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Welche Konsequenzen werden aus dem Taifun "Yolanda/Haiyan" gezogen?

Dieses Thema im Forum "Angeles- und Philippinenforum" wurde erstellt von xdrive, 25.11.2013.

  1. xdrive

    xdrive Gast

    Hallo,

    mich würde mal interessieren, welche Konsequenzen die phil. Regierung/Hilfskräfte/oder gar die Leute vor Ort sprich die direkt Betroffenen etc.pp. aus der Katastrophe nun ziehen?
    Ist da was vor Ort bereits etwas sichtbar respektive bemerkt man ein Umdenken in den Köpfen oder wird jetzt wieder "nur" aufgebaut wie vorher und nun Gott-ergeben auf die nächste Katastrophe gewartet??


    Edit: Ich hoffe das kommt jetzt hier nicht sarkastisch rüber, ich kann auch nur erahnen, was den Leuten dort vor Ort gerade passiert ist, was die Betroffenen gerade so durchmachen. Und dass jetzt für die Ärmsten der Armen und den ganzen (direkten) Opfern diese Katastrophe erstmal nur um nackte Überleben bzw. Weiterleben geht, liegt wohl auf der Hand.
    Nur, verschwendet dort überhaupt jemand, vorzugsweise von verantwortlicher Seite aus auf den phils, einen Gedanken an "morgen", an den nächsten Taifun/die nächste Taifun-Saison??
     
  2. redweed

    redweed Senior Member

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    Ich habe heute im Radio vernommen, dass man sich seitens der Hilfsorganisationen auch darum kümmert, dass beim Wiederaufbau auch auf Stabilität der Häuser geachtet wird. Allerdings wird man das bei der Vielzahl an wiederaufzubauenden Häusern wohl kaum zu einem großen Anteil durchziehen können.....
     
  3. Nixus_Minimax

    Nixus_Minimax super gwapo

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    Eine seltsame Frage!

    Die Summe der Spenden würde nicht mal Ansatz reichen, einem nennenswerten Teil der Betroffenen ein stabiles Haus zu bauen. Was also tun? Ein paar Menschen ein stabiles Haus bauen und den Rest sich selbst überlassen?

    Du kannst es Dir nicht nur schwer vorstellen - Du kannst es Dir nicht mal im Ansatz vorstellen wie es ist, alles verloren zu haben. Neben Haus, Eigentum und vielleicht sogar der Familie haben viele Betroffene auch ihren "Job" verloren, da z.B. Boote nicht mehr existieren und jedwede Bäume bzw. Einkünfte aus der Landwirtschaft mittelfristig verloren sind. Da geht es jetzt erstmal drum, irgendein Dach über dem Kopf zu haben. Das "Morgen" ist noch sehr weit weg... und "stabil" ist ja auch eine Auslegungssache.

    Die vergangenen Jahrzehnte hat die Mehrzahl der Häuser auf Leyte (v.a. Tacloban) jedem Sturm stand gehalten. Dass da ein extrem außergewöhnlicher Sturm daher kommt, der aufgrund der geografisch/topografischen Gegebenheiten so immense Schäden anrichtet, war weder vorauszusehen - noch ist es mE wahrscheinlich, dass es sich in dieser Form in den nächsten Jahren wiederholen wird.

    Was ist denn mit dieser ganzen Tsunami-Warn-Geschichte in Thailand geworden? Man hat aufgrund eines außergewöhnlichen Vorkommnisses ein Tsunami-Warnsystem aufgebaut (dessen Funktionalität von Anbeginn in Frage gestellt wurde) und inzwischen rottet es vielerorts vor sich hin.

    Vielleicht kannst Du ja mal darlegen, in welche Richtung Deine Frage geht...

    Für mich ist alles was jetzt kommt einfach nur Dampfgeplauder aus der wohligen Wärme eines europäischen Wohnzimmers.
     
  4. Siggi477

    Siggi477 Senior Experte

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    Der gemeine Bürger hat doch gar keine Möglichkeiten... Selbst wenn er/sie theoretisch irgendwelche Erkenntnisse daraus zieht, glaube ich fehlt es den "normalen" Leuten einfach und verständlicher Weise an den Mitteln irgendetwas zu ändern.

