Real Story Und es gibt sie doch: MIA

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Ein Reisebericht zu unserer kleinen Tour d'Europe war ja gar nicht geplant. Da meine kurzen Reisesplitter doch den einen oder anderen interessiert haben, schiebe ich jetzt immerhin noch ein paar Informationen nach.

Dies ist nun die vierte Europareise für MIA. Sehr vieles war anders als bei den früheren Gelegenheiten.

Zum ersten Mal sind wir zusammen in der C geflogen. Das gesamte Drum-und-dran hat ihr zwar gefallen; die Frage, ob und wie sie sich unterwegs benehmen und verhalten müsse, hat sie aber im Vorfeld doch einige schlaflose Nächte gekostet. Schlussendlich war alles halb so wild, und die Flugbegleiterinnen von Singapore haben sie ins Herz geschlossen.

Zum ersten Mal auch war die "Nahrungsbeschaffung" für mich nicht mit Stress verbunden. Früher war "Falangfood" (auch ohne es zu versuchen) grundsätzlich nicht essbar. Entsprechend haben wir uns von Thairestaurant zu Thairestaurant gehangelt. Diesmal wollte MIA immer die jeweils regionstypischen Gerichte versuchen. Sie selbst war wohl am meisten überrascht, dass ihr so manches gut oder doch immerhin ein bisschen geschmeckt hat.

Zum ersten Mal hat MIA (auf eigenen Wunsch!) zu einem Seafoodgericht Weisswein getrunken, und zwar die unwahrscheinliche Menge von knapp 0,5 dl. Das etwas gequält vorgebrachte "alloy", zusammen mit einer Grimasse bei jedem Schluck, lässt darauf schliessen, dass sie wohl nie zur Alkoholikerin wird.

Nichts verändert hat sich in ihrer Sparsamkeit. Beim Begleichen jeder Hotel- oder Restaurantrechnung ist MIA innerlich zusammengezuckt. Habe ich schon in Thailand Mühe, sie zum Kauf von etwas Persönlichem zu bewegen, gelingt mir dies wegen der für ihr Empfinden astronomischen Preise in Europa noch viel weniger.

MIA hat sich sehr ausführlich auf die Reise vorbereitet. Die Mischung aus lange zurück liegendem fragwürdigen Schulwissen, über Facebook gewonnenen Informationen, Hörensagen von Freundinnen und Verwandten sowie Internetweisheiten habe ich oft als sehr abenteuerlich empfunden. Entsprechend hoch war der Bedarf an Erklärungen, Erläuterungen und Korrekturen.

Fast noch stärker als bei früheren Gelegenheiten habe ich den Mangel an "historischem" Wissen empfunden. Für jeden DACHler mit normaler Allgemeinbildung ist es selbstverständlich, geografische oder kulturelle Gegebenheiten automatisch mit geschichtlichem Wissen zu verbinden. Diese Fähigkeit fehlt MIA aus nahe liegenden Gründen gänzlich.

Ein für uns beide sehr wichtiger Punkt ist die Kommunikation mit der Umwelt. Habe ich diese früher fast gänzlich übernommen, spricht MIA heute alle und jeden ganz unverkrampft an. Da ihr Englisch oft nicht auf Anhieb verstanden wird, ergeben sich oft ganz amüsante Situationen. Den inneren Drang, helfend einzugreifen, kann ich mittlerweile ganz gut unterdrücken.

Bei unseren früheren Reisen war MIA durch all die neuen Eindrücke fast etwas überfordert. Erstmals konnte sie sich jetzt auf Dinge konzentrieren, die sie speziell interessierten. Dazu gehörte auch, dass sie ihren Ehemann in seinem eigenen Kulturkreis erleben und beobachten konnte.

MIA ist ganz eindeutig erwachsener und reifer geworden
Zum grossen Glück aber hat sie sich ihre kindliche Begeisterungsfähigkeit bewahrt. Drückt sie ihre Gefühle dann auch mal etwas lauter aus, geniesse ich die vorwurfsvollen Blicke der Leute, die alle besser wissen, was sich gehört.

