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Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic.

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von Pcpatient, 08.05.2015.

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Dieser Thread wird von 5 Benutzern beobachtet..
  1. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Ich strecke, im Aufwachen, meinen Arm nach ihr aus. Zwei Nächte fast ohne Schlaf. Durchlebt in zwei Ländern. Mit zwei Frauen. Zwei warmen, weichen, jungen, moccabraunen, liebenden Kostbarkeiten. Während ich meinen Arm nach ihr ausstrecke, werde ich auf einmal gewahr, daß es die andere ist.

    Der Traum hat den Schlaf überdauert, für einen Augenblick -und ich unterdrücke ein leichtes Gefühl der Enttäuschung. Das Lächeln an der anderen Bettseite löscht diese Empfindung. Bis auf eine kaum wahrnehmbare Spur des Bedauerns.


    Gestern, ja, am Morgen des Abschieds, hat sie geweint. Leise, fast unbemerkbar. So still, wie zu leben und leiden sie gewohnt ist. Lisa. Für sie stand viel auf dem Spiel. Auch für die andere.

    Ich dagegen, in welche Richtung ich auch stürze, falle weich.

    IMG_3878.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1


     
    Zuletzt bearbeitet: 08.05.2015
  2. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Wir haben den Sonnenaufgang am Pool auf der Dachterrasse des Central Park erlebt. Unter uns verlöschende Lichter und beginnende Tagesbetriebsamkeit. Die Hölle da unten aus unserer Perspektive fast idyllisch. Das letzte San Miguel ist getrunken. Im Goldglanz der Morgensonne finden wir auf dem Sessel vor der Fensterfront zueinander. Lust und Schlaf ringen miteinander. Sie bewegt sich über mir, ihre Brüste beschienen vom Tag. Wir bewegen uns kaum. Halbbewußt, höchste Lust. .


    Knapp 2 Stunden später ertönt der Weckruf. Mein junger Begleiter im Nebenzimmer, mit dem ich heute nach Bangkok fliege, ist schon auf. Kurze Umarmungen in der Lobby, schon sitzen wir Wagen. J, die Begleiterin meines Reisegefährten, bitte ich, uns nachzusehen, daß wir den Umweg zu ihrem Zimmer vermeiden möchten. Vieles im Leben ist unvorhersehbar, besonders der Verkehr in Manila.

    Ich wische die Tränen von Lisas Wange und erinnere mich an eine ihrer Bemerkungen: Hier auf den Philippinen hingen die Leute nicht so sehr am Leben. Sicher hat sie da verallgemeinert. Ich hoffe, sie nimmt nicht noch einmal den Aufzug nach oben.

    IMG_3642.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1 IMG_3652.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2

    Central Park Tower


     
    Zuletzt bearbeitet: 08.05.2015
  3. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    IMG_3639.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1



    Als ich sie, bereits im Flugzeug, wecke, liegt sie zu meiner Erleichterung, bereits auf der Bettstatt ihrer Bretterbude. In ihrem neuen Zuhause –wieder ein Abstieg im Vergleich zu der Baracke, die ich zuletzt gesehen hatte. Einer Bretterbude, die sie mir nach Überwindung der Scham einige Tage zuvor gezeigt hatte. Ohne Hintergedanken ihrerseits, denn es war mein Wunsch.


    Mir hatte sich eine der raren Gelegenheiten geboten, Wunsch und Wirklichkeit abzugleichen. Und ich wollte wissen, ob ihr romantisches Empfinden Tage zuvor in einer warmen Strandnacht in Subic mein Bild an die Wand ihrer Behausung gezaubert hat. Ein Gefühl kann zwar die Vergangenheit ändern, aber keine Fotos aufhängen.

    Um es kurz zu machen: Nicht ein Bild, gleich mehrere überzeugten mich, ein jetzt vielleicht nicht mehr ganz unheilbarer Skeptiker zu sein.


