Aus welchen Quellen kommt die Energie für die Rechenzentren für Google Cloud und AWS? Arbeiten die auch über regenerative Quellen?
Ja, beide Anbieter setzen massiv auf regenerative Quellen, nutzen aber unterschiedliche Strategien und ergänzen diese zunehmend durch Kernkraft, um den enormen Hunger von KI-Rechenzentren zu stillen.
Google Cloud (Alphabet)
Google verfolgt das Ziel, bis
2030 alle Rechenzentren rund um die Uhr (
24/7) mit kohlenstofffreier Energie zu betreiben.
Google Cloud +1
- Aktueller Stand: 2024 stammten bereits 66 % des Stromverbrauchs pro Stunde aus lokalen, CO₂-freien Quellen. Den Rest gleicht Google bilanziell aus, sodass sie seit 2017 jährlich 100 % ihres Verbrauchs durch den Kauf erneuerbarer Energien abdecken.
- Energiequellen:
- Wind & Solar: Hauptbestandteil durch langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs).
- Kernkraft: Google hat den weltweit ersten Firmenvertrag für den Kauf von Strom aus mehreren kleinen modularen Reaktoren (SMRs) mit Kairos Power unterzeichnet (geplant bis 2035).
- Geothermie & Abwärme: Google nutzt innovative Quellen wie Geothermie und speist Abwärme aus Rechenzentren (z. B. in Finnland oder Frankfurt) in lokale Fernwärmenetze ein.
Google Data Centers +6
Amazon Web Services (AWS)
Amazon ist der weltweit größte gewerbliche Käufer von erneuerbaren Energien und hat sein Ziel, 100 % des Verbrauchs regenerativ zu decken, bereits
2023 erreicht – sieben Jahre früher als geplant.
About Amazon +1
- Strategie: AWS nutzt einen Mix aus Direktinvestitionen in Wind- und Solarparks sowie den Kauf von Herkunftsnachweisen (RECs).
- Energiequellen:
- Erneuerbare: Über 600 Projekte weltweit (Wind und Solar).
- Kernkraft: Um die Grundlast für KI zu sichern, kaufte AWS 2024 ein Rechenzentrum in Pennsylvania, das direkt vom benachbarten Kernkraftwerk Susquehanna versorgt wird.
- Biokraftstoffe: In Europa werden Backup-Generatoren teils mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben.
About Amazon +4
Vergleich der Ansätze
| Merkmal | Google Cloud | AWS (Amazon) |
|---|
| 100 % Match (Jährlich) | Erreicht seit 2017 | Erreicht 2023 |
| 24/7 CO₂-frei Ziel | Bis 2030 (stundengenau) | Net-Zero Ziel bis 2040 |
| Kernkraft-Fokus | Kleine modulare Reaktoren (SMR) | Direkter Anschluss an bestehende AKWs |
| Herausforderung | KI-Wachstum verdoppelte Verbrauch seit 2020 | Enormer Strombedarf durch generative KI |