Thailand Unfall mit Mietwagen in Phuket

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Erfahrung und wichtige Warnung

Wir möchten unsere aktuelle Erfahrung teilen, weil sie zeigt, wie schnell sich eine vermeintlich sichere Situation im thailändischen Straßenverkehr ändern kann.

Am Flughafen Phuket haben wir einen modernen BYD Seal 5 Hybrid gemietet – genau das richtige Fahrzeug, um entspannt die Insel zu erkunden. Bereits am ersten Tag ging es nach Phuket Town. Wir sind im Umgang mit dem Verkehr in Thailand nicht unerfahren und hatten in den Tagen zuvor bereits mehrere tausend Kilometer problemlos zurückgelegt.

Umso überraschender kam es zu einem Unfall, der uns so in dieser Form nicht bewusst war.

Beim Linksabbiegen auf einer mehrspurigen Straße befanden wir uns korrekt auf der vorgesehenen Spur. In dem Moment, als wir abbiegen wollten, überholte uns jedoch ganz links ein Motorradfahrer mit hoher Geschwindigkeit – genau in die Abbiegesituation hinein. Eine Kollision war nicht mehr zu vermeiden.

Der Fahrer prallte in unseren vorderen Kotflügel, wurde durch die Luft geschleudert und schlug ungebremst mit dem Gesicht auf dem Asphalt auf – ohne Helm. Es war ein Schockmoment. Dass er diesen Unfall überlebt hat, grenzt aus unserer Sicht an ein Wunder. Er wurde umgehend mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht.

Was danach folgte, war mindestens genauso lehrreich wie der Unfall selbst.

Die Touristenpolizei wurde von uns kontaktiert, erschien jedoch nicht am Unfallort. Stattdessen sollten wir auf einen Vertreter der Versicherung warten, den die Autovermietung verständigt hatte. In der Zwischenzeit stand unser Fahrzeug mitten auf der Kreuzung, das Motorrad lag auf der Straße – und wir warteten in der Hitze.

Nach etwa 30 Minuten traf der Versicherungsvertreter ein, dokumentierte den Unfall und koordinierte alles Weitere. Beide Fahrzeuge wurden schließlich abgeschleppt und zur Polizeistation gebracht. Auch wir wurden dorthin gefahren.

Dort begann ein längerer Prozess: Warten, Datenerfassung, Gespräche – größtenteils auf Thailändisch. Für uns war vieles schwer nachvollziehbar. Am Ende stand die Entscheidung der Polizei: Keine eindeutige Schuldzuweisung. Weder der Motorradfahrer noch wir wurden verantwortlich gemacht. Der Fall wurde als eine Art „50/50-Situation“ behandelt, ohne Strafen für beide Seiten.

Theoretisch hätten wir gegen diese Entscheidung vorgehen können. Praktisch hätte das jedoch bedeutet, dass Fahrzeug und Beteiligte bis zum Abschluss weiterer Untersuchungen vor Ort bleiben müssten – mit ungewisser Dauer. Für uns kam das nicht infrage.

Das Fahrzeug wurde notdürftig wieder fahrbereit gemacht, ein beschädigtes Rad ersetzt. Der deutlich sichtbare Schaden am deformierten Kotflügel bleibt jedoch bestehen. Ein Ersatzfahrzeug wurde uns nicht angeboten.

Parallel dazu erhielten wir klare Anweisungen von Autovermietung und Versicherung:

Wir sollten auf keinerlei Forderungen eingehen oder Zahlungen leisten – unabhängig davon, wie emotional oder überzeugend diese vorgetragen werden.

Vor Ort versuchten Angehörige beziehungsweise Bekannte des Motorradfahrers, uns massiv unter Druck zu setzen und uns die alleinige Schuld zuzuschreiben. Auch das scheint in solchen Situationen nicht unüblich zu sein.

Unser Fazit ist klar:

Der Straßenverkehr in Thailand funktioniert oft anders, als man es aus Europa kennt – selbst dann, wenn man sich an die Regeln hält. Besonders Motorradfahrer bewegen sich häufig unberechenbar und nutzen jeden verfügbaren Raum, auch dort, wo man es nicht erwarten würde.

Wer hier fährt, sollte sich bewusst sein:

Recht zu haben bedeutet nicht automatisch, sicher zu sein.