    IMG_3697.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2

     
  4. Rauhnacht

    Rauhnacht Kuya

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    Freut mich für Dich, dass du SIE wieder getroffen hast...:tu:
    Bin dabei und hoffe es hat Dich auch und in jeder Hinsicht gefreut...;)

    RN8
     
    Zuletzt bearbeitet: 08.05.2015
  5. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    IMG_1635.JPG, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1

    Sukhumvit Road, Bangkok


    Präludium einer Reise. Lange Schlangen. An der Paßkontrolle in Bangkok, dann am Taxistand. Gegen 9:00 bin ich im Hotel (11th Avenue, Soi 11, Sukhumvit). Recht nah an der Suk. Kleine modern wirkende Zimmer und schönes Bad, kein Fenster. Das Zimmer sei noch nicht frei. Ich mache mich kurz frisch und marschiere vom Gepäck befreit los.


    Zweimal kann man vielleicht frühstücken, öfter aber nicht und so finde ich mich gegen 11:00 vor einem Bier in einer Bar der Soi 4, Nähe Nana Plaza. Als sie ihr Handy herauszieht, verhindere ich dessen Gebrauch, indem ich kurz zu ihr herüber gehe und dadurch eine Aktivität auslöse, die mir vor kurzem noch selbstverständlich erschien.

    Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht, aber ich konnte nie einen sonderlichen Reiz darin erblicken, Mädchen beim gelangweilten Spiel mit ihrem Telefon zu betrachten oder mir vor teurem Bier Sportüberragungen oder Seifenopern auf dem Flachbildschirm anzuschauen.

    Ein gewisses Schlafdefizit, die Wärme und das frühe Bier führen beim Anblick der Moccabraunen rasch zu einer Blutumverteilung, die dazu führt, daß wir uns nach Besuch einer weiteren Bar alsbald in meinem fensterlosen Zimmer wiederfinden. Die Zeit drängt nicht, mein junger Begleiter trifft erst am frühen Abend ein.

    Preisverhandlungen werden im Ansatz beendet (noch in der Bar, ich lasse nur wissen, daß es schon mehr als 500 gibt. Und am Euroverfall ist das Mädchen ja nicht schuld).

    Sie hat die Angelegenheit anständig hinter sich gebracht. Das war alles. Vor die Wahl gestellt, noch essen zu gehen oder gleich zurück zu ihrer Basisstation, zieht sie die Bar vor. Vielleicht eine Handy-Entzugserscheinung? Die Schokolade für ihre Tochter kann ich schlecht zurückverlangen, als sie aus dem Bad zurück im Anblick der leger auf ihrer Handtasche platzierten 1500 THB bekannt gibt, dass ihr das kurze Stelldichein 2000 wert sei.


    Nach etwas würzigem Thaifood beschließe ich, den Airport-Link (Hochzug) zum Flughafen zu nehmen, um dort meinen jungen Begleiter abzuholen. Eine gute Entscheidung, die Schnellstraße ist bis zum Flughafen verstopft. Am Meeting Point muß ich lange warten. Mein Begleiter, nennen wir ihn JJ, hat das Immigrationsformular nicht ganz ernst genommen und darf sich nach erneutem Ausfüllen ein zweites Mal anstellen. Die Länge der Schlange vor den Taxis (das hat sich gegenüber früher eindeutig verschlechtert) läßt uns keine andere Wahl, als den Skytrain auch stadteinwärts zu nehmen.

    Der Aufenhalt in unseren fensterlosen Zimmern währt nur kurz. Schon sind wir auf Tour. Besonders gefällt JJ atmosphärisch der Beergarden in der Soi 7, in dem wir einige Biere lang verweilen und die Balz um uns herum betrachten.

    Dann arbeiten wir eine Liste empfohlener Bars im Nana Plaza ab. Eine davon, ich glaube Spankys oder so, hat uns wegen der Unverhülltheit ganz gut gefallen. Das Rumgehopse im Bikini dagegen werden wir ja später zur Genüge in Angeles erleben. In den Bars scheint überall etwas Flaute zu sein, es wird mitunter recht aufdringlich nach Ladydrinks gepusht (bei uns beißen sie auf Granit).

