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Vietnam - Im Land des Drachen

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von Teldon, 15.04.2014.

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Dieser Thread wird von 7 Benutzern beobachtet..
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    Teldon Member

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    Hallo Freunde der Reiselust,

    ich will meinen Reisebericht aus Vietnam auch ablegen. Das Forum ist extrem besucht und selbst wenn ich nicht die hauptsächliche Art des Reisens im Forums und der vielen Menschen bediene, bin ich ziemlich sicher trotzdem zum Wissensaufbau über das Reiseland beitragen zu können. Ich bin für Anregungen zu meinen Berichten sehr dankbar! Auch Kritik nehme ich dankbar an. Ich hoffe weiter, dass meine recht hochauflösende Bilderflut kein Problem darstellt (ich las erst vorhin etwas von "4 Bilder pro Beitrag"). Falls doch, kurz Bescheid geben, dann reduziere ich die Auflösung etwas. Soweit....

    Vieles erwähnte ich schon im Myanmar Thread. Zusammengefasst: ich bin 33, nahm 2012 Sabbatical, reise mit Rucksack, war September 2012 in Vietnam für 4 Wochen, Tagesbudget 25€. Ich wäre dankbar wenn es im Bericht selber keine Budget-Diskussionen gibt. Ich weiß, das mein Tagesbudget für viele hier lächerlich gering klingt und einige denken, davon lässt sich nicht leben. Leben und reisen ist Definitionssache und jeder darf am Ende des Berichtes sich darüber eine Meinung bilden ob es möglich ist oder nicht. Ansonsten sei vielleicht noch erwähnt. Ich bin der typische planlose Reisende. Ich hatte nie ein Hotel im voraus, lasse mich gern einfach treiben und bin aufgeschlossen und immer guter Dinge.... Ich stehe also grade an der Grenze von Kambodscha zu Vietnam....
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.04.2014
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    Teldon Member

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    Saigon – Eine viel zu große Stadt

    Nachdem ich meine Fingerabdrücke an der Grenze zu Vietnam dem kambodschanischen Uniformierten hinterließ, stand ich auch schon mit einem Bein im kommunistischen Vietnam. Es war der 01.09. Ich hatte schon etwas Bauchkribbeln. Man weiß ja nie wie man in einem kommunistischen Land empfangen wird. Es war gegen 6Uhr Abend als es im Schlafbus weiter Richtung Saigon ging. Doch auf einmal, was war das? Keine Schlaglöcher, kein doch so gewohntes Schaukeln mehr im Bus? Hier fielen gleich mehrere Dinge auf. Das Erscheinungsbild, nicht nur von den Straßen, veränderte sich schlagartig. Deutlich zu erkennen, den Menschen hier geht es um einiges besser als in Kambodscha. Die Hütten und Häuser wirken stabiler einige gar pompös. Alles sieht organisierter und sauberer aus. Aber dennoch gab es irgendwie kein Grün mehr. Irgendwo las ich mal, dass sich Saigon von der Grenze zu Kambodscha bis zur östlichen Küste erstreckt. Es scheint wirklich so zu sein. Ach ja, Saigon. Nach Kriegsende wurde die Stadt ja in Ho-Chi-Minh City (HCMC) umgetauft. Erst viel später auf der Reise wurde ich darüber aufgeklärt was man nun wie verwendet. Offiziell, bei Staatsbesuchen, auf Karten und in Gegenwart von Partei und Regierung spricht man von HCMC. In der Bevölkerung heißt die Stadt weiterhin normal Saigon.

    Der Bus hielt glücklicherweise direkt am Backpacker-Viertel direkt im Distrikt 1 von HCMC. Ich musste nur lebend über die Straße kommen. Das ist ein echtes Problem hier. Die Straßen, überall in Vietnam, sind dicht gefüllt von Motorbikes. Was in Phnom Penh noch Übung war findet hier nun wichtige Anwendung. Im Grunde geht es folgendermaßen. Die Autos passieren lassen und nun langsam durch die Motos schlängeln. Diese umfahren ein zumeist rückwärtig. Bloß keine hastigen Bewegungen! Wer auf Adrenalin steht und eine neue Extremsportart sucht, dem empfehle ich „street-hopping“ zur „Rush Hour“ in Saigon. Im Backpacker-Viertel, das sich um die Straßen „Pham Ngu Lao“ und „Bui Vien“ erstreckt gibt es haufenweise Gästehäuser im Schnitt um die 10$ für Doppelzimmer. Witzig und sehr winzig sind die Gassen im Viertel. Es gibt so viele von denen, dass sich daraus ein kleiner Irrgarten erstreckt. Inmitten gibt es direkt am Wegrand kleine Restaurant die aus nicht mehr als ein paar kleinen Plastikhockern und einer Kochstelle bestehen. Am besten jedoch sind die Bier-Ecken. Ein Saigon-Lager Bier kostet 10.000vnd also umgerechnet 50(Dollar)Cent. Hier trifft man wirklich Gott und die Welt. Auch ich gesellte mich dazu und schon saß ich auf wirklich zu kleinen Plastikhockern in einer bunt gemixten Runde. Die Gesprächsthemen sind zumeist immer die gleichen. Man spricht über „woher, wohin, wie war es da“. Das übliche halt.

