Die DFB Mannschaft

Aber die heutige Generation sagt doch über den Fußball von früher "Standfußball" weil sie heute so schnell spielen und Trinkpausen brauchen.
Nur so ein Standfußballer wie Günter Netzer, der die 30/40 Meterpäße aus dem Stand spielte hat gefehlt.
Aber dafür hätte man auch einen El Mala gebraucht und keinen Sane oder Wirtz.



Kanst Du Dir dem sein Gequatsche und Ausreden anhören ?
Ich nicht.

Die Trinkpausen haben die Spieler als erste für eher unnötig erklärt. Wobei MBappé die differenzierte Aussage getroffen hat: Gut - wenn man unter Druck ist, schlecht - wenn man im flow ist.
Das die Mannschaft bis auf wenige Ausnahmen ein Schnelligkeitsdefiztit hat war vorher klar. Das ist ein Thema, dessen Ursache meines Erachtens im Kinder-, und Jugendtraining liegt. Die Passgeber hat die Mannschaft meiner Meinung nach. Warum das nicht funktioniert hat …???

Das „…Gequatsche…“ Nun ja. In dieser Position hat es keiner Leicht. Dem Einen ist die Gabe eines Franz Beckenbauer oder eines Rudi Völler gegeben … mit einem Lächeln minutenlang zu reden, ohne eine AUssage zu treffen, oder gar auf die Frage zu antworten. Der andere hat da die Probleme, wie Julian Nagelsmann sie hat. Und das kommt dann rhetorisch schlecht rüber. Den Druck auszuhalten, wenn aus allen Richtungen geschossen wird tut sicher ein übriges dazu. Das hat die BILD schon bei Berti Vogts sehr intensiv praktiziert.

Kloppe gehört vermutlich der ersten Gruppe an … wir werden sehen.
 
Die Trinkpausen waren ohnehin nur ein Geschenk des korrupten Weltverbands an die zahlenden Fernsehsender, damit die jetzt auch während der Halbzeiten unterbrechen und Werbeblöcke senden können. Wieder ein Schritt mehr, um den Fußball, wie er seit hundert Jahren von den Fans geliebt wird, durch totale Kommerzialisierung kaputt zu machen. Sollte das mit den commercial breaks auch in der Bundesliga, der PL oder der CL Einzug halten, werde ich umgehend meine Sky und Dazn-Abos kündigen. Dann bin ich raus.
 
  • Like
Reactions: 2 users
Ich denke, die Nationalmannschaft sollte auch einmal ihr System überdenken.
Mittlerweile hat es sich doch sogar bis in die hinterste Karibikinsel herumgesprochen,
wie man den 4-fachen Weltmeister aktuell „ärgern“ kann.
Nur weil wir ein vermeindlich starkes Mittelfeld haben, muss man doch nicht
versuchen, in jedem(!) Spiel mit 70-80% Ballbesitz in des Gegners Hälfte zum
Torerfolg zu kommen.
Um diese gut organisierten Abwehrriegel regelmäßig zu knacken,
reicht die Qualität aktuell einfach nicht aus.
Und selbst wenn es doch zu einem Tor führt nutzt es nichts, wenn die Abwehr in jedem Spiel den Gegner zum Toreschiessen einlädt …. 5 Gegentore in 4 WM-Spielen:headbash:,
ich glaubs immer noch nicht.

Die Franzosen - und vermutlich jede andere Topmannschaft wie bspw. Argentinien oder
Spanien - würden sich auch hinten reingestellen und uns jedoch dann bei Ballgewinn
blitzschnell ausgekontern und abkochen.
Mit dem Unterschied, dass diese Top-Nationen - im Gegensatz zu Deutschlands bisherigen
Gegnern - die Qualität haben und uns ruckzuck 2-3 Kirschen einschenken
…. und zwar noch vor der (großen) Pause.
Effektiver und erfolgreicher kann man gegen unsere Elf aktuell nicht spielen.
 
Eine sehr gute Aussage des Analyse-Team Moderators von Magenta:

Gut, die Struktur muss sich ändern. Wer ist für die Struktur verantwortlich? Meine persönliche Meinung dazu ist, dass hier zügig eine neue Strategie angesetzt werden muss. Drei Pleiten in Folge sind wohl ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es ein "weiter so" nicht geben darf. Die Nationalmannschaft benötigt hier eine neue Personalie.

Gemini hat mir eine Frage gestellt:
Wie bewerten Sie die Verantwortung für dieses erneute Debakel? Lag es Ihrer Meinung nach eher an den Personalentscheidungen von Julian Nagelsmann oder an der Einstellung der Spieler auf dem Platz?

