Thailand Verliebt! Verlobt! Verthairatet!

Auch wenn ich einige wenige Punkte anders beurteile

Es ist ja auch Sinn und Zweck dieses Beitrags, dass auch andere Mitglieder ihre wohlgemerkt sachlichen Statements abgeben sollen. Ich habe nur niedergeschrieben, was meine Erfahrungen sind.
 
Geld hat ja im letzten Abschnitt auch schon eine Rolle gespielt, zwar nur sekundär und deshalb komme ich jetzt mal primär auf das Geld und auf die Arbeit der Ladies zu sprechen. Es ist ein weiterer und für viele schwer zu verstehender Punkt. Das werde ich etwas ausführlicher angehen.

In DACH gehen wir wohl fast alle einer geregelten Beschäftigung nach, haben mehr oder weniger ein festes Einkommen und somit eine gewisse Planungssicherheit. Bei den Mädchen, die im Milieu arbeiten, sieht das alles etwas anders aus. Zwar haben auch sie, sofern sie in einer Bar oder einem ähnlichen Etablissement arbeiten, ein Grundeinkommen, dass, wenn sie zu besonderen Extravaganzen bereit sind, auch schon mal etwas höher ausfallen kann und 10.000 Baht im Monat übersteigt, jedoch ist ihr Arbeitsplatz nicht durch Verträge abgesichert. Im Extremfall kann dies bedeuten, dass sie von heute auf morgen auf der Straße sitzen. Im Botschaftsdeutsch heißt das, dass sie in wirtschaftlich ungeregelten Verhältnissen leben, einer der häufigsten Begründungen für die Ablehnung eines Visumantrags. Ihren Zusatzverdienst bekommen sie durch Tips, Anteile an der Bar Fine wenn sie ausgelöst werden und natürlich dem Verdienst für ihre Leistungen an demjenigen, der sie auslöst. Anders sieht es bei den Freelancern aus, die nur die letzte Möglichkeit nutzen, um an Geld zu kommen.

Viele der Mädchen haben jeden Monat das Problem, dass das Geld eher zu Ende ist als der Monat. Sie müssen ebenfalls ihre laufenden Kosten decken, arrangieren sich entsprechend und hausen teilweise zu zweit, dritt oder viert in oftmals erbärmlich kleinen Apartments ohne jeglichen Luxus um die Kosten für Unterkunft niedrig zu halten.

Ich werde es mal aus der neutralen Sichtweise eines Außenstehenden beschreiben und versuchen, die unterschiedlichen Sichtweisen auseinanderzudividieren. Dieser Teil meiner kleinen Abhandlung erachte ich als den wichtigsten für diejenigen, bei denen sich ein Dienstleistungsverhältnis in eine emotionales Verhältnis wandelt

Die Lady hat sich verliebt und im Prinzip ihre Arbeit als Professionelle zu Gunsten des Farang aufgegeben. Damit hat sie aber auch de facto ihrer Einnahmequelle eigenhändig den Saft abgedreht. Sie ist jetzt keine Professionelle mehr, sondern agiert privat, hofft und erwartet von dem Farang, dass er sich entsprechend um sie kümmert.

Der Farang, der sich ebenfalls emotional auf das Mädchen eingelassen hat, steht nun auch vor einem inneren Konflikt, den er oftmals als solchen gar nicht erkennt und häufig zu einem Fehlverhalten verleitet, und zwar derart, dass er eine eigentlich fruchtbare Beziehung zerstört. In der Realität hört sich dass dann so an: Sie wollte nur meine Geld. Letztendlich hat sich aber auch für ihn das Dienstleistungsverhältnis in Richtung einer Beziehung verschoben. Es ist uns Farang wohl häufig zu eigen und widerstrebt uns, Geld für Liebe, so definieren es die Meisten für sich, zahlen zu müssen.