Auf jeder Reise kann und wird auch mal etwas schief laufen. In meinen früheren Beziehungen waren dies immer Gelegenheiten für Verstimmungen oder gar unerfreuliche Auseinandersetzungen.
MIA nimmt alles mit einem Lächeln hin. Und mit ihrer positiven Art lässt sie jeden Ansatz von Ärger meinerseits ins Leere laufen.

Ich kenne Europa von früheren geschäftlichen und privaten Reisen ziemlich gut.
Mit MIA als Begleiterin erschliesst sich mir oft eine ganz andere Sichtweise.

Wie MIA die einzelnen Stationen erlebt hat, fasse ich dann am Schluss der Reise zusammen.

 
 
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       #382  
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@cherimabelle: Vielen Dank, dass du uns teilhaben lässt.

Gruß

sharky
 
 
 
 
       #383  
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Auch von mir nochmal danke für's teilhaben lassen, freue mich schon auf die Zusammenfassung. Ich muss auch sagen, dass deine Frau auf den Bildern sehr nett rüberkommt und so eine Art nette Spitzbübigkeit ausstrahlt.
 
 
 
 
       #384  
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Als Abschluss noch etwas zu den einzelnen Stationen unserer Reise. Dies soll in keinem Fall eine Wertung sein. Ich versuche nur wiederzugeben, wie die verschiedenen Orte bei den (immer nur kurzen) Besuchen in MIA's Erinnerung zurückgeblieben sind.

Strassburg ist überschaubar und hat eine recht grosse Fussgängerzone. Da es MIA viel bedeutet, mit mir Hand in Hand zu gehen, gefällt ihr die Stadt allein schon deshalb gut. Die französische Leichtigkeit des Lebens hat sicher auch zum guten Eindruck beigetragen.

Von Köln bleibt im Gedächtnis von MIA wohl vor allem der Dom haften. Ihre übrigen Eindrücke sind geprägt durch viele Touristen und eine gefühlt "kalte" Atmosphäre. Einen Bonuspunkt verzeichnet die Stadt allenfalls noch durch ein himmlisches Vitello tonnato in einem sympathischen Restaurant, dessen Name MIA für unsere Reise-
Rastlosigkeit passend schien: "Mangia e vai".

Die so ganz andere und ungewohnte Nordsee, der ewige meist heftige Wind, die langen Spaziergänge auf, vor und hinter den Deichen, unser leicht schiefes Hotel am Südstrand und natürlich die Nordseekrabben, die eigentlich Garnelen sind - all dies ist als nachhaltiges positives Bild von Wilhelmshaven in MIA's Kopf abgespeichert.

Für Amsterdam würde MIA Paris, Salzburg und Florenz hergeben und Köln als Bonus gleich noch obendrauf legen.
Die Anlage der Stadt mit ihren Kanälen, die Lockerheit der gefühlt jungen einheimischen Bevölkerung, die allgegenwärtigen Fahrräder und das Treiben auf und neben dem Wasser - 10 Punkte für diese Stadt.

Über die Tulpen als unser eigentliches Ziel bleibt wenig zu sagen. Die mehrmaligen der Rührung geschuldeten Tränenausbrüche haben mir ein weiteres Mal gezeigt, dass MIA mit vielen Gefühlen durch ihr Leben geht und nach wie vor auch mit kleinen Dingen glücklich sein kann.

Nach der allgemeinen Fahrdisziplin in Amsterdam und auch im übrigen Holland ist der Verkehr auf dem Weg nach Brüssel und dann vor allem im Stadtinneren nicht nur für MIA gewöhnungsbedürftig.
Der Grand Place mit seinen imposanten Gebäuden hingegen gefällt ihr, genauso wie die angrenzenden kleinen Gassen, in denen sie erneut ihre Lauflust unter Beweis stellen kann. Und dass es in jedem zweiten Restaurant Muscheln und anderes Meergetier gibt, hat dem guten Eindruck der Stadt sicher nicht geschadet.

