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STORY - Biographisches vom RAINER MICHEL

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Bereich" wurde erstellt von RMF, 02.10.2006.

  1. RMF

    RMF Senior Experte

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    Wir haben noch weitere Buchschreiber in unserer illustren Runde, und auch unser Rainer Michel möchte sein Werk einmal einem kleinen Leserkreis vorstellen, bevor er es veröffentlicht. Raini bittet um konstruktive Kritik zu seinem Werk.

    Immer schön geil bleiben, gutgeh'n

    :p RMF :p

    Mangege frei für RAINER MICHEL'S BUCH:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29.09.2011
  2. Martl77

    Martl77 Ðr.ЪنмşģĕĭŁ

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  3. Raini

    Raini Gast

    Von der Mulde bis zum Main (1. Teil)

    Tut mir leid die dazugehörigen Bilder bekomme ich einfach nicht hochgeladen. Aber hier der 1. Teil


    Von der Mulde bis zum Main

    Im sächsischem Land liegt die Bergstadt Freiberg, mit der ältesten Bergakademie der Welt.
    Und vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Zu erwähnen wäre der Obermarkt mit seinem Rathaus und Fachwerkhäusern, der Untermarkt mit dem Freiberger Dom, samt Silbermannorgel und Tubenkanzel um nur einiges zu nennen. Im Jahre 1981,ich war 35 Jahre, habe ich noch in Freiberg/Sachen gewohnt, also damals noch in der DDR.



    Die Situation war nicht die Beste soweit ich mich noch erinnern kann. Mein Beschluss stand fest so schnell wie möglich die DDR zu verlassen, da ich unliebsam bei der Stasi aufgefallen war. Wie viele war auch ich nicht davon gefeit einen Bogen um den Staat im Staat zu machen. Es fing ganz harmlos an. Aber nun soll es der Reihe nach gehen.



    Es muss im Jahre 1975 oder 76 gewesen sein. Nach Beendigung meiner Nachtschicht, auf dem Nachhause weg war es üblich frische Brötchen zu kaufen um damit die Familie etwas zu verwöhnen, hatte es ja auch nötig plus Punkte zu sammeln, da ich damals nicht an Durstlosigkeit litt. Wie man unschwer erkennen kann waren Eskapaden an der Tagesordnung. Die Bäckerei befand sich Visa Vis von der Feuerwehr, wo absolutes Halteverbot herrscht. Aber meine Augen sahen einen Neuen fetten dunkelblauen 500 Benz genau vor der Ausfahrt stehen, das konnte doch nicht angehen, also ging ich hin und sagte diesem Wessi, er sollte doch nicht vor der Feuerwehr parken. Arrogant wie er war gab er unmisslich zu verstehen das mich das nichts angehen würde und ich mich um meinen Scheiß kümmern sollte. Das machte mich so wütend das für mich die BRD in diesem Moment nicht mehr das war was ich erwartet hatte.



    So begannen meine noch vorhandenen Zellen emsig zu arbeiten und dabei kam mir mein Nachbar in den Sinn der ja bei der Stasi als Offizier seine Arbeit verrichtete, er war 1951 geboren und noch jung an Jahren. Im Eiltempo nach Hause und natürlich waren die Brötchen nun die Größe Nebensache der Welt. Zu Hause angekommen erfolgte ein Sturmgeläut bei meinem Nachbarn, der sich noch zu Hause befand, es war ja noch zeitig am Tage. So unterbreitete ich den Vorfall mit dem Hinweis, wenn er nichts unternimmt diesbezüglich ist die DDR für mich dann auch Scheiße. Er machte sich sofort an das Telefon, (was nur eine bestimmte Gruppe hatte oder man kannte jemanden welcher die Telefone verteilte, ohne die Beziehung war auch hier eine Wartezeit von 6 und mehr Jahren vorgesehen) und gab eine Order oder Befehl wie auch immer. Er sagte das ist in die Wege geleitet und wird zu meiner besten Befriedigung zum Abschluss kommen. Da ich von Haus aus einem misstrauischer Mensch in der DDR war, fuhr ich mit dem Klappfahrrad hinter her. (Autos waren rar, Geld vorhanden, aber die warte Zeit betrug 12 Jahre und ich hatte erst 6 Jahre davon abgebrummt.) Alles im Griff, so fand ich auch gleich das „Neue fette dunkelblaue Schiff“ und siehe da die Bullen waren schon vor Ort und zogen ihn gewaltig ab, wenn ich mich richtig entsinnen kann müssten es so um die 400 D-Mark gewesen sein, keine Aluchips sondern harte gut alte Währung in DM-West. Nun war für mich die Welt wieder in Ordnung und ich ging meinen alten Trott wie eh und je nach. Bis auf kleine Abstürze wegen salziger Leber war nicht erwähnenswertes gewesen.




    Vielleicht so ca. nach 2 Wochen bekam ich Besuch von meinem Nachbarn mit Kollegen, nach einem einstündigem Gespräch war auch ich im Staat vom Staat integriert, so kam ich dazu, wie die Jungfrau zum Kind, wenn ich abgelehnt hätte, wäre mir so manches verwehrt geblieben. So sollte es nun sein, und das Ränzel hatte ich mir ja selbst geschnürt, Augen zu und durch hatte ich mir damals gesagt. Es folgte eine interessante Zeit wo ich viel unterwegs sein sollte und da passierten schon Dinge wo einem die Haare zu berge standen und man konnte nichts dagegen unternehmen ohne selbst dabei abgeschossen zu werden. Davon zu berichten ist ein Anderes Kapitel was ich später vielleicht mal zu Blatte bringen werde. Es mag zwar etwas übertrieben klingen, aber war es nicht.



    Das ging so bis 1981 und ich kam mit diesem Stasimodus in großen Konflikt da man mich belauscht hatte und mir vorgeworfen wurde, ich hatte Sachen verbreitet die streng Geheim wären, englischer Wortschatz wurde nicht verwendet und war verpönt. Seit diesem Zeitpunkt hatte ich immer Schatten, also Leute die mich im Auge behielten, in meiner Nähe. Also belauscht, natürlich mit Wanzen die unter meinen Fußboden angebraucht waren, für mich nicht auf findbar. Das habe ich erst nach dem Mauerfall, durch Zufall erfahren. Wie schon angesprochen das ist ein Kapitel für sich ,wo ich jetzt nicht darauf ein gehen möchte.



    Dies war aber der Anlass meines Vorhabens. Es war Anfang März 1981 und wie schon in der Einleitung berichtete begannen die Probleme mit der Stasi. Hatte zu diesem Zeitpunkt 2 Jobs, Hauptberuflich war ich tätig als Schmelzer an einem Niederschachtofen in Muldenhütten bei Freiberg, Muldenhütten auch genannt das Tal der Hoffnung, vielleicht kommt man wieder nach Hause oder? Davon aber später mehr. In diesem Schachtofen wurden Sekundärrohstoffe verhüttet welche zu 90 % aus Pb Blei bestanden, diese Rohstoffe kamen überwiegend aus den USA und schauten aus wie Blumentopferde mit einer größeren Dichte, also nichts für „Weicheier“ (Dies führe ich an, weil es später als ich beim CIA in der BRD war eine Rolle spielt.) Ein normales Schaufelblatt voll von diesem Zeug brachte es auf ein Gewicht von ca. 25 – 30 Kg. Dann kamen noch andere Rohstoffe in den Schachtofen so zum Beispiel: Eisen, Kalkstein, Koks und wie schon erwähnt Bleisekundärrohstoffe alles was nach Blei roch und wenn es Dreck von der Straße vor dem Schachtofen war, alles wurde verfüttert damit er ja nicht spuckte, wie ein alter Ozeanriese auf großer Fahrt.



