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Quereinsteiger - Branchenwechsel - Perspektiven

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Bereich" wurde erstellt von Galan, 02.03.2015.

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Dieser Thread wird von 2 Benutzern beobachtet..
  1. Galan

    Galan Senior Member

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    Hallo Freunde und Reisende.



    Ich möchte hier gern einmal ein Thema eröffnen, welches sich um das Berufliche dreht.
    Ich bin Berufsmusiker, Freischaffend / Selbstständig, hauptsächlich im Bereich Klassik / sinfonische Musik.

    Seit längerer Zeit schaue ich schon immer mal links und rechts des Weges, was es noch für andere Perspektiven gäbe.

    Der Grund: In der Musik ist es wie im Sport. Entweder man ist richtig oben mit dabei, dann läuft es sehr gut und man
    verdient auch gut. Oder man bewegt sich halt im gesunden Mittelfeld, man lebt davon, aber es ist schwer, weiter durch zu starten.
    (Ich könnte das noch genauer Ausführen, aber erstmal soll diese Kurzbeschreibung reichen.)

    Mein Beruf macht mir zwar Spaß, aber die Rahmenbedingungen sind leider bei Weitem nicht so gut, wie in anderen Branchen.
    Man muss um jeden Cent sehr kämpfen. Mittlerweile erwischt es aber auch die "Großen" - siehe die geplante Schließung des
    SWR-Rundfunkorchesters Baden-Baden / Freiburg. Wenn ich dagegen meine Freunde und Verwandten in Branchen wie IT, Finanzwesen, Hotelerie, Gesundheitswesen usw. anschaue, dann sehe ich, dass der Standart eigentlich woanders liegt,
    wenn man die Richtige Ausbildung gewählt hat.

    Am Akademischen Grad kann es bei mir nicht liegen. Ich habe zwei Diplome (künstlerisch und pädagogisch) und ein Abitur mit 1,4.
    Leider halt nur in der "falschen" Branche.


    Meine Frage an Euch wäre folgende:

    Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dem Wechsel des Berufsfeldes, Neuorientierung, neue Ausbildung, Quereinstieg?
    Ist sowas mit Anfang / Mitte 30 möglich?


    Ich wäre auch bereit noch einmal einen weiteren akademischen Grad zu machen, um qualifiziert
    für ein neues Gebiet zu sein.
    Die Frage ist nur, ob man dann eine Chance in der Berufswelt bekommt. Schließlich kommt es ja in der Praxis nicht nur auf den
    akademischen Titel an, sondern auch auf Erfahrung, aber auch auf persönliche Fähigkeiten, die man in keiner Ausbildung
    lernt.


    Ich bin ja nicht so der reine Techniker. Daher denke ich, dass z.B. ein Beruf, bei dem ich mich mit meinen organisatorischen,
    denkerischen und persönlichen Fähigkeiten und mit meiner Lust zum Reisen (als Musiker reise ich auch viel) einbringen kann,
    besser für mich wäre. Was das konkret sein kann, muss ich noch etwas vertiefen.



    Ich würde mich freuen, wenn ich hier ein Paar Gesprächspartner finde, mit denen ich mich etwas über dieses
    Thema austauschen kann und freue mich über Eure Statements.

    Euer Galan.
     
  2. awita

    awita Moderator
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    Ich mache dann mal den Anfang ...

    Du machst hier natürlich ein sehr breites Thema mit unzähligen Facetten auf, weshalb man das wohl auch nur sehr allgemein beantworten kann.
    Möglich ist ein Neuanfang und Quereinstieg eigentlich immer. Die Frage ist weniger ob, sondern wie und mit welchen Erfolgsaussichten und das hängt sehr von der Branche und deinen individuellen Fähigkeiten und Interessen ab.
    Letztlich ist ja auch die Frage, ob es wirklich die "falsche" Branche ist, in der du jetzt bist.
    Wenn mir das was ich tue Spaß macht, würde ich nur wegen des Geldes keine drastische Umorientierung vornehmen, sondern versuchen in der aktuellen Branche erfolgreicher zu sein und dort ggfs. etwas zu optimieren.