    Für mich stellt sich eher die Frage, welche Schlüsse die Regierung aus dem ganzen zieht?? Die folgende Aussage konnte ich noch nicht verifizieren, sie hat mich aber zutiefst schockiert und sollte sie sich tatsächlich bewahrheiten so verägert sie mich ungemein. Und zwar hat wohl der philippinische Zoll, am Airport Manila eine Hilfssendung von Lufthansa und Co. mehrere Tage nicht durch den Zoll gelassen, weil die Behörde allen ernstes wollte, dass Lufthansa bzw. die Hilfsorganisation die die Güter die ja quasi "eingeführen" VERZOLLEN! Ey, gehts noch? Wenn ich schon selbst nicht in der Lage bin meiner Bevölkerung zu helfen... Das sind doch komplett kaputte Denkstrukturen. Da muss sich in den Köpfen derer die Verantwortung für andere tragen erst einmal ganz grundlegend was ändern, da sind stabile Häuser - so wichtig sie auch sind, erstmal Nebensache für mich.
     
  5. xdrive

    xdrive Gast

    Nixus,

    das ist m.E. absolut keine seltsame Frage...
    Und in diese Richtung möchte ich meine Frage(n) absolut nicht verstanden haben...
    Also lass uns hier bitte sachlich bleiben. Danke!


    Mir geht es hier um zwei Sachen:
    1) Einmal die unfassbar hohe Anzahl an Toten und Verletzten.
    Nur mal als Zahlenbeispiele... Lt Spiegel online wurden 2012 durch "Bopha" mind 700 Menschen getötet.
    Im Jahre 2011 sollen durch "Washi" mind 1500 Leute gestorben sein. Nun durch Haiyan noch viele viele mehr.
    Darum geht es mir in erster Linie...
    Man hat den Anschein, dass die Verantwortlichen aus der Vergangenheit nicht oder nichts lernen.


    "Gutes Negativ-Beispiel"!!

    Dann nenne ich Dir hier mal ein positives Beispiel. Schau mal nach bspw. Kuba. Dort hat "man" aus zahlreichen Hurricanes aus der Vergangenheit gelernt. Und dieses Land bzw. diese Insel wird auch regelmäßig von diesen Mega-Stürmen heimgesucht. Die haben dort aber inzwischen ein adäquates Katastrophen-Management etabliert. Frühzeitige/rechtzeitige Evakuierungen, diverse "Schutzräume", entsprechende "Schulungen" der Bevölkerung/Kinder in den entsprechenden Haupt-Gefährdungsgebieten und pi pa po hat diesen Inselstaat in den letzten Jahren vor viel schlimmeren Folgen für die dort lebenden Menschen bewahrt (in erster Linie von Toten!).
    Das aber nur mal als Beispiel, dass man aus vergangenen Katastrophen auch durchaus lernen kann.


    2) Daneben, die unfassbar hohe Anzahl an Zerstörung von Häusern/Infrastruktur usw..
    Das aber mal grundsätzlich zu ändern/zu verbessern, ist noch weitaus schwieriger. Das ist auch aus Kuba so bekannt bzw. kann nicht "so einfach" geändert werden.

    Aber wenn zumindest die Anzahl der Opfer durch Taifune/Flutwellen und Co. erheblich vermindert werden könnte, wäre das schon mal ein erheblicher Schritt in die richtige Richtung. Und dahin geht meine hiesige Intention!




    Ich weiß ja aus Deinen anderen Beiträgen, dass Du auch persönlich bzw. direkt/indirekt von dem aktuellen Taifun betroffen bist. Von daher nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich versuche, eher sachlich und pragmatisch an die Sache heranzugehen...
    Das ist aber genau die Sichtweise, die ich nicht verstehen mag noch kann.
    So schnell kommt sowas nicht wieder, war quasi ein einmaliger GAU usw..
    Extrem viele Klimaforscher prognostizieren für die Zukunft noch mehr/häufigere und noch größere/stärkere Naturkatastrophen.

    Und da kann ich null nachvollziehen, dass man jetzt einfach nach der Denkweise dort auf den phils verfährt, alles wieder aufbauen, ggf. alles etwas verstärken, und dann gehts schon gut. Genau diese Denkweise ermöglichst doch u.U. ne erneute Katastrophe für Mensch und Co..