Eigentlich ist die Lösung dieses Problems recht einfach. Es gilt einfach, die geänderten Umstände und Wertebeziehungen zu akzeptieren. Das Mädchen hat de facto ihre Arbeit aufgegeben und somit kein Einkommen mehr. Da sie aber nach wie vor die innere Verpflichtung hat, ihren Familienbeitrag leisten zu müssen, ist sie entsprechend auf das Geld des Farang angewiesen. Aus beider Sicht sollte ihr neuer Freund jetzt den Verdienstausfall seiner Geliebten deckeln. Hier kann jetzt eine Basis über die Höhe seines Beitrages gelegt werden. Sprich, beide sollten sich am realen Bedarf orientieren und nicht mehr nach den Verdienstwünschen von ihr aus der Sicht einer Professionellen. Bewegt man sich da in einem verhältnismäßigen Rahmen, gibt es mit Sicherheit eine Lösung. Leider ist es häufig so, dass in diesem Punkt ein falsches Handling hauptsächlich wegen fehlenden gegenseitigen Verständnisses für die unterschiedlichen Positionen eine sich anbahnende Beziehung negativ belastet wird.


Dieser Konflikt kann nur durch einen Dialog, der die Kenntnis der unterschiedlichen Denkschemata voraussetzt, gelöst werden und es bleibt die Frage, wer von den Beiden den ersten Schritt tut, bevor man irgendwelche faulen Kompromisse eingeht. Dass dies Verständnis und ein gewisses Eintauchen in die Denkweise des jeweils Anderen erfordert, dürfte klar sein und ich hoffe, ich habe mit diesen Zeilen etwas dazu beitragen können. Die Lady muss ihm ihre Situation verständlich machen und der Farang muss im Kopf ein paar Schranken überwinden. Leider ein Spagat, den nicht jeder schafft.
 
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Das ist, wenn man eine dauerhafte Beziehung ins Auge fasst, übrigens ein guter Zeitpunkt, die Rahmenbedingungen bezüglich des Machbaren abzustecken. Sprich, welche Summe wird benötigt, um den Verdienstausfall seiner Holden in einem vernünftigen Rahmen zu deckeln. Dass es hier um die echten Bedürfnisse geht und nicht um Wunschvorstellungen, sollte eigentlich klar sein.

Meine Erfahrung hat leider gezeigt, dass diesen gedanklichen Spagat nur wenige schaffen, was natürlich nicht heißen soll, dass dies unbedingt eine bedingungslose Voraussetzung für den Beginn und den Bestand einer Beziehung ist. Es gibt viele Beziehungen, deren Vorzeichen entgegengesetzt waren oder sind und die immer noch Bestand haben. Aber letztendlich erleichtert die Kenntnis und nicht zuletzt das Verständnis um die unterschiedlichen Denkweisen das Zusammenleben immens.

Wer es letztendlich geschafft hat, im Vorfeld alle Hürden überwunden und Klippen umschifft hat und sich eine Ehe anbahnt, wird sich oftmals mit einem weiteren Problem konfrontiert sehen, das hierzulande als Aussteuer oder
Mitgift bekannt, allerdings gehört dieser Brauch hierzulande der Vergangenheit an und wird nur noch vereinzelt praktiziert.

In Thailand ist es allerdings noch gelebte Tradition mit zwei wesentlichen Unterschieden. Sin Sod, so der thailändische Begriff für die Aussteuer, wird eigentlich nur innerhalb der thailändischen Gesellschaft gepflegt. Bahnt sich eine bi-nationale Ehe an, sollte das eigentlich kein Thema sein, wird aber häufig zum Thema gemacht. Der zweite und wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Richtung gewechselt wird. Sin Sod wird an die Familie der Braut herangetragen. Die Höhe dieser Mitgift hängt einerseits von sozialen Status der Eheschließenden und andrerseits von der Vergangenheit der Braut ab. Vergangenheit möchte ich in dieser Beziehung nicht negative besetzt sehen, und diese Vergangenheit bezieht sich darauf, ob die Braut schon einmal verheiratet war und/oder Kinder hat. Es sind letztendlich nüchterne Bewertungskriterien, an die sich die Höhe des Sin Sod ausrichtet.

In Bezug auf bi-nationale Ehen bahnt sich hier ein möglicher, weiterer Konflikt an und ich werde mal 4 Szenarien anführen.