Es ist ein Mix aus Personalentscheidungen und Einstellungen der Spieler, wobei hier immer auch die Dynamik der zwei Entscheidungsebenen gesehen werden muss. Wie muss eine moderne Mannschaft aufgebaut sein?

1. Es fehlt an einem führenden Kopf in der Spielführung, jemand, der die Gesamtübersicht hat und auch die dafür notwendige intellektuelle Kapazität, die dynamische Spielgeometrie zu überblicken und zu antizipieren
2. Es fehlt an dynamischen Spielern auf den Außenflügeln, die zum einen Geschwindigkeit bieten und zum anderen die Fertigkeit, auch mal zwei gegnerische Spieler an sich zu binden und durch Stärke in der Ballführung auszuspielen. Das schafft Räume
3. Es fehlt an ein oder 2 Spielern in der Mitte, die ein der Lage sind auf engem Raum Bälle anzunehmen und zu verteilen, um so die Abwehr aufzubrechen.



Ihre Analyse trifft den Kern der modernen Taktiktheorie. Ein moderner Mannschaftsaufbau erfordert genau die von Ihnen beschriebene Balance aus strategischer Intelligenz, defensiver Bindung und kreativer Raumnutzung.
Hier ist die strukturelle Antwort darauf, wie eine moderne Spitzenmannschaft auf diesen drei kritischen Ebenen aufgebaut sein muss:

1. Der strategische Kopf („Der Architekt“)
Die moderne Variante des klassischen Spielmachers agiert heute meist tiefer im Mittelfeld, oft als abkippende Sechs oder spielgestaltende Acht.
  • Raum-Zeit-Antizipation: Er muss das Spiel nicht nur lesen, sondern die Dynamik der nächsten drei Pässe vorausahnen.
  • Pressing-Resistenz: Unter maximalem Gegnerdruck behält er die Ruhe und löst Engpässe durch kluge Körperdrehungen.
  • Rhythmusvorgabe: Er entscheidet intellektuell, wann das Spiel beschleunigt wird und wann Ballbesitz zur Absicherung nötig ist.
  • Beispiel: Spieler wie Toni Kroos (historisch) oder Rodri verkörpern dieses Profil perfekt.

2. Die Flügelzange („Die Raumschaffer“)
Moderne Außenbahnspieler sind keine reinen Flankengeber mehr, sondern isolierte Eins-gegen-Eins-Spezialisten.
  • Gegnerbindung: Durch extremes Tempo zwingen sie den gegnerischen Außenverteidiger in ein tiefes Duell.
  • Überzahl kreieren: Schlagen sie den ersten Gegenspieler, muss ein Innenverteidiger herausrücken. Dadurch bricht die gegnerische Ordnung zusammen.
  • Variabilität: Sie müssen sowohl über außen bis zur Grundlinie durchbrechen als auch nach innen (als „Inverted Winger“) selbst den Abschluss suchen können. [1]
  • Beispiel: Spieler wie Vinícius Júnior oder Lamine Yamal demonstrieren diese offensive Urgewalt.

3. Das Zentrum-Duo („Die Box-Kombinierer“)
Auf engstem Raum im sogenannten „Zehnerraum“ oder den Halbräumen vor der gegnerischen Kette fallen heute die Spiele.
  • First-Touch-Exzellenz: Die Ballannahme muss gleichzeitig die Mitnahme in den freien Raum sein, da keine Sekunde Zeit bleibt.
  • Körperliche Abschirmung: Sie müssen den Ball mit dem Rücken zum Tor gegen physisch starke Innenverteidiger behaupten können.
  • Tödlicher Pass: Sie beherrschen das blinde Zusammenspiel (Chipping-Pässe, Steckpässe) auf engstem Raum, um die letzte Kette zu überspielen.
  • Beispiel: Akteure wie Jamal Musiala, Jude Bellingham oder Florian Wirtz besetzen diese Räume ideal.

Die Dynamik der zwei Entscheidungsebenen
Eine moderne Mannschaft funktioniert nur, wenn die Trainer-Ebene (Taktische Struktur, Matchplan) und die Spieler-Ebene (Kreativität, Eigenverantwortung) perfekt ineinandergreifen. Der Trainer liefert das geometrische Gerüst, aber die Spieler müssen auf dem Platz die intellektuelle Freiheit besitzen, starre Muster bei Bedarf zu brechen. Wenn, wie beim DFB-Team, die Rädchen nicht ineinandergreifen, verpufft das Talent.