    Bei einer Ofenlaufzeit von 100 Tagen, dann wurde er wieder neu Ausgemauert und der Zyklus begann wieder von vorn. Meist vor Ende der Laufzeit gab es Querschnittverengungen so das dieses Ungetüm von Ofen dicke fette schwarze Wolken spuckte, was ja nicht gerade gut für die Gesundheit war. So zum Beispiel befand sich 800 Meter Luftlinie vom Schachtofen ein Altersheim, die hatten nie Platzprobleme und immer Zimmerchen frei. Das hat was mit dem schönen schwarzen Qualm des Ofens zu tun, die armen alten Leute waren kaum in diesem Heim, da haben sie auch schon das Löffelchen abgegeben. Tot: , Bleivergiftung, aber keiner hat den richtigen Grund erfahren, es wurde Altersschwäche beurkundet. Auch auf den umliegenden Wiesen wo Kühe und Schafe ihr saftiges Gras fraßen, sind sie beim Fressen mausetot umgefallen, Ursache: Bleivergiftung. Diese Ortschaft hieß und heißt noch Hilbersdorf und hätte evakuiert werden müssen, ist aber nie an die Öffentlichkeit gekommen. Dies zu meinem 1. Job.

    Es grüßt Euch Raini
     
  4. dito

    dito Mein Held

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    Das liest sich ja wie so ein Diktat, dass man nach den Ferien in der Schule schreiben musste.
    Das soll ein Buch werden ? - Na da bin ich ja mal gespannt.

    Gruss

    dito
     
  5. tischtuch

    tischtuch Experte

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    stasi und dergl. hat mich schon immer interessiert. bitte weiterschreiben, ich kann mir nach dem intro noch keine meinung bilden.
    gruss
    tt
     
  6. Raini

    Raini Gast

    Hi tischtuch
    der Anfang ist bissi öde aber es wird noch besser,glaube ich jedenfalls
    Gruß raini
     
  7. abstinent

    abstinent V.I.P.

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    schwer für einen wessi sich in die materie 'reinzuversetzen, aber durchaus interessanter stoff. schnappe da etliche schlüsselworte auf....CIA ??????
    na ja......'mal sehen und lesen wie es weitergeht.
    in jedem falle schon mal ein dickes dankeschön an raini für seine offenbarungen hier

    ciao

    abstinent
     
  8. Raini

    Raini Gast

    Danke Fränki, für Wessis ist es schon schwierig sich da hinein zu versetzen möchte ja auch nicht übertreiben und so schreiben wie es wirklich war bin ja noch im "Rohbau" und es gibt noch viele Kapitel die ich beifügen muss.So zum Beispiel von Heidi,aber nach dem Tot vom Berti kam alles ins Stocken.Auch ist mir ja das erste Skript verloren gegangen und muss alles wieder neu schreiben
    Gruß Raini
     
  9. Raini

    Raini Gast

    Von der Mulde bis zum Main (2. Teil)

    Auch diese Bilder bekomme ich nach langen Bemühungen nicht hoch geladen schade
    Muldenhütten

    (Damals genannt das Tal der Hoffnung)




    Luftaufnahme v. Muldenhütten Collage von Muldenhütten Blick auf Muldenhütten mit Mulde

    Blick von Hilbersdorf auf die qualmenden Schlote Drehrohrofen zur Herstellung von Granulat Trostloser Anblick im Gelände

    Den zweiten Job welchen ich nebenbei ausführen durfte, von der Stasi organisiert, war bei der Staatlichen Versicherung ,wo man noch von Haushalt zu Haushalt rannte und per Inkasso kassieren musste. Die wollten bei „Verdächtigen Personen“ gleich vor Ort sein. Das ging so das man die Wohnverhältnissen darlegen musste, den anderen und schmutzigeren Kram erledigten sie dann selber, aber das ist ja nie vorgekommen! ( sagt man heute) Von dem Verdienst der zwei Jobs konnte man gut Leben, aber was nützte das Geld, wo doch die Läden vor gähnender Leere gerufen hatten. Durch viele Bekanntschaften bekam man durch Tauschen eigentlich an alles, vielleicht war dies auch nur mir vorbehalten, ich weis es nicht, hatte mich damals auch nicht interessiert.



    Dieses spielte sich alles in den von mir oben genannten Zeitraum ab.
    Jetzt begannen die Vorbereitungen zu meiner Flucht die sich über ein Jahr hinstreckten. Es musste was simples sein, aber auch raffiniert genug um nicht aufzufallen, die Wände hatten ja Ohren und das nicht im übertragenden Sinne. So schmiedete ich einen Plan nach dem Anderen und verwarf sie immer wieder. Die Landkarten von Ungarn und dem angrenzenden Jugoslawien waren schon dünn und abgegriffen, aber mein Heiligtum. Die Karten durften ja nicht auffällig sein, vor allen durften da nur Bruchteile vom Titoland zu sehen sein, jede Kleinigkeit musste bedacht sein, denn davon hing mein Leben ab. Nach vielen Überlegungen dachte ich an eine ganz simple Lösung, kommt der Berg nicht zu mir muss ich also zum Berg.



    Was hat das nun wieder auf sich? Ganz einfach wenn man es weis, mein Schwager war auch hauptamtlich bei der Stasi beschäftigt also was lag näher ihm zu fragen wie man gefahrenlos abhauen, also flüchten kann. Bei einem Besuch bei meinem Schwager zu Hause floss der Wodka in Strömen, nur ich hielt mich vom Wässerchen (so heißt der Wodka vom Russischen richtig übersetzt) weit ab und nippte nur zum Schein, es ist ja bekannt das dieses Gesöff die Zunge löst und es sollte sich auch bewahrheiten. Nach einer Zeit ging der Suppenschlitz (Mundwerk) wie ein Streufeuer los und ich hatte meinen Plan unter Dach und Fach. Auf solch eine einfache Lösung kann nicht kommen wenn man es nicht weis. Die Route muss unweit neben der Grenzstraße führen, gemeint ist damit 100 bis 300 Meter neben der zur Grenze führenden Straße. Beim Überqueren der Grenze so nah wie möglich am Grenzkontrollposten vorbei, frech aber effizient was sich später auch bestätigen sollte.



    Die Zeit verrann und ich hatte noch vieles zu richten. Das Heißt aus aller möglichen Verantwortung aussteigen, bei einem Misslingen kann das Knastjahre sparen. Während meiner Versicherungszeit lernte ich eine hübsche Blondine kennen, die Chefsekretärin in einem Kombinat war, also Geheimnisträgerin, das war wichtig das ich einen Umgang hatte der nicht anstößig war. Wir verstanden uns super, und wir waren im 7. Himmel mit allem was so dazu gehört. Bei einer Unterhaltung mit meiner Flamme planten wir schon die Zukunft. Aber ich unterbreitete ihr das ich erst einmal im Juli Urlaub in Ungarn machen werde, nach meiner Rückkehr aus Ungarn werden wir eine Kneipe an der Küste (Ostsee) übernehmen und Freiberg den Rücken kehren. Kontakte und Verbindungen hatte ich zu dieser Zeit genügend und es war alles korrekt und Wirklichkeit, uns lagen schon Angebot für August 1982 vor.




