Dieser Beitrag ist rein informativ!
So, mal etwas Neues von der HIV-Front. Mit mRNA ist der Biomedizin ja in Bezug auf RNA-Viren und Impfungen ja dank BionTech ein gewaltiger Durchbruch gelungen. Wahrscheinlich wird es in Zukunft gegen RNA-basierte Viren wie Influenza solche Impfungen geben. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, weil hier die Zulassungsvoraussetzungen extrem verkürzt werden, da hier weder mit Verstärkern, lebenden Bruchstücken oder toten und nicht mehr vermehrungsfähigen Viren experimentiert werden muss, sondern lediglich eine Information übertragen wird.
Auch in der Krebsforschung spielen mRNA-basierte Impfungen eine Rolle:
Mit einer Impfung Krebs bekämpfen, daran forschen Fachleute schon viele Jahre. Bald könnte eine erste mRNA-Impfung als Krebstherapie zugelassen werden.
www.krebsinformationsdienst.de
Ein kurzer Abriss für Neueinsteiger in diesen Thread. Was sind RNA-Viren und was ist ein mRNA-Impfstoff?
Vorab: Eine Impfung gegen RNA-Viren ist
keine Gen-Therapie. Gen-Therapie wäre es, wenn hier die DNA verändert würde. Die DNA liegt aber nicht in der Zellhülle, sondern im Zellkern. mRNA-Impfungen spielen sich aber ausschließlich in der Zellhülle ab.
mRNA-Viren sind Viren, die in eine Zellhülle eindringen und sich mittels reverser Transkriptase reproduzieren. Vereinfacht gesagt wird hier die Information einer Zelle umgeschrieben. Am Anfang steht eine Sequenzierung eines RNA-Virus. Damit wird die DNA eines Virus analysiert. Gesucht wird hier nach besonders typischen und möglichst arm an Varianten, also quasi-statischen Bruchstücken. Bekanntestes Beispiel sind hier wohl die Spike-Proteine von Covid. Diese Sequenz wird isoliert und mittels Nanolipiden als Träger- und Übermittlungssubstanz als Impfstoff produziert. So wird ein Bruchteile der eigentlichen Virusinformation übertragen und mittels reverser Transkriptase reproduziert und ohne die sonst typischen Krankheitsverläufe vom Immunsystem erkannt, bekämpft und gemerkt.
HIV sind RNA-basierte Viren. Das aktuelle und seit Jahrzehnten bestehende Problem ist, dass im Körper quasi Reservoire bestehen, in denen HIV persistent vorhanden ist.
Aktuell ist es möglich, durch geeignete Medikation HIV kontrolliert zu unterdrücken und die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze zu halten. Für HIV-positive Menschen bedeutet das, dass sie ein quasi-normales Leben ohne Einschränkung führen können. Der Nachteil ist, dass sie lebenslang auf eine dauerhafte Medikation angewiesen sind. Wie alle Medikamente gibt es auch bei dieser beständigen Medikation Nebenwirkungen, beispielsweise die negative Auswirkung auf die Knochendichte, weshalb eine beständige Kontrolle und Supplementierung mit Vitamin D notwendig ist.
Wird die Medikation abgesetzt, werden die persistenten HI-Viren wieder aktiv und die Viruslast wächst. Aktuell scheint es hier einen Durchbruch gegeben zu haben, mittels spezieller mRNA die Reservoire der persistenten HI-Viren sichtbar zu machen. Sollte es gelingen, hier entsprechend aktive zu werden, um die persistenten Viren zu neutralisieren, wird HIV endgültig heilbar sein.
Das entsprechende Fachpaper für den Interessierten gibt es hier:
A major hurdle to curing HIV is the persistence of integrated proviruses in resting CD4+ T cells that remain in a transcriptionally silent, latent state. One strategy to eradicate latent HIV is to activate viral transcription, followed by ...
pmc.ncbi.nlm.nih.gov