    Am zweiten Tag stand Kultur auf dem Programm. Ich besuchte den Unabhängigkeitspalast (Independence Palace), das Kriegserinnerungsmuseum (War Renmant Museum) , die Kathedrale und die sehr schön alte Poststelle. Saigon ist in Distrikte unterteilt. Die oben genannten Orte wie das Backpacker-Viertel befinden sich alle im Distrikt 1. Im Grunde also zu Fuß erreichbar. Ich wollte dennoch mal ein Moto-Taxi probieren. In Kambodscha hatte ich das ja ausgelassen. Also kurz über den Preis verhandelt und schon saß ich hinten oben. Witzige Sache und zum Glück herrscht in Vietnam Helm Pflicht, sodass die Fahrer immer ein Zweit-Helm dabei haben. Mit meinem Glück kamen wir voll in den Regen und dummerweise war meine erste Anlaufstelle, das Kriegsmuseum, auch noch geschlossen da Mittagspause. In einem Bushäuschen fand ich Schutz und gesellige Gesprächspartner die mich gleich aufklärten was es hier sonst noch zu sehen gibt. Als der Regen etwas nachließ lief ich kurzer Hand zum Independence Palace. Der offizielle Palast wird heute für Staatsempfänge genutzt. Früher, im Jahre 1974 wurde hier die Kapitulation unterzeichnet. Draußen auf dem Gelände stehen noch die ersten zwei Panzer der Viet-Cong, die das Gelände erreichten. Oberhalb der Kellerräume ist der Palast nicht wirklich spannend. In den Kellerräumen jedoch sind die früheren Bunkeranlagen, die auch im Vietnamkrieg genutzt wurden, vollständig erhalten. Taktische Karten schmücken die Wände, Empfangsgeräte in verschiedenen Wellen stehen staubbedeckt dar, ja sogar das Bett des Präsidenten ist vorhanden im beeindruckenden „kalten Krieg-Feeling“ in den düsteren engen vom Neonlicht durchfluteten Räumen.


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    Teldon Member

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    Nach rund einer Stunde in dunklen Kellern erblickte ich wieder das Tageslicht. Der Regen und die Wolken die meist dazugehören hatten sich komplett verzogen. Regen ist hier aber auch so eine Sache. Man kann den Regen schwer mit unserem in Deutschland vergleichen. Wenn es hier zur Regenzeit regnet, dann richtig heftig. Dafür aber meist wirklich nur kurz. Aber was in der Zeit für Wassermaßen herunter kommen ist beachtlich. Nun aber weiter zum Kriegsmuseum. Im Vorfeld las ich viel darüber, dass es keine leichte Kost aufgrund der vielen Bilder ist, die sehr deutlich dokumentieren sollen wie grausam dieser Krieg (auf beiden Seiten) war. Kurz um, dem kann ich nur absolut zustimmen. Das Museum ist „schrecklich schön“. Über drei Etagen gibt es unzählige detaillierte Fotos. Viele davon erzählen vom Leid der Bevölkerung und den heute noch anhaltenden Schäden von „agent orange“.

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    Mit sehr gemischten Gefühlen verließ ich das Museum und spazierte Richtung Kathedrale. Ich fand die Kathedrale weniger beeindruckend. Was jedoch nett anzusehen war, waren die vielen Brautpaare davor am Brunnen die die Kathedrale als Hintergrund für Fotos nutzten. Weiter ging es Richtung Opernhaus, Post und Rathaus. Alle Gebäude entstammen der Kolonialzeit unter den Franzosen. Die Runde ist in gut 3-4 Stunden zu durchlaufen ohne die Aufenthaltszeit in den Gebäuden.

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    Damit waren irgendwie schon alle wichtigen Sehenswürdigkeiten abgehackt. Somit buchte ich mir für den nächsten Tag eine Tour zum Mekong-Delta. Ziel waren die „floating markets“. Ursprünglich wollte ich eine Tagestour. Doch die Informationsdame empfahl eine Zweitages-Tour, da die „floating markets“ gegen 1-2Uhr Mittag schließen und wir zu der Zeit erst mit dem Bus eintreffen. Gesagt getan....
     
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    Teldon Member

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    Mekong Delta – Die Kaffeefahrt

    Irgendwann zwischen 6:00 und 6:30 des 04.09. klingelte der Wecker. Heut auf dem Progamm: 4 Insel-Trip um My Tho. Weiter soll es im Bus am frühen Abend nach Can Tho gehen. Hier verbringe ich einen Abend und sehe am Morgen die schwimmenden Märkte (floating markets) von Can Tho. Klingt ja viel versprechend.

    Nachdem Auschecken stellte ich meinen großen Rucksack im Reisebüro unter. Ein mulmiges Gefühl hatte ich dabei schon aber er war mir für den Kurztrip dann doch zu viel Ballast. In der Eingangshalle der Agentur hatte er genug Platz. Derweil aß ich eins der zwei gekauften Baguettes, die es hier endlich wieder, ähnlich wie die in Laos, gibt (viet.: Banh Mi). Die Zeit verging. Nun ja, manchmal ticken die Uhren hier in Südostasien ja anders. Grade als ich in mein zweites Baguette beißen wollte, kämpfte sich ein leicht gestresst aussehender Mensch durch die Motos der Pham Ngu Lao Straße. Mein Tourguide. Er gab uns, meinen Tourgenossen und mir, zu verstehen, dass er gern sofort, unverzüglich und ohne Umschweifen los möchte. Gut, so schnell bin ich aber nun nicht, erst recht nicht wenn es früh am Morgen ist und ich mein Rucksack hier stehen lasse. Ich redete mit einem Angestellten vom Büro, mit der Bitte, dass er ein Auge auf mein wertvolles Gut werfen solle. Die ganze Zeit lag mir der Tourguide im Ohr, dass wir los müssen. Also ging es mit meinem nun leichteren Gepäck gradlinig durch den dichten Verkehr. Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie lernte ich doch, keine hastigen Bewegungen durch den Verkehr. Am Bus fiel mir plötzlich auf, dass ich meine große Wasserflasche auf der anderen Seite vergessen hatte. Wenn der Junge so hetzt, kann so etwas ja mal vorkommen. Er wollte natürlich, dass ich sie stehen lasse. Ich gab ihm zu verstehen, dass wenn er sich 15Minuten verspäte er auch noch eine weitere warten kann. Ab da schaute er mich die zwei Tage nur noch grimmig an und wir waren die besten Freunde. Aber ich hatte mein Wasser und die Gewissheit mein Rucksack steht einigermaßen sicher! Von solchen Guides darf man sich nicht dumm kommen lassen. Klar hab ich Verständnis dafür, dass sie hier nicht wirklich parken dürfen und der Verkehr die Hölle ist. Aber ich mein, ich wäre auch 50 Meter gelaufen um den Bus zu erreichen. Er muss nicht vor meiner Nase halten.

