Deutschland Ein Stückchen Heimat in der Ferne

KingPing

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06.02.2011
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Travel Guide
Prolog

In Deutschland leben etwa 60.000 Thais, natürlich zum größten Teil der buddhistischen Religion angehörend. Gegenüber den ca. 1.7 Millionen Muslimen mag das verschwindend gering erscheinen. Aber wie auch die Muslime in Deutschland werden auch die Thais in Deutschland in ihrer Religion betreut. Für Deutschland findet die Betreuung in 27 Tempeln und buddhistischen Vereinen statt. Eine Liste der entsprechenden Örtlichkeiten findet ihr unter diesem Link

ungültiger Link entfernt

Das Jahr in Thailand ist übersät mit vielen buddhistischen Feiertagen. Die meisten davon werden landesweit gefeiert während einige Feiertage nur noch lokale Bedeutung haben, vorwiegend in ländlichen Gegenden und nicht unbedingt als nationale Feiertage eingeführt. Diese Feiertage werden von der Thai Community in Deutschland genutzt, um sich früh am Morgen in den Tempeln zu treffen und sie zusammen unter Anleitung der Mönche zu feiern, sich untereinander auszutauschen und einen ruhigen und besinnlichen Morgen in einem vertrautem Umfeld zu erleben.

Die Zeremonien finden mitunter in Anpassung an die Arbeitsgewohnheiten in Deutschland mit einem Versatz zu den eigentlichen Feiertagen nach dem Mondkalender statt.

 
Wan Sart Thai – ein Morgen im Tempel

Der Wecker riss mich nach einer unruhigen Nacht um 6:30 Uhr zusammen mit meiner Frau aus dem Schlaf. Nach 5 Minuten des Zurückfindens aus der surrealen Welt zwischen Traum und Tag wälzte ich mich aus dem Bett. Meine Frau ist da etwas konsequenter, zumindest wenn es wie heute darum geht, zeitig aufstehen zu müssen.

Heute ist Sonntag, in Deutschland ein ganz normaler Sonntag. Aber der erste Neumondtag zum Ende des 10. Monats des Mondkalenders liegt gerade ein paar Tage zurück und für Thais ist dies ein besonderer Tag des Gedenkens an die Toten, die Lieben, die bereits von uns gegangen sind. Und dieser Tag wird heute im Wat Dhammaniwasa in Eschweiler bei Aachen, dort ist der Tempel der buddhistischen Gemeinde für die Region, gefeiert.

Ursprünglich wurde dieser Feiertag eine rein königliche Zeremonie, die nur innerhalb des Königspalastes zelebriert wurde zu Zeiten König Ramkhamhaengs von einer seiner Gespielinnen eingeführt. Das Fest ist noch am ehesten mit dem hier gebräuchlichen Entedankfest zu vergleichen. Allerdings waren diese Feierlichkeiten wesentlich umfangreicher und dauerten insgesamt 3 Tage. Die zubereiteten Speisen wurden am letzten Tag, dem König, der Königin, seiner Familie, dem Hofstaat und den Mönchen sowie symbolisch den Toten übergeben.

Im Laufe der Jahrhunderte ging dieser Brauch allerdings verloren. Übriggeblieben ist der Brauch, den Mönchen Essen zu reichen und der Toten zu gedenken, ihnen symbolisch Speis und Trank zu reichen, dies reichlich, damit auch diejenigen, denen niemand mehr gedenken kann an diesem Mal teilhaben zu lassen.

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Kurz vor 8 Uhr, meine Frau war noch dabei, die Speisen für die Mönche zuzubereiten, klingelte das Telefon. Member Grokon, dessen Freundin aus Thailand für 4 Wochen zu Besuch in Deutschland ist, kündigte sein Eintreffen für ca. 8:30 Uhr an. Wir hatten uns zuvor verabredet und er wollte seiner Freundin die entsprechende Aufmerksamkeit in Respekt vor ihrer Religion erweisen. Grokon war pünktlich und auch meine Frau und ich waren soweit. Kurz vor 9 Uhr verließen wir unsere Wohnung und fuhren nach Eschweiler zum Tempel. Für Member Grokon wurde es allerdings leider nur ein sehr kurzer Aufenthalt. Seine Freundin klagte über starke Menstruationsbeschwerden und sie hatte das Bedürfnis nach Ruhe. Sie fühlte sich in ihrem Zustand nicht wohl im Tempel. Ich hatte Verständnis dafür und auch für Grokons Einstellung, dass seine Freundin und ihr Wohlergehen Priorität für ihn hatten. Es war schade, dass er uns so zeitig verließ.