    JJ wird irgendwann müde und es endet, wie es muß: Ich sitze auf der Sukhumvit und betrachte das Leben an sich.

    IMG_1642.JPG, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2

     
  6. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Am Nachbartisch ein Schweizer, ein Schotte, ein Engländer. Friede in Europa. Wir prosten uns zu, beiläufige Konversation. Ein Amerikaner, Anfang 30, schlank, weißes Hemd, die ungebrochene Zuversicht ausstrahlend, der „Greatest Nation On Earth“ zu entstammen, flaniert herbei, erblickt unser Grüppchen, fragt, was wir trinken und lädt uns promt allesamt zu einem Drink ein. Wenig später ist er schon am Nachbartisch, sein selbstbewusster Monolog weiter laut vernehmlich, und noch später sehen wir ihn mit einer langhaarigen Schönheit vorbeifliegen.


    Etwas weiter ein gänzlich ungewohnter Anblick: Zwei arabische Frauen, bis auf das Gesicht verhüllt in schwarzen Tüchern, mittleres Lebensalter, setzen sich an einen Tisch –und bestellen Bier! Dieses trinken sie verschämt aus Gläsern, die Flaschen auf dem Boden, die Gläser unter der Tischplatte versteckend, sobald sich einer ihrer langgewandeten fusselbärtigen Glaubensgenossen nähert. Und es bleibt nicht bei einem Bier. Die Damen geben sich die Kante!


    Emanzipation auf arabisch! Obwohl mir der Finger juckt, lasse ich die Kamera stecken, um sie nicht zu verunsichern.

    Ich gehe weiter, vorbei an den Ladyboys, an den Afrikanerinnen. Eine von ihnen ist mir bereits mehrmals aufgefallen. Schlank mit Dreadlocks, aus Sambia, wie sie mir verrät. Heute nacht neige ich jedoch mehr zu Mischfarben und Mandelaugen.


    Die Zeit, welche Bedeutung hat sie hier? Beiläufig wundere ich mich, dass es 4 Uhr nachts ist.



    Zu zweien bin ich geneigt: Eine, die Haare gelb getönt, flattert von Tisch zu Tisch. Schließlich tendiere ich mehr zu der zweiten, die aus Malaysia stammt und mit ihrem reichlichen Piercing auf Flugreisen bestimmt jedes mal einer engeren Kontrolle unterzogen wird. Im Morgengrauen stelle ich sie vor die Wahl, die verbleibenden Stunden bis zum Weckruf um 10:00 für ein braunes Scheinchen an meiner Seite zu verbringen, was ok für sie ist. Im Vergleich mit dem Vormittagsnümmerchen wird mir eine erfreuliche (Lust-)Steigerung beschert.




     
  7. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    IMG_22511.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1


    Einer sucht Ruhe, Geborgenheit, die er nicht fand.


    Der andere einen Himmel voller Geigen. Ein weiterer den lustvollen Schrei in der Nacht.

    Ahnen aber nicht alle: Erst eine Prise Wut, Verzweiflung und Wahnsinn geben dem Erleben Kontur und Perspektive. Einzig die Glut, die dem Vertrockneten eine Flamme entlockt, bis es ganz zur Asche wird.

    Doch woran soll sich diese Glut entzünden?


    20150330_181842.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2


    Die Sonne versinkt im Meer. Die Gesichter eines älteren Paares von ihr beschienen. Europäer vermutlich, hellheutig. Da altert die Frau häufig vor dem Mann. Ob er sie schon „Mutti“ nennt? Der Glanz der Abendsonne umfängt ihre Gestalten.

    Versuchen sie -vergebens, vergangenes Glück neu zu beleben, noch einmal im Glutrot des Himmels beim Anblick des anderen das Herz erglühen zu lassen?