  • Szenario 1: Die Eltern und Braut stecken hinter einer Forderung!
Dieses Dilemma sollte wohl nicht auftreten, wenn die Möglichkeiten in Bezug auf Geld zuvor abgeklärt wurden. Tritt es dennoch ein, bedarf es zu eruieren, wie die Braut dazu steht. Unterstützt sie eventuell noch mit Nachdruck die Forderungen der Eltern, sollte man es sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen, sich auf eine Ehe einzulassen, insbesondere dann, wenn sich die Forderungen in einem 6-stelligen Bereich bewegen und die Braut zuvor im Milieu gearbeitet hat.
  • Szenario 2: Die Eltern stecken hinter einer Forderung!
Hier bedarf es etwas Feingefühl in Bezug auf die Braut. Wie positioniert sie sich? Sie wird definitiv hin- und hergerissen sein zwischen ihren Emotionen für den Bräutigam und den immanenten Verpflichtungen gegenüber der Familie.
  • Szenario 3: Die Braut steckt hinter einer Forderung!
Wie zuvor sollte man hier die Beweggründe herausfinden. Das Spektrum reicht von dem natürlichen Bedürfnis, die Traditionen zu wahren bis hin zur reinen Geldgier. Es kommt drauf an, wie das Thema zwischen Braut und Bräutigam abgehandelt wird.
  • Szenario 4: Es wird überhaupt keine Forderung gestellt!
Zugegeben, wohl der Idealfall. Hat der Bräutigam Kenntnisse über Bräuche und Traditionen, dann täte er gut daran, diese in eigener Initiative zu wahren. Das Ergebnis wird sein, dass er an Ansehen innerhalb der Familie gewinnt und von dieser dann nicht mehr als der Ehemann der Tochter des Hauses gesehen wird, sondern als Schwiegersohn angesehenes Mitglied der Familie wird.


Das Szenario 4 entspricht meiner eigenen Heirat. Meine Frau hat nicht ein einziges Mal das Thema Sin Sod angesprochen und sie war mehr als positiv überrascht, dass ich das im Rahmen einer traditionellen Heirat umgesetzt habe. Es gab eine traditionelle Heirat auf dem Dorf mit einer großen Party, Mom hat ein Goldkettchen und 50.000 Baht bekommen.

Noch ein paar letzte Worte für die zeit nach der Eheschließung und Übersiedlung nach DACH. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man auch den Zeitraum covert, in dem die Angetraute keinen eigenen Einkünfte hat, im Klartext, man sollte die Familie über diesen Zeitraum hinweg unterstützen. Der notwendige Rahmen für diese Unterstützung wurde zuvor von mir angesprochen.

Kleine Anmerkung dazu am Rande: Diese Familienunterstützung wird in Deutschland steuerlich anerkannt, wobei ein Minderungsfaktor von 25% auf einen maximalen Unterstützungsbetrag von ca. 8.000 Euro geltend gemacht werden kann. Das ist leider mit ziemlich viel Papierkram verbunden.


Nicht unterschätzen darf man auch eines: Was die Lebensplanung der Ladies im Falle einer bi-nationalen Ehe angeht, ist dies ein Bereich, den sie sehr langfristig planen. Die meisten wollen spätestens dann wieder zurück nach Thailand, wenn der Angetraute in den Ruhestand geht. Und man darf bitte nicht vergessen, dass gerade dies Damen in Bezug auf die Art und Weise wie sie behandelt werden, ein Elefantengedächtnis haben. Und das wird sich möglicherweise dann rechnen oder rächen, wenn sie ihren Heimvorteil ausleben, spätesten bis kurz nach der Pensionierung ihres Angetrauten.
 
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Resümee
  • Bewertet die anderen Lebensumstände in Thailand neutral und nehmt als Basis nicht die gewohnten Lebensumstände in DACH. Derartige Vergleiche werden immer hinken und führen fast regelmäßig zu Fehlverhalten und Fehleinschätzungen. Eine angemessene Basis wären die unterschiedlichen Lebensumstände in Thailand bezogen auf Thailand. Aber da fehlt bei den Meisten wohl die Vergleichsmöglichkeit. Nehmt die Lebensumstände also so an, wie sie sind und vergleicht sie nicht mit eurem Lebensstandard daheim.

