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Real Story Und es gibt sie doch: MIA

 
       #342  

matra530

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@cherimabelle
Alles richtig gemacht.
Habe heute erst diesen Thread gefunden und hatte immer Angst, dass doch noch irgendwo der große Hammer kommt.
Schön, dass es auch diese positiven Geschichten im Leben gibt.
Dir/Euch weiterhin alles Gute.
 
 
 
 
       #343  

cherimabelle

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Einen eigenen Thread wollte ich mit diesem Thema nicht strapazieren. Da Essen aber auch in meinem neuen Leben in Thailand zu den wichtigen Dingen gehört, hänge ich es einfach mal an den alten Thread.

Essen in Thailand

Wer noch nie in Thailand war, kennt thailändische Gerichte nur aus den entsprechenden Spezialitätenrestaurants. Sie sind zwar nach europäischen Standards zubereitet, aber doch ungewohnt, schmackhaft und schön angerichtet.

Wer seinen Urlaub in Thailand verbringt, nimmt das einheimische Essen als Teil der Exotik eines asiatischen Landes, sieht grosszügig oder blauäugig über manches weg - und freut sich auf sein Lieblingsgericht nach der Rückkehr.

Wer dauerhaft in Thailand lebt und ein gesundes Leben führen will, kommt nicht umhin, sich Gedanken über seine Ernährung zu machen.

Gleich vorab: Thaifood aus den Tausenden von Garküchen und kleinen Restaurants quer durch Thailand hat mit den Gerichten auf der Speisekarte eines Thairestaurants in Europa oft nur die Geschmacksrichtung und den Namen gemeinsam.

Man meint zu wissen, dass die thailändische Küche sehr vielfältig ist und lässt sich dabei von einer einfachen Tatsache täuschen: Eine landesweite Verbreitung finden nur etwa zehn Gerichte. Daneben gibt es natürlich viele regionale Spezialitäten, die allerdings für Nicht-Thai oft nicht geniessbar sind.

Die vielgerühmte Vielfalt ergibt sich aus der Tatsache, dass fast alle dieser Gerichte wahlweise mit Huhn, Schwein, Rind, Garnelen, Krebsen, Fisch oder Gemüse zubereitet werden. Aus zehn mach siebzig. So entsteht Vielfalt.

Jedes Gericht hat einen Namen. Und dieser Name ist Copyright, Identifikation und Gebrauchsanweisung in einem. Er beinhaltet die Zutaten, die Saucen, Kräuter und Gewürze sowie die Zubereitungsart. Der Phantasie sind damit in der normalen Thaiküche enge Grenzen gesetzt. Ein Tom Yam Gung (Suppe mit Lemongrass, Limonensaft und Garnelen) schmeckt im südlichen Hat Yai genau gleich wie im 1700 km weiter nördlich gelegenen Chiang Rai. Es schmeckt aber fast ebenso gleich wie ein Tom Yam Gai (gleiche Suppe mit Huhn), Tom Yam Muu (Schwein), Tom Yam Pla (Fisch) oder Tom Yam Hed (Pilze). Den Unterschied spürt man höchstens zwischen den Zähnen. Der jeweils typische Geschmack entsteht ausschliesslich durch die vorgeschriebenen Saucen, Gewürze und Kräuter.

Thaifood kennt keine Feinheiten. Gibt man in der europäischen Küche einem Gericht mit einer Prise eines einzigen Gewürzes eine hauchfeine Note, verwendet man dagegen in Thailand eine Handvoll von zwei, drei oder vier Kräutern, die jedes für sich allein ein Essen dominieren können.

Damit aber nicht genug. Jedes Gericht verlangt ganz bestimmte Saucen. Die werden nun aber nicht etwa in feiner Handarbeit selbst gemacht. In jedem Lebensmittelgeschäft gibt es Regale voller billigster, industriell gefertigter Produkte. Die Auswahl umfasst etwa 30 verschiedene Saucen in je 5 verschiedenen Ausführungen von je 10 Lieferanten in je 4 Flaschengrössen.

Da Salz kaum verwendet wird, gehört natürlich in jedes Gericht Nam Pla, die salzige Flüssigkeit, die aus fermentiertem Fisch hergestellt wird. Der Preis für Nam Pla folgt der Qualität. 30 Baht bezahlen Restaurants und Strassenküchen für einen Liter einer üblen Brühe, die vor allem der Nase nach als Fischsauce definiert werden kann. Ein 200 ml Fläschchen mit der edlen, im Vergleich wohlriechenden Variante zum Preis von 260 Baht setzt sich hingegen kaum um und wird nur von betuchten Thai oder Ausländern gekauft.