    Nochmals: Ich möchte hier absolut keinen Zynismus oder Sarkasmus reinbringen.
    Und meine obigen Gedanken helfen den derzeitigen Opfern keinen Deut!! Das ist mir sehr wohl bewußt! Die haben dort gerade völlig andere Sorgen.
    Doch es ist doch vollkommen legitim, sich auch jetzt schon mal Gedanken darüber zu machen, wie man u.U. verhindern kann/könnte, dass sich dort in Zukunft wieder so ein unfassbarer GAU ereignet!
     
  6. Marl0

    Marl0 Experte

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    Yolanda war wohl um ein vielfaches stärker als die Hurrikane die Kuba gewöhnlich treffen. Auch in Kuba hätte es verheerende Schäden gegeben wen der Taifun mit dieser Wucht und der Flutwelle dort an Land gegangen wäre. Also kein ganz passendes Beispiel.

    Mehrere Millionen Menschen frühzeitig von einer Insel zu evakuieren ist nicht so einfach und Schutzräume wären in Tacloban wohl zur überfluteten Todesfalle geworden.
     
  7. awita

    awita Moderator
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    Das impliziert ja, dass die Philippinen sich gegen eine solche Naturkatastrophe überhaupt wappnen könnten. Das sehe ich nicht wirklich.
     
  8. xdrive

    xdrive Gast

    Sehe ich leicht anders.... Yolanda war wohl in der Tat der bis dato stärkste Hurricane/Taifun.
    Trotzdem wäre auf Kuba m.M.n. definitiv die Zahl der Opfer deutlich geringer.
    Zerstörungen von bzw. Schäden an Häusern/Infrastruktur und Co. sehe ich auch grundsätzlich als "sekundärer" an, die jedesmal unfassbar hohe Anzahl der Todesopfer auf den phils macht mich persönlich noch viel betroffener.

    Vergleich nur mal vergangene Taifune a la "Bopha, Washi" und Co. auf den phils und wie verheerend diese Stürme dort Massen an Toten hinterlassen haben mit Hurrikanes a la "Ike", "Gustav" und Co. auf Kuba, wo da zum Teil kaum Menschen ihr Leben deswegen lassen mussten. Die machen es dort auf Kuba in Sachen Katastrophenschutz/Vorwarnung/frühzeitige Evakuierung etc.pp. faktisch besser als auf den phils.



    Auf Kuba werden/wurden auch schon zig Hunderttausende (diese Quelle spricht gar von 3 Millionen Evakuierte; http://www.20min.ch/news/dossier/hurrikan/story/16494994) in Sicherheit gebracht.

    Aber lassen wir den Vergleich Kuba ./ phils mal beiseite...


    Was bedeutet das alles? Es bleibt wie es ist und die Filipinos müssen damit weiter so leben?

    Nachtrag: In diese Richtung auch an Awita...
    Ich muss hier doch nochmals nen Schlenker zu Kuba machen. Dort hat man anscheinend etwas aus den vergangenen Katastrophen gelernt... "Katastrophen-Vorsorge" ist hier wohl das richtige Stichwort. Die Naturkatastrophen kann man nicht verhindern. Aber ggf. (viel) mehr Menschen diese Katastrophen überleben lassen...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.11.2013
  9. awita

    awita Moderator
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    @xdrive
    Ich bin da alles andere als ein Experte und weiß auch nicht, was die auf Kuba im Einzelnen evtl. besser machen, aber mir scheint der Vergleich etwas zu hinken.
    Die Philippinen haben etwa 8x mehr Einwohner, verteilt auf x Inseln. Das macht groß angelegte Evakuierungen in kürzester Zeit nahezu unmöglich.
    Zudem werden die Philippinen deutlich öfter von Stürmen heimgesucht, die im Durchschnitt auch noch stärker als auf Kuba sind.
    Möglicherweise könnte man punktuell etwas verbessern, aber im Großen und Ganzen sehe ich nicht, wie die Philippinen sich da langfristig wirksam schützen können.
    Mit z.B. einer "stabileren" Bauweise (wenn man denn den Bau solcher Häuser flächendeckend bezahlen könnte) wäre es ja nicht getan. Die müssen dann ja auch instand gehalten werden. Spätestens da würde dann das Geld fehlen und nach dem 4., 5. oder 10. Sturm sind auch die stabileren Bauten wieder baufällig.

    So traurig wie es ist, aber insbesondere, wenn es sich um einen Supersturm wie Yolanda handelt, ist es wohl letztendlich so, wie du geschrieben hast: "Es bleibt wie es ist und die Filipinos müssen damit weiter so leben."
     