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Es waren schon zahlreiche Leute anwesend. Auch einige ganz in weiße Gewänder gekleidete Frauen aus Thailand waren heute im Tempel, Nonnen, die man eigentlich selten zu Gesicht bekommt. Der Buddhismus in Thailand ist eine fast ausschließlich männlich dominierte Religion. Aber es gibt auch viele Tempel in Thailand, die nur durch Nonnen geleitet werden.

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Nach und nach füllte sich der Tempel und die Frauen bereiteten in zwei anderen Räumen die mitgebrachten Speisen zur späteren Übergabe an die Mönche und Nonnen vor. Angemerkt sei, dass es sich bei diesen Nonnen nur symbolisch um solche handelte. Aber wie mir meine Frau erklärte, sei dies wohl zu diesem Feiertag Brauch.

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Die strengen Regeln eines Klosters erlauben einem Mönch, nach Mittag keine Speisen mehr zu sich zu nehmen. Vor dem Essen versammelten sich alle anwesenden Thais und zu einem großen Teile auch deren Begleiter im großen Saal. Die Mönche hatten sich bereits eingefunden. Ein Vorsprecher leitete die Gebete ein und der Abt übernahm dann die Fortsetzung der Zeremonie. Mit dem Ende dieses Gebetes war der erste Teil der Feierlichkeiten abgeschlossen.

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Danke lucky.

Es wird nur ein kurzer Bericht. Wenn ich Zeit habe, werde ich unter dem gleichen Thema noch ein paar Berichte zu diesem Thema schreiben, die sich ebenfalls um Tempelbesuche, Buddhismus und Animismus drehen.

Gruß

KingPing
 
Hallo tischtuch,

das ist kein Problem mit deinen Fotos, der Thread ist ja offen und solange der Bezug zum Thema vorhanden ist, sind solche Beiträge willkommen.

Mann, seid ihr in der Schweiz protzig. Da sieht man mal wieder, wo das Geld steckt. :ironie:

Solche Prachtbauten kenne ich in Deutschland nicht. Aber vielleicht lassen sich ja mehr Member gewinnen, die ihren Beitrag zum Thema hier einstellen. Ich würde es mir wünschen, befürchte aber, dass dies ein Randthema bleiben wird.
 
Den Wat in Gretzenbach besuche ich öfters (Zitat:In Gretzenbach feiert das Wat Srinagarindravararam - der grösste thailändische Tempel in Europa ....)
. Ist schon schön gemacht. Auch das Kloster ist offen für alle. Habe Zuhause noch Bilder von dort, kann sie mal uploaden wenn gewünscht. Machten auch mal einen Ausflug nach Kandersteg, ist aber dort nicht so prunkvoll, mehr im Chaletstil.

Ich bitte darum tahjong. :yes:
 
Es war nun an der Zeit, den Mönchen und Nonnen das Essen zu überreichen. Zuallererst hieß es, den Mönchen Reis zu geben. Die Gläubigen reihten sich nebeneinanderstehend in dem großen Saal auf, hatten den Reis für die Mönche in entsprechenden Behältnissen bereit. Wie in Thailand auch schritten die Mönche unter der Führung ihres Abtes die Reihe ab und empfingen von den Gläubigen den Reis.

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Das dauerte seine Zeit, nach meiner Schätzung waren gut und gerne an die 200 Personen daran beteiligt. Nach der Reisgabe setzten sich die Mönche wieder auf ihre Plätze. Das von den Anwesenden daheim zubereitete Essen wurde für die Übergabe an die Mönche auf Schalen verteilt. Entlang einer Reihe die alle Anwesenden, die aktiv an der Zeremonie teilhaben wollten, wurden die Speisen auf Schalen von Mensch zu Mensch weitergeleitet und der letzte in der Kette übergab die Schale an den Abt, der sie, nachdem er seinen Teil entnommen hatte, die Schale weiterreichte. Zuletzt bekamen die Nonnen die Schale. Es dauerte ebenfalls wieder eine geraume Zeit, bis die letzte Schale durchgereicht war.