Mit den Gewürzen, Kräutern und Saucen sowie der im Geruch alles überdeckenden Fischsauce ist es jedoch nicht getan. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen werden jedem Gericht oft unwahrscheinliche Mengen Natriumbikarbonat beigefügt. Unter Köchen, Hausfrauen und Konsumenten hält sich hartnäckig die Meinung, dass ein Gericht ohne diesen Zusatz nicht schmeckt. Dass es ohne eine grosszügige Zuckerbeigabe nicht geht, sei nur am Rande erwähnt.

Die Zubereitung der meisten Gerichte erfolgt im Wok oder in einer grossen Eisenpfanne - unter Verwendung von Oel. Viel Oel. Die benötigten Mengen erlauben natürlich auch hier nur die Verwendung von billigstem Industrieöl.

Die allgemeine Qualität der im Land verfügbaren Lebensmittel muss grundsätzlich angezweifelt werden. Sehr viele Produkte kommen aus China, und China hat eigene Gesetze im Umgang mit Chemie, Zusatz- oder Konservierungsstoffen.

Wegen der jahrhundertelang praktizierten Monokultur sind Thailands Fruchtflächen in schlechtem Zustand. Früchte und Gemüse erfordern deshalb einen massiven chemischen Einsatz und sind grossenteils stark mit Pestiziden und Düngemitteln belastet.

Die im Land buchstäblich tonnenweise konsumierten kleinen Garnelen werden in grossen Tanks unter massivem Einsatz von Antibiotika gezüchtet.

Eine ununterbrochene Kühlkette beim Transport von Lebensmitteln ist oft nicht gewährleistet, genauso wie die Einhaltung von westlichen Hygienestandards.

Gerade in ländlichen Gebieten sind Thai nicht sehr wählerisch bei der Auswahl ihrer Ernährung. Sie essen grundsätzlich alles. Regionale "Spezialitäten" können durchaus noch lebende Käfer, Ameisen, ganze Frösche oder rohe Innereien enthalten.

Das thailändische Essen mag seine Exotik während einiger Wochen Urlaub behaupten. Es erstaunt aber nicht, dass sehr viele Expats in Thailand nach anfänglicher Begeisterung wieder umgestellt haben und viel Geld für westliches Essen ausgeben.

Wir ernähren uns nach wie vor "thailändisch". Im Lauf der Zeit haben wir aber praktisch alle oben angeführten Probleme beseitigt.

- Früchte, Gemüse und Fisch kaufen wir nur bei Bauern, deren Produktionsmethoden uns bekannt sind.
- Fleisch gibt es nur abgepackt mit Herkunftsangabe und Datum aus dem Supermarkt
- alle übrigen Lebensmittel wählen wir sorgfältig aus und vermeiden nach Möglichkeit chinesische Produkte
- Natriumbikarbonat benutzen wir ausschliesslich zum Reinigen von Gemüse
- aus der Fülle von Fertigsaucen sind letztlich zwei übrig geblieben
- ein kleines Fläschchen der besten Fischsauce reicht für drei Monate.
- auf Garnelen verzichten wir ganz, und Meerfrüchte gibt es nur direkt am Meer
- statt im Wok mit viel Oel wird vieles ohne Oel in der Teflonpfanne zubereitet. Brauchen wir trotzdem Oel, ist es bestes Kokos- oder Olivenöl.
- bei Zubereitung und Zutaten erlauben wir uns ziemlich viel Kreativität
- die Gerichte müssen natürlich ihren Geschmack durch das tonangebende Gewürz oder Kraut beibehalten. Alles andere aber wird auf kleinste Mengen reduziert.


- und ein Quantensprung für meine Leibköchin: immer häufiger gibt es auch Gerichte ohne Namen und Vorschriften

So muss Thaifood sein.
 
 
 
 
       #344  

Gecko-22

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Oooooppps, das hat aber gerade mit einigen „verklärten und romantischen“ Denkweisen aufgeräumt. Danke dafür!
 
 
 
 
       #345  

fred27

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Natriumbikarbonat? Das ist Backpulver. Meinst du vielleicht Mononatriumglutamat
 
 
 
 
       #346  

Figaro

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Im Lauf der Zeit haben wir aber praktisch alle oben angeführten Probleme beseitigt.
Hut ab - für die Geduld, für die Lernkurve und für das Ergebnis hast du meinen höchsten Respekt.

- Früchte, Gemüse und Fisch kaufen wir nur bei Bauern, deren Produktionsmethoden uns bekannt sind.
- Fleisch gibt es nur abgepackt mit Herkunftsangabe und Datum aus dem Supermarkt
- alle übrigen Lebensmittel wählen wir sorgfältig aus und vermeiden nach Möglichkeit chinesische Produkte
Wie stellst du sicher, dass das Gemüse wirklich sauber und nicht belastet ist?
Wie hast du das Antibiotikaproblem bei Fleisch gelöst?
 