Es könnte ja sein, dass MIA von dem bisher Erlebten schon etwas übersättigt war. Vielleicht war auch das Programm der Tagesreise zu heftig.
Jedenfalls rangiert Luxemburg in ihrer Erinnerung unter "sehen, abhaken und vergessen". Sei's drum.

Freiburg i.Br. ist eine meiner Lieblingsstädte - zum Bummeln, Verweilen, Einkaufen. Diese Vorliebe hat MIA uneingeschränkt übernommen. Ihr Vergleich mit meiner vorherigen Heimat Thun ist zwar für mein Städtchen schmeichelhaft. Ähnlich gemütlich ist es aber allemal.

Für die letzte verbleibende Woche in der Schweiz hat sich MIA eine Unterkunft "auf dem Land" gewünscht. Bei AirBnB habe ich eine kleine, feine Wohnung nicht weit von Bern und Thun gefunden. Hier können wir uns von der Reise und dem Städtetrubel erholen. Und nach den teuren Hotelpreisen quer durch Europa ist auch meiner Brieftasche eine Auszeit zu gönnen.
Das Programm dieser Tage - von MIA zusammengestellt - sieht etliche Ausflüge vor, verbunden mit ordentlichen Wanderungen.

Das war's.

Wir haben eine ganz tolle Reise hinter uns. Für MIA bedeuten diese drei Wochen neben vielen eindrücklichen Erlebnissen eine erneute kräftige Erweiterung ihres Horizontes. Für mich ist es eine weitere Bestätigung, dass wir zusammen auf einem sehr guten Weg sind.
Für uns beide war es einfach eine glückliche Zeit innerhalb eines glücklichen Lebensabschnittes.

Eine Art Fazit hat MIA mit ihrem fast schon traditionellen Dankgebet bereits in der Kathedrale von Brüssel gezogen.

"Thank you Mum for teach me can be honest and good wife.
Thank you Buddha for give me good husband.
Thank you husband for make my life special.
Thank you for love me.
Thank you for I can love you.
Thank you for give me can eat everyday. Thank you for make me happy".



Thank you MIA.

 
 
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@cherimabelle

Vielen Dank für das update. Da ich Euch quasi seit Deinem ersten Bericht begleite, ist es schön, immer mal wieder etwas zu hören. Es freut mich, dass es bei Euch beiden so gut harmoniert. Die Gründe dafür hast Du ja bereits mehrfach beschrieben. Ich denke aber, dass Du dabei Dein eigenes Licht etwas unter den Scheffel stellst. Nach Deinen Berichten und Kommentaren sowie den beschriebenenEindrücken von doclec, bekommst Du es scheinbar hervorragend hin, gleichzeitig straight zu sein, aber auch auf die Leute einzugehen und die Schwingungen zu erkennen. Kommt sehr sympathisch rüber.

So, genug blabla, wollte nur sagen, danke für's teilhaben lassen.

Gruß J .
 
 
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       #387  
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Gruss aus Thun:bye:Schloss mit Niesen.
Dieses Bild kennt natürlich MIA gut. Bei ihrem ersten Besuch in der Schweiz hatte ich noch meine kleine Notwohnung. Da es mit dem Essen damals seeehr schwierig war, assen wir fast täglich im selben Thairestaurant in der Stadt.
 
 
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       #388  
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Danke für die tollen Eindrücke. In drei Wochen wird meine Freundin das erste Mal nach D kommen und Dank deines Berichtes sind mir noch einige Ideen für ihren Besuch hier gekommen.
 
 
 
 
       #389  
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In drei Wochen wird meine Freundin das erste Mal nach D kommen
Hab mir nach deiner Signatur deinen alten Bericht durchgelesen! Gehe ich recht in der Annahme, dass es noch die Dame ist die du in BKK kennengelernt hast? Sehr schön! Schreib doch mal was darüber ...
 
 
 
 
 
       #391  
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       #393  
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Wurde vieles gesagt, vieles gibt es nicht mehr hinzuzufügen, außer: Vielen Dank auch von mir!
Ich schwelgen in (eigenen) Erinnerungen.
 