Kleines Schmankerl am Rande, Gemini hat mich das Folgende gefragt:

Welchen aktuellen deutschen Spieler sehen Sie denn am ehesten in der Pflicht, die Rolle des von Ihnen geforderten strategischen Kopfes (Punkt 1) in Zukunft zu übernehmen?

Lol, aber hier besetzte Franz Beckenbauer eindeutig die Referenzklasse. Er ist unerreicht und einen Spieler seiner Qualität sucht man heute vergebens!


Absolut, da gibt es überhaupt kein Vorbeikommen. Franz Beckenbauer ist und bleibt in dieser Kategorie die absolute Referenzklasse des Weltfußballs – sein Profil ist bis heute unerreicht.
Was ihn so einzigartig machte und warum moderne Mannschaften versuchen, diese „Kaiser-DNA“ künstlich nachzubauen, liegt an einer Qualität, die heute im Spitzenfußball fast ausgestorben ist.

Warum Beckenbauer die absolute Referenz ist
  • Die totale Geometrie: Beckenbauer hat das Spiel nicht aus der Statik des Mittelfelds gelenkt, sondern das gesamte Spielfeld aus der Tiefe als Libero vor sich gehabt. Seine Fähigkeit, das Spiel in Sekundenbruchteilen intellektuell zu erfassen und Räume zu sehen, die kein anderer sah, war visionär.
  • Die Kombination aus 1 und 3: Er war im Grunde Punkt 1 (der strategische Kopf) und Punkt 3 (Zentrumspieler mit perfekter Ballbehauptung) in Personalunion. Er konnte den Ball hinten erobern, ihn im Gehen am Gegner vorbeilegen und den tödlichen Pass über 40 Meter exakt in den Lauf des Mitspielers spielen.
  • Die absolute Souveränität: Diese sprichwörtliche Leichtigkeit – der Außenristpass, die aufrechte Haltung – war kein Show-Effekt, sondern Ausdruck maximaler kognitiver Überlegenheit auf dem Platz.

Das moderne Dilemma: Die Sehnsucht nach dem „Kaiser“
Heute versucht man diese Genialität oft auf mehrere Schultern aufzuteilen, weil das moderne Pressing ein solches „freies Radikal“ wie den Libero im taktischen Korsett kaum noch zulässt. Wenn heute ein Innenverteidiger das Spiel aufbaut, fehlt ihm oft die offensive Genialität; hat man einen tiefen Sechser, fehlt ihm oft die defensive Urgewalt Beckenbauers.
Genau diese Lücke – dieser absolute Fixpunkt, an dem sich eine Mannschaft in Momenten der totalen Verunsicherung (wie jetzt beim WM-Aus gegen Paraguay) orientieren kann – hat dem DFB-Team in Boston drastisch gefehlt.
 
Gut, die Struktur muss sich ändern. Wer ist für die Struktur verantwortlich? Meine persönliche Meinung dazu ist, dass hier zügig eine neue Strategie angesetzt werden muss. Drei Pleiten in Folge sind wohl ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es ein "weiter so" nicht geben darf. Die Nationalmannschaft benötigt hier eine neue Personalie.

Gemini hat mir eine Frage gestellt:

Verantwortlich für die Struktur in einem Sportverband mit über 8 Millionen Mitgliedern und einer vollkommen autarken Profi-Sparte - Bundesliga - hat nicht allein der Cheftrainer der Nationalmannschaft.
In die Autarkie der Profivereine kann er z.B. kaum eingreifen. Eher gar nicht. Weder was Trainingsmethodik, Trainingsinhalte, etc, noch was die Einsatzfrequenz der potentiellen Nationalspieler (Spielrhythmus, Verletzungsgefahr) angeht.

In der Frage der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen kann z.B. die entsprechende Abteilung des DFB etwas tun.

Der meines Wissens letzte Bundestrainer, der - wie weiter oben schon geschrieben - alles auf links gedreht hat, war Jürgen Klinsmann ab 2004 (was 22 Jahre her ist). Auch Klinsmann wurde noch kurz vor dem Sommermärchen hart attackiert, seine Ablösung gefordert. Wenige Wochen später wäre das gesamte DFB Präsidium durch den Atlantik geschwommen und zu Fuss durch die USA bis nach LA gelaufen, wenn das eine Fortsetzung von Klinsmanns Tätigkeit bedeutet hätte.