    Heidi so war der Name von der Flamme, war damit einverstanden. Sie war verheiratet und hatte zwei Kinder was mich aber nicht störte und sie war halt auch im 7.Himmel.Ja,ja die Liebe aber es kommt ja ganz anders als wir die Planung gemacht haben. Was mich betrifft brauchte ich ein stichhaltiges Argument um bei nicht Gelingen Freiberg zu verlassen, denn die Jungs von der Truppe hätten mich ja immer im Auge behalten und das für eine Ewigkeit. Diese Planung hatte ich in die Reihe bekommen und was sehr wichtig dabei war, sie ist hieb und Stich fest. Nun würdet ihr wohl gern wissen wie die Heidi ausgeschaut hat, man sagte sie hätte Ähnlichkeit mit der Diana, kann sein muss aber nicht, ich fand sie aber trotz alledem sehr hübsch.



    Es war inzwischen so Anfang März und ich habe das Ende meiner Versicherungstätigkeit unterbreitet und bewilligt bekommen. So habe ich mich von der Versicherung gelöst und das Zeug meinem Nachfolger übergeben. Als Grund hatte ich physische Probleme angegeben, was mir auch jeder abgekauft hatte ohne verdacht zu erwecken. Es sollten noch haarige Termine auf mich warten, so bekam ich Anfang April eine Vorladung Klärung eines Sachverhaltes beim Wehrkreiskommando, was nicht gutes bedeutete. Hinter solchen Ladungen stand immer die Stasi, also bin ich dort nach einer langen Nacht, hatte mal wieder eine salzige Leber und kein Ende gefunden, außerdem war ich im Besitz eines gelben Scheines. ( Krankmeldung)War wieder mal voll von Blei und weil keine Arbeit im Wald war konnte ich zu Hause bleiben. So bin ich verkatert bei den Jungs gelandet. Zu allen Übel hatte ich noch meine Zigaretten vergessen und kaufen da langte die Zeit nicht mehr.



    Man erwartete mich schon an der Tür und meine Vermutung hatte sich bewahrheitet. Nun es ging auch vorüber aber leider erst nach ca. 3 Stunden. Ein Verhör jagte das Andere und ich kam irgendwie ganz gut aus dem Schlamassel heraus. Aber wie link die Typen sind bekommt man mit, wenn man was braucht und ich brauchte eine Zigarette, ohne Dampf fährt doch keine Lokomotive. Hatte nach was rauchbaren gebeten und was bekommen, wie edel dachte ich. Oh je, man bot mir einen aus gedörrten Stumpen an, eine kleine Zigarre, froh das Teil zu haben hasselte ich es in mich hinein, aber wäre bald an diesem Kraut erstickt. Die Verhandlungspunkte waren Verbreitung von Geheimnissen. Man wollte mir einfach nicht sagen woher dieses kommt. Habe immer nur sagen können, das dieses ein Missverständnis sein muss. Heute weis ich woher die das gewusst hatten, das ich mit meiner geschiedenen Frau über manche Dinge gesprochen hatte die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.



    Nun hatte ich die Absicht mich auch von dieser Truppe zu lösen, ein gewagtes Spiel. Nach mehreren Terminen habe ich es auch geschafft nichts mehr für die Jungs tun zu müssen. Ausgeschieden war ich aber nicht, der Truppe gehört man zeit Lebens an. Von diesem Tage an hatte ich die Schatten neben vor und hinter mir, egal wo ich war in meiner Kneipe und überall waren sie zugegen. Hatte mir oft einen Spaß gemacht und sie zum Bier eingeladen mit dem Hinweis sparsam mit den Spesen umzugehen, da ich ja noch länger bleiben würde. Nun kamen noch einige Hürden auf mich zu. Erstens wie bekomme ich meine Reiseanlage für Ungarn, war ja auffällig geworden und da eine Reiseanlage zu bekommen war schon ein heikler Akt.

    Gruß Raini
     
  10. Pepe

    Pepe Senior Member

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    Als geborener Ossi kann ich da nur sagen,selten so ein Schwachsinn gelesen zu haben.
    "Ich kam zur Stasi wie die Jungfrau zum Kind"?
    Das ist doch nicht dein ernst.
    Solch Pfeiffenköpfen wie dich habe ich und einigen meiner Kumpels immerhin 3 Jahre Bautzen zu verdanken.wenn dir das was sagt.
    Für die unwissenden,in Bautzen stand der größte Knast für Schwerverbrecher und politisch Gefangene auch gelbes Elend genannt,weil es aus gelben Ziegelsteinen gebaut war.
    Die armen Schweine die beim illegalen Grenzübertritt(so hieß das damals) erschossen wurden will ich damit gar nicht aufzählen.Ja auch die gehen m.E.auf die Kosten der Spitzel und Verräter die sich mit ihrer Nebentätigkeit noch ein feines Leben machten.
    Aber glaube mir,die 3 Jahre werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen,und ich wünsche so was keinem hier noch nicht mal dir.

    Pepe
     
  11. RMF

    RMF Senior Experte

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    @ pepe

    na lasse den raini doch erstmal warmwerden, jeder schreibt doch 'seine' geschichte nach 'seiner' facon. ich sehe das so, das er den job dort nicht angestrebt hat (wie viele!), sondern er ihm eher zugefallen ist.
    am inhaltlichen und eigenen aussagen in autobiographien sollte und kann man sicher kritik ueben, aber man muss dem autor das recht zugestehen seine ureigene meinung und ansicht zu publizieren.
    dir steht es genau so frei ein werk zu produzieren, in dem du deine erfahrungen schilders und die STASI als das hinstellst, was sie in deinen ureigenen augen war.

    gutgeh'n

    :p RMF :p
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29.09.2011
  12. Raini

    Raini Gast

    Hi Pepe
    Wenn man mir bei einigen Sachen hinter die Schliche gekommen wäre und mich bei meiner Flucht erwischt hätten, wären mir ca 20 Jahre verbrummt worden das nur mal dazu. Jeder sieht es auf die Weise die er erlebt hat.
    Deine Kritik möge rechtens sein.
    Raini
     
  13. Raini

    Raini Gast

    Von der Mulde... (3. Teil Die erste Begegnung mit Heidi)

    Die erste Begegnung mit Heidi

    In meiner Stammkneipe wurden auch die Seminare der Versicherung abgehalten. Das war ein Mal im Monat der Fall und anschließend wurde die salzige Leber gefüttert. Nach Beendigung des Seminars ging es zum gemütlichen Teil über. So kamen auch noch die Angehörigen der gesamten Truppe dazu, nur meine geschiedene Frau mit der ich bis dahin in wilder Ehe weiter lebte distanzierte sich davon. Was für ein Glück für Raini. Hatte es nur vier Jahre in erster Ehe geschafft. Die Tür ging auf und eine hübsch ausschauende Blondine betrat den Raum, es war Heidi. Was ist los mit dir Raini, Schmetterlinge durchzucken meinen ganzen Körper und der Blickkontakt war beiderseitig sofort hergestellt. Wir Beide suchten ohne es zu wissen die absolute Nähe. Nun saßen wir auch schon nebeneinander. Unter dem Tisch ging das Gefummel mit den Füßen los, ohne Rücksicht auf Verluste. Es war ein schönes Gefühl, daran denke ich heute noch des Öfteren gern zurück. Verbotene Früchte schmecken gut. Natürlich wurde schon ein Date ausgemacht, aber es kam wieder einmal ganz anders. Als der Kneiper den unschönen Satz durch die Hütte brüllte:
    „ Ausschankschluss, Polizeistunde auch der Gast macht sich strafbar“ tranken wir aus bezahlten und nahmen noch Getränke mit.







