche euch, liebe Freunde des Forums, viel Spass bei meiner Schreibe; sie ist in globischer Sprache abgefasst. Ich berichte über die Philippinen - ein Land voller freundlicher Chaoten und Kindsköpfe, die lachen, essen, singen, tanzen, feiern und bumsen wollen. Bei der nächstfolgenden Nation musst du nur aus dem Teller probieren, dann weisst du - das ist Thailand. Als ein gerupftes Huhn zeigt sich Kambodscha und dann folgt Vietnam - ein Frontalangriff auf alle Sinne.
    Herzlichst


    Pitcairn


    Wichtige Hinweise & Copyright

    Das Chaos der Neuregelung der deutschen Rechtschreibung einschliesslich der Nachänderungen 2004 und 2006 wurden vom Autor so weit wie sinnvoll berücksichtigt. Bestimmte Wörter wurden zum besseren Verständnis der Lesenden in Beliebigkeits-Schreibweise dargestellt. Die landesspezifische Sonderregelung für die CH wurde berücksichtigt. Um die Lesbarkeit besonders langer Kompositionen zu erhöhen, wurde vermehrt die Schreibweise mit Bindestrich gewählt. Nicht langjährig eingedeutschte fremdsprachige Wörter oder generell Aussagen in anderen Sprachen, wurden in der Originalform belassen.
    Dieser Bericht gibt die persönliche Auffassung des Autors wieder, ohne Dritte in irgend einer Weise zu verpflichten. Der Verfasser hat sich um eine möglichst geschlechtsneutrale Formulierung bemüht. Aus Gründen der Lesbarkeit, mussten trotzdem vereinzelt männliche oder weibliche Formen verwendet werden. Selbstverständlich ist auch in diesen Fällen das nicht erwähnte Geschlecht, inklusive der veganischen Grüngurken, Bauchsozialisten und Sozialromantiker, immer mitgemeintJ.


    Auszüge über die vorliegenden Informationen dürfen nur mit Quellenangabe kopiert, weitergeleitet oder vervielfältigt werden. Bei Veröffentlichung ersucht der Autor um ein Belegexemplar. pitcairn@bluewin.ch

    © 2012
     
  2. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    06.02.2011
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    7.785
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    34
    Du sprichst mir aus der Seele. Es trifft zu 100% mein Empfinden
     
  3. Nixus_Minimax

    Nixus_Minimax super gwapo

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    15.10.2009
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    4.320
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    Möglichmacher
    Ort:
    Rhein-Main
    Es verspricht ein Lesegenuss zu werden... und was für's Hirn... und was zum schmunzeln - das sind ja gleich drei Dinge auf einmal :jil:
     
  4. harry771

    harry771 Junior Experte

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    Essen
    Pitcairn, der Charles Bukowski diese Qualitätsforums, super! Jeder Satz allein ist schon das Lesen wert, yesssssssssss
     
  5. walti

    walti Member

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    Amuse-bouche superb, where’s The Beef?