  10. Nixus_Minimax

    Nixus_Minimax super gwapo

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    Dass durch "Yolanda" im Bereich der Ostküste der Insel Leyte (v.a. in Tacloban) so viele Tote zu beklagen sind, ist durch das Aufeinendertreffen zweier, sehr ungünstiger Faktoren zu erklären:

    Yolanda war ein sehr starker Taifun, der Das Meerwasser in der Bucht vor Tacloban quasi gefangen hielt und vor sich hertrieb - was eine bis zu sieben Meter hohe Flutwelle erklärt, die auf eine Breite von einem knappen Kilometer all das wegschwemmte, was der Taifun vorher schon "angenagt" hatte.

    Bereits wenige Kilometer westlich sieht die Zerstörung schon eher wie die eines "normalen" Taifuns aus - wenngleich es dieses Mal wesentlich schlimmer war.

    Hinsichtlich der vorbereitenden Maßnahmen ist alles "ziemlich gut" gelaufen - im Nachgang lässt sich mit Sicherheit Verbesserungspotenzial aufzeigen. Ob das wirklich umgesetzt (und finanziert) werden kann, wage ich zu bezweifeln.

    In Tabango waren während des Taifuns 2.000 Menschen in der Sport- und Mehrzweckhalle untergebracht. Als das Dach wegflog/einstürzte kam erfreulicherweise niemand zu Schaden. Was man daraus lernt, wird die Art des Wiederaufbaus zeigen.

    Selbst in einem "ach-so-gut-entwickelten" Land wie den USA hat der schwächere Hurricane "Katrina" ebenfalls viele Tote gefordert und ebenso schwierige Rettungsbedingungen verursacht.

    Ich denke, dass es aufgrund der finanziellen Möglichkeiten unmöglich sein wird, sich gegen solche Naturgewalten zu wappnen.
     
  11. sprint

    sprint Senior Member

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    Kuba hat zum einen den Vorteil, bei einer nur 2/3 kleineren Fläche nur rund 1/9 der Bevölkerungszahl der Philippinen zu haben, die auch nicht so verstreut auf zig Inseln leben. Zum zweiten ist Kuba trotz sozialistischer Wirtschaftskrise immer noch doppelt so "wohlhabend" wie die Philippinen, lt. BIP pro Person. Was sich auch anhand z.B. der Gesundheitsversorgung sehen läßt. Und soviel ich von meinen Aufenthalten dort weiß, ist die Bausubstanz doch erheblich besser als die der Blechhütten z.B. in Tagloban. Außerdem kommt ihnen da mal die Staatsform entgegen, bei der weniger gelabert und wahrscheinlich auch weniger geschoben, bestochen und eingesackt wird. Außer vielleicht Singapur wäre mir kein Staat in SOA bekannt, in dem das nicht so wäre.

    Und dann stellt sich immer noch die Frage, wie eine bessere Vorsorge finanziert werden soll. Die müssen ja bereits jetzt 5% des BIP für die Beseitigung / Versorgung der normalen jährlichen Sturmschäden aufwenden.

    Außerdem war, lt. einem ZDF Bericht, der Sturm so schnell darüber hinweg, daß dessen direkten Auswirkungen eigentlich viel geringer gewesen wären. Das Hauptproblem war die Sturmflut, die ungebremst ankam, weil vielerorts die schützenden Mangrovenwälder wegen irgendwelcher Fisch- und Krabbenfarmen beseitigt worden waren. DAS ist für mich der einzige echte Ansatzpunkt, der auch bezahlbar ist.

    Außerdem kann mMn keine Rede davon sein, daß das Tsunami Warnsystem verrottet. Dessen Hauptproblem ist, daß es einfach zu wenige davon gibt.
    Aber man könnte ja ein paar mehr davon produzieren, damit es sich besser rentiert. :iro2:
     