  • In Bezug auf Familie und Bildung ist es in der Tat eine heikle Angelegenheit. Hier tut Aufklärung Not und es gilt, eine gemeinsame Basis zu finden, vorausgesetzt, ihr hegt ernsthafte Absichten und plant eine gemeinsame Zukunft. Es ist, das weiß ich aus eigener Erfahrung, ein schwieriges Unterfangen und ihr seid definitiv auf die aktive Mithilfe eures Mädchens angewiesen. Es ist ihr Part, den Eltern klar zu machen, was möglich ist und was nicht. Dafür müsst ihr vorab mit eurem Mädchen reden, ihr die Situation so zu schildern, dass sie versteht, wie es um unsere Lebenssituation in DACH bestellt ist. Ich kann euch sagen, dass es mir erst gelungen ist, nachdem meine Frau einige Male in Deutschland war und mitbekommen hat, wie ich arbeite, vor allem, wie lange jeden Tag, was ich an Geld nach Hause bringe und was es kostet, in DACH auf einem vernünftigen Niveau zu leben. Das ist Überzeugungsarbeit, aber mit wohl der beste Weg, sich eine gesunde Basis für eine gemeinsame Zukunft zu schaffen, in der Mann Mitglied der Familie ist und nicht nur bloß der Ehemann der Tochter des Hauses.
 
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In Wirklichkeit hatte sie einen Gast über Nacht oder wie im letzten Fall war sie bei ihm. Der Fehler war das ich im Kopf ihre Arbeit und privat nicht mehr verarbeiten konnte.

Wie ich in meinem Beitrag geschrieben habe, ist das in den meisten Beziehungen Farang/Milieu der Fall. Es liegt aber definitiv an den unterschiedlichen Betrachtungsweisen- und Richtungen und ist meiner Meinung nach der schwierigste Spagat, der vollzogen werden muss. Dazu bedarf es aber erst einmal der Erkenntnis und des Verständnisses, eine Differenzierung ist da ein Muss.

Stimmt jedoch auch nicht da sie mich danach überall blockierte.

Ein durchaus normales Vorgehen. Sobald sie ihre Zukunft gesichert sehen und in einer festen Beziehung sind, brechen sie rigoros mit ihrer Vergangenheit. Das als Außenstehender oder gar Betroffener zu erkennen, bedarf dann allerdings wieder der entsprechenden Kenntnisse.

Alles in Allem soll mein Beitrag denjenigen helfen, die sich in einer solchen Situation befinden.

Bis heute bin ich mir nicht im klaren ob es von ihr alles so geplant war und sie keine Gefühle für mich hatte und die gezeigten nur gespielt hat

Ich würde mal sagen, dass es nicht gespielt war. Thais sind sehr emotional und bauen recht schnell eine emotionale Bindung auf, wenn sie sehen und erkennen, als Mensch und Person respektiert, geachtet und auf Augenhöhe behandelt werden.

Und nein ich leide nicht an LKS.

Das habe ich ja nicht unterstellt und wenn, dann wäre es nicht schlimm, sondern lediglich menschlich vor dem Background, dass du über Empathie verfügst.

Ich hatte ja auch ein Erlebnis mit einer Prostituierten aus Thailand. Erzählt habe ich das in meiner Geschichte: Das Mädchen Gkes
 
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Aber durch deine Erzählung weiß ich in Zukunft Bescheid. Nur ob ich mich noch einmal verlieben will oder kann ist eine andere Sache.

Liebe ereignet sich. Du wirst dagegen machtlos sein. Der Umgang damit steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ich behaupte mal, dass so ziemlich jeder Erwachsene schon mal unter LKS gelitten hat, mal mehr und mal weniger ausgeprägt und ich schließe mich nicht aus. Allerdings wärst du damit hier im Forum gut aufgehoben, weil du hier Hilfe und Support bekommst. FK @Lamber, der hier mit einem adäquaten Problem aufgetreten ist, wird dem beipflichten.
 
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Dafür ist bereits zuviel Zeit vergangen und zuviel im Vorfeld falsch gelaufen.