    Der Weg führte zu mir, da ich nicht weit von der Kneipe wohnte. Davon war meine Frau auch immer sehr begeistert, das bekam ich dann die nächsten Wochen in Form von Sexverbot zu spüren. Machte mich aber nicht an, da ich immer Ausweichstationen in Reserve hatte. Der harte Kern der Truppe platzierte sich in meiner Wohnung, das waren acht oder neun Personen genau weis ich es nicht mehr. Die Stimmung ausgesprochen gut nach ca. zwei Stunden war auch hier das Feiern am Ende. Irgendwie war mir klar das ich für kurze Zeit den langen Schuh machen musste, um den Wutausbrüchen meiner Alten zu entgehen. Heidi fragte mich auch gleich ob ich nicht noch zu ihr mitkommen möchte um noch etwas nach zu Feiern. Da ich ja kein Weisenknabe der Traurigkeit war und bin stimmte ich zu. Also trotte die Truppe mit zu Heidi, ihr Ehemann war von diesem Vorschlag sehr begeistert und ermutigte uns noch. Das ganze Theater ging bei meiner Frau nicht spurlos vorbei. Als wir auf dem Weg zur Straße waren hallten auch schon kreischende Töne vom Balkon hinter her. Es gab einen Schlag und die Tasche mit den Versicherungsmarken landete auch schon im Rasen vor dem Haus. Aufgehoben und Mund abgewischt, ging es weiter zu Heidi. Nun belustigten wir uns noch über die Wutausbrüche meiner Frau. So folgte der Satz, die nächste Zeit kannste mit der Katze aus einem Napf fressen. Ist doch ermutigend oder? Hatte eigentlich immer ein Fell wie ein Ochs, so das mich das nicht störte. Nach Regen kommt immer Sonnenschein war meine Devise.







    Bei Heidi Angekommen wurde auch schon ein Kimsekt geköpft. Der Russen Champus war nicht zu verachten. Einer nach dem Anderen verschwand, aber Raini hat Durchhaltevermögen und blieb. Heidi´s Mann war nun auch schon voll wie ein Taucher und verpisste sich in die Kiste. Kaum waren wir alleine kam Heidi auch schon zur Sache. Mir ging etwas die Muffe, da ja ihr Mann in der Wohnung war. Sie muss mir es angesehen haben und beruhigte mich, der schläft wie ein Toter da brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Die kleinen straffen Brüste kann ich heute noch fühlen, trotz der zwei Kinder bewundernswert. Alles spielte sich in der Küche ab, glaube das war reine Vorsichtsmaßnahme. Bis zum Schlafzimmer musste man durch drei quietschende Türen, glaube das war die Alarmanlage für Heidi. Fest umschlungen und immer weniger Klamotten am Körper kam es wie es kommen musste, sie schnappe mein bestes Stück und führte es in die tropfnasse Schnecke. Wow war das vom Feinsten und es dauerte noch eine Weile und dem Kleinen wurde schlecht so das er sich übergab. Noch lagen wir uns eine Weile in den Armen, ein Blick auf die Uhr und wir verabredeten uns für das nächste Treffen. Es wurde höchste Zeit das ich den Heimweg antrat. Brauchte nicht zur Arbeit denn ich hatte großes Frei. Das waren drei Tage frei am Stück.
    Die nächsten verbleibenden zwei Tage war Funkstille und bei mir zu Hause ebenfalls, so konnte ich mich ausgiebig um andere Sachen kümmern.







    Das Frei war vorüber ich hatte Mittagschicht, gegen 15 Uhr wurde ich zum Telefon gerufen an der anderen Seite der Strippe war Heidi. Sie konnte unser Treffen kaum erwarten und drängelte das ich doch den nächsten Tag zu ihr kommen sollte, ihr Mann hatte Frühschicht und die Lage war günstig. Hatte ihr mein Kommen zugesagt und sie war glücklich das konnte man sogar am Telefon mitbekommen. Am nächsten Tag bin ich schon zeitig zu Heidi gegangen, unterwegs kaufte ich noch Brötchen damit wir gemeinsam Frühstücken konnten. Irgendwie war es schon etwas seltsam in der Magengegend, das Gefühl der Schmetterlinge ging wieder los. So wurde mir gar nicht klar das ich schon fast am Rennen war, oh du geiler Gockel dachte ich mir, du hat doch alle Zeit der Welt und musst nicht außer Puste geraten. Kaum war ich in der Wohnung angekommen ging auch schon das Liebesspiel los, an Frühstück dachte von uns keiner mehr. So schnell wie ich meiner Klamotten erledigt war so schnell hingen wir auch schon zusammen und es dauerte eine schöne lange Zeit mit allen was so dazu gehört. Durchgeschwitzt lagen wir noch eine Weile auf dem Sofa, das Schlafzimmer war Tabu was ich auch für richtig empfand.






    Nun wurde der Reinigungsakt eingeleitet, nicht unter die Dusche wie wir es gewohnt sind, nein da wurde erst einmal Wasser aus dem Heißwasserboiler in eine Schüssel gegeben und dann haben wir uns geputzt, was natürlich zum Schluss wieder auf dem Sofa endete. Gewiss kamen wir noch zum Frühstück, aber das konnte man schon als Mittagessen bezeichnen. Ach so, Bäder waren in der DDR Mangelware fast nur in Neubau zu haben. Oft waren die WC`s auch auf dem Gang, so war es jedenfalls bei Heidi. Das alles spielte sich in dem Zeitraum von Februar bis Juli 1982 ab. Es waren noch schöne Stunden die wir gemeinsam verbringen konnten. Wir sahen uns vom ersten Treffen fast jeden Tag. In der DDR wurde am 8. Mai immer Frauentag gefeiert, und die Weiber wurden vorher zu internen Feier eingeladen und auf die Menschheit losgelassen. Heidi wurde auch zu einer Feier eingeladen so das ich mal schauen musste was noch so auf dem Markt herumspringt.







    Bin in die Erbse (Kneipe und Tanzkaffee) eingefahren um mir einen Überblick zu verschaffen. Der DJ war das Schlossgespenst, so nannten wir den Typ weil er nur aus Haut und Knochen bestand. Machte auch ganz gute Musik 40 zu 60 % , nun kommt das Staunen. In der DDR mussten 60% Ostblockmusik und durften nur 40% Westmusik gespielt werden. Das wurde auch sehr genau überwacht das ja nicht mal eine höhere Prozentzahl der Westmusik im Raum erklangen. Wenn die Prozentzahl nicht eingehalten wurde, sperrte man den DJ für unbestimmte Zeit. Das aber nur mal so erwähnt. Es waren viele hübsche Mäuse vor Ort und ich hatte auch schon eine auserkoren, nur wusste ich nicht das diese Tussi zum Schlossgespenst gehörte. Viele durstige Bekannte waren zugegen so daß das Tanzen gar nicht erfolgte. Es war Schluss und es ging nach Hause.