    100_6705.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 3


    Mein Tagebuch dagegen handelt vom Mittag. Dem regungslosen, unbegreiflichen, dunklen Mittag, an dem jede Bewegung möglich erscheint und noch nichts entschieden ist.
     
  8. Figaro

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    Bin dabei!
     
  9. Cavigliano

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    @Pcpatient: Schön, dass Du wieder schreibst. Ich bin dabei.

    Gruss

    Cavigliano
     
  10. General79

    General79 Moderator

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    :super: und :dank:

    Da bin ich auch gerne wieder dabei.......
     
  11. Pcpatient

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    Wieder einmal gelandet. Leider in Manila. Direktverbindungen zwischen Bangkok und Clark/Angeles gehören der Vergangenheit an. Und für Zwischenaufenthalte in Singapur oder Kuala Lumpur wollte ich diesmal keine Zeit aufwenden.



    Wieder ein Jahr. Ist es so lang her? Gegen 21:00 sind wir vor Ort. Ein neues Hotel, der Central Park Tower, doch gleich eine alte Unsitte: der Begrüßungs-Drink. Eine kleine Flasche Warmwasser! Jede darüber hinaus kostet. Und die Plastikflasche dem Hotel einen Stern. Zimmer und Ambiente können mit thailändischen Hotels mithalten. Der Preis ist höher, wie meist hier für das Gebotene. Die Manager sollten gerade, was die Kleinigkeiten angeht, noch mal auf Schulung ins Ausland. Die Köche sowieso.

    Eine Stunde später sind wir „ausgehfein“. Also hinein ins Sündenbabel! Zur Akklimatisierung und zum Anlauf nehmen ein erstes Bier vor der Balustrade des Kokomos. Und dann gleich ins Saphire, einer kleinen Bar, die auf der Walking Streret ebenso wie zwei andere kleine Schuppen nach hinten versetzt durch eine kurze Passage erreichbar ist.

    Dort begrüßen wir meine „Bekannte“ Analyn, die für mich im Laufe der Jahre zu einer festen Institution und einem nie versiegenden Spaßquell in Angeles geworden ist. Die gewohnt herzliche Begrüßung, einige Biere und eine Verabredung für morgen. Denn wir wollen jetzt erst einmal „heran an die Buletten“ und etwas Nettes für Nacht.



    IMG_3648.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1

    Analyn
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.05.2015
  12. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Im Saphire sticht uns erst einmal nichts Weibliches ins Auge (manchmal muß man einen zweiten Blick riskieren). Die Bar ist im Laufe der Zeit auch zum Mekka unserer Mitstreiter aus dem nahen und auch nicht so nahen Osten geworden, der sich hier, wenn nicht im Glauben, so doch im Gesange vereint (Arabien meets Malaysia). Und auch diese Leute verstehen zu feiern, aber anders. Wir waren häufiger dort, die Männer tanzen miteinander auf der Bühne. Das eine ums andere Mal hat das auch zur west-östlichen Verbrüderung geführt mit gemeinsamen Tanz und Respektbezeugungen wie dem Abtupfen der Stirn mit einem feuchten Handtuch. Auch wenn die Buschen hinter den Mädels her waren, so schienen diese doch gleichwohl Beiwerk, weitere Zutat zur Feier.

    IMG_3610.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1

    In der Disse, dem „High Society“ sind wir, mein junger Begleiter und Novize an diesem Ort (wohlgemerkt nur an diesem) dann fündig geworden. Oder gefunden, wenn man so will.

    Die Seine schien gleich erfrischend „crazy“ und hatte damit offenbar ihre Eintrittskarte gelöst. Ich hab mich, Forscher der ich bin, etwas schwerer getan. Wenn ein Fisch in der Nähe des Angelhakens schwimmt, muß ich doch wissen, ob nicht noch ein dickerer in der Nähe ist, um endgültig zu entscheiden, wer des Wurmes würdig sei.