    Apropos Bus. Ein wirklicher Bus war es nicht, mehr so die bekannten Kleinbusse, die nur zu gern für derart Touren genutzt werden.Das schlimme an den „Tour-Bussen“ ist, dass der Sitzabstand um einiges geringer ist als z.B. in einem Reise- oder Linien-Bus. Zum Glück saß neben mir eine Chinesin, die nicht ganz so breit war. Dafür aber sehr gesprächig. In My Tho angekommen, stiegen wir auf eines der hier üblichen überdachten Langboote mit rund 20 Sitzplätzen um. Es war gegen 13Uhr. Unser Guide stets mit uns. Er offenbarte nun das vollständige Programm. Auf eine Art die mir recht missfiel. Es war so „wie stolz wir doch sein können heute auf dieser unglaublichen, atemberaubenden Tour dabei sein zu dürfen“. Auf der ersten Insel sollen wir nun also den von hier stammenden Honigtee kosten. Auf der zweiten Insel erwartet uns eine Früchteprobe der hier ansässigen Früchte. Weiter soll es zur dritten Insel gehen, wo wir eine Kokos-Bonbon-Fabrik sehen können. Auf der vierten Insel schließen wir ab mit einem Essen.

    Ab jetzt wurde es skurril. Ich wurde mehr und mehr das Gefühl nicht los, dass ich auf einer (vietnamesischen) Kaffeefahrt gelandet bin. Schon nach der ersten Station, der Honigtee-Insel, wurden fast schon professionelle Verkaufsgespräche geführt. Es wurden gleichzeitig zu dem Tee, Cremen, Essenzen und weiteres präsentiert. Alles auf Broschüren und Flyern in mehrsprachiger Form. Honig, wie wir alle wissen, ist ja bekanntlich gut für Haut und Körper. Der Honig hier soll aber einzigartig sein. Ich musste mir echt das Lachen stark verkneifen. Als ob wir in Europa nicht auch „guten“ Honig hätten. Abgerundet wurde die Teeprobe mit einer Python die sich jeder kurz für ein Foto als Stola um den Hals legen durfte. Die arme Schlange, wäre ich sie hätte ich die Hälfte gebissen aber dann wäre ich wohl im Kochtopf gelandet. So bleibe ich doch lieber ich.

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    Mit einem 4er Ruderboot ging es einen schmalen Flusslauf hinauf zur nächsten Insel. Es war wirklich enttäuschend. Es wäre ein super cooles Feeling gewesen, wäre die Wasserstraße nicht überfüllt von weiteren hunderten Touristen. Man kam sich vor wie auf Deutschlands A1 zur Rush Hour. Nur eben mit Booten. Der Flusslauf war aber wirklich schön. Ein schmaler, vom aufgewühlten Schlamm braun gefärbter Lauf mit Urwald ähnlichen großen Bäumen und Sträuchern an den Seiten. Im Restaurant angekommen, empfing uns traditionelle Musik in traditionellen Gewändern live vorgetragen. Allgemein passierte natürlich nichts ohne am Ende nochmal „Spenden“ zu fordern. Egal ob jeder einzelne der 20 Kahnfahrer, die Livemusiker oder die Python-Besitzerin. Natürlich ist mir bewusst, dass auch in Vietnam das Einkommen recht gering ist. Aber in einem so stark touristisch frequentierten Gebiet wie diese 4 Inseltour, ist das immer so eine Sache. Wenn geben oder unterstützen, dann muss ich das Gefühl haben, dass es wirklich benötigt wird und auch den richtigen Personen hilft. Ich will nicht behaupten, dass so etwas immer erkennbar ist. Es ist halt ein Bauchgefühl. Letztlich wird man eh niemals allen helfen können, so gern man das möchte. Aber ich schweife ab. Wir waren also in so etwas wie einem mit Bambus überdachten Pavillon und uns wurde je eine Schale mit unterschiedlichen, hier ansässigen Obst gereicht. Alles genau abgezählt. In den Schalen befanden sich Honigmelone, Papaya, Pomelo, Dragonfruit und Jackfruit. Bis auf die Dragonfruit kannte ich alle anderen schon, aber man konnte sich etwas den Bauch voll schlagen. Denn bis zum Mittag war es noch ein weiter Weg. Hier schmeckt frisches Obst auch wie frisches Obst. Die süße der Früchte ist ein absoluter Hochgenuss. Insgesamt war die Atmosphäre sehr gelassen. Die ruhige Musik in einem Ohr, im anderen der leichte Smalltalk unter und mit den Mitreisenden auf einer Insel weit weg vom üblichen vietnamesischen Stress. Der einzige der immer zu Stress und Hektik verbreitete war unser Guide. So steuerten wir nach kurzer Zeit schon die dritte Insel an. Abgeladen vom Kahn und aufgeladen auf Eselkutschen ging es dem Ziel, der Bonbon-Fabrik, entgegen. Man muss sich das so vorstellen. Kaum angekommen stehen wie aus Zauberhand fünf Esel-Karren da. Sobald alle irgendwie Platz genommen haben und noch versuchten ihr Gepäck zu ordnen, bekommen die Esel den Marsch geblasen. Irgendwo im Nirgendwo war die Ablagestation. Der Weg weiter wurde normal belaufen. Wozu dieser Scherz mit den Eseln? Wer braucht so etwas? Gibt es wirklich Touristen die sich an so etwas erfreuen und in ihren Geschichten Daheim dann von Eseltouren erzählen? Mir vollkommen unklar. Aber die Bonbon Fabrik war wirklich toll. Schon am Eingang bekamen wir Probestücke gereicht. Gegen so einen Kokos-Bonbon ist jeder Stork-Riesen ein Witz. Diese Teile kleben so dermaßen an den Zähnen, das man damit Zähne ziehen könnte. Doch lecker waren sie. Wir erfuhren, dass sie ohne Zuckerzusatz und nur aus reinem Kokos hergestellt werden. Im hinteren Teil der Fabrik stand schon der große Verkaufstisch. Mir waren sie hier zu teuer und ich war recht sicher, dass ich sie irgendwo später auch bekommen würde und das tat ich auch.

