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Pitcairns Reise 2012 - Teil 08 - Phils Oriental Mindoro

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von Pitcairn, 02.09.2012.

  1. Pitcairn

    Pitcairn Gast

    Philippinen - Oriental Mindoro
    In den ersten Tagen des neuen Jahres habe ich Glück im Unglück. Ich bin alleine mit meiner Enduro-Maschine auf der Hauptstrasse in unserem Provinzstädtchen unterwegs und will nach Hause. Ausserhalb des Zentrums, schneidet mir ein links abbiegendes Trycicle – das sind hier auf den Philippinen Motorradtaxis mit Beiwagen – den Vortritt ab. Das Ding ist beladen mit nicht weniger als 7 Passagieren, exklusive den Lenker. Ich leite eine Vollbremsung ein. Ich bin wohl nicht schneller als mit geschätzten 30 Km/h unterwegs, habe aber nebst Helm nur T-Shirt, Shorts und Teva-Sandalen der vierten Generation angezogen. Wenn du andere Latschen trägst, ist es ein Verbrechen. Um es gleich vornewegzunehmen, ich habe keine Teva-Aktien, aber ich trage TEVA, die Mutter aller Outdoor-Sandalen. Dieses universelle Gehwerk eines Globetrotters ist durchdacht, ausgetestet und langbewährt. Ein ewiger Klassiker ist die Kollektion Terri-Fi. Unempfindlich gegen Nässe, wunderbar und bequem auf langen Märschen, dabei äusserst robust und langlebig. Die durchdachte Riemenführung sorgt dafür, dass sie am Fuss beinahe so gut sitzen wie ein Turnschuh. Eine clevere Dämpfung schont die Knochen, und die Sohle bewältigt Kopfsteinpflaster ebenso wie rutschige Uferstellen.

    Meine Honda kommt direkt am Beiwagen zu stehen, der Vorderpneu federt die Kollision noch etwas ab. Infolge Vollbremsung benutzte ich auch die Vorderbremse. Die Maschine legt sich während des Aufpralls wegen Rollsplit gleichzeitig zur Seite und fällt auf mich. Das Ding hat ein stattliches Gewicht und ich kann mich nicht mehr selber befreien. Mehrere Passanten helfen, das Motorrad aufzurichten und mich anschliessend wieder in voller Grösse auf die Füsse zu stellen. Markanter Schaden ist an beiden Fahrzeugen nicht festzustellen. Meinen Lenker und den rechten Aussenspiegel kann ich selber wieder richten. Leider kostet mich die Reibung beim Hinfallen mit Rollsplitt die erste Hautschicht am rechten Arm, Knie, Bein und Fuss; das karminrote Backpackerblut fliesst herunter, vor allem auch deswegen, weil ich täglich meinen Blutgerinnungsfakor mit Tabletten beeinflusse.
    Nicht auszudenken, wenn ich mich für das neu zugelassenen Xarelto-Präparat entschieden hätte. Die Blutung wäre nicht mehr zu stoppen gewesen.

    Trotz meiner nach wie vor beseelten Luzidität, sehe ich aus wie eine gestochene Sau an einer Bauernmetzgete. Es sieht dramatischer aus als es ist und ich geniesse die Anteilname. Am liebsten hätte ich noch eine Stiftung gegründet und Spenden eingesammelt
    J. Ich habe Glück, dass mein eingeklemmtes Bein vom heissen Auspuff nur beheizt und nicht gegrillt wird. Die Polizei ist schnell und unaufgefordert zur Stelle. Immer wenn man sie nicht braucht, sind die Krokodile sofort da. Eine grosse Menschenmasse bildet sich. Ich verzichte auf eine Anzeige, denn der arme Linksabbieger hat ohnehin keine Kröten. Der Mann ist mehr als erleichtert, die Polizistin froh, dass sie nichts aufschreiben muss. Wer weiss, ob sie es überhaupt könnteJ. Sie winkte den Verkehr durch und ich setzte mich wieder mit blutendem Bein auf die Maschine und wetzte davon.

