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Shopping auf Schienen

Dieses Thema im Forum "Pattaya- und Thailandforum" wurde erstellt von Skywalker, 01.02.2011.

  1. Skywalker

    Skywalker V.I.P.

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    Thailands seltsamster Markt


    Exotische Märkte gibt es in Thailand wie Schotter in einem Gleisbett. Aber nur einen, auf dem achtmal täglich ein Zug mitten hindurchrumpelt. Schnell müssten dann die Verkäufer ihre Waren sichern - und auch für Kunden ist der Schienenverkehr nicht ungefährlich.

    Es riecht nach frittiertem Fleisch und gedünstetem Gemüse. Nach frischem Fisch und Meeresfrüchten. Nach süß-sauren Saté-Spießchen und scharfer Nudelsuppe. Nach Obst und allerlei exotischen Gewürzen. Nach schwüler Luft und trocknenden Pfützen.



    Ältere Verkäuferinnen mit nicht mehr ganz vollzähligem Gebiss verscheuchen Insekten. Geldscheine und Plastiktüten wechseln die Besitzer. Junge Frauen in Flipflops trotten über Betonplatten, Gleisstränge und Holzschwellen. Sie tuscheln und kichern und verhandeln hartnäckig mit den Verkäufern. Es rauscht, es wuselt, es menschelt auf dem Markt von Samut Songkhram, rund 70 Kilometer südwestlich von Bangkok. Es ist eng und schummrig. Das dichte Gewirr von Plastikplanen lässt kaum Tageslicht durch. Trotz des Gewimmels geschieht das Ganze körperlos. Und sollte aus Versehen doch mal jemand einen anderen berühren, falten sich die Hände devot vor der Brust zur Entschuldigung. Buddha zum Wohlgefallen. Ein Markt also wie so viele in Thailand? So scheint es.


    Ein Signalton sorgt für Bewegung

    Plötzlich erschallt, wie aus dem Nichts, ein mechanisches Signal. Drei scheppernde Töne aus einem vorsintflutlichen Megafon. Gefolgt von einer Stimme, die irgendetwas auf Thailändisch daherleiert. Mechanisch und monoton.
    Doch offenbar tonangebend. Denn von einer Sekunde auf die nächste tun die Händler eigenartige Dinge: Mitten im Verkaufsgespräch packen sie ihre Tische, lupfen sie an und ziehen sie wortlos zwei, drei Meter rückwärts. Die olivgrünen Plastikplanen, die die Tische beschirmen, werden zusammengefaltet. Stände, die vor wenigen Augenblicken kaum zwei Meter voneinander getrennt waren, gehen nun auf Distanz in Wassergrabenbreite.


    Die Kunden scheint der Rückbau der Stände nicht weiter zu irritieren. Sie verziehen keine Miene und bewegen sich in entschleunigtem Gang runter von der Verkaufsgasse. In kleinen Nischen zwischen den Tischen und Körben bleiben sie stehen. Den Kopf zur Seite gedreht, den Blick starr auf eine kleine Kurve gerichtet.


    Grund für die Aktion ist der 8-Uhr-40-Zug nach Samut Songkhram. Der fährt hier wirklich mitten hindurch. Haarscharf an den Ständen, den Schirmen und der Auslage vorbei - auch wenn man es als Tourist bis zuletzt nicht glauben will. Strammen deutschen Ordnungsbeamten würden angesichts dieser Zustände vermutlich die Gesichtszüge entgleisen. Doch Enge sieht man in Thailand nicht so eng, als dass man nicht einen Zug durch den Markt einer Provinzhauptstadt fahren lassen könnte. Genauer gesagt die Maeklong-Bahn - einen historischen Regionalzug.




    http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,742707,00.html