 
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       #394  
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Lieber Cherimabelle,

es gibt hier einige talentierte Schreiber, die tolle Reiseberichte verfassen und damit auch die Community bereichern, Chapeau! - sei es von Reiseberichten über Land und Leute, über Bargirl- & Agogo,-Storys bis hin zu ironischen und tollen Spitzen wie von @riva .

Ich hab deine Story quasi verschlungen und einen anderen User aus diesem Forum vor einigen Tagen das erste mal persönlich kennen gelernt. Nach kurzer Zeit kamen wir auf das TAF zu sprechen und ebenso auf die Berichte. Ich hatte deinen Namen vergessen, sofort war aber klar, über wen und über welchen Bericht wir sprechen, weil dieser einfach seinesgleichen sucht. Ich meinte nur "der Bericht der ans Herz geht" - und das ist kein Scherz - und sofort war klar: Und es gibt sie doch: MIA.

Daher ein grosses Kompliment, dass du über Kontinente hinweg Menschen nur mit deiner Geschichte emotional bewegen kannst und dafür ein ganz grosses Dankeschön von mir.

Beste Grüsse und von Herzen nur das allerbeste,
K.
 
 
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       #396  
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Freiburg i.Br. ist eine meiner Lieblingsstädte - zum Bummeln, Verweilen, Einkaufen. Diese Vorliebe hat MIA uneingeschränkt übernommen. Ihr Vergleich mit meiner vorherigen Heimat Thun ist zwar für mein Städtchen schmeichelhaft. Ähnlich gemütlich ist es aber allemal
Danke für das update und weiterhin alles Gute...lese immer wieder gerne mit. Ab 29.4. War meine Mia auch in meiner Heimatstadt...Freiburg.....Bericht über unsere Ausflüge folgt auch irgendwann.
 
 
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       #397  
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MIA und Plan B (C,D...)

Und wieder einmal habe ich mich in MIA getäuscht.

Als wir beschlossen, unsere Leben zusammenzulegen, lag der finanzielle Anteil von MIA bei 0% (ohne jetzt von ihren unzähligen anderen "Aktiva" zu sprechen, die sie in die Gemeinschaft eingebracht hat).

Aus diesem Grund - und natürlich auch, weil ich es wahrscheinlich besser kann - bin ich zuständig für die kurz-, mittel- und langfristige Finanzplanung.

In groben Zügen kennt MIA unsere Situation, und im täglichen Leben ist es - nicht zuletzt auch wegen ihrer bescheidenen Ansprüche - nicht nötig, darüber zu sprechen. Ich hatte immer auch das Gefühl, dass sie sich dafür gar nicht gross interessierte.

"I follow you" also auch hier.

Dem unter Expats in Thailand aktuellen Thema folgend haben wir uns in letzter Zeit auch intensiv über Krankenver- oder -Absicherung und natürlich meine persönliche gesundheitliche Situation unterhalten.

Dass wir dabei erstmals auch - zwar immer noch mit vielen Emotionen - über mein irgendwo in der Zukunft liegendes unvermeidliches Ablaufdatum sprechen konnten, war die erste Überraschung.

Dass MIA mit ihrem jetzigen Leben uneingeschränkt glücklich ist, stelle ich unterdessen nicht mehr in Frage, genauso wenig wie ihren einzigen grossen Lebenswunsch: Die gute Zeit, die wir haben, möglichst lange auszudehnen und einfach weiter mit mir zusammen sein zu können.

Die zweite, noch grössere Überraschung erlebte ich dann, als sie mir ihre Pläne darlegte, die sie in den letzten Monaten klammheimlich entwickelt hat:

- Von ihrem ehemaligen Arbeitgeber hat sie die schriftliche Zusicherung, innerhalb der nächsten 10 Jahre jederzeit zu bisherigen Konditionen wieder einsteigen zu können.

- Mit einer Schwester - der einzigen, die in der Familie über einigermassen Geldmittel verfügt - hat sie einen Vertrag über den Verkauf von Land und Haus abgeschlossen, mit bleibendem Wohnrecht für uns bis zu meinem Ableben.
Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 70% unserer Investitionen, der Termin kann von uns bestimmt werden.