    Für einen Umstieg würde ich ganz grob etwa wie folgt vorgehen:
    1. Die Branchen definieren/identifizieren, die mich interessieren und in denen ich gerne arbeiten würde
    2. Möglichst viele Infos zu diesen Branchen (und dem Arbeiten darin) sammeln (allgemein verfügbare, Freunde, Bekannte, Praktika, etc.) und ggfs. einige ausschliessen, auf die 1. nicht mehr zutrifft
    3. Eruieren, welche Voraussetzungen/Qualifikationen dafür nötig sind und ob und wie man sich die aneignen kann (ggfs. wieder ausschliessen, was nicht in Frage kommt)
    4. Erfolgschancen im Hinblick auf Bedarf, Konkurrenz, Einkommen etc. abschätzen.
    5. Einen Plan machen, wie man das Ganze konkret angeht. Ob man selbsständig oder angestellt, in kleinen oder großen Unternehmen arbeiten, wie man die Voraussetzungen erfüllen und sich ggfs. die Qualifikationen aneignen will, wie lange das Ganze dauern wird und wie man das finanziert.
    6. Wenn man dann ein klareres Bild hat und sich für etwas Besseres als das Aktuelle gefunden hat : loslegen!
     
  3. jowejakarta

    jowejakarta Experte

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    Mitte 30, beruflicher Neuanfang / Neuorientierung...

    Kommt mir alles bekannt vor - hab ich vor ein ein paar Jahren selber gemacht und NIE (!!!) bereut !

    Bei mir war es so :
    Ich hatte nen tollen Job , gute Position , bin viel in der Welt rumgekommen und hab richtig gutes Geld verdient...

    Das Problem war meine angeschlagene Gesundheit - Probleme seit ich 14 bin...

    Januar in Deutschland, Februar in Vietnam, dann 1 Woche Deutschland , dann 2 Wochen Kenia und Malawi, dann 2 Wochen Deutschland usw.

    Meine Haut ging vor die Hunde (Psoriasis), meiner Epilepsie tat der Stress auch nicht gut.
    Ich hatte komischerweise nie Krampfanfälle im Ausland - immer nur in Deutschland obwohl es Jahre gab wo ich mehr im Ausland als in Deutschland war...

    Und Familie, Freunde , soziale Kontakte ? Wurde immer schwieriger...

    Teilweise kam ich MOntags wieder und bekam zu hören dass ich 3 Tage später für 1 Woche woanders hin muss...

    Am Ende wurde die Epilepsie schlimmer und führte zu einem schweren Unfall, ich war 2 Jahre Arbeitsunfähig...

    Als ich im Krankenhaus lag realisierte ich dass Geld und Erfolg nicht alles sind...

    Keiner , weder Freunde noch Famiie , wusste dass ich seit 3 Tagen wieder in Deutschland - also besuchte mich auch keiner...

    Als es wieder halbwegs ging beschloss ich eine Auszeit zu nehmen um mir über die Zukunft Gedanken zu machen...

    Mein Arbeitsvertrag ruhte...

    Ich hätte in die alte Firma zurückgehen können .

    Dann natürlich ohnen das Rumreisen.
    Hätte etwas weniger Geld bedeutet aber immer noch sehr gut.
    Ich hätte "Dienst nach Stellenbeschreibung" gemacht - aber ich konnte mir nicht vorstellen die nächsten 30 Jahre im Betriebsbüro zu hocken.

    Also habe ich meinen Vertrag gekündigt und hab erstmal den Winter in Indonesien verbracht - dem Land was mir auf meinen beruflichen Reisen am besten gefiel.

    Dort reifte der Gedanke warum nicht zwischen Deutschland und Indonesien pendeln, es muss sich doch was finden was man importieren bzw. exportieren kann...