 
 
 
       #347  

summit

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Vielen Dank, wenn auch ernuechternd.

Wenn man die Kueche auch nicht vergleichen kann, handhabe ich es hier auf den Philippines fast genauso.
Extra virgin Oliveoil ist mir wichtig, ausserdem ein Bestand von ca 20 Gewuerzen.
Die Filipinos wundern sich, wenn die das sehen.
Und selbstgemachtes Kraeutersalz immer dabei.
In DE hab ich mich zu ca 70% bio ernaehrt, das ist hier leider nicht moeglich.
 
 
 
 
       #348  

cherimabelle

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Das ist Backpulver
Mal heisst es "baking soda", mal "sodium bicarbonate", und immer ist es Backpulver.


dass das Gemüse wirklich sauber ist
Auf dem grossen Markt kennen wir unterdessen vier Bauernfamilien. Mit denen haben wir viel gesprochen, und ihre "Betriebe" haben wir uns angesehen. Der Rest ist Vertrauen. Und sollten doch noch irgendwo Rückstände sein: MIA legt alles Gemüse eine Nacht lang in einer Backpulverlösung ein. Sie glaubt an die Wirkung.

Wie hast du das Antibiotikaproblem bei Fleisch gelöst?
Das werde ich wohl in Thailand nicht lösen können. Ich möchte nicht soweit gehen, das Fleisch einfliegen zu lassen. Aber letztlich essen wir nach dem Motto " von allem, aber von allem nicht zu viel".

Das ist es tatsächlich.
Ich hatte es satt, von Familie und Freunden in der Schweiz die immer gleichen Lobgesänge auf thailändisches Essen zu hören. Auch deshalb habe ich alles mal zusammengeschrieben.
 
 
 
 
 
 
       #351  

summit

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Aber echtes Thailandfeeling gibts auch in de.
Hatte vor paar Jahren mal in N beim Thai ne cockroach im chicken currry.😜
 
 
 
 
 
       #353  

Hamnoi

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@cherimabelle, ich bin schlichtweg begeistert und beschreibt auch meine Erfahrungen :super:

Deine Darstellung sollte Pflichtlektüre für jeden Thailandreisenden werden.
 
 
 
 
       #354  

cherimabelle

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sollte Pflichtlektüre für jeden Thailandreisenden werden.
Ab und zu zwei Wochen Thaifood wird keinen umbringen. Und ich möchte auch keinem das Bild zerstören, das er sich vom thailändischen Essen gemacht hat.
Für Residenten oder Langzeiturlauber allerdings macht es schon Sinn, die tägliche Nahrung etwas zu hinterfragen.

Aber was rede ich da: Die Weichen für eine Änderung der Essgewohnheiten in Thailand sind ja schon gestellt. ;)
Seit MIA der Spagat zwischen "arroi" und "gesund" gelungen ist und sie das selbst Gekochte auch vorbehaltlos gut findet, ist sie mit fast heiligem Eifer auf einem Missionsfeldzug...
 
 
 
 
       #355  

cnb1806

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Ab und zu zwei Wochen Thaifood wird keinen umbringen. Und ich möchte auch keinem das Bild zerstören, das er sich vom thailändischen Essen gemacht hat.
Für Residenten oder Langzeiturlauber allerdings macht es schon Sinn, die tägliche Nahrung etwas zu hinterfragen.

Aber was rede ich da: Die Weichen für eine Änderung der Essgewohnheiten in Thailand sind ja schon gestellt. ;)
Seit MIA der Spagat zwischen "arroi" und "gesund" gelungen ist und sie das selbst Gekochte auch vorbehaltlos gut findet, ist sie mit fast heiligem Eifer auf einem Missionsfeldzug...
Allerdings, sooo vielfaeltig ist das Essen hier wirklich nicht. Gruenes Curry, gelbes Curry, rotes Curry....klare Suppen, rote Suppen, weisse Suppen.
Zu meiner Hotelzeit hatten viele Mitarbeiter Cholesterin Probleme und die waren teilweise Spindelduerr.
Gaeste verlangten mal ein typisches Thai Fruehstueck (gibts in dem Sinne ja eigentlich nicht). Wir haben dann Khanom Jeen serviert, kommt einem (Sued) Thaifruehstueck am naechsten, die Gesichter waren schon geil :p
 
 
 
 
       #356  

Doug490

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Angestellter
"You can make bumbum now"
Ich möchte Dir an dieser Stelle auch einmal sagen, wie unglaublich unterhaltsam und zu Tränen rührend romantisch ich DEine Schreibweise und Deine Berichte finde.
Ich lieg heute krank im Bett und wollte eigentlich noch etwas sinnvolles schaffen, an diesem unverhofften freien Tag... Aber ich kann mich einfach nicht von Deinem Bericht losreissen :)
 
 
 
 
 
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