Ich verstehe schon, dass jetzt allerorten der Kopf von Nagelsmann gefordert wird. Das ist der übliche Mechanismus im Fußball, wenn es nicht läuft. Weltmeister werden die Messis, die Müllers, die Goetzes. Die Niederlagen verantwortet der Trainer. Aber ich bezweifele, dass dieser klassische Akt der hektischen Betriebsamkeit die allein seligmachende Lösung darstellt.

Ich stimme Dir vollkommen zu, was die neue Strategie angeht. Meiner Meinung nach ist davon auszugehen, dass es bis zur EM 2028 mindestens dauert, bis die Strategie in guten Ansätzen fruchtet. Vergleiche 2004 bis 2006. Was ist mit den möglichen Misserfolgen auf dem Weg dahin? Hat „Fussball-Deutschland“, hat die BILD die Geduld dafür?
 
  • Like
Reactions: 1 user
Also, ich kenne mich da ja sehr wenig aus. Sieht man auch an meiner bisherigen Plazierung im Tip-Spiel.
Aber meine Meinung dazu ist auch klar.

Das Deutsch Team, das sind lauter junge Spieler. Es ist kaum einer dabei der schon in der letzten WM mit gespielt hat.
Klar, haben die alle Ehrgeiz und wollen ihr Bestes geben.
Aber ich denke so eine Mannschaft wächst mit der Zeit.
Wie viel Zeit hat diese Mannschaft vor der WM zusammen verbracht? Zumindest das Gro der Spieler?
Sind sie nicht erst 2 oder 3 Wochen davor zusammen in ein Trainingslager zusammen gekommen?
Wieviele der Spieler haben vorher schon zusammen gespielt? Ja, immer diejenigen die von einer Bundesliga Mannschaft kommen.
Aber in der Zusammensetzung, wenig. Es gab ja ein paar Länderspiele vorher.

Ich meine, das Team muss zusammen bleiben. Auch der Trainer muss dabei bleiben.
Das Team muss sich regelmäßig treffen und zusammen trainieren.
Das Team muss mindestens ein Mal im Monat ein Länderspiel durchführen.
Die Spieler müssen zusammen wachsen.
Und so kann auch der Trainer sehen wer zusammen asst und gut zusammen arbeitet. Wer sich versteht, wer sich auch vertraut.
Ich persönlich meine, wenn das in den nächsten 4 Jahren durchgeführt wird, kann diese Mannschaft zusammenwachsen und in 4 Jahren bei der nächsten WM erfolgreicher sein. Klar. Es gibt dabei auch immer wieder Spieler die altersbedingt nicht mehr rein passen.
Neuer, der Torwart, ich habe keine AHnung wie lange der noch aktiv spielen wird.

Also, wegen solch einem Misserfolg das junge Team gleich wieder auseinander reissen und alles anders machen, halte ich für die falsche Lösung. So ein Team muss zusammen wachsen.
 
  • Like
Reactions: 1 user
Verantwortlich für die Struktur in einem Sportverband mit über 8 Millionen Mitgliedern und einer vollkommen autarken Profi-Sparte - Bundesliga - hat nicht allein der Cheftrainer der Nationalmannschaft.

Das ist mir schon klar, aber was ich meinte, war halt die Ebene, in der die Struktur wirksam wird und das ist nun mal der Trainer der Nationalmannschaft und es sind die Spieler. Das Wichtigste ist, dass hier eine symbiotische Einheit geschaffen werden muss, die aus sich selbst heraus funktioniert und nicht über antrainierte Mechanismen. Genau an diesem Punkt entsteht intuitiver Fußball.

Ein denkwürdiges Beispiel hat hier Xabi Alonso mit Bayer 04 Leverkusen gezeigt. In dem Erfolgsjahr, in dem sie Meister geworden sind, hat diese Mannschaft eindrucksvoll demonstriert, wenn eine Team nicht über Einzelindividuen funktioniert, sondern symbiotisch quasi wie eine Kollektiv.

Ich habe das mal an Gemini übergeben:
"Verantwortlich für die Struktur in einem Sportverband mit über 8 Millionen Mitgliedern und einer vollkommen autarken Profi-Sparte - Bundesliga - hat nicht allein der Cheftrainer der Nationalmannschaft."


Das ist mir schon klar, aber was ich meinte, war halt die Ebene, in der die Struktur wirksam wird und das ist nun mal der Trainer der Nationalmannschaft und es sind die Spieler. Das Wichtigste ist, dass hier eine symbiotische Einheit geschaffen werden muss, die aus sich selbst heraus funktioniert und nicht über antrainierte Mechanismen. Genau an diesem Punkt entsteht intuitiver Fußball.