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    Die vierte Insel, unser (spätes) Mittag ist schnell erzählt. Es gab Reis mit Bohnen und einen kleinen Salat. Nix besonderes. Das besondere war, dass man sein Essen zusätzlich „pimpen“ konnte. Als Fleischbeilage war im Angebot: Krokodil, Aal, Lamm, Büffel, Schlange und viele weitere Exoten. Leider zu unerschwinglichen Preisen. Ein paar Fotos der direkt vor Ort vorhanden Krokodilzucht konnte ich aber schießen.

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    Zuletzt bearbeitet: 15.04.2014
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    Teldon Member

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    Zurück am Ausgangspunkt im frühen Abend des ersten Tages, trennten sich die Wege der Kaffee-Fahrt-Spreu vom Backpacker-Weizen. Die Leute, die das Drama für zwei Tage gebucht hatten waren im Durchschnitt um ein vielfaches jünger. Gleichzeitig wurden zwei Reisegruppen zusammen geworfen. Jeder Platz im Bus muss ja ausgenutzt werden. Ob der Guide die vier Stunden Fahrt stehen muss scheint der Gesellschaft egal zu sein. Nach weiteren zwei Stunden erreichten wir das weiter südliche Can Tho. Hier teilte ich mir kurzer Hand das Zimmer mit einer Amerikanerin, da wir beide keine Lust hatten für ein „single room“extra drauf zu zahlen. Meine Ein-Tages-Mitbewohnerin war super drauf. Mit ihr, einer Französin und einem älteren deutschen Ehepaar verbrachten wir den Abend am Flussufer zum Mekong in einem Restaurant mit lokalem Bier. Das ist Lebensqualität. Entspannt sitzen, den Sonnenuntergang über dem Mekong genießen und dazu ein frisches Bier.

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    Am nächsten Tag ging es recht früh zu den schwimmenden Märkten. Die Eindrücke waren wunderbar. Mit der aufsteigenden Sonne konnte man das Treiben an Land um Can Tho beobachten. Arbeiter beluden große Frachtschiffe. Kleine Ruderboote setzten im Mekong über. Überall ankerten Schiffe, einige davon sicher schon museumsreif.

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    Teldon Member

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    Die floating markets waren schon von weiten auszumachen. Immer mehr Schiffe ankerten direkt vor uns. Relings wurden verzurrt. Von Kahn zu Kahn wird gesprungen und lauthals über Preise diskutiert. Gehandelt wurden hauptsächlich Nahrungsmittel. Von Reis über Melonen zu Salaten, Zwiebeln und wer weiß was sich sonst noch alles in diesen weißen Säcken befindet. In der starken Sonne verläuft das Treiben etwas gemütlicher. Einige der Frauen und Männer liegen gemütlich im Schatten ihrer Bootsplanen. Leider überwiegt nicht mehr das Bild dieser Märkte, welches in meinem Kopf existiert. Ich hab immer diese hunderte von kleinen Ruderbooten mit alten Frauen vor dem Auge. Aber in Vietnam steht die Zeit auch nicht still und der Fortschritt nimmt seinen Lauf. Darum waren die meisten Boote größere und motorisierte. Insgesamt ist das emsige Gefühl aber noch vorhanden und es bleibt eine bleibende Erinnerung eines Marktes der schon etwas sehr untypisches hat. Ein Markt auf der Lebensader, dem Mekong.

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    Kaum hatten wir uns von den Märkten entfernt, nahm die Kaffeefahrt weiter ihren Lauf. Eine Reisnudelfabrik und eine Obstplantage war unser Ziel. Nichts Spektakuläres. Alles in allem ein recht lahmer Ausflug mit einem kurzen Höhepunkt bei den schwimmenden Märkten. Dennoch ganz preisgünstig. Für die zwei Tage zahlte ich 40$ (ausgenommen Getränke). Im frühen Abend trafen wir wieder in Saigon ein. Mit starken Herzklopfen und der Frage „ist mein Rucksack und mein Zeug darin noch da“ ging zum Reisebüro. Mir fiel wirklich ein Stein vom Herzen als ich ihn sah. Ohne ersichtliche Verrückungen oder ähnliches stand er in der gleichen Ecke wie vor der Abfahrt. Erleichterung.


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    Teldon Member

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    Am 04.09. kam unsere lustige Truppe zurück vom Mekong Delta. Am Morgen des 05. wollte ich mir einen anderen Stadtteil mal ansehen. Distrikt 1 kannte ich ja nun schon ausführlicher. Mein Plan war eigentlich zum Distrikt 10 zu laufen, Chinatown. Irgendwie verlief ich mich aber unterwegs und landete im Distrikt 5. Ich verkostete einiges an Straßenständen dessen Name oder Inhalt mir fremd war, lief über total überfüllte Straßen. Sah Kinder in ihren Uniformen die gerade Schulschluss hatten und das immer gleiche Bild der Geschäfte in den Straßen. Irgendwann setzte überraschenderweise Regen ein, normal sollte es doch heute gar nicht regnen. Mein Schirm lag natürlich gut behütet im Rucksack im Hotel. So suchte ich Schutz unter einer nahe gelegenen Brücke und ab hier wurde es lustig. Ein Mann sprach mich an. Er zeigte mit dem Finger auf eine Gruppe weiterer Männer und seine Dose Bier in der Hand. Da ich noch halbwegs vom Regen trocken war und sowie so warten wollte bis der Regen aufhört konnte ich das auch in Gesellschaft tun. Schon hatte ich die erste Dose „333 Bia“ in der Hand. Ganz wohl war mir aber nicht, denn es war sichtlich zu erkennen, dass die Männer wirklich arm waren. Leider sprachen sie kein Wort Englisch und mein vietnamesisch reicht gerade mal für Danke und Hallo. Somit wurde mit Hand und Fuß, Zettel und Stift kommuniziert. Wir sprachen über Geburtsjahre, ich bin anscheinend im Jahr des Hundes geboren, über die Kriegsjahre, einer der Männer war Fallschirmjäger und sprang hier ganz in der Nähe ab, und interessanten Plätzen in Saigon, die ich alle schon kannte. Viele Stunden verbrachte ich hier. Auch blieb es nicht bei einem Bier. Ich wollte ihnen so gern meine Dankbarkeit zeigen. Doch konnte ich dies nur mit Geld und das lehnten sie immer strikt ab.