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Den Mönchen und Nonnen gebührt es, als erste zu speisen. Ihr Mal wurde während der gesamten Zeit durch den Sprechgesang der anwesenden Thais begleitet. Es war eine friedliche Stimmung und die vielen weiblichen Stimmen klangen in dem großen Raum harmonisch und schafften eine Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit. Erst nachdem die Mönche und Nonnen ihr Mahl beendet hatten, durften alle Anwesenden ebenfalls essen.

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Es war schon ein besonderes Erlebnis Speisen zu kosten, die in den diversen thailändischen Küchen der Region Aachen zubereitet worden sind.

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Im letzten Teil der Zeremonie wurde in einem Gebet der Verstorbenen gedacht. Der Abt des Tempels ging entlang der Gläubigen und besprenkelte sie mit gesegnetem Wasser. Die Zeremonie war beendet und ein langer aber angenehmer Tag im Tempel neigte sich dem Ende zu. Nach und nach verließen die Anwesenden den Tempel und traten ihre Heimreise an.
 
Einen ganz, ganz lieben Dank für eure aktive Teilnahmen an diesem Thread. :super::dank:

Tum Thema "Liegender Buddha" in München.

Ich finde das ein Unding und es dürfte jeden Buddhisten wohl zutiefst verletzen. Ich vermute mal, dass dieser Künstler in keinster Weise mit ein paar rudimentären Grundsätzen des Buddhismus vertraut gemacht hat. Sonst wäre es mit Sicherheit nicht zu einem solchen faux pas gekommen. Es sei denn, es wäre bewusst so gemacht worden, also als vorsätzliche Provokation.

Der, der diese Figur geschaffen hat, ist der malaysisch-britische Künstler Han Chong. Seinen religiösen Hintergrund kenne ich nicht. Und es sieht ja nicht so aus, als wäre die Statue geschaffen worden, um im Dreck zu liegen.

Wenn Kunst auf Religion trifft, wird das immer zu Extremen führen, die Mohammed-Karikaturen sind ja ein krasse Beispiel dafür. In unserem Kulturkreis ist Religion ja glücklicherweise kein Tabuthema und kritische Kunst im Zeichen der Religion wird hier weitaus toleranter gehandhabt.

Extremer fand ich da schon den Auslöser für das Exportverbot buddhistischer Kunstwerke aus Thailand. Die wurden als Aschenbecher u. ä genutzt und das ist halt publik gemacht worden.

Das sagt dir tgageszeitung und das die AbendZeitung

Und so schreibt die Süddeutsche Zeitung
 
Ich habe mir das pdf-Dokument durchgelesen. Die sind doch krank, die das geschrieben haben.

Ich habe in Thailand des Öfteren Österreicher kennengelernt. Und ich muss leider sagen, dass keine dieser Begegnungen auch nur annähernd nett war. Das ging vom "Heil Hitler Gruß" über bodenloser Arroganz bis hin zur fast tätlichen Aggression und offener Tuschelei hinter vorgehaltener Hand nachdem sie mitbekommen hatten, dass wir aus Deutschland kamen.

Ich warte auf den ersten Österreicher in Thailand, der mal locker, frei und lustig daherkommt. Den lade ich dann glatt mit seiner LT/ST zu einem Abendessen im Fung Pla Pao ein. :yes:
 
@KP: Das PDF ist schon starker Tobak und an den Haaren herbeigezogen. Aber was will man von jemanden erwarten der nicht zwischen der Staswika und einem Hakenkreuz unterscheiden kann?

Deswegen und wegen deiner persönlichen Erfahrungen aber alle Österreicher über einen Kamm zu scheren hätte ich nicht von dir gedacht.

P.S. bin selbst mütterlichseits österreichischer Abstammung. :wink0:

Ich glaube, da hast du mich ganz gewaltig missverstanden. Ich habe mich explizit nur auf diese Österreicher bezogen, die ich kennengelernt habe. Das waren wirklich keine angenehmen Erfahrungen. Ich werde mich hüten, alle über einen Kamm zu scheren.

Ich warte auf den ersten Österreicher in Thailand, der mal locker, frei und lustig daherkommt. Den lade ich dann glatt mit seiner LT/ST zu einem Abendessen im Fung Pla Pao ein. :yes:

Was meinst du, weshalb ich das geschrieben habe? Also, sollten wir uns in Patty treffen, bekommst du ne halbe Einladung :lach: ins Fung Pla Pao. Ich gehe mal davon aus, dass du als Wahl-(Datschiburger :wink0:) Augsburger ein netter Kerl bist.
 
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