- Der ärmste Teil der Familie verfügt über einen unerschöpflichen Pool an (Gross-) Nichten, aus dem wir kurzfristig günstige Haushalt- und andere Hilfe rekrutieren könnten.

Ich weiss nicht, wie viel diese Verträge und Vereinbarungen im Ernstfall wert wären. Ich möchte mich auch nicht unbedingt darauf verlassen müssen.

Aber es tut gut zu wissen, dass MIA von sich aus bereit ist, einen Teil der Verantwortung für unsere Zukunft zu übernehmen.

 
 
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       #398  
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Toll, da hat sie sich für eine Thai, die gerne im hier und jetzt leben, aber weit aus dem Fenster gelehnt. Respekt. Aber wie konnten wir dank dir schon oft sehen: Deine ist anders! :);-)
 
 
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       #399  
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MIA und das Alter

Wie für wahrscheinlich jede Frau ist das zunehmende Alter auch für MIA eine Quelle ewiger und immer stärkerer Besorgnis.
Nahm sie die vollendeten 50 noch einigermassen locker, scheinen die nahenden 51 eine weitaus höhere Hürde darzustellen.
Dass sie sich dabei vor allem sorgt, meinen optischen Ansprüchen nicht mehr zu genügen, deutet wohl auch auf das Bild hin, das sie sich von sich selbst macht.
Mir wurde immer bewusster, dass sie meine - regelmässigen - Komplimente mehr als Ausdruck meiner Liebe denn als Statement über ihr Aussehen und ihren Körper auffasste. Mehr oder weniger diskrete Hinweise, dass gerade auch westliche Frauen, die im gleichen Alter noch eine makellose Schönheit präsentieren, diese Schönheit im besten Falle lebenslangem hartem Training, im häufigeren Falle aber operativen Nachhilfen verdanken, fruchteten:

Nichts.

Mehr durch Zufall denn aus Berechnung habe ich eine wenigstens vorläufige Lösung des Problems gefunden.

MIA lässt sich oft neue Methoden einfallen, mich zu verführen. Bei einem dieser Versuche habe ich beherzt zum Handy gegriffen und abgedrückt. Auch wenn ich kein begnadeter Fotograf bin, die Kamera falsch eingestellt war und die Lichtverhältnisse ungünstig waren, sind mir doch einige gute Schnappschüsse gelungen.
Die besten habe ich auf ihr Handy geschickt.

Über die nächsten Tage hinweg konnte ich beobachten, wie MIA die Bilder immer wieder aufrief, lange betrachtete, vergrösserte, wieder ansah. Die dabei geäusserten Kommentare waren wohl mehr für sie selbst als für mich gedacht.
Zuerst: "Ugly"
Dann: "Not so bad"
Später: "Hmmm, can se belly"
Am Tag darauf: "I think.... Khun Chang, you think I am beautiful?"
"I tell you before. You are beautiful!"
"Really?
"Really!"
"Sure?"
"Sure!"
"I know you are shy when people can see me same this."
"Never!"

Ich kann die dreitägige Diskussion abkürzen.
MIA fand Gefallen an den Bildern und begann mit dem Gedanken zu kokettieren, dass auch andere sie so sehen könnten wie ich.

Und weil sie über ihre Verwegenheit selbst erschrak, wälzte sie die Verantwortung auf mich ab:
"I know you afraid show my foto in Internet because you shy." (MIA weiss, dass ich unsere Geschichte ins Forum gestellt habe)

Langer Rede kurzer Sinn:

Mit Hilfe der richtigen Fotos hat MIA ihre Ängste über ihr fortschreitendes Alter - wenigstens vorläufig - überwinden können.

Und zum ersten und einzigen Mal:



"Khun Chang?"
"Hmmm"
"Can make Foto again?"
 
 
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Wenn alle 51-jährigen so gut aussehen würden wie Mia, dann fehlen der Kosmetikindustrie die Umsätze und die Schönheitschirurgen ständen Schlange vor dem Arbeitsamt zwecks Umschulung. :);-)
 
 
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