Tag 2 in Deutschland
Scheiß die Wand an ich will die Sache jetzt hinter mich bringen. Es belastet mich. Und es quält mich. Ich sitze hier mutterseelenallein in meiner einsamen Hütte und an Schlaf ist nicht zu denken. Obwohl ich schon totmüde bin und mir die Finger schon wehtun vom vielen Tippen.Aber ein Kapitel geht noch.
Weiter gehts: Wir kommen an in der Klinik. Auf den Parkplatz. Der Fahrer geht vor und holt den Rollstuhl. Ja richtig den Rollstuhl. Ich bin immer vom Parkplatz über die Strasse mit dem Rollstuhl gefahren. Bzw er hat mich halt geschoben. Weil ich so schlecht und auch nicht weit laufen konnte.
Er war das so gewohnt gewesen. In den Aufzug rein und dann ab im zweiten Stock in die Chemo Ambulanz.
Soll er ihn doch holen.

Mir doch egal.
Ich habe schon wieder irgentwie den Lebensmut verloren. Eigentlich will ich das alles hier gar nicht mehr.
Ich will LEBEN !!!
Ich will zurück nach Thailand zu meiner Pim.
Verdammt was ist jetzt richtig oder falsch?
Mache ich das richtige? Niemand kann mir dabei helfen oder mir diese Frage beantworten...
Also rein in den Rollstuhl und ab auf die Station. Nadel stechen. Der Zugang zur Infusion. Meine Venen sind von den vielen Chemotherapien über die 2 Jahre mittlerweile so schlecht geworden daß sie meisten zwei oder dreimal stechen müssen um überhaupt noch eine Stelle zu finden wo eine Infusion möglich ist.
Es gibt da auch noch die Möglichkeit eines festen "Port" Dss ist ein permanenter Zugang der dir auf die Brust operiert wird. Dann brauchen sie dich jedes Mal nur noch anstöpseln.
Aber das will ich so lange es irgendwie geht vermeiden. Ich würde mir vorkommen wie ein Versuchskaninchen. Jederzeit bereit..
Also Nadel rein und jetzt erstmal 6 Stunden 8 köstliche Beutel von dem guten Stoff einflößen lassen. Nur ein Beutel davon ist die eigentliche Chemotherapie. Das andere Zeug ist Cortison für die Nebenwirkungen und sonst noch allerlei Dreck halt. 8 volle Beutel..

Interessiert mich nicht.
Die Zeit ist um und wir rollen wieder zum Auto und er fährt mich wieder nach Hause. Ich bin geschlaucht als ich ankomme. Während der Fahrt haben wir viel geschrieben. Auch während der Chemo. Bilder hin und hergeschickt. Alles war gut. Alles war bestens. Ich liebe sie. Und ich verlasse mich blind auf sie, und werde ihr denke ich mein Leben anvertrauen, und das mit den Kräutern machen so wie sie es mir vorgeschlagen hat.
Ich will das hier alles nicht mehr!!!
Ich gehe ins Haus und sofort in mein Bett. Ich bin fertig für heute. Ich schreibe pim noch eine gute Nacht Nachricht und küssxhen und i Love you und und und.
Aber jetzt muss ich schlafen. Ich kann wirklich nicht mehr.
Ich bin jetzt erst den dritten Tag Zuhause. Es ist der 30. Dezember 2025. Einen Tag vor Sylvester. Ein neues Jahr wird morgen beginnen. Eine neue Chance für mich auf ein neues Leben ohne all diesen Chemo Dreck hier der mich systematisch kaputt macht. So habe ich jedenfalls das Gefühl.
Ich breche das alles ab. Mein Entschluss steht fest!!!
Ich werde es morgen meinem Sohn sagen. Und ich werde mich in spätestens in 2 oder 3 Tagen wieder in den Flieger nach Thailand setzen. Er soll das alles für mich regeln was zu regeln ist.
Ich werde Pim morgen früh damit überraschen das ich so schnell wieder zurück kommen werde.
Ich ahne noch nicht das Geringste das sich morgen früh wenn ich aufwache und aufs Handy schaue mein Leben innerhalb 3 Tagen wieder komplett ändern wird.
Das alle meine Träune von einer schönen Zukunft innerhalb einer einzigen Sekunde wie eine Seifenblase zerplatzt sein werden..
Es wird innerhalb eines Wimpernschlages alles kaputt sein und in Scherben liegen.
Der Traum wird apruppt und ohne jede Warnung vorbei sein...
Ich schlafe ein und bin froh endlich den Mut gefunden zu haben diese ganze Scheisse hier zu beenden.
"Good night Darling. Take Care of my Baby"
Ist mein letzter Gedanke.
"Good night my Husband. Me will Take Care your baby" Höre ich sie sagen..."i Love you Forever"....
Fortsetzung folgt