    Hatte mir in meinem Vollrausch eingebildet ich müsste unbedingt die Kirsche dem Schlossgespenst ausspannen. Also folgte ich den Beiden und gab meine wohl nicht mehr definierbaren Sprüche zum Besten. Waren vielleicht einen Kilometer gelaufen, da drehte sich das Schlossgespenst ruckartig um und haute mir mit voller Wucht die Faust auf die Glocke. Leicht schwankend und etwas ernüchternd merkte ich, wie das eine Auge blitzartig zu schwoll. Normalerweise bei starken Niesen hätte ich das Schlossgespenst quer vor dem Schnauzer gehabt. Aber da ich ja voll war wie sechs Russen brauche ich mich auch nicht zu beschweren. Aber nun war ich wenigstens der König unter den Blinden, auch gut oder?





    Irgendwie muss ich dann nach Hause gekommen sein, bin jedenfalls am Morgen im Bett erwacht. Etwas scheint nicht zu stimmen mit meiner Optik. Der Blick in den Spiegel ließ mich erschaudern, das Auge dicht und schillerte in den besten Farben. Langsam brachte ich das Erlebte wieder zusammen, oh was doch der Suff so alles anrichten kann. Nach ausgiebigem Kühlen und Waschen trollte ich mich mit Sonnenbrille zu Heidi. Klingelte schon unten an der Haustür, ging schnell die drei Etagen hinauf. Wurde bereits mit Grinsendem Blick in Empfang genommen. Der Buschfunk war schon sehr agil und Heidi war bestens unterrichtet. War noch gar nicht richtig in der Wohnung nahm sie mir die Sonnenbrille ab und knalle mir einen kalten nassen Essiglappen auf das geschundene Äugelein. Es tut gut wenn der Schmerz nach lässt, wie sie doch umsorgt um meine Gesundheit ist, ein netter Zug.






    Nach einer Woche war nichts mehr zu sehen von diesen Malheur. Die Zeit verrann es war bereits Juni und Sommerwetter vom feinsten. Hatte wieder einmal frei, traf mich mit Heidi und wir nahmen den kleinen Sohn mit und gingen nicht etwa ins Freibad, nein, nein es ging in den Wald. Wir suchten uns eine schöne Lichtung und waren von der Welt abgeschlossen. Picknick vom Feinsten und Firstclass, sogar an Bier hatte die Schnecke gedacht, ach wurde ich des Öftern verwöhnt. Die Liebkosungen haben nicht lange auf sich warten lassen, das Liebesspiel Natur Pur ist etwas wunderschönes, nur sollte man sich aller Kleider entledigen. Es ist ja bekannt daß das grüne Waldzeug schlecht aus den Sachen geht, mein Hemd hatte Ähnlichkeit mit einem Laubfrosch. Es war ein anstrengender Tag für mich, die Perle war mal wieder unersättlich, so das ich des Öfteren auf die Naht musste. Auf dem Nachhauseweg kehrten wir noch ein und genehmigte uns eine Flasche Büchsenöffner was wir eigentlich gar nicht nötig hatten. Rotwein meinte ich mit Büchsenöffner, aber das ist ja bekannt und nicht neu. Um so leerer die Flasche wurde umso schärfer auch die Schnecke, hatte richtiges Mitleid da sie ja nun nach Hause zu ihrem Mann musste.





    Wir verabschiedeten uns und gingen getrennter Wege. War ja alles so geheim das es die Spatzen schon von den Dächern pfiffen. Wir malten uns schon die Zeit an der Küste aus, aber dazu wird es ja niemals kommen. Die Zeit verrann wie im Fluge, trafen uns noch einige Male denn inzwischen war schon die erste Juliwoche vorüber. Oft hatten wir Schatten von der Stasi die mein Umfeld mit Argusaugen bewachten, aber ich hatte ja einen guten Umgang, man konnte mir nichts anhaben. Wir feierten den Abschied nur bescheiden in dem wir schön Essen waren. In zwei Tagen kommt mein Besuch und in 12 Tagen gehe ich in die Spur.
     
  14. kalli

    kalli V.I.P.

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    bei mir zuhause ...
    Re: Von der Mulde bis zum Main (2. Teil)


    guckst du hier, wie es geht ... :hehe:
     
  15. tischtuch

    tischtuch Experte

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    Schweiz
    so wann geht es weiter hier?
    gruss
    tt
    :roll:
     
  16. Raini

    Raini Gast

    Hi Tischtuch
    denke das es Morgen weiter geht,oder noch Heute wenn ich dazu komme.
    Gruß Raini
     
  17. Raini

    Raini Gast

    Vond Mulde bis Zum Main (4. Teil)

    Durch meine Radartüten (Ohren) hatte ich erlauscht das jener Nachbar den ich am Anfang erwähnte das bearbeitet, so hatte ich schlechte Karten denn der war in die Sache eingeweiht. Wuste aber auch der er mit seiner Familie im Juni in den Urlaub fährt, dann wäre der Termin für die Beantragung für diesen Zeitraum günstig. Mehr Schwein als Verstand muss ich gehabt haben. Irgend wie ist der Antrag durchgerutscht, heute weis ich, das man gepennt hatte, nach Ansicht der Stasi hatte ich Reiseverbot, nur ich wusste nichts davon, hatte es aber vermutet. Nach 6 Jahren bei dem Haufen ist man ja auch nicht gerade auf der Wurstbrühe hergeschwommen. Glücklich die Reiseanlage in der Hand zu haben musst ich das gleich mal begießen und habe natürlich die Schatten mit eingeladen. Man ist doch großzügig in Kleinigkeiten, gewünscht hatte ich sie sollen doch an jedem Schluck ersticken die Vögel. Am nächsten Tag konnte ich mir auch das Flugticket von Dresden nach Budapest abholen, dazu brauchte man die Reiseanlage. Ach so, Reiseanlage ist ein Ersatz für Visa, zu dem kaufte ich noch eine Zugfahrkarte von Budapest zurück nach Dresden, die Karte war später Gold nein Platin wert. Nun war es schon Anfang Juli und meine Cousine hatte sich aus Frankfurt/Main angekündigt, genaues Datum war glaube ich 16.07.1982 und mir blieben noch 9 Tage bis Ultimo.




    Noch ein Problem stand aus, wie komme ich ungesehen aus Freiberg. Da meine Cousine einen Cousin hat von anderen Familienseite, welcher in Dresden wohnt und bei Gucken und Horschen ( Horschen was auf sächsisch Hören heißt) nicht registriert ist, war auch das Thema aus der Welt. Zu jener Zeit war ich sowie meine Mutter und Cousine mit Tochter in der Wohnung meiner Mutter. Etwas riskant aber hatte Glück. Meine Cousine hatte ich in mein Vorhaben eingeweiht, der Teufel wollte es das sie sich, wie Weiber halt sind, verbabbelt. Das Geschluchze lies nicht lange auf sich warten und die Tränen flossen in Strömen. Sie hatten nur das Eine im Hinterkopf, hätte sowieso keine Chance den Trip zu schaffen. Es blieb mir nur die Wahl gut zu zureden und beschlichtigen, was mir auch gelang. Wieder Freude, Frieden Eierkuchen und es gab wichtige Sachen zu erledigen.