  12. paff

    paff Moderator

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    Die Lufthansa war mit ihrer Maschine sehr schnell da, vermutlich schneller als man normalerweise damit rechnen konnte. Das lag soweit ich das verstanden habe daran, dass der Flieger sowieso nach Manila sollte und eigentlich als Leerflug geplant war (Wartungsflug).
    Da war man in Manila wohl einfach (am Wochenende) noch nicht drauf vorbereitet. Natürlich kann man solche Abläufe schon vorher planen und optimieren, aber offenbar war das nicht ideal verlaufen und die Verantwortlichen vor Ort waren sich nicht bewusst, wie genau sie handeln sollen. Dass die diensthabenden Zöllner und Immigration da nicht einfach mal Vorschrift, Vorschrift sein lassen kann ich auch verstehen, wenn noch keine Richtlinie "von oben" vorliegt.
    Ich denke es ist auch klar, dass man trotz der Katastrophe, nicht einfach jeden ohne Visum und Prüfung durch den Zoll ins Land lassen kann, der sagt er hat Hilfe und Helfer dabei. Man kann diese Prozesse beschleunigen und vereinfachen. Für uns hier ist klar, Lufthansa und die kooperierenden Hilfsorganisationen auf dem Flug sind absolut in Ordnung. Aber wissen das auch die Philipinos, was ISAR ist?

    Laut offiziellen Angaben scheinen die Vorwürfe zu dem Lufthansa-Flug aber auch nicht zu stimmen:
    Angeblich wurde das von der Lufthansa auch so bestätigt. Wobei ich kein direktes Statement von der LH dazu finde.
    http://www.abs-cbnnews.com/business/11/13/13/customs-chief-denies-taxing-imported-relief-goods


    Aus dem Rest der Diskussion probiere ich mich mal rauszuhalten. Ich war weder auf Kuba noch in der philippinischen Provinz, und selbst wenn ich das wäre, ich bin vor allem kein Experte für Bausubstanz, Krisenvorsorge und lokale Gegebenheiten in diesen Ländern. Da kann und will ich mir beim besten Willen kein Urteil zu erlauben, was man da optimieren kann oder soll.
    Was man der Berichterstattung zu der Verteilung der Hilfsgüter im Nachgang der Katastrophe entnehmen kann, gibt es da wohl aber trotz der schwierigen Verhältnisse durch zerstörte Infrastruktur und dem Transport vor Ort, Verbesserungspotenzial bei den Prozessen und Abläufen. Da scheinen die philippinischen Behörden wohl einfach überfordert bzw. nicht ausreichend untereinander koordiniert zu sein, so dass dort Zeit und Material verschwendet wird. Allerdings gibt es ja auch Hilfsorganisationen, die das ganze vor Ort selbst in die Hand nehmen.
     
  13. Siggi477

    Siggi477 Senior Experte

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    @paff: Danke für die Aufklärung!!
     
  14. gabbiano

    gabbiano V.I.P.

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    Eine merkwürdige Aussage! Es sind halt diese Leute die sich Gedanken machen und vielfach mit Geldspenden zu helfen versuchen. Die grosse Hilfe kommt nun mal ais den wohligen Wohnzimmern..ohne diese Hilfe wären auch die Helfer vor Ort zum zusehen verdammt. Das weisst du.
     
  15. paff

    paff Moderator

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    Ich denke Mitgefühl zeigen und zu erkennen, dass Hilfe benötigt wird kann jeder gut aus dem Wohnzimmer. Und es ist denke ich auch jede Hilfsorganisation bzw. jeder Helfer vor Ort sehr dankbar für die Spenden.
    Es ist denke ich auch ok, sich darüber Gedanken zu machen, nur ist die Frage ob man das sinnvoll kann bzw. dabei etwas sinnvolles raus kommt, was dann mehr als "Dampfgeplauder" ist. Ich persönlich sehe mich zum Beispiel nicht in der Lage, die Spezialisten der Hilfsorganisationen zu belehren. Dazu kenne ich mich mit solchen Situationen und den lokalen Gegebenheiten einfach viel zu wenig aus. Ich kann von hier aus auch gar nicht beurteilen, welche Möglichkeiten es gibt. Selbst wenn ich jetzt hier über die Vorkehrungen in Kuba lese, ich weiß nicht mal wie sich solche Stürme dort und anderswo unterscheiden, wie die Geographie sich darauf genau auswirkt, die Infrastruktur usw. Ich weiß nicht welche Möglichkeiten vor Ort bestehen, die Häuser besser zu bauen, ob dazu ansatzweise Mittel vorhanden sein können, wie so etwas langfristig beibehalten werden kann etc.
    Ich glaube einfach, sich sinnvolle Gedanken dazu machen zu können, die über Spekulationen (bzw. "Dampfplauderei") hinaus gehen, das kann man nicht mal so nebenbei nach Feierabend aus dem heimischen Wohnzimmer machen. Das heißt natürlich nicht, dass andere hier ggf. die nötige Expertise dazu haben, aber ich spekuliere mal, dass die Mehrheit hier darüber ebenso nicht verfügt.
    Wir haben ja auch auf den Sofas zu Hause und in den Kneipen immer viele Bundestrainer sitzen (um mal einen unpassenden Vergleich zu bemühen), aber auch da ist es ja so, dass einfach das Hintergrundwissen fehlt, die Stimmung im Team, persönliche Vorfälle, Trainingsleistungen, taktische Überlegungen, die Analysen des Gegners und was da so alles einfließt, das kann man von zu Hause schlecht beurteilen. Sich da das Urteil zu erlauben, es hätte dieser statt jenem gespielt, oder besser 442 statt 433, das ist schwer zu sagen. Natürlich kann man am Ende sagen, "das war Mist heute" und hat vielleicht auch gesehen, dass dieser oder jener Probleme hatte oder so. Aber einerseits kann man die Entscheidungen in der Situation dann in der Retrospektive immer leicht beurteilen und andererseits wird man nie wissen, was hätte wäre wenn passiert wäre.