    Ein buntes tropisches Exemplar, hierzulande gewiß die Zierde jedes Aquariums, rieb schon ihre Schuppen an mir, so dass es mich dauerte und ich ihr das eine und andere Bier von der Bar mitbrachte.
    Doch wollte ich meine Freiheit noch nicht einbüßen, bei all dem Gewimmel um mich herum.

    IMG_3612.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2


    Schließlich hat dann doch eine andere angebissen.

    JJ hatte zu diesem Zeitpunkt schon „Nägeln mit Köpfen“ gemacht, ist offenbar kein solcher Zauderer. Am nächsten Nachmittag präsentierte er sich keineswegs enttäuscht und wusste von ersten Schwimmübungen im fremden Gewässer zu berichten: Bereits am Vormittag ist er in Regionen vorgedrungen, die sich mir erst nach und nach erschlossen hatten. Er ist der Einladung seiner Schönen der Nacht gefolgt, sich ihr Leben am Tag, den Slum und die Wellblechhütte anzuschauen.

    Da hat er auch gleich eine Lehrstunde in Religionswissenschaft mitgenommen: Anders als im buddhistischen Thailand hat die Sünde auf den katholischen Philippinen offenbar etwas mit Erwischtwerden zu tun: Eine kleine Schar niedlicher Kleiner erleichterte ihn beim Zigarettenkauf auf der Straße mit raschen Griff, schneller als er schauen konnte, um sein Bündel Bares.
     
  13. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Ich habe die starke Vermutung, dass ich mit meinem „Catch of the day“ irgendwann im Verlauf der Begegnung, an die ich mich nicht in allen Einzelheiten erinnere (ich kann mich z.B. nicht mehr an sie erinnern), die aber gleichwohl ein gutes Gefühl hinterlassen hat, ein Facebook-Freundschaftsgelübte eingegangen bin. Anders kann ich mir nicht die Existenz dieser 25-jährigen attraktiven Person erklären, der alle meine Beiträge gefallen („like“). Leider kann ich diese derart Sympathie Bekundende schlecht fragen, ob wir bereits die Bettstatt teilten (oder uns dies noch vornehmen müssen).

    Frühstück. Mit Aussicht. Kurz nach der Walking Street (der offene Laden mit der abgesenkten Bühne in der Mitte und den sportlich-adretten Bedienungen). Die Plätze in erster Reihe sind immer sehr begehrt. Die Sandwichs auch ganz gut. Die Baracken auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es nicht mehr. Auch nicht den Motorradverleih der Schwester meiner „großen Liebe“ Rose. Und sie selber auch nicht, jedenfalls vorerst nicht und solange ihr Gönner vor Ort weilt.

    Ich frage mich immer, wie es die Leute schaffen, noch länger Urlaub als ich selber zu haben.
     
  14. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Später Nachmittag nun. Zeit für neue Entdeckungen. Wir nehmen ein Trike und rufen irgendwann aufs Geratewohl Stopp. Das Schicksal führt uns die Treppe zu einer kleinen Bar hinauf. Dort auf der Bühne tanzen einige nicht Unattraktive, die im Anblick meines jungen Begleiters in Wallung geraten. Denn der könnte auch “im richtigen Leben“ ihr Freund sein.

    Und dann seh ich sie!


    Die Haare nach hinten gebunden, das Gesicht und die Halspartie damit betonend.
    Ein Lächeln –und da ist er, der Sog, der mich hinanzieht.

    Ich kenne dieses Lächeln. Vorletzte Woche habe ich noch den Film mit der amerikanischen Schauspielerin gesehen. Ihr Name fällt mir nicht ein. Ein Lächeln, gleichsam nicht allein nach außen gerichtet, verhalten, nur zum Teil seiner Wirkung bewusst.

    Wenn ein Wort nicht einfällt oder ein Name wie hier, lässt einen das nicht los. Ich beschreibe ihr alle Filme, in denen sie mitspielt. Sie kennt ihre berühmte Schwester nicht oder nicht deren Filme. Ich verspreche Samantha, dies der Künstlername des Mädchens, die hier ihre Kunst so gekonnt auf mich wirken lässt, ihr morgen zu verraten, in wessen Namen sie künftig Autogramme geben kann.

