Licht und Musik werden aufgedreht. Halb zehn jetzt, viel zu früh noch. Seit der Lasagne haben wir noch nichts gegessen. Wir verlassen das Hotel und bleiben in Italien. Diesmal Pizza und, sie ist mutig geworden, noch mal Lasagne.
Dann durch einige Bars auf der Mango-Street. Wir tauschen unsere Meinung über die Tänzerinnen aus. Sie macht mich auf einen knackigen Hintern aufmerksam. Eine war mir gestern aufgefallen, auf die mache ich Rose aufmerksam. Rose ist gut drauf, tanzt mit ihr auf der Bühne und zieht sie zu mir, in unsere Sitzecke. Rose führt die Hand der anderen in eine bestimmte Richtung, diese versteht. Mein Hemd über meiner Hose, über ihrer Hand. Schwierig, irgendwann noch Smalltalk zu machen.
Ein Betrunkener will partout mit in unsere Sitzecke und wird vom Personal schließlich mit sanftem Druck „abgeführt“.
Rose springt auf, setzt sich in Szene. Geht kurz zum Tresen. Wird dort angemacht. Fragt mich zum Scherz, ob sie 2 Stunden frei bekomme. Ich könne dann doch mit dem Mädchen ins Hotel. Wird sie eifersüchtig? Was will sie?
Für einen Dreier ist sie jetzt zu weit fortgerückt. Wir verlassen das Lokal zu zweit. Wir gehen in die Disco, tanzen dort auf einem kleinen Podest. Mir will scheinen, ich habe wieder das attraktivste Mädchen weit und breit. Sie scheint ausgelassen.
Wir setzen uns draußen an einer der Tische. Es beginnt leicht zu nieseln. Ohne Einleitung fragt sie mich: „Why do you like me and Lisa?“
Für mich ist diese Frage, angeflutet von plötzlicher Eifersucht, rhetorisch zu beantworten. Oder sollte es sein, wenn sie des Englischen nur etwas mächtiger wäre.
Ohne Mühe entgegne ich, es gebe hundert Gründe, warum ich Lisa möge. Sie zu mögen, um nicht zu sagen zu lieben, dafür brauchte ich gar keinen Grund.
Für welches Mädchen wäre diese Erklärung, abgegeben mit einem Lächeln, nicht genug oder mehr als genug?
Sie jedoch insistiert: „You like Lisa or you like me??“
Mir wird das ganze allmählich zu blöd: „I like Lisa and I like you, in a different way“.
Und dann kommt raus, was sie eigentlich will, das Fragespiel gerät dank ihrer Sprachlücken zum Ratespiel: ob ich sie oder Lisa wolle. Da muß man erst drauf kommen (why do you like me and Lisa).
Ich denke mir gleich: wolle ? Wozu ? Pimpern tu ich sie doch beide gern.
Ja, ich weiß schon. Weiß, was sie will. Einen boyfriend, Sponsor, husband. Weiß sie, was ich will? Glaubt sie, ich sei mit einem Verlobungsring angereist, den ich, wenn nicht ihr, dann der anderen an den Finger stecke ?
Nun, nach Verlobungsfeier sieht das heute Abend nicht aus. Es beginnt, stärker zu regnen. Sie nimmt die Simkarte aus ihrem Handy und zerbricht sie. Ab jetzt also inkognito. Für mich nicht mehr erreichbar. Ab morgen.
Und wenn wir uns noch mal begegnen sollten: Sie erzählt das alles spontan, ohne meine Frage, mein Zutun. Dann ja, dann no fuck. Irgendwie muß sie mich ja treffen. Nur noch einfach so zur Entspannung (mit Hand und Mund). Ohne Bedeutung und ohne Herz, denke ich mir, so ihr Vorsatz.
Dabei sorgt sie sich doch sonst nicht so um ihre Pussy. Mit der ist sie freigiebig. In der Arbeit. Kissing, das sei schon was anderes. Deswegen das wichtigste für sie, ob einer Mundgeruch habe. Dann gehe natürlich nur noch fucking. Das immer noch.
Warum will sie mich dann durch Vorenthalt ihrer Pussy strafen ? Gibt es für sie etwa fucking und fucking ? Ist es doch nicht gleichgültig, mit wem ?
Wir gehen ins Bett, die Stimmung zwischen uns am Tiefpunkt. Ich liege wach, neben einem jungen Mädchen. Unbefriedigt, unzufrieden. Und muß doch lachen über mich, über die Wirkung der Launen dieser Kleinen auf mich.