    Die Nachbarn meiner Mutter hatten Ausreiseantrag nach der Schweiz gestellt und erhalten, also am 25.07.1982 noch alle wertvollen Sachen meiner Mutter in den Container gegeben was natürlich alles peinlich genau aufgeführt werden musste. Der Meister Zufall war in dieser Zeit häufig zu Gast bei mir. Dann habe ich meine Mutter, Cousine mit Tochter bis nach Leipzig begleitet und bin wieder zurück nach Dresden gefahren. Der 25. 07.82 war an einem Sonntag und ein super Sommertag, was soll da noch schief gehen dachte ich mir so. Auf der Rückfahrt nach Dresden schwirrten mir viele Sachen durch den Kopf, das ich mal etwas aus Zeitvertreib geschrieben hatte, Wohnungsbau, viel Liebelei und Träume mit fernen Reisen kamen in diesem Geschriebenen vor. Wenn man nicht Reisen kann, was ja in der DDR nicht möglich war, kommt man halt auf solche Gedanken. Auch prägte ich den Satz „ eines Tages werden wir Narren uns Häuserblöcke sein und die Zukunft wird es uns wissen lassen“ Wie Recht hatte ich doch mit diesem Satz, bezog sich auf die Wohnsilos in der DDR. In dem Beton war Arretierungsstahl von St 38 u verwendet worden, das heißt einfacher unberuhigter Baustahl, auch Hüttenpappe genannt. Da ja Beton atmet ist das aufbrauchen des Stahles durch Rosten nur eine Frage der Zeit. Hatte oft mit einem Doktor der Statik über solche Sachen gesprochen. Aber sagen durfte man ja nichts, sonst hätte man wieder ein Problem am Hals. Die kleine Lektüre endete in einer Fernreise in der Südsee. Wenn doch Träume wahr werden könnten und sie wurden wahr. Leider existiert diese kleine Lektüre nicht mehr, davon aber später mehr.







    Die letzte Nacht verbrachte ich in Dresden. Spät Abend hatten die Nachbarn einen Anruf von Frankfurt/Main erhalten, das die Damen gut angekommen sind. Meine Mutter war schon Rentnerin und konnte besuchsweise nach der BRD reisen. Ausgemacht hatten wie einen Code. Wenn meine Mutter am Telefon sagt Onkel Willy ist aus Spanien zurück dann bleibt sie drüben egal was abläuft und dieser Satz sprudelte nur so über die Lippen meiner Mutter. Nun war gewiss das ich mir keine Sorgen um meine Mutter machen musste. Jetzt konnte ich nur alle meine Sinn zusammen nehmen um keine Fehler zu begehen.







    Montag der 26.07.1982, was machen mit dem Geld auf der Bank und da war noch reichlich. Ca.8000.- Ostblüten also Aluchips. Sofort abgehoben und dann Goldschmuck davon gekauft. Die ganzen Goldsachen habe ich angezogen, sah aus wie ein Lotti, aber der Zweck war erfüllt. Nun drängte auch langsam die Zeit um zum Flughafen zu fahren, hier gingen Busse vom Hauptbahnhof direkt zum Flughafen Dresden/Klotsche. Es stand mein erster Flug bevor, wie würde ich das Vertragen und die Fragen wurden immer mehr, die mich so peinigten. Ganz wohl war mir zu diesem Zeitpunkt auch nicht, ihr wisst schon so in der Magengegend. Bald sollte ich keine Zeit mehr für solche Sachen haben, denn am Flughafen erwartete mich fürchterliches. Sage und schreibe 2 Std. hat man mich vom Feinsten gefilzt. Fast zum Schluss hat man mir mit dem Fingerling noch im Arsch rumgefummelt, das war der absolute Gipfel. Endlich fertig mit der Prozedur, in den Transitraum und mir das für die längere nächste Zeit ein nicht erreichbares Radeberger Pis geholt. Die Brühe lief wie Öl oder besser noch ist der Spruch mit den Engeln. Viele Mitreisende stellten mir die Frage was die Kontrolle mit mir gemacht hätten, aber ich habe mich mit anzüglichen Äußerungen zurückgehalten, ihr wisst ja nun warum, die Stasi ist immer gegenwärtig und ich wusste ja auch nicht wer die Leute waren, VORSICHT, VORSICHT ist an der Tagesordnung. Bis zum Abflug war nicht mehr viel Zeit so dass ich nur noch ein Bier schaffte, filzen macht durstig. Was ist ein Filzstift? Na klar der Lehrling vom Zoll natürlich.






    Nun wurden wir, die Mitreisenden und ich zum Abflug aufgerufen und es ging endlich los. Wie eine wilde Horde stürmten wir zu dem Russenbomber, glaube es war eine TU 104 aber da will ich mich nicht so festlegen, aber ein Russenbomber von der ungarischen Airlines war es da bin ich mir sicher. Auch ich setzte meine Ellenbogen ein um einen Fensterplatz zu ergattern, was mir auch gelang. Wir saßen nun alle im Flieger und warteten auf den Abflug die Zeit wollte nicht vergehen, es kam mir wie eine Unendlichkeit vor, doch jetzt bewegte sich der Flieger Richtung Taxi und blieb wieder stehen. Oh je, dachte ich jetzt ist alles vorbei und ich finde mich in Bautzen im gelben Elend wieder. Das ist der Knast für politische, die man erwischt hatte bei solch Unternehmen wie ich es vor hatte. Wuste doch damals nicht das der Pilot noch keinen Slot, Abflugsgenehmigung von Tower hatte. Mein Herz schlug in diesen Minuten Kapriolen vom Feinsten, ich dachte schon die Cognacpumpe hüpft mir aus dem Hals, Aufregung pur, was sich aber noch in den nächsten Tagen extrem steigern wird.


    Gruß Raini
     
  18. Raini

    Raini Gast

    Hi Tischtuch
    Freiberg und Muldenhütten ist 36 Km von Dresden entfernt. Moritzburg ist in der Nähe von Dresden, super Gegend mit Seen und viel Wald. 12 Kilometer von Dresden entfernt.
    Gruß Raini :D
     
  19. Raini

    Raini Gast

    Von der Mulde bis zum Main (5. Teil)

    Der Blick auf Dresden war etwas eigenartiges, so nahm ich Abschied von meinem schönen Dresden, meiner Geburtsstadt. Heute im Jahre 2006 ist es wieder eine Perle unter den Perlen der Städte, sie wird ja nicht umsonst Elbflorenz genannt. Das größte Highlight ist die neu errichtete Frauenkirche die ich damals noch als Ruine gesehen habe und in der ich in meiner Kindheit haschen gespielt hatte. Wie schnelllebig ist doch unsere Zeit. Durch meinen Kopf ging mir alles erdenkliche, ruhe bewahren zuckte es in mir und ich konnte mich beruhigen. So begann ich die verstauten Sachen zu ordnen die ich offiziell und inoffiziell bei mir hatte. Trotz zweistündiger Filzaktion hatte ich Zahngold in den Jeans gebunkert. Ja in den Jeans, in der kleinen Tasche im oberen rechten Bereich der großen Tasche, glaube das soll ein Uhrentäschchen sein. Bei allen Abtasten ist diese Stelle ein toter Bereich den man einfach nicht abtasten kann. Da beim Abtasten die Finger gespreizt sind kann man an dieser Stelle halt bunkern und ich habe es ausgenutzt. Gelernt, na wo schon, beim Staat im Staat die kannten sich ja gut aus und hatten ja genug Seminare diesbezüglich, so ist mir aufgefallen das ich ja doch lernfähig bin und bei mir noch nicht Hopfen und Malz verloren ist. Der Flug dauerte eine knappe Stunde, jetzt landeten wir ja auch schon in Budapest.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29.09.2011
  20. Raini