Unsere klare Empfehlung:

Eine umfassende Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung ist kein Luxus, sondern Pflicht. Gleichzeitig sollte man jederzeit mit Fehlern anderer rechnen – insbesondere in komplexen Verkehrssituationen wie Kreuzungen oder beim Abbiegen.

Und unabhängig vom materiellen Schaden bleibt ein Gedanke:

Es hätte deutlich schlimmer ausgehen können.

Fahrt vorsichtig.

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        #3  

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Member hat gesagt:
Beim Linksabbiegen auf einer mehrspurigen Straße befanden wir uns korrekt auf der vorgesehenen Spur. In dem Moment, als wir abbiegen wollten, überholte uns jedoch ganz links ein Motorradfahrer mit hoher Geschwindigkeit

Mit Verlaub: es war doch sonst nix los in der Gegend, Straßen leer - d.h. keine weitere Ablenkung ... dann sieht man doch solch' einen Irren locker im Spiegel. Als Linksabbieger fahre ich IMMER bis hart an den Bordstein - sowas passiert dann nicht
 
        #4  

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Member hat gesagt:
Als Linksabbieger fahre ich IMMER bis hart an den Bordstein
Schön für dich, nur sehe ich da keinerlei Bordstein links vom Auto. Das Auto steht mitten in der Kreuzung.
 
        #5  

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Da in Thailand Linksverkehr ist, kann man beim Linksabbiegen immer nah am Bordstein bleiben! Und gerade in Bezug auf die Tatsache "Linksverkehr" irritiert mich die Position des Fahrzeugs auf dem ersten und letzten Bild ein wenig ...
 
        #6  

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Member hat gesagt:
Schön für dich, nur sehe ich da keinerlei Bordstein links vom Auto. Das Auto steht mitten in der Kreuzung.

ach Andi ... wenn ich an einer Kreuzung abbiege gibt es da auch (in einer Stadt, nicht auf dem Lande) meist einen Bordstein. An den halte ich mich, sodaß sich da keiner mehr vorbeischlängeln kann
 
        #7  

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Member hat gesagt:
ach Andi ... wenn ich an einer Kreuzung abbiege gibt es da auch (in einer Stadt, nicht auf dem Lande) meist einen Bordstein. An den halte ich mich, sodaß sich da keiner mehr vorbeischlängeln kann

Wenn der mit hoher Geschwindigkeit angeschossen kommt, nützt dir das mitten auf der Kreuzung herzlich wenig.
 
        #8  

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Member hat gesagt:
Da in Thailand Linksverkehr ist, kann man beim Linksabbiegen immer nah am Bordstein bleiben! Und gerade in Bezug auf die Tatsache "Linksverkehr" irritiert mich die Position des Fahrzeugs auf dem ersten und letzten Bild ein wenig ...
Nicht nur dich. Die Position des Fahrzeuges sieht so aus, als würde er gerade vom Links- in den Rechtsverkehr wechseln. Das es da kracht, wundert mich nicht. Das die Schuld geteilt wurde, halte ich angesichts der Fotos durchaus für eine richtige Entscheidung.
 
        #9  

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Member hat gesagt:
Das Auto steht mitten in der Kreuzung.
Linksabbiegen in Thailand entspricht Rechtsabbiegen in D. Wann steht man dabei mitten auf der Kreuzung, wenn man auf der äusseren Fahrspur (nahe am Bordstein) bleibt???

Member hat gesagt:
Das die Schuld geteilt wurde, halte ich angesichts der Fotos durchaus für eine richtige Entscheidung.
Ob richtig, weiss ich nicht, aber zumindest für mich nachvollziehbar.
 
        #10  

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Wer in Asien einen Unfall hat, ist entweder ganz schuldig, oder eben nur halb.
Ich habe noch nie gesehen, dass ein Thai, der ohne Helm fährt, angehalten wird. Uns Touristen dagegen nehmen sie sofort beiseite. Das liegt nur daran, dass wir ihnen ans Herz gewachsen sind und sie sich rührend um uns kümmern. 🤮

Danke an @aalleexx , daß er uns seine Story erzählt hat. Jeder sollte sich seine eigenen Rückschlüsse daraus ziehen.
 
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