    SO fing ich erst mit Vespas, Lambrettas und alten BMW's an...
    Dann exportierte ich auch Sachen NACH Indonesien...

    und dann fand ich meinen jetzigen Zweig - und bin glücklich darüber !

    Ich wollte eigentlich NIEMALS selbstständig sein - aber ich habe es nie bereut !

    Ich verdiene rund 20% weniger als früher - arbeite aber 60% weniger und kann alles selber entscheiden !

    Ich habe keinen Stress mehr , gesundheitlich geht es mir um LÄNGEN besser !!!

    Dieser Winter ist eine Ausnahme, normal fliege ich immer für 3 Monate rüber - top für meine Haut, dann habe ich null Probleme.

    Und seit ich mein eigener Herr bin ohne diesen Stress hat sich meine Epilepsie um 90% gebessert , ich bin schon einige Zeit Anfallsfrei.



    Ich weiss, Selbstständigkeit ist immer ein grosser Schritt !

    Aber ich habe mir folgendes gesagt :
    "Du bist in den Dreissigern, hast keine Verpflichtung mit Frau und Kindern ! Wenn dann fliege jetzt auf die Schn... - später wäre es schlimmer"...
     
  4. Galan

    Galan Senior Member

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    Danke für Eure ausführlichen und offenen Antworten. Ihr seid ja echt Klasse!
    Jowejakarta, das ist ja echt bewegend. Das ließt sich ja wie ein Krimi.

    Ich antworte Euch später mal ausführlich darauf. Bin gerade noch unterwegs.
     
  5. Thundery

    Thundery Rookie

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    Hallo
    Ich habe mit 37 eine Ausbildung im IT Bereich gemacht. Das war am Anfang nicht ganz einfach. Nochmal 8 Stunden am Tag Frontalunterricht. Das ist nach einigen Jahren im Beruf wieder eine krasse Umstellung. Ich habe diese Umschulung wegen meiner Diabetes gemacht. Leider hat es sich bei mir nach der Ausbildung herausgestellt dass die IT Firmen nicht so sehr auf Fachkräftesuche sind wie sie immer und überall betonen sondern eher auf Leute die sich ein bisschen auskennen aber mit einem kleinen Gehalt zufrieden sind. Ich bin dann notgedrungen wieder in meinen alten Beruf zurück und habe 2 Jahre gebraucht einen gutbezahlten Job in der IT Welt zu bekommen.
    Mein Fazit: Es ist schwierig aber lohnt sich.
    Gruß Wolfgang
     
  6. awita

    awita Moderator
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    Das kann ich so nicht bestätigen. Eher im Gegenteil, dass die guten Leute sehr rar sind und sich sowohl Job als auch Gehalt aussuchen können.
    Sicherlich richtig ist, dass in vielen Bereichen der IT nicht so viel Wert auf eine "Ausbildung auf dem Papier" gelegt wird, wie es in anderen Branchen oft der Fall ist, also jemand mit einer IT-Ausbildung nicht per se den Vorzug gegenüber jemandem ohne Ausbildung erhält, sondern das tatsächliche Können entscheidet.
    Ich finde das eher positiv, gerade für Quereinsteiger.
     
  7. Galan

    Galan Senior Member

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    Awita, da hast Du Recht. Es ist ein sehr breites Thema. Schon allein die Komponenten "Eigene Fähigkeiten", "Interessen", "Was genau bedeutet welcher Beruf in der Realität" (Wenn man die Branche wechselt, hat man ja nie wirklich genau Einblick in andere Berufe. Mein Beruf ist im Alltag auch sehr anders als es Viele denken) genau zu ergründen ist sehr sehr umfangreich. Wenn man so einen Schritt macht, will man ja auch nicht "die Katze im Sack kaufen". Ich finde es sehr wichtig, aber recht schwierig wirklich brauchbare Informationen über andere Berufe im der Praxis zu bekommen.


