Wie ist diese Anschuldigung, dass Thailand tollwütige Hunde als Waffe gegen kambodschanisches Militär einsetzt, mit Logik zu begründen? Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, weil derartig infizierte Hunde nicht gezielt handeln.
Ihre Skepsis ist aus biologischer und strategischer Sicht absolut berechtigt. In Fachkreisen und in der internationalen Berichterstattung wird dieser Vorwurf Kambodschas ebenfalls als
hochgradig unplausibel eingestuft.
Die logischen Argumente, die gegen den gezielten Einsatz von Tollwut-Hunden als Waffe sprechen, sind:
1. Fehlende Kontrollierbarkeit (Biologische Logik)
Tollwut greift das zentrale Nervensystem an. Infizierte Tiere im Endstadium (die „rasende Wut“) handeln völlig unberechenbar.
- Keine Freund-Feind-Erkennung: Ein tollwütiger Hund würde genauso wahrscheinlich die thailändischen Hundeführer oder Soldaten angreifen wie die kambodschanischen Gegner.
- Desorientierung: Die Tiere leiden unter Lähmungen, Krämpfen und Orientierungslosigkeit. Ein gezieltes Schicken über eine Grenze oder in feindliche Stellungen ist technisch kaum möglich.
2. Ineffektivität als Waffe
- Lange Inkubationszeit: Tollwut führt nicht sofort zum Tod oder zur Kampfunfähigkeit. Ohne Behandlung dauert es Wochen oder Monate, bis Symptome auftreten. In einem aktiven Gefecht hat dies keinen taktischen Nutzen.
- Einfache Gegenmaßnahmen: Kambodschanische Soldaten könnten die Hunde schlicht erschießen, bevor es zum Kontakt kommt. Zudem ist Tollwut durch eine Postexpositions-Prophylaxe (Impfung nach dem Biss) gut behandelbar.
3. Logik der psychologischen Kriegsführung
Warum erhebt Kambodscha dann diesen Vorwurf? Hier liegt die Logik eher im Bereich der
Propaganda:
- Dämonisierung des Gegners: Die Behauptung, der Feind nutze „unreine“ oder biologische Waffen (wie infizierte Tiere), dient dazu, Thailand international zu diskreditieren und die eigene Truppenmoral durch Hass auf den „hinterlistigen“ Gegner zu stärken.
- Ablenkung: Solche bizarren Meldungen können von eigenen militärischen Misserfolgen oder internen Problemen ablenken.
- Angstschürung: In ländlichen Regionen Kambodschas ist die Angst vor Tollwut real und groß. Die Behauptung schürt Urängste in der Bevölkerung und bei den Soldaten an der Front.
4. Wahrscheinlicheres Szenario
Es ist weitaus logischer, dass es sich um
streunende Hunde handelt, die durch den Gefechtslärm aufgeschreckt wurden und in den Schützengräben nach Nahrung suchten. Wenn ein Soldat von einem (vielleicht tatsächlich kranken oder einfach aggressiven) Streuner gebissen wurde, reicht dies in einer hochgradig angespannten Konfliktsituation aus, um daraus eine staatliche Verschwörungstheorie zu konstruieren.
Fazit: Aus militärstrategischer Sicht macht der Einsatz von Tollwut-Hunden keinen Sinn. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Element des
Informationskrieges, um die thailändische Seite als grausam und unberechenbar darzustellen.