Ich kenne diese Situation mehr als zu genüge. In meiner Geschichte Devote Gespielin habe ich Bilder meiner Ex, von der die Trennung ziemlich schwer war. Das hat recht lange gedauert. Aber ich habe da rigoros einen Schlussstrich gezogen und bin ihr keinen "Millimeter" nachgestiefelt und nicht einmal Kontakt zu ihr gesucht oder aufgenommen. Die Trennung war 1990, 2010 habe ich sie wiedergetroffen und während eines Projekteinsatzes ein paar Monate bei ihr gewohnt. Der Sex mit ihr war immer noch ultra, wie schon gesagt, Referenzklasse in meinem Leben.

Aber letztendlich hatte meine Mutter mit dem gar nicht so abgedroschenen Spruch: Die Zeit heilt alle Wunden!, mal wieder Recht.
 
Für eins habe ich aber kein Verständnis.

Verständnis ist entwicklungsfähig.

Es gibt bei keiner Kultur eine Rechtfertigung, dass der Ehemann erst nach den Eltern und der Familie kommt.

Ich glaube, du hast den Kontext nicht verstanden. Als Farang kommst du als vollkommen Außenstehender zu einer Familiengemeinschaft, die auf Jahrhunderte alte Traditionen gegründet ist. Dafür bedarf es weder einer Rechtfertigung noch sonst etwas. Du bist als Farang ein Außenstehender und bleibst es, wenn du dich nicht eingliederst.

Innerhalb der thailändischen Gesellschaft sieht das anders aus, aber hier wird Sin Sod, also die Aussteuer oder Mitgift von der Familie des Bräutigams an die Familie der Braut geleistet, also auch vollkommen anders, als es bei uns Brauch war.

thais sind durchaus in der Lage eine überall auf der Welt akzeptierte Entscheidung zu treffen

Klar, das können sie, aber es ist ihre Entscheidung, wann und wo sie das tun.

auch so wenn es um die endlosen Unterstützungswünsche der Familie geht

Darauf bin ich ausführlich eingegangen.

ist ihr der Mann nicht wichtiger, ist es keine wahre Liebe Punkt.

Du musst respektieren, dass die Familie in Thailand Dreh- und Angelpunkt im sozialen Zusammenleben ist. Wenn die Vorstellungen des Farang und die Vorstellungen der Familie auseinanderklaffen (Divergenz), sitzt die Braut zwischen zwei Stühlen. Welchen Weg sie nehmen wird, ist ungewiss, hinterlässt aber definitiv Wunden.
 
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Du wirst Dich wohl eher nicht an mich erinnern

Ich muss dich enttäuschen. :borat2: Eine meiner ersten Aktionen nach meinem Wiedereinstieg ins TAF war, nachzuschauen ob du immer noch aktiv bist. In meiner Erinnerung warst du immer lebendig.

In diesem Sinne: Lieben Dank für deine netten und anerkennenden Worte.
 
So, wegen einiger Kommentare und Bemerkungen in einem anderen Thread, füge ich hier noch etwas an, was mir in Bezug auf eine mögliche oder angestrebte Heirat wichtig erscheint.


Vorbemerkung:

Ausschlaggebend für diesen kleinen Beitrag sind die meiner Ansicht nach dümmsten Phrasen, die ich in Bezug auf die Ladies aus dem Milieu gehört habe:

  • Bargirl ist Bargirl und bleibt Bargirl
  • Du bekommst zwar leicht ein Mädchen aus einer Bar, aber nie die Bar aus dem Mädchen
Das Folgende bitte ich als meine persönliche Meinung zu betrachten.



Die kritische Phase

Die kritische Phase einer Beziehung zwischen einem Mädchen aus dem Milieu und einem Farang bezeichne ich als die, wenn man sich für eine gemeinsame Zukunft entschieden hat, aber nach dem Ende des Urlaubs die Trennung auf Distanz stattfindet, neudeutsch Fernbeziehung. Diese besonderen Fernbeziehungen sind kritisch, weil zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen, die grundsätzlich nicht zueinander passen. Ich benenne diese Phase zwischen dem Entschluss zu heiraten und der Heirat einfach mal mit einer Wortschöpfung: Heiratslücke!