    Mit "falsche Branche" meine ich hauptsächlich die Rahmenbedingungen. Leider ist die Musikwelt (außer die Elite) immer ca. 20 Jahre hinter der Entwicklung des restlichen Arbeitsmarktes.
    Die Netzwerke sind bei weitem nicht so gut, wie in der Wirtschaft bzw. wie in Ländern UK oder Benelux, Führungskräfte weniger innovativ. Eventuell täusche ich mich da aber auch, weil ich ja andere Branchen nicht so detailiert kenne. Definitiv ist aber ab der oberen Mittelklasse ein schon ewig anhaltender Trend der Einkommensverschlechterung vorherrschend. Musiker wehren sich auch viel zu wenig, weil sie nicht so sehr auf Profit und Kampf ausgebildet sind. Alles zusammen eine schwierige Mischung. Wenn man dazu selbst nicht so 100% der moderne, dynamische Ellbogentyp ist, dann ist´s auch wieder etwas schwieriger.

    Mir macht mein Beruf insofern Spaß, dass ich halt den Inhalt (Musizieren, Unterrichten) mag und mir diese Tätigkeiten auch liegen, wenn auch vielleicht nicht auf absolutem Spitzenniveau. Mich kotzt nur oft diese Berufs-Szene an. Das sich ständig überall rechtfertigen müssen, die mangelnde Anerkennung und Zukunftsperpektive, und dem gegenüber aber der Applaus des Publikums, vor dem man immer so tun muss als wäre alles super und vor dem immer Top-Leistung verlangt wird, egal ob ich nur 100€ für den Tag bekomme. Die Sinfonie muss trotzdem Top klingen.

    --> Daher sehe ich das mit dem Optimieren etwas kritisch. Das ist genaus das, was ich schon seit Jahren mache, sowohl beim Spielen, als auch im Geschäftlichen. Ich bin mit 2 eigenen kleinen "Unternehmen" (Ensemble, Musikschule) selbstständig und habe dazu noch 2 Honorarverträge (lausiges Honorar), und ab und zu Gasttätigkeiten in Theatern (wobei auch das sehr stark von der Gesichterpolitik des Hauses abhängt). Insofern schöpfe ich schon das Maximale für mich aus, und es kommen so im Schnitt 1300€ brutto (monatlich) dabei heraus. Rücklagen bilden damit schwierig, an Lohnfortzahlung bei Krankheit / Urlaub / Weiterbildung ist nicht im Entferntesten zu denken. Ich bin da aber noch recht gut aufgestellt, weil ich regelmäßig im Geschäft bin. Die nachfolgende Generation von der Hochschule hat es noch schwerer: 20% bekommen einen Job (vielleicht 2-5% einen guten). Der Rest muss sich Freiberuflich durchschlagen, was an sich kein Problem wäre. Ich sehe es aber bei sehr vielen von Denen: Sie haben keine Aufträge und üben in der Illusion vor sich hin, dass alles besser wird, oder sie wechseln eben. Entweder den Beruf oder zur Agentur für Arbeit.


    (Ich schreibe gleich noch weiter zu Deinen anderen Punkten.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 03.03.2015
  8. Galan

    Galan Senior Member

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    Irgendwie zieht es mich immer in die "kaufmännische" Richtung, wobei ich nicht so der BWL-er ("Erbsenzähler" ;) ) bin, sondern eher der Typ, der sich gern mit konzeptionellen, strategischen, logistischen und kommunikativen Seiten des Geschäfts befasst. Dabei spielt für mich der kreative und kulturvolle Geist immer eine wichtige Rolle (daher bin ich ja auch Musiker). Ich bin kein reiner Profitgeier, sondern eher ein Verfächter von Qualität und inhaltlichem Wert, wodurch geschäftlicher Erfolg zustande kommen soll. Und ich reise sehr gerne! Auch beruflich.
    Dabei habe ich Interessensmäßig schon mit verschiedenen Branchen geliebäugelt: Von der reinen BWL, über biologisch / medizinische Richtungen, über Logistik, Internationales Management, Wirtschaftsingenieur, Flugbetrieb..., bei Architektur war ich mal fast drauf und dran das zu machen (scheiterte nur am obligatorischen Baupraktikum als Vorraussetzung), früher habe ich mich auch mit gastronomischen und Hotelberufen beschäftigt. Derzeit ist mein Favorit halt eher das Gebiet Touristik. Ich kenne halt alle diese Sachen nur aus Internet-Infos bzw. eine Paar Email Kontakte und Broschüren von Verbänden und Ausbildungsinstituten. Ich denke aber, dass das nur höchstens 50% des Bildes dieser Branchen zeigt.