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    Immer mal wieder hielten nicht weit von uns Motos und fuhren kurze Zeit später wieder weiter. Als ich mir den Platz genauer anschaute, konnte ich auch erkennen, was die Moto-Fahrer hier taten. Es lagen Unmengen an Spritzen und Ampullen auf dem Boden. Ein grauenhaftes Bild. Ich fragte meine Gruppe ob hier keine Polizei kontrolliert. Nein, war die Antwort. Am frühen Abend fuhr mich einer der Männer zum Hotel. Nicht mal das Moto durfte ich zahlen. Es war die bis dahin beste und vor allem gastfreundschaftlichste Geste die ich hier erlebt habe. Aber ab und an war mir schon etwas mulmig, ich war der einzige „fremde“ unter vielen Menschen und das auch noch mit meiner großen Kamera. Doch wer nicht wagt der nicht gewinnt.

    Damit schloss ich für mich das Kapitel Saigon und begab mich mehr in das Landesinnere in Richtung Nha Trang.
     
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    Falco Junior Experte

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    Hallo Teldon. Super Bericht und schön geschrieben. Ich konnte von Vietnam nur Saigon kennen lernen und ich muss sagen das ich mein Misstrauen sehr schnell abgelegt hatte. Es ist so friedlebendes Völkchen und Gastfreundlich wie ich es noch nicht erlebt hatte. Auch untereinander gibt es kaum Streitereien. Ich hatte dort einen Unfall erlebt, es gab keinen Personenschaden, und anstatt sich gegenseitig die Schuld zu zuweißen(wie hier in D üblich) hat man sich entschuldigt das man den anderen nicht gesehn hat. Ja der Verkehr war schon ein Schock, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wenn man weiß wie es läuft funkt's auch.
    So, will dich nicht weiter aufhalten, schreib weiter :tu:
     
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    Interessant geschrieben, schöne Pix, klasse! Bin dabei :-D
     
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    Teldon Member

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    Nha Trang – Von Schlangen und Perlen

    Wenn ich an Nha Trang denke bekomme ich stets ein Lächeln im Gesicht. Dabei fing es vollkommen anders an. Eigentlich wollte ich schon fast in Mue Ne aus dem Bus springen und dort ein paar Tage bleiben. Ein kleiner Strandort, etwa zwei Stunden vor Nha Trang. Aber in Nha Trang war ich ja verabredet und zwar mit Mark. Er reiste vom vietnamesischen Norden aus an. Unsere Reisepläne sollten hier in NhaTrang endlich einen gemeinsamen Nenner finden.

    Aus dem Fenster des Busses sah ich die „Skyline“ von Nha Trang. Es war der 06.09. kurz vorm Sonnenuntergang. Mein erster Gedanke: Hier musst du ganz schnell wieder weg! Das hätte auch Spanien sein können und darauf stehe ich ja gar nicht. Hotelbauten ohne Ende. Straßen so breit, dass ein Jumbo hätte landen können. Alles irgendwie viel zu sauber und geordnet für Vietnam. Es gab wenig Unterschiede zu anderen touristisch extrem überlaufenden Urlaubsorten. Jeder Winkel zugepflastert. Jedes Neue übertrumpfte ein altes Hotel an Höhe. Dabei zerstörten sie total den tollen Blick auf die hinter NhaTrang liegende Bergkette. Puh, das war erst mal ein voller Gegensatz zu den bis dahin bereisten Orten meiner Reise. Hier kamen also die Pauschaltouristen hin, die in Vietnam Urlaub machen. Am meisten Angst hatte ich davor, dass die Preise hier explodiert sind aufgrund der ganzen Touris.

    Zum Glück fand ich ein recht preiswertes Hotel, welches allerdings ein total bescheidenes Wlan-Netz besaß. Wenn man ein mehrstöckiges Hotel baut, kann man doch eigentlich davon ausgehen, dass ein Router nicht ganz reichen wird um ein gesamten Komplex abzudecken. Meine Rezeption sah das anders. Ich könne ja das Wlan in der Lobby nutzen hieß es. Eine Ansage die mich kurzer Hand das Hotel wechseln ließ. Es gibt ja reichlich und keine 10 Meter weiter fand ich alles was ich wollte zum gleichen Preis (10 $). Seit dem Tag teste ich in jedem Hotelzimmer zuerst das WLan-Signal bevor ich zum Zimmer abnicke. Man lernt nicht aus!

    Den Tag darauf stand Erkundungstour an. Kurz gesagt, Nha Trang hat in der Stadt nicht viel zu bieten. Jedoch der Strand … ein leichter wow-Effekt überkam mich. Minimal verstand ich, warum hier die ganzen Hotels standen (auch wenn sie die natürliche Sicht auf die tollen Berge verdecken). Der Strand ist traumhaft! Weißer Sand soweit das Auge reicht, dahinter Palmen und davor kristallklares azurblaues Wasser. Alles mit einer recht überschaubaren Anzahl an Menschen. Gut, dass es grade Nebensaison ist. Mein Vorteil! Inmitten des heißen Sandstrandes laufen vollvermummte Trägerinnen mit den bekannten Tragstangen über der Schulter. In Ihren Körben vorn und hinten befinden sich Kokosnüsse, allerlei Früchte und ja sogar fangfrische Langusten (die direkt auf der Feuerstelle, die auch mitgetragen wird, zubereitet werden). Unübersehbar ist auch das Luxus-Resort „Vinpearl“. Eine ausgebaute Insel zu unerschwinglichen Preisen auf die man nur mit der größten Überlandseilbahn der Welt gelangt. Jeder Stützpfeiler der Seilbahn ist ein dabei dem Eifelturm nachempfunden.