Nehmen wir zuerst einmal die Sichtweise des Farang.

Der Entschluss, eine gemeinsame Beziehung zu führen, ist in den meisten Fällen gestützt auf europäisch oder westlich geprägte Vorstellungen von Moral und Ethik, oftmals aber leider auch von egoistischen und weltfremden Besitzansprüchen in Bezug auf die Zukünftige. Hier spielen natürlich soziale, kulturelle, politische und religiöse Eigenarten eine Rolle, die sich teilweise über eine schleichende Indoktrination, aber auch durch individuelle Prägung in der Vorstellungswelt eines jeden manifestiert haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zukünftige in einem Milieu arbeitet, das zwangsläufig Kontakte zu anderen Männern zur Folge hat, selbstverständlich und zwangsläufig schwerpunktmäßig halt auch vor einem sexuellen Hintergrund.


Eingesetzte Mittel

Die Vorstellung, dass die Zukünftige während der eigenen Abwesenheit ihrem Geschäft weiter nachgeht, ist für die meisten Betroffenen wohl eine Belastung, die im schlimmsten Fall in einem extremen Kontrollwahn ausufert. Das geht von einfachen Kontrollanrufen über heimliche Ortung des Telefons der Angebeteten bis hin zur investigativen Ermittlung durch Privatdetektive. Warren Olson hat dieses Verhalten von Farang zu einem einträglichen Geschäftsmodell gemacht und seine Tätigkeiten können in dem Buch „Confessions of a Bangkok Private Eye“ (Privatdetektiv in Bangkok) nachgelesen werden.

Die zweite Variante, die oft angestrebt und umgesetzt wird, ist die des Sponsorings. Die Situation und wohl teils die Befürchtungen seitens des Zukünftigen werden angesprochen und vor einem finanziellen Support, der den Verdienstausfall covern soll, wird die Dame mehr oder weniger dazu gedrängt, sich dem lasterhaften Leben fernzuhalten. Verschärft wird das möglicherweise noch durch die Einschreibung zu einem Deutschkurs fernab der Lasterhöhlen, denn zumindest für Deutschland ist für eine Heirat das Zertifikat A1 vorgeschrieben, was letztendlich eine wohl 3-monatige Bindung an die Schule bedingt.


Sichtweise der Ladies

Die Ladies, die im Milieu arbeiten, sind oftmals und teilweise auch extrem negativ vorbelastet. Im Klartext: Es gibt leider viel zu viele Idioten, die den Mädchen das Blaue vom Himmel versprechen, nur weil sie sich dadurch erhoffen, eine bessere Leistung zu bekommen oder weniger bezahlen zu müssen. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass man es dümmer, dämlicher und, sorry, hinterfotziger nicht angehen kann. Ich verabscheue es einfach, die Emotionalität von Menschen für niedere Zwecke auszunutzen, wie schon gesagt, es ist meine persönliche Sichtweise und ich kenne zahlreiche Mädchen, denen es so ergangen ist. Was ist nun die Folge davon? Diese Mädchen betrachten eine solche Situation einer möglichen und bevorstehenden Heirat zwar als Chance aus dem Milieu auszubrechen, aber vorerst erst mal nicht mehr als genau das und unter Vorbehalt.

Meine persönliche, subjektive Einschätzung ist die, dass wohl ein Großteil der im Milieu arbeitenden Mädchen solche oder ähnlich Erfahrungen gesammelt hat. Das bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen und in Abhängigkeit von Quantität und Erfahrungstiefe reißt es tiefe Wunden, die das zukünftige Verhalten und die Sichtweise der Mädchen bestimmen. Die Heiratslücke ist demnach auch erfüllt von einer tiefsitzenden Unsicherheit.

Ich habe selbstverständlich ein gewisses Verständnis für die Farang, die nicht wollen, dass ihre Zukünftigen weiter im Milieu verweilen oder gar arbeiten, aber für die betroffenen Ladies stellt sich das derart dar, dass sie de facto mit einem Berufsverbot belegt werden.