    Wie schon angesprochen: Schwierig. Das beste wären Praktika in derlei Branchen. Aber sowas bekommt man ja nicht einfach mal so als Quereinsteiger.


    Das ist dann recht einfach heraus zu finden, wenn Punkt 2 funktioniert hat.


    Darüber können sicher hauptsächlich Menschen Auskunft geben, die in der Ziel-Branche arbeiten. Da kann man sicher z.B. über Xing Kontakte knüpfen.


    Dazu gibt es in der Tat sehr viele Angebote und Formate heutzutage (Fernstudium usw.). Obwohl es sicher auch zu unterscheiden gilt, ob man nochmal einen Bachelor, Master oder
    ein FH-Studium mit IHK-Prüfung macht. Zur Finanzierung gibt es meist Hilfsangebote, bzw. kann man sich Qualifikationen ja auch berufsbegleitend erwerben, um es zu finanzieren.




    Richtig!! :)




    Danke für Deine Ausführungen Awita.
     
    Zuletzt bearbeitet: 03.03.2015
  9. Galan

    Galan Senior Member

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    Deine Geschichte ist wirklich krass Jowejakarta.


    Das mit der Selbstständigkeit genieße ich auch sehr. Man ist halt sein eigener Chef. Das ist schon in vielerlei Hinsicht toll. Hat aber auch Risiken, wie eben
    bei mir mit der "Lohnfortzahlung" / dass genug Geld rein kommt, damit man Krankheit, Urlaub, Leerläufe normal überbrücken kann, ohne gleich in den
    Dispo zu rutschen.

    Ich finde toll was Du geschafft hast! Darf ich fragen in welchem Zweig Du jetzt bist?
    Sicher hattest Du schon kaufmännische Vorbildung / Erfahrung, was das Ganze ermöglicht hat, oder?


    Geht mir auch so!!!


    Ja. Das ist ein springender Punkt. Einerseits möchte man einen tollen Job machen. Andererseits soll ja das Leben und die
    Mitmenschen nicht darunter leiden. Ist das jetzt wieder besser bei Dir?



    Das ist natürlich schon echt toll. Reisen möchte ich auch gerne! ...wenn es eben mit einem halbwegs sozial und gesundheitlich annehmbaren Leben vereinbar ist...
    (Traumvorstellung :) ). Als Musiker bin ich ja auch schon recht gut rum gekommen. Das habe ich immer sehr genossen.



    Ich freue mich vor Allem sehr für Dich, dass Deine Gesundheit so viel besser geworden ist!!!
     