    Ich denke aber xdrives Frage war auch nicht so sehr so gemeint, das man sich jetzt hier groß Gedanken machen soll und Kritik lostreten soll, sondern ihn interessiert es mehr, was die Experten da für Schlüsse und Entscheidungen ziehen. Aber ich vermute dahingehend kommt diese Frage auch noch zu früh, im Moment geht es immer noch darum Essen, Wasser und Medikamente zu verteilen. Was man den berichten so entnehmen kann werden weiterhin Zeltplanen und ähnliches für vorübergehende "Unterkünfte" verteilt. Es muss noch viel aufgeräumt werden. Daher spekuliere ich mal, dass man diese Frage eher in ein paar Monaten stellen kann und dann ggf. auch Informationen diesbezüglich von den Hilfsteams erhalten kann.
     
  16. gabbiano

    gabbiano V.I.P.

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    Ich habe auch keine Ahnung, was bei einer solchen Katastrophe zu tun ist, oder was soll ich tun, wenn ich nicht vor Ort sein kann. Alles was ich machen kann, ist etwas zu spenden und es den Profis vor Ort zu überlassen, damit was Schlaues und Effektives zu machen.

    Und zu der Frage von x-drive welche Konsequenzen aus diesem Sturm gezogen werden: Keine. Warum auch? Das ist die Heimat dieser Menschen. Sie habe gelernt mit Stürmen zu leben. Was da jetzt über sie gekommen ist, war ein Sturm, den so noch nicht mal die Aeltesten erlebt haben. Um sich gegen sowas zu wappnen müsste man Bunker bauen. Aber sie wissen jetzt, dass es solche Naturkatastrophen die alles übersteigt was sie bisher kannten gibt. Die Menschen in den betroffenen Gebieten werden wohl in Zukunft auf eine offizielle Warnung sensibler reagieren.

    Ich wünsche den Leuten dort, dass man sie noch lange nicht vergisst. Der Wiederaufbau der Infrastruktur (Palmölproduktion Fischerei usw) braucht viel Zeit, und das können sie nicht alleine stemmen.
     
  17. paff

    paff Moderator

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  18. xdrive

    xdrive Gast

    Jeep, im Großen und Ganzen ist das meine hiesige Intention.
    Aber trotzdem hab ich hier weiter unten meine eigenen konkreten Gedanken dazu mal niedergeschrieben.


    Auch ggf. so richtig. Andererseits gibt es wohl auch manche Orte, wo man schon wieder aufbaut bzw. zumindest versucht, wieder etwas aufzubauen.


    Nochmals was Grundsätzliches hierzu. Ich hab es ja oben schon mal versucht... Es geht ja bei dieser Katastrophen bzw. generell um zwei Dinge. Einmal die Zerstörung von Häusern, Gebäuden (Stichwort: Infrastruktur), Lebensgrundlage vieler Menschen in Sachen Landwirtschaft/Geschäftsräume und Co.
    Und auf der anderen Seite um die reinen Menschenleben, sprich um die Opfer/Tote und Verletzte.
    Auch wenn beide Dinge teilweise etwas/direkt zusammenhängen, geht es mir hier im thread in erster Linie um die (in meinen Augen unnötig) hohe Anzahl von zu beklagenden Toten und (Schwer)Verletzten. Gerade noch gelesen, dass sich die Anzahl der Todesopfer auf über 5.00 Tote belaufen solll!! Was ein Wahnsinn!