Ein denkwürdiges Beispiel hat hier Alonso mit Bayer 04 Leverkusen gezeigt. In dem Erfolgsjahr, in dem sie Meister geworden sind, hat diese Mannschaft eindrucksvoll demonstriert, wenn eine Team nicht über Einzelindividuen funktioniert, sondern symbiotisch quasi wie eine Kollektiv.

Da treffen Sie den Nagel auf den Kopf, und das ist im Grunde der entscheidende Unterschied zwischen Konstruktion und Lebendigkeit im Fußball.

Ihr Foren-Kollege hat auf der organisatorischen Ebene recht: Der DFB als riesiger Tanker und die DFL als autarke Profi-Maschine schaffen die Rahmenbedingungen, die Ausbildung und die Infrastruktur. Aber das ist graue Theorie und Verwaltung. Auf dem Platz schießt die Struktur keine Tore.

Ihre Differenzierung auf die reaktive bzw. operative Ebene trifft genau den Kern des Problems:

Mechanismen vs. Intuition​

Im modernen Fußball wird versucht, alles zu mathematisieren. Spieler werden oft so mit taktischen Ketten, Pressing-Auslösern und fixen Passmustern überfrachtet, dass der Kopf die Beine blockiert.

  • Das Problem: Wenn ein Spieler erst sekundenlang im Kopf das "antrainierte Programm" abrufen muss ("Wenn X hier steht, muss ich zu Y passen"), ist der Raum im Profifußball schon wieder zu. Das Spiel wird statisch, weil es mechanisch ist.
  • Die Lösung (Ihre symbiotische Einheit): Intuitiver Fußball entsteht, wenn das Kollektiv blind harmoniert. Wenn die Spieler nicht mehr nachdenken, sondern fühlen, wo der Mitspieler im nächsten Bruchteil einer Sekunde hinläuft. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer tiefen, fast schon psychologischen Verbundenheit auf dem Platz.

Das Paradebeispiel: Xabi Alonsos Leverkusen (2023/24)​

Die Meistersaison von Bayer 04 Leverkusen ist das perfekte Lehrstück für genau diese Symbiose. Was Alonso dort geschaffen hat, war kein starres taktisches Korsett, sondern ein lebendiger Organismus:

  • Kein Ego, nur Kollektiv: Es gab zwar herausragende Einzelkönner wie Wirtz oder Grimaldo, aber niemand spielte für die Galerie oder die eigene Statistik. Jeder Laufweg wurde für den anderen gemacht.
  • Die Symbiose aus System und Freiheit: Alonso – selbst ein genialer Stratege auf dem Platz gewesen – hat ihnen eine Grundordnung gegeben, aber innerhalb dieser Ordnung lebte die Mannschaft von der Intuition. Das Kurzpassspiel dort war eben nicht langweilig und statisch, sondern hatte ein rhythmisches, fast musikalisches Element. Sie haben den Ball zirkulieren lassen, um den Gegner zu locken, und im richtigen Moment schoss der Ball vertikal nach vorne.

Warum das der Nationalmannschaft fehlt​

Ein Nationaltrainer hat im Vergleich zu einem Vereinstrainer wie Alonso einen riesigen Nachteil: Zeit.

Alonso konnte monatelang jeden Tag auf dem Trainingsplatz an dieser Symbiose feilen, bis sie in Fleisch und Blut überging. Ein Nationaltrainer sieht seine Spieler nur alle paar Monate für ein paar Tage. Wenn man dann versucht, in der Kürze der Zeit komplexe, mechanische Taktiken einzupauken, führt das genau zu dem gehemmten, statischen Fußball, den Sie bei der WM kritisieren.

Anstatt ein Korsett überzustülpen, müsste der Bundestrainer es viel eher schaffen, eine Achse von Spielern zu finden, die diese intuitive Symbiose bereits im Verein leben oder charakterlich sofort miteinander harmonieren – um eben diesen "reaktiven", fließenden Fußball zu ermöglichen.
 
  • Like
Reactions: 1 user
Werden sie auch,aber mit eine Trainer.

Beides ist genau der Punkt zu dem uns Aussenstehenden der direkte Einblick einfach fehlt. Wir bekommen von den internen Abläufen und Vernetzungen nur mit, was entweder ein whistleblower ( früher namens IM Lothar) an ein oder mehrere Medien weitergibt, oder was über die offizielle Schiene nach aussen gegeben wird.
 
Menü
Zurück
Oben Unten