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Thailändische Schrift und Sprache - Eine Einführung - TAF-Wiki

 
Artikel Übersicht Thailand Übersicht Dr. PiPu klärt auf!

Thailändische Schrift und Sprache - Eine Einführung

Vorab, dies ist kein Sprachkurs, sondern lediglich eine kleine Abhandlung zur Schrift und Sprache der Thais. Es ist nützlich, ein paar Begriffe aus der Linguistik (Sprachwissenschaft) anzunehmen, die hier im Folgenden kurz eingeführt werden:

  • Phoneme betreffen die Aussprache
  • Grapheme sind die geschriebene Buchstaben
  • Transkription ist der Übertrag der Lautsprache in lateinische Schrift
  • Inhärenz beschreibt gesprochene Vokale, für die es keine Grapheme gibt
  • Monotonge sind einfache Vokale (a, e, usw.)
  • Diphtonge sind Doppelvokale (ei, au, usw.)
  • Triphtonge sind Dreifachvokale (aua, eia, usw.)
  • Neutralitätskorrelation bestimmt, wie sich Konsonanten phonetisch wandeln

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Ursprung des Alphabets

Im Jahr 1283 hat König Ramkhamhaeng basierend auf dem Pali-Sanskrit das noch heute gültige Alphabet der thailändischen Sprache entwickelt. Die Urform wurde in einer Steele festgehalten, die im Nationalmuseum am Sanam Luang in Bangkok ausgestellt ist. Basis für die Schrift, so heißt es, war das Devanagari Sanskrit aus Indien.

Das thailändische Alphabet besteht aus 44 Konsonanten und 32 Vokalen, zudem existieren einige Ton- und Sonderzeichen, wovon insbesondere die Tonzeichen wichtig sind. Die große Anzahl an Konsonanten ist eine Eigenart der thailändischen Sprache, die ihre Ursache in zwei besonderen Eigenschaften hat. Das Thai gehört zur Familie der einsilbigen Sprachen, (monosyllabic languages), wobei jede Silbe zudem noch eine zugeordnete Tonlage hat. Das Basic-Thai kennt insgesamt 5 Tonlagen, jeweils eine hohe und tiefe Tonlage, eine steigende und fallende Tonlage und die normale Tonlage des Sprechers. In der Schrift gibt es keine Trennung (Leerzeichen) zwischen Worten, Satzzeichen sucht man weitestgehend vergebens und lediglich Sätze werden durch ein Leerzeichen voneinander getrennt.

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Konsonanten

Die Konsonanten sind insgesamt in 3 Klassen unterteilt und in Abhängigkeit der Klassen wird eine Tonlage definiert, in der eine Silbe ausgesprochen wird. Für die meisten Farang ist dies wohl der komplexeste Teil zum Verständnis des Thai, aber es erklärt, warum es 44 Konsonanten gibt.

Eine weitere Besonderheit in Bezug auf Konsonanten wird als Neutralitätskorrelation bezeichnet. Zwar können alle 44 Konsonanten in ihrer Phonetik den Beginn einer Silbe einleiten, jedoch wandeln sie sich phonetisch, wenn sie am Ende einer Silbe stehen. Das wohl geläufigste Beispiel findet man am Namen der Stadt Chonburi. Geschrieben steht da Cholburi, aber infolge der Neutralitätskorrelation wandelt sich das „l“ in ein „n“. Letztendlich gibt es nur ca. 6 phonetische Endungen, auf die ein Konsonant sich wandelt.

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Vokale

Die Gruppe der Vokale umfasst Monotonge, Diphtonge und Triphtonge. In den Tabellen zu den Vokalen werden Platzhalter eingefügt, die dann in der zuzuordnenden Silbe mit einem Konsonanten belegt werden.

Eine Besonderheit in der thailändischen Sprache besteht darin, dass eine geschriebene Silbe niemals mit einem Vokal beginnt. Zu diesem Zweck gibt es im Thai etwas, was als stummer Konsonant bezeichnet wird (อ – or ang), der einem Vokal vorgestellt wird. Zudem können Vokale vor, unter, über oder nach einem Konsonanten stehen, werden aber, mit Ausnahme des zuvor beschriebenen Falls immer nach dem Konsonanten gesprochen.

Leider gibt es keine einheitliche Transkription, sodass es da oftmals Verwirrung gibt, siehe Cholburi und Chonburi.

Eine weitere Besonderheit bei den Vokalen bilden zwei inhärente Vokale, ein eher kurz gesprochenes a und ein ebenfalls sehr kurz gesprochenes o, für die es keine Schriftzeichen gibt. Ein gutes Beispiel für diese beiden Vokale findet man in dem Wort Straße, Ta:no:n auf Thai ถนน. Das kurze "a" wird verwendet, wenn es sich um ein Konsonantencluster handelt. Tanon ถนน besteht eigentlich aus nur einer Silbe, kann aber ohne den Hilfsvokal a nicht ausgesprochen werden. Das kurze o ist der Vokal der in der Regel benutzt wird, wenn kein Vokal geschrieben wird.

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Die Geschichte von den verschwundenen Konsonanten

Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Geschichte um zwei obsolete Konsonanten, die zwar als Bestandteil des thailändischen Alphabets gelehrt werden, doch seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr genutzt werden. Es handelt sich um kor kuat (ฃ) und kor khon (ฅ). Jon McFarland, Sohn einer in Thailand lebenden Missionarsfamilie, kam von einem Besuch in den Staaten nach Thailand zurück. Er brachte eine Erfindung mit, eine Schreibmaschine mit dem fast kompletten thailändischen Alphabet. Es war ihm technisch nicht möglich, tatsächlich alle Schriftzeichen auf der Maschine unterzubringen, sodass er die beiden besagten Buchstaben einfach wegließ. So verschwanden sie um diese Zeit als Buchstaben aus dem thailändischen Schriftsatz.

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