    Raini Gast

    Von der Mulde bis zum Main (5. Teil)

    Budapest = Stadtteile
    Die Stadt besteht aus drei ehemals selbstständigen Städten, die erst 1873 zu der Stadt Budapest vereint wurden. Auf der östlichen, flachen Seite der Donau liegt Pest (dt. Pesth), das zwei Drittel der Stadtfläche einnimmt, auf der westlichen, bergigen Seite Buda (dt. Ofen) und Obuda (dt. Altofen) das restliche Drittel der Stadt. Budapest wird in 22 Bezirke eingeteilt.

    Zu diesem Zeitpunkt war ich noch etwas der ungarischen Sprache mächtig und braucht kaum fremde Hilfe. Die Ungarische Sprache ist ja nur mit der finnischen Sprache etwas verwandt, das aber nur mal so am Rande. Jetzt ging es daran ein Taxi zu finden um ohne Anhang in die City zu kommen, so scheuchte ich den Taxifahrer von einem Stadtteil in den Anderen. Im 6. Bezirk der Innenstadt endete meine Fahrt, bezahlte und stieg aus. In diesem Bezirk war ich heimisch, ja hier kannte ich mich aus.
    In der Mozsar u. wohnte meine Jugendliebe die Marika mit der ich mal verlobt war, aber das ist wiederum Schnee von gestern. Der Weg führte mich in ein schönes Kaffeehaus auf der Nagymezö u., dort angekommen bestellte ich einem Kaffee, was sage ich Kaffee, nein das ist Mocca pur und nichts für schwache Herzen.

    Nach einem Imbiss und einen Hopfenblütentee ( Bier natürlich) trollte ich mich zum Nyugati Pu das ist der Ostbahnhof glaube ich zu wissen. Nach viel Beobachtungen war ich mir sicher das ich keine Schatten hatte, was mich erleichterte. Die Fahrt sollte nun an den südwestlichen Balaton (auch Plattensee genannt) gehen. So löste ich eine Fahrkarte nach Nagykanizsa, es war nun schon in den Abendstunden so gegen ca. 22 Uhr. Die Fahrt sollte lustig werden, viele Jugoslawen waren in dem Zug aber auch Urlauber aus der DDR die man am Dialekt einordnen konnte. Es waren Hanseaten die platt schnackten, icke, icke mit großer Schnauze aus Berlin und in großer Anzahl Sachsen über diesen Dialekt verhüll ich mich in Schweigen, obwohl ich selbst sächsisch spreche höre ich es überhaut nicht gern, ist halt nicht mein Ding. Obwohl ich mir viel mühe gebe den Sound meines Dialektes abzulegen ist es mir bis Heute noch nicht wirklich gelungen. Wenn man denkt man hat es im Griff fällt einen der Bauer ins Genick. Man kann sich schon mit sächsisch bös blamieren. Aber was soll es, Goethe war auch einst von Frankfurt am Main nach Sachsen gereist um den Dialekt zu erlernen, wie sich doch die Ansichten ändern, was heute In ist, kann morgen vielleicht schon wieder Out sein. Das ist der Lauf der Dinge.

    Nun aber wieder zur Sache, Multikuli im Zugabteil und so wie ich sah, alles trinkfeste Typen ob Männlein oder Weiblein das machte keinen Unterschied aus. Liquer (einfach Likör)mit Namen Stichbumbulibockfurzelorum, man möge mir verzeihen ,wenn die Schreibweise etwas daneben gegangen ist, der den Hals verklebte. Dann blinke noch in einer Hand der Leuchtturm (litten Köm) ein Klarer rein vom Weizen gebrannt und noch andre aber undefinierbare Sachen. Noch war es ja Zeit bis zur Grenze und ich hatte die schönste Ablenkung, aber bald sollte es zur Sache gehen. Von Station zu Stadion wurde der Zug, wenn ich mich richtig entsinne war das noch ein richtiges altes schnaufendes Dampfross, immer leerer. Nun hatten die Jugos die Oberhand und sie fragten mich nach dem Reiseziel, stellte mich doof und verstand einfach die Frage nicht, das war am Besten.

    Das schnaufende Ungeheuer erreichte Nagykanitzsa, mit quietschenden Bremsen kam er zum Stehen. Die Entfernung zur Grenze war nicht mehr weit, fast zu nah. Mich wunderte das Begängnis vor und zwischen den Gleisen. Kaum Zivilisten, alles Unformierte Ungarn. Zoll, Grenzer und Eisenbahner rannten sich bald um, nur eine kleine Anzahl von Zivilisten konnte ich ausmachen. Grenzer und Zöllner waren bestückt mit Kalaschnikow(MP) oder der guten alten Makarow (Pistole und MP alles, russischer Herkunft). Kaum war ich ausgestiegen und mein Rucksack macht mit mir was er wollte, hatte leichte Probleme damit. Es war mir nicht bewusst, aber im gleichen Moment wurde ich auch schon fest genommen, ja von einem Zivilisten, richtiger alter Ungar mit dunkelbraunen und feuerspukenden großen Kulleraugen verhaftet. Auf ungarisch sagte er, ich sei fest genommen, forderte mich auf ihm zu folgen, oh Shitt dachte ich und trottet gemächlich hinter her, so in dem Tempo komme ich heute nicht komme ich halt Morgen.

    Man führte mich in einen etwas merkwürdigen Raum, diese Art von Räumen waren mir nicht fremd, typischer Stasistiel einfach und geschmacklos. Nach Betreten das Raumes klatschte die Tür laut und nicht überhörbar ins Schloss. Wie lange ich mich alleine in diesem Raum befand konnte ich nicht orden, 10 Minuten vielleicht weniger vielleicht mehr, ich weis es auch Heute noch nicht. Jetzt kam der Zeitpunkt als man mich abholte und in einen Raum brachte der etwas Wärme ausstrahlte, einfach angenehm für die schon angekratzte Psyche. War ja nun schon sehr lange unterwegs und ein Ende nicht in Aussicht.

    Das dunkelbraune feuerspukende ungarische Kullerauge schaute mich inspizierend, durchbohrend und von unten nach oben musternd an, nichts sagend abwartend. Es vielen mir in diesem Augenblick alle meine Sünden die ich in meinen 36 Jahren auf die Reihe gebracht hatte wieder ein, musste das gerade in diesem Moment sein? Ein lauter Husten natürlich künstlich erzeugt vom Kullerauge, brach das Schweigen im Raum. Noch war er friedlich und auf zugängliche Art aber schon mit dummen Fragen, alles in ungarisch. Einen Teil seiner Fragen beantwortete ich, aber nur dann, wenn ich mir sicher war korrektes ungarisch zu sprechen. Die Zeit verrann und ein Ende war noch nicht abzusehen. Die Fragen welche ich gestellt bekommen hatte wurden immer undurchschaubarer, nun antwortete ich nicht mehr sonder forderte einen Dolmetscher an.

