Episode 2
Ab 21 Uhr ist Sperrstunde, auch Bodas dürfen dann nicht mehr auf der Straße sein. Clubs etc. – Fehlanzeige. Die Suche auf Tinder/Badoo ist aufgrund der Menge an Girls sehr anstrengend.
Die Mädels sind schwierig zu organisieren, es ist ein ständiges Hin- und Herwechseln zwischen den vielen Chats, das volle Aufmerksamkeit erfordert. Schließlich will jede Pussy so behandelt werden, als wäre sie die einzige auf dieser Welt. Wehe, man macht einen einzigen, winzigen Fehler im Chat: Schnell sind sie beleidigt, gekränkt, kurzum: Aus die Maus!
Und immer wieder das gleiche: Manche reagieren plötzlich stundenlang nicht mehr, oder die Auserwählte schreibt plötzlich „I'm in my periods“, oder sie ist zu weit weg und will keine eineinhalb Stunden im Taxi sitzen.
Sobald sich dann eine kleine Gruppe potenzieller Beischläferinnen herauskristallisiert hat, die die Mindestkriterien erfüllen, ziehe ich sie in die engere Wahl auf WhatsApp.
Gegen 19 Uhr wird es dunkel, um 21 Uhr beginnt die Curfew. Das bereitet etwas Stress für mich, aber genauso auch für die Girls.
Das Lake Point Villa Hotel liegt zwar idyllisch, aber derart ab vom Schuss, dass es niemand kennt und die Bodafahrer ohne die Beschreibung eines Einheimischen es schlichtweg nicht finden. Google Maps benutzen sie nicht, weil sie meist keinen Datenvertrag auf dem Handy haben. Sie finden nur, was sie kennen und was man ihnen mühsam beibringt.
An diesem Nachmittag habe ich zwei in der Endauswahl. Kommt eine davon? Oder gar keine? Oder gar beide? Die zwei Girls sind in der nahegelegenen Nkumba University, keine 10km von mir entfernt. Eigentlich kein Problem, sollte man meinen. Bis zuletzt halte ich mir beide Optionen offen – ein Risiko, aber ich gehe es ein.
Wie wird es ausgehen? Zwei Mädels im Anmarsch – Katastrophe – oder gar keins – noch größere Katastrophe?