Bekommen sie die erste Methode der heimlichen, investigativen Überwachung mit, wird sich eine doch noch vollzogene Heirat möglicherweise als sehr brüchig erweisen und von dem Mädchen eventuell nur als Sprungbrett in ein anders Leben genutzt werden, gemäß dem Motto
Tit for Tat. Es ist also eine denkbar schlechte Grundlage für ein zukünftiges, gemeinsames Leben.

Die wohl gängigste Vorgehensweise seitens der Farang ist ein Sponsoring. Es ist die sanfte Methode, dem Mädchen einerseits das Vertrauen in die Zukunft geben zu wollen, andrerseits allerdings auch eine Beschneidung der persönlichen Freiheit für sie, denn Sponsoring wird oftmals an die Bedingung geknüpft, dem Milieu den Rücken zu kehren.

Wie ich schon zuvor sagte, sind viele dieser Ladies gebrannte Kinder, haben schlechte Erfahrungen gemacht, sind belogen und betrogen worden, und von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie solch gegenwärtigen Situationen wie einer Heiratslücke äußerst skeptisch gegenüber stehen. Es stürzt sie in einen Zwiespalt, entweder das Risiko einer Enttäuschung einzugehen, darauf zu hoffen, dass der Farang es tatsächlich ernst meint und seinen Wünschen zu folgen, oder ihr bisheriges Leben weiterzuführen, weiterhin im Milieu zu arbeiten, auch auf das Risiko hin, aufzufliegen und so eine mögliche, gesicherte Zukunft aufs Spiel zu setzen.

Viele Mädchen gehen den zweiten Weg, nehmen das Geld des Sponsors dankbar an und leben ihr gewohntes Leben im Milieu weiter. Ihre Intention ist definitiv nicht die, ihren Sponsor zu betrügen oder abzuzocken, sondern jene, ihr Business zu optimieren, solange sie nicht zu 100% sicher sind, die Heiratslücke positiv zu schließen. Ich habe selbst viele Mädchen kennengelernt, die mehrere Sponsoren hatten, sich dann aber letztendlich vollständig vom Milieu verabschiedet haben. Sind die Tücher im Trockenen, gehen die Mädchen diesen Weg absolut konsequent und brechen in der Regel jegliche Kontakte zum Milieu ab. Das Milieu ist für die Mädchen Geschäft und ihre Intention ist die Umsatzoptimierung, von daher ein vollkommen legitimer Weg, was allerdings von betroffenen Sponsoren vollkommen anders gesehen wird.


Lösungen zu diesem Dilemma

Zugegeben, die einfachste Lösung ist zugleich die schwierigste, zumindest aus Sicht des betroffenen Farang. Meine Lebensdevise im Kontext zu Beziehungen lässt sich auf einen kurzen Satz eingrenzen:

"Freiheit hat die höchste Bindungsenergie!"

Lasst den Mädchen ihr Leben und ihre Freiheit und schränkt sie nicht ein. Viele werden sowieso das Risiko eingehen und ihr Leben wie gehabt weiterführen, dies immer vor dem Hintergrund eines heftigen Zwiespalts und den daraus resultierenden Spannungen. Zudem haben sie auch Bedürfnisse und eine Forderung, während dieser Zeit der Heiratslücke abstinent zu leben, ist schlichtweg widernatürlich und eine Befriedigung der Lust hat erst mal nichts mit Liebe zu tun, sondern ist ein natürlicher Trieb.

Zahlt ihr die Schule und unterstützt sie meinetwegen noch mit einem Betrag, aus dem sie Miete und Lebenshaltung finanzieren kann und schränkt ihre Freiheit nicht ein. Die Mädchen werden es euch danken.

Ihr tragt das Risiko, dass sie sich im Falle mehrerer Sponsoren für einen anderen entscheidet und ihr einen finanziellen und emotionalen Verlust erleidet.

Natürlich sind auch andere Lösungen möglich. Eine generelle Vorgehensweise gibt es nicht, weil jede Situation eine individuelle Betrachtung benötigt. Mir ging es in diesem Beitrag lediglich darum, die unterschiedlichen Positionen sichtbar zu machen.
 
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