    IMG_3635.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1


    Heute sind wir verabredet mit Ana und so mache ich mit der Königin des Lächelns ein Treffen für morgen aus. Und ihren Badebikini möge sie dann auch gleich mitbringen. Um so schon einmal zu sehen, ob sie auch als Begleiterin für Subic in Frage käme.

    Ein Künstlername für ein Barmädchen? Richtig, viele benutzen ihren eigenen. Samantha bildet eine Ausnahme.
     
  15. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    IMG_3636.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1

    Nach dem Verlassen der Bar will mich ihr Lächeln nicht verlassen. Und ich ahne jetzt schon…



    Das Buch liegt in der Hand. Schlage ich es auf –und der Roman beginnt. Das Buch liegt schwer in meiner Hand. Könnte ich es noch weglegen? Wollte ich das?


    Sollte es gelingen wie im Simultanschachspiel mehrere Partien gleichzeitig zu spielen, auf einmal mehrere Romane aufzuschlagen? Oder geht das nicht, hat das Gefühl nur eine Stimme?

    Zwei Hände, wen berühren sie?. ein Mund…. und ich denke an diejenige, die ich noch treffen werde.


     
  16. DeeKa

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    DAS hätte mich auch nicht so schnell verlassen :yes:

    Dee
     
  17. Pcpatient

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    Ein Tag besteht aus einer Reihe von Erlebnissen, Gedanken und Ereignissen. Welches ist das Band, das sie verknüpft? Ein Leben besteht aus einer endlosen Aneinanderreihung von Tagen. Welches ist ihr durchgehendes Motiv? Und muß es nur eines sein? Oder gibt es gar keins und nur der Wunsch oder die Vorstellung webt diesen Faden?


    Max Frisch hat geschrieben, irgendwann erfindet jeder einer Geschichte, die er für sein Leben hält.

    Was hat sich also noch an diesem Tag zugetragen? Wenig, wie mit scheint, denn allein die Bedeutung hinterlässt eine Spur in der Erinnerung. Da muß ich nun mit meinen Notizen dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Wie verabredet, habe ich Ana in ihrer Bar getroffen. Sie macht dort den DJ, und das gut, wenngleich das arabisch-indische Liedgut unseren Hörgewohnheiten zunächst entgegensteht. Aber ich darf schließlich auch mal auflegen.

    Eine schlanke Ranke mit etwas spanischem Flair, möchte ich mal sagen, gefällt JJ nicht schlecht. Diese kann aber nicht von ihrem Samsung lassen, bleibt also mit jenem allein, als wir den Basar schließlich mit Ana verlassen.

    IMG_3606.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1

    Ole´

    IMG_3607.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2


    Nach ungezählten Bars und zuletzt der Disse gehen Ana und ich zu zweit zum Hotel, was selten vorkommt. Tausend Mal berührt, jedes mal ist was passiert. Aber wir wissen beide, dass es „nur“ Spaß ist. Bis zum Höhepunkt. Und zu dem hat sie es nicht weit. Bei all den Spielsachen, die ich dabei habe.

    Aber was habe ich gesagt über Wut, Wahnsinn und Verzweiflung?


    Frühstück auf der Dachterasse. JJ ist auch schon wach. Auf der Straße dann ein Küsschen, und unsere Wege trennen sich. Ana geht nach Hause, ich zeige JJ die „Kirchenpuffs“, einige Schuppen an der Straße hinter unserem Hotel mit einem Dienstleistungsangebot für ganz Eilige. Wir sind nicht in Eile und belassen es bei einem Bier. Das handgreifliche Geflirte ist auch nicht ganz das Ding meines Begleiters, wie ich seinem gequält-freundlichem Gesichtsausdruck entnehme.

    20150317_143921.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 3



     
  18. Pcpatient

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    Scarlett Johnansson. Lost in Translation. Under the Skin.