  10. awita

    awita Moderator
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    Touristik ist sehr allgemein formuliert, aber je nachdem welchen Bereich du da konkret im Auge hast, ist ein Praktikum mitunter recht leicht zu bekommen und auch ein Quereinstieg vergleichsweise einfach.
    Der Vorteil, den die Touristik da bietet, ist vor allem, dass sie in vielen Bereichen nicht von wenigen Großunternehmen dominiert wird, sondern der Markt primär aus kleinen und mittleren Unternehmen besteht, die oft nicht so viel Wert auf Qualifikationsnachweise auf dem Papier legen.
    Z.B. der Bereich der stationären Reisebüros mit Schwerpunkt Pauschaltouristik. Da gibt es unzählige Reisebüros kleiner und mittlerer Größe, die ohne Weiteres Praktikanten annehmen und wo auch ein Quereinstieg ohne Berufsausbildung möglich ist.
    Das Problem sähe ich da eher, dass die Verdienstmöglichkeiten begrenzt sind. Euro 2000,- oder mehr netto sind da eher nicht Gang und Gäbe.
    Die meisten Büros arbeiten halt mit Provisionen von 7-10% und Jahresumsätzen von 1 Millionen Euro. Dass da nicht viel Spielraum für üppige Gehälter bleibt, ist klar.
    Andererseits gibt es auch Büros, in denen es richtig brummt und wo man ggfs. auf Provisionsbasis arbeiten kann.
    Wenn man gut ist, kann man dort auch leicht Euro 4000,- und mehr netto kriegen, ist aber auch immer saisonabhängig.
    Der Vorteil als Quereinsteiger wäre hier, dass man sehr leicht eine Anstellung findet, denn man wird ja nur bezahlt, wenn man dem AG auch etwas bringt.
    Sofern man nun nicht gerade ein Verkaufstalent ist, ist das für den Anfang sicherlich nicht optimal. Da würde ich auch erstmal eine Anstellung mit einem kleinen Fixum suchen. Aber man hätte immerhin eine Perspektive, auf die man mittelfristig hinarbeiten könnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04.03.2015
  11. jowejakarta

    jowejakarta Experte

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    Dann mal der Reihe nach...

    1/ Das Risiko Lohnfortzahlung bei Krankheit / Urlaub / Leerlauf habe ich simpel gesagt nicht !

    Ich arbeite nur rund 7 Monate im Jahr da ich rund 5 Monate im Jahr in Indonesien bin.
    Wegen Verdienstausfall im Urlaub habe ich also keine Probleme.
    Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist geregelt - AOK zahlt Krankengeld nach entsprechenden Tagen...

    Bei mir ist es so :
    Ich verkaufe 50% von Container A - dann fliege ich rüber nach Indonesien.
    Während ich drüben bin bestelle ich schon den nächsten Container B .
    Wenn ich nach 6 Wochen wieder in Deutschland bin verkaufe ich den Rest von Container A.
    Dann kommt Container B - ich verkaufe die Hälfte und fliege wieder rüber...
    Und so weiter...

    Leerlauf ist mehr als unwahrscheinlich - das liegt an der Branche.

    Und ich habe einen grossen Vorteil : Meine Firma und ich Privat bin Schuldenfrei !
    Ich habe hier in Deutschland keine Mietkosten - weder für mein Lager noch für mich selber (Eigentum).


    2/ Kaufmännische Ausbildung / Erfahrung eher weniger.

    Ich bin Industriefachwirt - ich wollte nie was mit verkaufen/Handel zu tun haben , war immer eher ein Planer.
    Meine Stärke war immer das Steuern der Produktion - das lag mir.

    In der Hinsicht bin ich also absoluter Quereinsteiger.

    Meine Buchhaltung und Steuer mache ich aber von Anfang an alleine.

    3/ Mit der Pflege der sozialen Kontakte ist es viel besser geworden - weil ich Heute schon weiss wo ich am 1.Oktober dieses Jahres bin ! Das war früher anders....
    Ausserdem bin ich mein eigener Herr - ob ich am 5.Mai oder am 10.Mai fliege entscheide ich alleine - das macht mich flexibel um an Feiern (z.B. Hochzeit eines Freundes etc.) teilnehmen zu können...

    Ausserdem muss ich keine 9 Stunden am Tag arbeiten - bei weitem nicht.
    Es bleibt also viel Zeit für Nichten, Neffe und Freunde...
     