    Abgelehnt sie sprechen gut ungarisch und es würde weiter gehen. Er fragte laufend wo ich hingehen wollte, ich gab ihm aber Antworten die mit der Frage nichts zu tun hatten und seine Augen sprühten immer kräftigere Funken, die Kullern waren schon kurz vor dem Rausspringen. Immer wieder die Fragestellung sie wollen doch abhauen, geben sie es doch zu und wir lassen sie auch laufen. Wer glaubt schon noch an den Weihnachtsmann oder Osterhasen und mit Speck fängt man Mäuse, aber nicht mit mir. Es war klar was er bezwecken wollte, mich unsicher machen und in die Enge treiben, ein leichtes Grinsen trotz der heiklen Lage in der ich mich befand, konnte ich mir nicht verkneifen, was meinem ungarischen „Freund“ so richtig auf die Palme brachte.

    Es ging noch eine ganze Weile so weiter mit dem Katz und Mausspiel. Im Moment herrscht auf einmal eine toten Stille in diesen Raum, der Offizier der ungarischen Stasi, Dienstgrad kann man bei diesen Typen nicht erkennen, den ich Kullerauge nannte, veränderte sein äußeres, sein Kopf wurde immer roter und jetzt konnte er bereits schon Reklame für Osram laufen. Aber jetzt ist Schluss mit lustig, nur begann er zu schreien, so nun hatte ich schon gewonnen, denn er wusste nicht mehr weiter. Meine Antworten waren nichts sagend und er konnte mich auch nicht festnageln. Meine Bitte bestand immer noch einen Dolmetscher bei zu bringen. Kurze Pause was nicht absehbar war, endlicht Zeit für eine Zigarette.

    Nach ungefähr 5 bis 10 Minuten kam dann doch der Dolmetscher und der Spaß begann von vorne, aber jetzt musste ich antworten ob ich wollte oder nicht, es blieb mir keine andere Wahl. Er sagte mir auf den Kopf zu das ich in den Westen abhauen will, er weis es und wird es mir beweisen das es so ist. Seine Augen funkelten in immer dunkleren Farben, lustig anzuschauen aber sehr, sehr gefährlich. Mir wurde es nun zu bunt und ich begann meine Unschuld zu beweisen, hatte ja genug Sachen dabei die überzeugend waren. Egal war es mir nicht, mir ging der Arsch auf Grundeis, nur nicht wiedersprechen und sich verhaspeln ging mir durch den Kopf.

    Als Erstes legte ich dem Kullerauge, der eine noch rotere Birne bekommen hatte, eine Adressen von Budapest vor. Es war die Adresse eines ungarischen Freundes von meiner Mutter. Doktor Sailer hatte im ungarischem Parlament einen guten Namen war auch sehr bekannt und einflussreich, dazu noch kleine Geschenke die ich mitgenommen hatte. Man telefonierte mit dem Dr. Sailer und gab mir zuerkennen das es der Tatsache entspricht, aber für meine Entlastung noch nicht ausreichend sei. Wieder wurde ich gefragt ,wo ich denn hier hin will, meine Antwort war wie schon zu vor, ich will mir das Land anschauen vor allem die Puszta mit den schönen Pferden und ich möchte den Tourismus meiden um mich richtig erholen zu können. Antwort von Kullerauge, Frasen Gespinste alles nicht relevant, was nun, jetzt war guter Rat teuer.

    Könnt ihr euch noch an die Zugfahrkarte von Budapest nach Dresden entsinnen, welche ich schon in Freiberg gekauft hatte, die ersparte mir vorerst mal den Knast. Nun zeigte ich das gute Stück von Fahrkarte aber nicht aus der Hand gebend. Man bestaunte das Teil von allen Seiten, gleich kam die Frage warum ich die Karte schon gekauft hätte. Meine Antwort ruhig und sachlich, weil ich im Leben nie die Absicht habe in ein kapitalistisches Land zu gehen. Stille zog nun wieder in die Hütte ein und man forderte mich auf mein Gepäck zu nehmen. So schulterte ich meinen Rucksack und lief dem Stasioffizier hinterher. Kullerauge pfiff durch die Zähne und winkte zwei Soldaten herbei und befahl ihnen mich in den Zug in Richtung Balaton zusetzen und aufpassen das ich auch drinnen bleibe.

    Jetzt kommt für meine Begriffe der Knaller, in klarem und gutem Deutsch sagte mir das Kullerauge das er es 100% weis das ich abhauen will, mir aber es leider nicht beweisen kann. Nun habe ich gerade mit zwei blauen Augen die Kurve bekommen, aber es war verdammt eng. Natürlich ließen die zwei Soldaten mich bis zur Zugabfahrt nicht mehr aus den Augen, auf Schritt und Tritt folgten sie mir , das waren nun für kurze Zeit meine Bodyguards, und das in einem sozialistischem Land. Schnaufend und langsam kam das Stahlross in die Gänge, meine Begleitung musste nun auch zurück bleiben, da sie dem Tempo nicht mehr folgen konnte, aber die Kalaschnikow noch im Anschlag. Könnte ja noch mal schnell abspringen und den langen Schuh machen. (Lagen Schuh machen: Das weite suchen, schlicht die Kurve kratzen)

    Es wurde schon wieder hell aber von Müdigkeit keine Spur, so ging es wieder Richtung Plattensee, es waren noch ca. 40-50 Km bis da hin, bis nach Jugoslawien war es gerade mal lausige 5-10 Km. Leider war dies ein Satz mit X da war wohl nix. Etwas unruhig hielt ich an der Tür Ausschau, wollte sehen, wo eine günstige Stelle ist um vom Zug zu springen, hatte keine Lust in Keszthely wieder in Empfang genommen zu werden. Das schien mir die richtige Stelle zu sein und ich sprang aus dem Zug, die Geschwindigkeit hätte ruhig etwas weniger sein können, 40 Km/h hatte er bestimmt noch auf dem Tarometer, aber es ging gut keine Schramme und die Knochen heil geblieben, was will ich mehr.

    Es war eine waldreiche flache und schöne Gegend, allerhand Pilze sah ich im Moos stehen, aber leider keine Zeit ich musste weiter. Nach meinen Schätzungen lagen ca. 30 – 40 Kilometer vor mir, wo ich doch mit dem Laufen noch nie was am Hut hatte, so tippelte ich Richtung dem ungarischem Binnenmeer entgegen. Nach einer Stunde kam ich in ein keines Dorf Gelse war der Name. Durst wie immer hatte ich nicht wenig, aber Wein den man am frühen Morgen trank war nicht mein Ding und fragen wollte ich noch niemand. Vorsuchte mich auf meiner kleinen Karte kundig zu machen, fand auch den Weg schnell heraus, 25 Km waren es noch bis Keszthely. Von Keszthely fuhr dann der Zug wieder in viele verschiedene Richtungen, das brauchte ich auch, um schnell diesen Bezirk verlassen zu können. Hier herrschte ja noch das Kullerauge und den wollte ich nicht mehr begegnen, das wäre dann das Ende gewesen.

    Gruß Raini