    Ihr Einsatz beginnt um 16:00, um 18:00 laufen wir die Treppe rauf. Den Badeanzug hat sie nicht dabei, ihr Lächeln schon.

    20150317_162107.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1 20150317_165223.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 2 20150317_165229.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 3 20150317_165230.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 4


    Nachdem sie umgekleidet ist, bemerkt sie halb entschuldigend, daß sie außerhalb der Bar ein eher konservatives Outfit bevorzuge. Soll mir recht sein. Welche Qualitäten sich unterhalb der orangefarbenen Bluse verbergen, ist mir nicht entgangen.

    Wir versuchen den Gleichsschritt. Hand in Hand zu laufen, ist nicht leicht, wo es keinen Bürgersteig gibt. Und wo jedes Trike dem Bürger ungestraft über den Fuß fahren könnte. Besonders, wenn er nicht auf den Verkehr achtgibt, sondern auf die Holde an seiner Seite.

    Der Moment des Kennenlernes, nicht wiederholbar.

    Wir machen also immer kleine Pausen. Keine Wanderung ohne Einkehr! Auch das ABC-Hotel mit seinem schwül-schwülstigen Ambiente lassen wir nicht aus.

    IMG_3616.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 5


     
  19. Pcpatient

    Pcpatient Senior Member

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    Ein Glück, dieses Mädchen bei mir zu haben. Sie ist höflich, offenkundig gut erzogen, interessiert, sehr hübsch und nach kurzer Zeit irgendwie nicht mehr wegzudenken. Mühelos fliegen wir von Bar zu Bar. Auch die Karaoke lassen wir nicht aus.


    Im Zimmer überzeugt sie mich dann, was nach dem Verhör meines jungen Begleiters im Nebenzimmer als erwiesen gelten kann, von der Qualität der Schallisolierung der Wände.


    In einem muß ich dem begnadeten Autor Cavigliano aus diesem Forum widersprechen: Nicht alle tun es ungern und nur um des Mammons willen. In dieser Nacht der Dammbrüche hatten beide ihre Freude.

    Und nicht nur in der Nacht. Nach dem Frühstück bat sie um Fortsetzung, hinten. Ohne Scheu, zu nehmen, was sie wollte. Was mir auffiel: Die Rolle, wer hier wen engagiert hatte, erschien vertauscht. Oder besser noch, gleichgültig. Sie kam, sie ging.

    Was mir auch gefiel: Beim Abschied bedankte sie sich für den schönen Abend mit meinem Begleiter und mir. Ein Lächeln, die Bitte um Fortsetzung in ihren Augen, und dann war ich wieder alleine, ihr Lächeln noch auf meiner Netzhaut.

    Da liegt es, das Buch. Kapitel um Kapitel, ungelesen.


    IMG_3637.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1
     
  20. Pcpatient

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    Das eben Erlebte verlangte nach einem zweiten Frühstück, das ich in Form eines Bieres im „Kirchenpuff“ zu mir nehme. Bis zur Verabredung mit meinem Zimmernachbarn um 19:00 bleibt mir noch ein wenig Zeit, die ich in 1-2 Bars vertreibe. Im Lollipop löse ich Jess (Jazz?) aus, mit der ich bei früheren Aufenthalten schon einiges erlebt hatte, ein süßes Gesicht, das mich leider nie mit verliebten Augen anschauen wird, und wohl auch keinen anderen Mann.

    Sie ist mir in der zugegeben etwas einseitigen Beziehung aber etwas ans Herz gewachsen. Bevor wir zu JJ rüber gehen, lade ich sie in mein Zimmer auf ein SML ein, um sie ein wenig zu interviewen.
    Der einzige, dem sie je nahe gestanden sei, Vater ihrs Kindes. Sie habe ihn verlassen, nicht umgekehrt. Wie sich das so anfühle, nach dem Barhop, darauf will sie lieber nicht eingehen.

    IMG_3655.jpg, Tagebuch eines Lustreisenden. Bangkok, Angeles, Subic., 1