    Nochmal nen Schritt zurück. Es ist wohl völlig illusorisch, von den dort lebenden Menschen nun zu "fordern", ihre Häuser "sturmsicher" zu bauen oder gar die Forderung zu stellen, die Menschen sollen unsichere Gebiete verlassen/abwandern. Dafür fehlt den Leuten einfach das Geld und kein Mensch verlässt gerne seine "Heimat". Da bin ich voll d`accord mit hiesigen Usern, das geht einfach nicht im größeren Stil. Wie gesagt, dazu fehlen einfach die finanziellen Mitteln, der Wille und woanders haben diese Leute womöglich auch keine wirtschaftliche Zukunft.

    So, aber nochmals zu meinem engeren Thema, nämlich die mögliche Verhinderung von sovielen Toten/Schwerverletzten...
    Dazu nochmals nen Vergleich zu Kuba bzw. hier ging ja auch Nixus auf die USA zum Thema "Katrina" ein.
    Kuba kann man wohl nicht 1:1 mit den phils vergleichen aber man kann sich da etwas abgucken. Dieser Karibik-Staat ist auch nicht gerade reich (in unserem westlichen Sinne) und kann sich entsprechend auch recht wenig viel in Sachen Häuser-Gebäude-Infrastruktur-Vorbeugung für Naturkatastrophen leisten. Noch Dämme und Co. gegen mögliche Flutwellen im großen Stil errichten. Deren Focus liegt hauptsächlich daher in "Vermeidung" von menschlichen Opfern solcher Naturkatastrophen.
    Die haben halt inzwischen ein sehr gutes Katastrophen-Vorsorge-Management etabliert. Soll heißen, die bedienen sich u.a. den neuesten meteorologischen Berechnungssystemen und schaffen es damit sehr gut, den "Einschlagwinkel" von Hurricanes möglichst genau zu berechnen/vorherzusagen und die dort betroffenen Einwohner rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, sprich raus aus dem ärgsten Schlamassel.
    Und wenn ich das hier von Nixus lese...
    dann gibt es einem doch sogar Recht, dass "nur" ne rechtzeitige/frühzeitige Evakuierung der dort lebenden Menschen bereits die Zahl der Opfer drastisch hätte verringern können.
    So eine größere Evakuierung muss natürlich auch fluppen. Und das schafft Kuba mit diversen aber einfachen/nicht extrem teuren Maßnahmen. Kinder werdenbspw. in der Schule/im Schulunterricht bereits damit konfrontiert. Es gibt so ne Art regelmäßige Schulungen/Übungen für Bewohner von Dörfern/kleineren Städten etc.pp., speziell an der Küste. Fluchtwege werden dabei aufgezeigt und sind dann quasi jedem bekannt. Trinkwasseranlagen, Strom-/Öl-Gaszufuhr wird bei Sturmwarnungen in der Gegend xy frühzeitig abgestellt usw..
    Alleine/fast nur durch diese Maßnahmen wurde Kuba in der letzten Dekade vor unverhältnismäßig hohen Opferzahlen durch Stürme und Fluwellen geschützt.
    Nicht verschweigen will ich hier, dass in Kuba natürlich auch das Staatssystem dafür förderlich ist. In deren sozialistischem System wird/ist sowas auch grundsätzlich straff organisiert/koordiniert und auch überwacht. Dort wird auch kontrolliert, ob jeder bei ner angeordneten Evakuierung auch wirklich jeder sein Haus und Hof verlassen hat, notfalls auch mit "Nachdruck"....

    Das war nämlich seinerzeit eine bzw. die Krux der Katastrophe in der USA in Sachen "Katrina"... Zumindest sehen das viele Experten so in deren Rückschau... Quais jeder einzelne Stadt-Bezirk/"Gemeinde" hatte ihr eigenes "autonomes" Krisenmanagement, jeder also nach seiner Facon, niemand war für alles zuständig bzw. hatte die Oberhand/Gesamt-Koordination und somit gab das ein einziges Durcheinander und führte damit letztlich leider zum völligen Disaster.