  12. Galan

    Galan Senior Member

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    Da hast Du Dir ja wirklich etwas geschaffen, was richtig gut ist! Aber wie bist Du denn überhaupt darauf gekommen, diese
    Import-Export-Linie zu machen? Hätte ich nie gedacht, dass sowas so gut funktioniert. Wenn ich es richtig verstanden habe
    sind es doch Oldtimer Motorräder. Des Weiteren hätte ich z.B. auch wenig Ahnung, wie man so etwas dann überhaupt real
    umsetzt und welches Risiko dabei ist. Aber wahrscheinlich kann man das nie so genau alles vorher wissen.


    Da bist Du bestimmt bei der AOK in einem speziellen "Selbstständigen"-Tarif? Das ist doch nicht Standart, dass die das zahlen oder?
    Und es erstetzt ja nicht Deinen Verdienstausfall, sondern lediglich die Krankenkosten, oder?


    Das heißt, die Nachfrage / der Verkauf ist einfach sehr gut?


    Ah. Daher aber die planerische Vorkenntnis. Ich bin zwar selbstständig, jedoch in der Musikbranche und wäre daher
    wahrscheinlich noch krasserer Quereinsteiger. Wenn Du mir von der Logistik / den Containern erzählst, ist das für mich zwar
    verständlich, aber da ich in sowas im Detail noch nie Einblick hatte, ist es auch ein "Mysterium". Wahrscheinlich ähnlich, wie wenn Du das
    Funktionieren einer Sinfonie durchblicken müsstest. Allerdings ist mir Buchhaltung und Steuern natürlich bekannt. Im Endeffekt läuft das
    ja auf Plus- und Minus-Rechnung hinaus (Einnahmen, Ausgaben, Abzüge, Ergebnis..).


    Super!!!
     
  13. jowejakarta

    jowejakarta Experte

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    Kraftfahrzeuge mache ich nur nebenbei - entdeckt man (oder mein Fahrer) ein Schnäppchen kauft man es und wenn es für einen 40ft.-Container reicht schickt man die gesammelten Werke rüber.

    Import kann funktionieren - kommt halt immer aufs Produkt an !

    Und Du musst "Kontaktpflege" betreiben - ganz wichtig !

    Beispiel :

    Ich habe einen Lieferanten mit Laden in Jakarta , seine Produktion ist aber 400km entfernt.
    In 6 Wochen die ich drüben bin müsste ich ihn eigentlich gar nicht treffen - ordern kann ich auch online .

    Aber wir treffen uns 2 mal in der Woche, trinken nen Kaffee, quatschen über Gott und die Welt.
    Wir verhandeln auch immer "Face to Face" - und zwar knüppelhart. Niemals Online - das hasse ich !
    Aber sind wir uns einig geworden klopfen wir uns auf die Schultern und gehen was Essen.

    Ich war schon mehrfach bei ihm Privat zum Essen, kenne seine ganze Familie.
    Als seine Tochter heiratete hat er mich eingeladen - blöderweise war die Hochzeit 6 Tage nach meinem Rückflug.

    Aber : Ich hab den Flug verschoben (kostete mich 400 Euro...) !
    Ich bin sein erster europäischer Kunde - er stellte mich voller Stolz allen Hochzeitsgästen als seinen guten Freund vor !

    Auf gut Deutsch : Diese Pflege der Kontakte ist wichtig -1/weil Du dadurch im Ansehen der Leute steigst und 2/weil Du auch etwas zurückbekommst !

    Als mir einmal 11cbm wegen Zeitproblemen bei einem Container fehlten (ein zu 35% leerer Container ist Mist...) half er mit sofort aus der Patsche !
    Eigentlich hatte ich dieses mal woanders gekauft .
    Aber er verkaufte mir Musterstücke aus seinem Laden (der sah am Tag danach ziemlich "gerupft" aus...) für einen guten Preis und organisierte mir um 6 Uhr Abends binnen 40min einen LKW-Fahrer der eine Leerfahrt Richtung Central-Java hatte !
    Am nächsten Morgen waren die Sachen pünktlich zur Containerbeladung da !

    Und Du musst Dir ein oder mehrere Produkte suchen die immer benötigt werden - logisch...

