Afrika Ranking der afrikanischen Standorte

danke, Mutsungu, für deinen Gelaberer. Sehr interessanten Beitrag finde ich.
Wie sieht es denn mit der Sicherheit für einen alleinreisenden Qualitäts-Touristen aus?
Ich habe immer gehört, dass es im Kongo und gerade Kinshasa eben besonders gefährlich sein soll. Und viel Ärger gibt.

Wie siehst du das? Wie sind da deine Erfahrungen?

Sicherheit in Kinshasa - alleine - ist schon ein grosses Thema. Ich finde die Stadt halbwegs sicher im Vergleich zu anderen afrikanischen Grossmetropolen, aber es gibt dann halt doch ein paar Besonderheiten, die es für Touristen und insbesondere alleinreisende Qualitätstouristen doch sehr mühselig machen. Und eigentlich ist auch jede der 24 Kommunen Kinshasas wieder besonders zu betrachten.

Grundsätzlich ist Schusswaffengewalt selten und Du wirst im Auto nicht ausgeraubt. Das ist schon mal sehr positiv. Ansonsten gibt es grob 3 Sorten von Gefahren für Ausländer:

1. Shegues - Strassenmenschen, die teilweise schon immer auf der Strasse leben und durchaus zentral organisiert sind. Die Gruppen sind in der Regel nicht bewaffnet, setzen Macheten nur selten ein und stehlen vorallem. Das Phänomen der Shegues gab es schon zu Mobutus-Zeiten. Damals wurden die Shegues ab und an eingesammelt und dann im Fluss ertränkt oder aus einem Flugzeug in Flughöhe geschmissen - eimfach die Ladeklappe auf. Mit Shegues wird fast jeder in Kinshasa zu tun haben und es wirkt sehr bedrohlich, wenn man von ihnen umringt ist. Ist aber in der Regel ungefährlich. Ich brauchs trotzdem nicht im Urlaub.

2. Kulunas: Ein wahres Übel. Es gibt sie erst seit 15 - 20 Jahren. Es sind Gruppen von Halbstarken, meist mit irgendwelchen Drogen aufgepumpt, die einzelne Viertel oder Strassen kontrollieren. Sie sind dezentral organisiert und bekämpfen sich auch gegenseitig, wodurch es dann zu regelrechten Strassenschlachten kommt. Auch ehemalige Kindersoldaten schliessen sich den Kulunas. Sie sind meist mit Macheten und anderen Schlaggegenständen bewaffnet und setzten diese auch. Zum Geld verdienen greifen sie auch die Bevölkerung und Geschäfte an. Gombe, das Expatviertel am Fluss, gilt praktisch als kulunafrei. Soweit mir bekannt ist auch in der Partystrasse in beau marche noch nie was passiert.

3. Vertreter des Staates: Polizei und Militär sind in der Regel nicht mit scharfer Munition bestückt - das sind aber vorallem die Präsidialgarde des Präsidenten und teilweise auch private Leibwächter. Am besten ist es, einen grossen Bogen um alle diese Leute zu machen. Alle wollen einen zumindest abzocken und Geld verdienen. Eine traurige Besonderheit ist der Geheimdienst, ANR. Die sind überall präsent und handeln teils extrem willkürlich. Es ist zum.Beispiel total undurchsichtig und widersprüchlich, was man fotographieren darf und was nicht. Und dann gehts sofort ums Grld. Sowas brauch ich auch nicht im Urlaub.

4. Und wen doch mal was passiert mit den Vertretern des Staates: Freundlich bleiben, auf wichtige Kontakte verweisen, Witze machen und falls möglich paar Wörter Lingala reden. Dann lassen sich fast alle Probleme nach genau 30 Min wegdiskutieren oder man zahlt nur einem Bruchteil der ursprünglich geforderten Summe. Und bitte niemals einen Kongolesen als Affen bezeichnen (Makaku). Das ist die schlimmste Beleidigung überhaupt und endet sofort im Polizeiarrest. Und da wirds dann richtig teuer.

Vermutlich war das jetzt auch zuviel, da wir ja im Thread für das afrikanischer Destinationen sind. Sicherheit in Kinshasa ist halt echt auch ein grosses Thema.
 
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Vermutlich war das jetzt auch zuviel, da wir ja im Thread für das afrikanischer Destinationen sind. Sicherheit in Kinshasa ist halt echt auch ein grosses Thema.
Das war nicht zu viel, im Gegenteil. Vielen Dank für deine Ausführungen. Gerne mehr, wenn dir noch irgendwas einfällt. Finde ich sehr interessant. Vielleicht fahre ich da irgendwann mal hin. On verra.
 
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