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    Für mich ging es an diesem Tag weiter Strandaufwärts. Irgendwann, wie sollte es anders sein, wurde ich von einem Moto-Fahrer angesprochen. Die Fahrer bieten ja immer das Gleiche. Eine Sightseeing-Tour zu abnormalen Preisen. Hier startete er bei 10$. Da ich ohne Plan und Ziel lief, hatte ich kein wirkliches Bedürfnis auf eine Tour. Er war hartnäckig und irgendwie purzelte immer mehr der Preis. Am Ende war er bei 3$ (ohne eine handeln meinerseits) und ich stimmte zu. Wie ich schon sagte, NhaTrang hat nicht viel zu bieten. Wir fuhren eine Kirche an, die hier möglicherweise etwas Besonderes ist, im Vergleich zu deutschen Bauten doch spärlich ist. Nächster Halt war der weiße Buddha über NhaTrang, der auch im Reiseführer angepriesen wird. Dieser ist schon mehr was ich suchte. In der Long Son Pagode, recht versteckt aber noch in der Innenstadt, befindet sich der Schutzgeist von Nha Trang, der weiße Buddha. Über eine weite Treppe sitzt er hoch oben über der Stadt. Ruhig mit sanftem Lächeln leuchtet er faszinierend weiß im Sonnenlicht des Tages. Etwas unterhalb befindet sich ein schöner weißer liegender Buddha. Der einzige liegende Buddha den ich in Vietnam sehen sollte. Aber Vorsicht, hier ist wieder Touristen-Abzocke. Der Eintritt der Tempelanlage ist kostenfrei. Jedoch sind innerhalb der Anlage Postkartenverkäuferinnen, die sich als Studenten ausgeben und einen Satz Karten für 10$ verkaufen wollen. Mit der Begründung, sie stammen direkt von den Mönchen bzw. die Mädels „arbeiten“ für die Mönchsgemeinde. Das ist natürlich totaler Quatsch aber da ich ein paar Karten aus Vietnam für eine Freundin wollte, handelte ich die zwei Damen auf 2$ herunter.

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    Mit dem Moto ging es weiter nach Po Nagar. Eine alte kleine Tempelanlage, die in Teilen AngkorWat ähnelt. Darum für mich auch nichts bewegendes mehr. Ich hoffe man stempelt mich deshalb nicht als Kulturbanause ab. Aber es ist immer schwierig, da man einige Bauwerke oder die Art der Bauten so oft zu sehen bekommt, dass eine nicht ganz so prunkvolle Anlage weniger von Bedeutung ist. Das ist in etwas sowie mit unseren Kirchen daheim. Jede Stadt ist sicher stolz auf ihre schöne Kirche. Doch, hat man einmal ein paar mehr gesehen ist eine weitere Dorf-Kirche eben nur eine Dorf-Kirche. Auf den Weg zurück ging es über die nördliche Stadt-Brücke mit Blick auf einen kleinen Fischereihafen in dem in stiller Ruhe die Boote unter strahlend blauem Himmel ankerten. Hier wies ich meinen Fahrer an sofort zu stoppen. Dieser Anblick war wie gemalt und ich bin froh, dass ich diesen festhalten konnte.

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    Beim wieder aufsteigen brach ich mit meiner Hose, die irgendwie fest hing, ein Teil vom hinteren Plastik vom Moto ab. So etwas kann wieder auch nur mir passieren. Am Hotel wollte er auf einmal 20$ für Reparatur und Fahrt. Ich schaute mir das Stück sehr sehr genau an. Es war schon mal geklebt worden. Er ließ nicht locker. Ich gab ihm mehrmals zu verstehen, dass er entweder die Polizei holen kann oder aber wir zu einer Werkstatt meiner Wahl fahren. Als dritte Option bot ich ihm 8$ an. Leider hatte ich es nicht passend und bezahlte mit einem 500.000Dong Schein (25$). Ich weiß nicht was er sich dachte aber er gab mir 75.000 zurück. Er sagte, mehr könne er nicht rausgeben und die Reparatur wäre so teuer. Dazu noch ein trauriges, wehleidiges Gesicht aufgesetzt. Jetzt wurde ich sauer! Ich sagte ihm, dass ich das Ding selber mit etwas Sekundenkleber wieder ankleben kann und er mich nicht für dumm verkaufen soll. Er solle gefälligst meinen Schein wechseln. Das tat er dann auch und ich folgte ihm damit er keine weiteren Spielereien macht. Mit dem passenden Geld in meiner Hand und den Worten „Bye and i hope i seeyouneveragain“ verabschiedete ich mich höfflich und war für den Augenblick bedient.

    Am frühen Abend des 07.09. traf Mark aus Hue ein. Wir verstanden uns auf Anhieb obwohl wir uns nie vorher getroffen haben. Er reiste durch Vietnam mit Alex im Gepäck, ihn hatte er im Globetrotter Forum kennengelernt und über die zwei gibt es zig Geschichten (eigentlich sollten Mark selber mal ein Blog schreiben, er hat genug Storys auf Lager!). Der Plan für den Abend nach den üblichen „woher, wohin, was hast du so erlebt“ sah folgendermaßen aus: Essen suchen, Party suchen und vor allem, Swimming-Pool in ihrem Schicki-Micki Hotel an testen! Seit Saigon hatte ich irgendwie ein extrem gutes Händchen für Restaurants und so führte ich meine zwei Mitstreiter gradlinig in „mein“ Restaurant „The Locals“. Ein kleines Nischenrestaurant mit vorzüglichen Speisen und absolut fairen Preisen (was in NhaTrang nicht immer üblich ist). Apropos Speisen, hatte ich schon erwähnt, dass in NhaTrang das russische Volk dominiert. Ich weiß nicht warum, aber es ist so. Man findet mehr Speisekarten mit einer russischen Übersetzung als mit einer englischen. Ich hätte ja gern mal einen russischen Backpacker getroffen, jedoch überwiegte das Bild der Pauschalreisenden. Zurück im Hotel der beiden (den Namen habe ich leider vergessen) testeten wir den Pool an. Er lag in der 13. Etage, hoch genug um von hier die im Nebel und unter Wolken verhangenen Bergketten zu besichtigen. „Schon schön so ‘n Pool“ dachten sich die zwei hier Wohnenden und ich musste leider zustimmen. Den Rest des Abends versuchten wir krampfhaft die Party aus der Stadt zu locken. Doch diese Stadt durchzog eine unbeschreibliche Öde. Nur zwei Bars, die weit von Partystätten entfernt waren, hätten den Anschein erwecken können, dass hier etwas Stimmung aufkommen könnte. Wo auch immer der Lonely Planet hier eine „Party-Stadt“ sieht, wir fanden sie nicht. Wir machten das Beste daraus und genossen ein paar Drinks in verschiedenen Bars und redeten viel über Erlebtes und die nächsten Reiserouten und auch, dass die „Perlen“ am nächsten Tag eintreffen. Zwei Mädels die sie irgendwo auf ihrer Route vom Norden kennengelernt haben. Mark hatte indessen schon einmal ein Hotelzimmer für die beiden klar gemacht. In Vietnam wird halt wirklich alles verhandelt.