    Hier wurde auch schon ein paar Male Tsuanami/LOS erwähnt. Ich erlaube mir da auch kein Urteil, in welchem Zustand diese "Frühwarnanlagen" in Thailand so sind. Aber das geht m.E. in die richtige Richtung.
    Verlässliche und möglichst frühzeitige/rechtzeitige Warnungen auf den phils, basierend auf möglichst genau Wetter- und Windvorhersagen, sprich wo und wann der Sturm/die Flut auf das (Fest)Land trifft. Und dann der betroffenen Bevölkerung mögliche/genügende Fluchtwege/Zufluchtsorte anbieten/anzeigen, die aber vorher allgemein bekannt sein sollten/müssten.
     
  19. Bumbuy50

    Bumbuy50 Member

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    Infrastruktur aufbauen kostet nunmal Geld . Wenn alle möglichen Einnahmequellen ( Fischerboote - Palmhaine ..... ) zerstört werden hat man aus eigener Kraft kaum die Möglichkeit ein gutes Frühwarnsystem zu installieren !
    Wie sollten sichere Fluchtpunkte gebaut werden .. ? An einem erhöhten Flutsicherem Platz gelegen , mit sehr massiven Wänden und Decken gebaut , Notfallproviant und Wasser für die möglichen Insassen , Sanitäre Anlagen für alle .... ! Je mehr ich aufzähle desto klarer wird die Schwierigkeit eines solchen Unterfangens ! Zum teueren Bau kämen noch Kosten für die Bewachung während der sturmfreien Zeit - oder glaubt jemand die Notfallrationen sind sonst im Ernstfall noch da ?
    Ein zusätzliches Problem ist vermutlich der Wunsch der Einwohner bei Ihren Besitztümern so lange auszuharren wie irgend möglich - aus Angst vor Plünderung bleibt man im eigenen , unsicheren, Haus !
    Alle Häuser sturmsicher machen ? Wer schon mal auf den Phils wird sich wohl kaum einer Illusion hingeben .
    Ich hab leider keine Ahnung wie man PH dauerhaft helfen kann . Was Nixus aktuell tut ist wohl alles was möglich ist !
    Man kann nur hoffen daß wegen der letzten Naturkatastrophen nicht auch noch die Touristen wegbleiben.
    Daß wäre dann der finale Shotdown .
     
  20. Nixus_Minimax

    Nixus_Minimax super gwapo

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    Ich hatte es, glaube ich, schon ein oder zwei Mal erwähnt: die meisten Menschen in Tacloban und dem Küstenstreifen südlich davon mussten ihr Leben lassen, weil niemand voraussagen konnte, wo "Yolanda" wirklich einschlägt. Wie schon gesagt, hat sich der Sturm (bzw. das Wasser) im Becken vor Tacloban gefangen und die Häuser (bzw. was nach den ersten Vorboten des Sturmes noch stand) weggespült. Die Mehrzahl der Toten ist schlichtweg ertrunken oder starb an den direkten Folgen der Flutwelle.

    Deinem Wunsch nach genauer Vorhersage kann m.E. niemand langfristig genug nachkommen, um eine Evakuierung in großem Stil anzuleiern. Selbst vierundzwanzig Stunden vor Landgang von "Yolanda" haben die vier Vorhersagemodelle der unterschiedlichen (internationalen!) Institute zwar recht dicht beieinander gelegen, allerdings hätte man immernoch einen Streifen von 200 km Breite evakuieren müssen. Wohin???

    Ich bleibe meiner Aussage, dass es kaum eine Möglichkeit geben wird, unter solchen Umständen (Stichwort "Becken") solch hohe Opferzahlen zu verhindern.

    Ach, da fällt mir grade ein: im 60km westlich gelegenen 30.000 Einwohner Ort Tabango haben 5.000 Menschen die ausgewiesenen Schutzräume (Sporthalle, Schulen) aufsuchen können - danach waren sie schlichtweg voll. Schutzraum für weitere 25.000 Menschen zu schaffen, halte ich für utopisch.

    Neben den unterschiedlichen politischen Systemen ist der Pinoy eben Pinoy: er ergibt sich seinem Schicksal und macht das Beste draus. Zu dieser Erkenntnis kam Kanario gleichermaßen kurz vor dem Taifun.