    Es gibt krisenfeste Produkte und Trendprodukte !

    Mit Trendprodukten kannst Du zwar kurzfristig mehr Geld machen - ist der Trend aber schneller vorbei als gedacht dann sitzt Du auf einem grossen Haufen Müll...
    Ausserdem macht man dabei eher mal einen Fehlgriff als bei soliden Produkten.

    Und ganz wichtig : Niemals auf dem grossen Gewinn mit dem höchstmöglichen Verkaufspreis spekulieren !

    Bist Du eine kleine Firma (Und das bist Du auch noch wenn Du Ware für 1mio im Jahr verkaufst) gilt :
    Fast in / Fast out !

    Im Importgeschäft ist Zeit wichtiger als die maximale Marge !

    Ware auf Halde bindet Kapital und kostet Platz - beides schlecht...

    Von Logistik hatte ich zwar durch meinen alten Job Ahnung, aber ganz wichtig ist ein zuverlässiger Logistikpartner vor Ort UND im deutschen Zielhafen derDir Deine Ware schnell aus dem Hafen holt !

    Ausserdem darf man eines nicht vergessen : Man geht teilweise über Monate, teilweise über Wochen finanziell in Vorlage !

    Auf gut Deutsch : Eigentlich musst Du schon Lieferung B bezahlen obwohl Du gerade erst anfängst Lieferung A zu verkaufen...


    Zum Thema Krankengeld :

    Ich bin freiwillig krankenversichert in der Gesetzlichen (AOK Nord / West)

    Man bekommt nach ? Wochen (muss mal nachschauen wieviel - hab ich vergessen) Krankengeld als "Einkommensersatz".
    Das errechnet sich aus der Höhe Deiner Beiträge.

    Deine Beiträge werden ja nach Deiner letzten Steuererklärung bzw. der Vorveranschlagung fürs nächste Jahr ermittelt.
     
  14. Siggi477

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    @jowejakarta

    ist zwar leicht Off-Topic, aber könntest du einen Tipp geben wie du das mit der Krankenversicherung machst, da du ja sowohl längere Zeit in Deutschland bist als auch längere Zeit in Indonesien. Soweit ich richtig informiert bin, deckt so eine normalo Auslandskrankenversicherung nur bis zu 6 Wochen Auslandsaufenthalt ab - wie löst du das? Und die deutsche Krankenversicherung dachte ich kann man nur haben wenn man min. 6 (?) Monate pro Jahr in Deutschland lebt und auch hier gemeldet ist - weißt du genaueres?

    Wäre cool, wenn du die Zeit findest...
     
  15. jowejakarta

    jowejakarta Experte

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    Mein eigener Herr
    Ort:
    Jakarta & östliches Niedersachsen
    Deutsche Krankenversicherung zahle ich 12 Monate im Jahr - da muss ich durch...

    Das mit den 6 Monaten ist richtig - bezahlen muss man die restliche Zeit aber trotzdem.

    Private Krankenversicherung kommt nicht in Frage - Ist sauteuer und wird mit dem Alter immer teurer !

    Fürs Ausland schliesse ich seperat ab - da gibt es ja genug Anbieter !

    ADAC, Victoria, Hanse Merkur , GlobalHealth, etc
    Natürlich sind bei den Auslandskrankenversicherungen Vorerkrankungen ausgeschlossen - aber da gibt es bei manchen Versicherungen eine Lücke :

    Wenn Dein Arzt Dir attestiert das eine Reise in diese Region KEINEN negativen Einfluss auf diese Krankheit hat (manchmal ist es ja sogar umgekehrt !) dann werden bei manchen Krankheiten in einem Notfall die Kosten doch übernommen.

    Routinebehandlungskosten (EEG, Medikamente, etc.) ausserhalb von Notfällen werden zwar NICHT bezahlt aber das eigentlich wichtige nämlich die Notfälle sind mitversichert.

    Das gilt aber wie gesagt nicht bei jeder Versicherung.