    Die Perlen nannten sich Pia und Anja, die am 08.09 eintrafen. Bis zum Abend verliefen die Tage recht gleich. Früh bis Nachmittags am Meer, dann „The Locals“ zum Essen und später etwas wie eine Bar finden. Mark hatte Tage oder Wochen zuvor in Vietnam irgendwo diesen Schlangenschnaps aufgetrieben an den sich keiner heran traute. So stand er trostlos im Zimmer der beiden. Ich hatte diesen schon im Mekong-Delta kurz probiert. Also galt es diesen am Abend zu leeren. Das ganze wurde nochmals durch ein Taschentuch filtriert und dann probiert. Er war nicht lecker aber besonders!Der Abend endete mit Buckets (zwischen 40.000-50.000Vnd) in den Bars die wir schon vom Vorabend kannten. Uns wurde erklärt, dass wir hier keine Schalentiere essen sollen, Informatik langweilig sei und der Norden von Vietnam sehr unfreundlich zu „Fremden“ sei. Letzterem stimme ich zu. Spät am Abend, zurück im Luxus-Hotel, wollten wir noch ein Bier am Pool trinken. Für den gab es aber Öffnungszeiten, wer hätte das gedacht. Es gab ein recht lustiges hin und her zwischen einem betrunkenen Vietnamesen, der grade in sein Zimmer stolperte und Mark. Irgendwie brachte er den Jungen dazu, die Rezeption anzurufen und dem Hotelservice auf ihrer Sprache zu erklären, dass wir gern kurz zum Pool wollen. Nach 15 Minuten besuchte uns der Hotelservice, leider nicht mit dem Schlüssel in der Hand. Der Pool blieb verschlossen und genervt von der Kleinkariertheit tranken wir das letzte Bier im Zimmer.

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    Am nächsten Tag trieb es mich weiter. So bleibt zu sagen, dass Nha Trang ein eher untypischer Ort für Vietnam ist. Zum Ausspannen und für ein paar Strandtage eignet er sich jedoch hervorragend. Auch zum Shoppen gibt es reichlich. Mich schreckte jedoch der Aufwand, der extra für die russischen Gäste betrieben wurde, etwas ab. Genauer gesagt wäre ich ohne die tolle Zeit mit Pia, Anja, Mark und Alex niemals so lang geblieben. Womöglich wäre ich schon am nächsten Tag weiter gezogen.

    Mein nächsten Ziel hieß Hoi An. Mit einem Sleeping-Bus ging es am frühen Abend des 09.09. Richtung Zentral-Vietnam.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.04.2014
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    Hoi An – Und des Reisenden neue Kleider

    Schaukelfrei auf den gut ausgebauten Straßen von Vietnam ging es durch die Nacht. Schlafen im Bus war endlich wieder möglich. Sehr früh am Morgen des 10.10. erreichte ich Hoi An. Mein Zimmer war noch nicht bezugsbereit. Darum stiefelte ich gleich auf in die Stadt. Die Stadt, die so eine atemberaubende Altstadt unter UNESCO Weltkulturerbe haben soll. Die Stadt, in der es über 200 Schneider geben soll. Die Stadt, die zwei der schönsten und längsten Strände besitzt.

    Eine Stunde in der Stadt und schon hatte ich 65$ bei einem Schneider gelassen. Eine Winterjacke und zwei Hemden hatte es mir angetan. Die Schneider dieser Stadt sind schon leicht erdrückend. In dieser Stadt kann man sich alles aber wirklich alles schneidern lassen. Von Taschen, Schuhen, Geldbörsen, Schlafsäcken zu Jacken, Hemden, Anzügen, Hosen über Abendkleider, traditionelle vietnamesische Kleider, Wintersport-Kleidung und wer weiß was noch alles. Zwei Paar Schuhe ließ ich ebenfalls einen Laden weiter anfertigen. Nochmal 120$ weg. Meine einzige Sorge galt zu der Zeit, wie ich das Zeug nach Deutschland bekomme. Klar war, im Rucksack ist dafür kein Platz!

    Auf dem Weg zum Strand nahm ich mir vor, am Abend zu recherchieren von wo aus ich am besten etwas nach Deutschland senden kann. Das tat ich auch, darum hier kurz der Einwurf: das erste Kilogramm kostet rund 16$ per Schiffspost, jedes weitere staffelt sich darauf. Ich zahlte für 5Kg 30$ + 10$ Versicherung. Angekommen am Strand, ich will mal anmerken, wiedermal nach einem Gewaltmarsch, stellte ich bedauerlicherweise fest, alle Strände sehen irgendwie gleich aus. Es gibt Palmen hinter weißen Sand mit türkisblauem Wasser. Das einzige was sich unterscheidet ist die Kulisse. Hier war es nun das bergige Vorderland. Aber nicht das dies hier falsch verstanden wird. Die Strände sind unfassbar schön, aber sie sehen nun mal alle gleich aus. Es gab zu der Zeit als ich hier war, so wenig Menschen, dass man sich fast einsam vor kam. Ich lief den Strand etwas aufwärts und irgendwann ging es mit einem Moto Stadt einwärts. So ein Strand kann aber auch ganz schön lang sein. Wenn die Sonne richtig heftig auf die Haut knallt, macht auch Laufen keinen Spaß mehr. Darum schenkte ich mir die 6km zum Hotel, was kostet die Welt!