    Was niemand weiss, ich habe meine Maschine seit dem Jahr 2010 gar nicht mehr eingelöst (war lange in Afrika) und habe keinen Kleber 2011 und 2012 auf dem Kontrollschild – ein klares Vergehen. Aber man muss ja nicht immer alles beichten. Lügen darf man nicht, aber nicht alles sagen ist erlaubt. Ich glaube dieser Spruch ist von Karol Wojtila sel., ehemaliger Pontifex maximus in Rom und Vorgänger vom Ratzinger Sepp. Wenn dieser Mangel an den Tag gekommen wäre – kein Schwein hat etwas gemerkt – hätte ich das Gesetz etwas betäuben müssen, um nicht selber eine Anzeige am Hals zu haben. Mit etwas Glück, Mut, Unverfrorenheit und Trinkgeld, überlebt man auf den Philippinen die meisten Herausforderungen. Zudem gibt es gesetzliche Elastizitäten, wenn man mit den Obrigkeiten etwas vertraut ist. Einen Beamten kann man finanziell motivieren oder Druck auf ihn ausüben, wenn man das grosse 1 x 1 der monetären Manipulation beherrscht - eine Grundvoraussetzung, um in der Dritten Welt über die Runden zu kommen.

    Bei Behördenunbeweglichkeit, Kleinmut, Widerstand oder sogar Angst, ist gegen ein ehrliches Motivierungsgeld nichts einzuwenden. Die unehrliche finanzielle Motivierung gibt es vor allem in westlichen Ländern.

    Alle lehnen sie offiziell mit Empörung ab, sind jedoch empfänglich für Geschenke die den privaten Weinkeller mit guten Tropfen füllen, für Einladungen mit Gattin ans Yehudi Menuhin Konzert nach Gstaad, natürlich mit Übernachtung im Grand Hotel, für vergünstigte Privatkredite und selbst einen Fall kenne ich, wo eine Grossbank die Finanzierung eines privaten Swimmingpools übernommen hat. Auch zum Voraus bezahlte Trinkgelder sind eine entfernte Art von Bestechung, damit das Zimmermädchen drei Badetücher ins Zimmer legt, weil sich der gepflegte Geschäftsherr gleich mit zwei Mädchen zusammen am Feierabend vergnügen will, für das Entgegenkommen, weil man wegen späterem Abflug erst um 18 Uhr im Zimmer auschecken will.

    Wenn landesspezifische Bestrebungen keinen Erfolg bringen, wird Plan C wirksam. In diesem besonderen Fall mache ich der uniformierten Beamtin einen vermeintlichen Heiratsantrag. Ich trage ja meinen Ehering selten. In der 3. Welt gelten andere Gesetze und man muss sich hier etwas zu wenden wissen. Das ist selbst bis in die höchsten Regierungskreisen so. Mit Moral kommst du in schwierigen Sonderfällen selten weiter. Geld regiert (leider) die Welt und nichts anderes – selbst in der CH, dort aber natürlich auf viel subtilere Art und in ganz anderen Dimensionen. War da nicht dieses Jahr eine hässliche Story wegen Währungsspekulation mit der Reizfigur Philipp Hildebrand, unserem früheren Nationalbankpräsidenten? Ungeheuerlich, der oberste Währungshüter der Nation bereichert sich persönlich durch Insiderwissen. Zum Glück ist die Sache aufgeflogen. Wir wollen doch keine Zustände wie in der Dritten Welt, obschon wir alle wissen, dass es in unseren Einrichtungen des Sports, der Kultur, dem Sozialen und der Kirche nicht eben besser aussieht. Als jüngstes Beispiel kommt mir Sepp Blatter mit seiner Fifa bei der Vergabe von Weltmeisterschaften in den Sinn.

    Zuhause wäscht mir Vielliebchen die Wunden mit Jodium aus und setzt anschliessend ein Desinfektionsspray ein. Ich sehe schon ein bisschen sehr lädiert aus. Innerhalb eines Tages verkrusten die Wunden, abgedeckt habe ich sie nicht. Die moderne Medizin lehnt dieses Vorgehen seit Jahren ab. Das habe ich seinerzeit als Hobbysanitäter im Zivilschutz mitbekommen. Die ersten Tage brennt die verletzte Haut und später ist es nur noch ein ästhetisches Problem. Mittlerweile sind Arme und Beine längst verheilt, die Kruste abgefallen und die Haut neu wie ein Babyarsch. Ich bin wieder eine verwertbare Occasion geworden. Pitcairn