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    Irgendwie habe ich seit Saigon ein echt gutes Händchen was Restaurants angeht. Ich finde immer eines, das wirklich leckeres Essen zu einem unfassbaren Preis hat. Die Speisen ähneln sich zumeist. Diesmal hieß es „Cafe 41“, direkt neben dem im Reiseführer angepriesenen „Cafe 43“. Was für einfallslose Namen! Mich lockte wahrscheinlich die Promo-aktion in der ich 3 Biere trinken durfte aber nur zwei zahlen musste. Bei einem Preis von 3000Dong wäre das zwar nicht nötig aber dennoch schön. Hier in Hoi An gab es somit das billigste Bier. Sogar billiger als Sihanoukville (und auch billiger als das spätere „bia hoi“ in Hanoi). Später erfuhr ich, dass es wohl ganz in der Nähe so etwas wie eine Kleinbrauerei gibt, das die Lokale versorgt. Erwähnen muss ich unbedingt noch mein Essen. Ich bestellte am ersten Tag „Seafish Hot Pot“. War mir bis dahin vollkommen fremd. Aber es war ein Hochgenuss der seines gleichen sucht. Man bekommt einen Pot gereicht, der ähnlich wie Fon Due auf einer Feuerstelle steht. Zwischen Zwiebeln, Tomaten, Sprossen und allerhand anderem Gemüse schwimmen große Fischfilets im Fond. Dazu wird Reis und Salat gereicht. Ohne Witz, das war das beste Essen auf meiner jetzigen Reise. Natürlich habe ich davon ein Foto gemacht. Umgerechnet kam das Essen 4 Dollar also 80.000 Dong. Bleibt natürlich außer Frage, dass hier mein Stammlokal für die nächsten Tage feststand. Apropos Stammlokal, hier im Lokal fand ich auch die erste Vietnamesin die wirklich atemberaubend war. Aber nicht, dass das der Grund war für mein ständiges Essen dort.

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    Die Tage darauf bin ich viel in der Altstadt unterwegs gewesen. Eigentlich jeden Tag. Strände hatte ich erst mal genug in Nha Trang gesehen und diese Altstadt war ein wahrer Traum. Es gibt so vieles zu bestaunen. Für 18 Sehenswürdigkeiten wird ein „Altstadtticket“ benötigt, dass es für 90.000Dong überall zu kaufen gibt. Gültig ist dieses Ticket für 5 der 18 Sehenswürdigkeiten. Darunter alte Häuser, Versammlungshallen, Gemeindehallen und Museen aus der chinesischen Händlerzeit. Das älteste aus dem frühen 17. Jahrhundert. In der Stadt gab es früher viele chinesische Händlergilden, die die Altstadt und dessen Erscheinungsbild sehr stark prägten. Diese Stadt hat es mir wirklich angetan. Ich liebe diese kleinen Gassen durch das kein Auto passt, den Trubel der Händlerfrauen, das schlendern durch die Straßen mit den durchwucherten Hausfassaden der alten Bauten. Meine Augen glitten von links nach rechts, von Haus zu Haus. Ich verbrachte Stunden in der Altstadt die einen wirklich überwältigenden Charme besitzt. Am Abend wird das ganze untermauert von entzündeten Lampions die über den Straßen hängen. Von den Sehenswürdigkeiten besuchte ich je eine Art. Ganz so interessant fand ich das Innenleben der Bauten nicht. Möglicherweise lag es aber daran, dass ich den historischen Hintergrund nicht verstand, bzw. es keinen englischsprachigen Guide gab der mir das Gebäude näher bringen konnte.

    Dennoch ist diese Stadt eine touristische Hochburg. Nichts desto trotz schoss ich hier unfassbar viele Bilder. Leider hatte ich am ersten Tag ein Schmierfleck auf der Linse, den ich erst zu spät bemerkte. Das ärgerte und ärgert mich bis heute ungemein, denn am nächsten Tag war der Himmel bewölkt und die Sonne stand ungünstiger für Fotos. Dennoch will ich hier mal ein paar mehr Fotos sprechen lassen, Hoi An war für mich der Höhepunkt der Schönheit in Vietnam.

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    (Bildernachtrag zu Hoi An)

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    Hue – Die alte Kaiserstadt an der entmilitarisierten Zone

    Es ist immer ein komisches Gefühl in einer fremden Stadt zu landen. Ganz ohne Gefühl für Lage, Entfernungen, Tourismus und Menschenfreundlichkeit. So auch diesmal. Angekommen am Busbahnhof in Hue war mir absolut schleierhaft wo ich mich gerade befinde. Schon ging das Schlepper-Rudel auf einem los. Da heißt es wie immer, erst mal Ruhe bewahren, Gepäck holen, bloß nicht vollquatschen lassen. Sobald man alles hat, höre ich mir immer an was sie anbieten. Mit einer Karte vom Reiseführer der Stadt sollen sie mir zudem zeigen wo das Hotel liegt. Eines klang recht vielversprechend und so ging es auch schon mit dem kostenlosen PickUp-Service in die Stadt. Das Hotel lag gut und der Preis für 8 Dollar, das der Schlepper anbot ging auch klar. Dennoch, immer Zimmer zeigen lassen. In aller Ruhe setzte ich mich auf das Bett und checkte die Signalstärke vom hauseigenen Wlan. Auf einmal hieß es 15Dollar. Kurzer Hand erklärte ich ihm, dass sein Schlepper was anderes erzählte und schon gingen wir eine Etage höher. Hier hieß es 10Dollar. Nun wollte ich aber auch die 8 haben und als ich das Hotel fast schon verlassen wollte lenkte er ein. Immerhin, 2 Dollar sind 4 Bier oder einmal Mittag. Wenn man lange reist macht das viel aus.

    Da es erst Mittag war und ich noch nicht zum Frühstück oder Mittag hatte, ging der nächste Weg direkt gegenüber vom Hotel in ein kleines Restaurant („cafe on thu wheels“). Langsam kenne ich ja die Preise. Ein hübsches Mädel kam aus der Küche auf mich zu, sah meinen Lonely Planet in der Hand und zeigte mir gleich, dass sie darin stehen. Meinen Hinweis, dass das der deutsche Lonely Planet sei, ignorierte sie kurzer Hand. Zielgewiss fand sie Ihren Eintrag und begann zu grinsen. Das Restaurant war gleich zweimal vorhanden. Als Reiseagentur und Bar. Mir soll es recht sein. Das heißt immerhin, sie haben schon etwas Erfahrungen beim Touren buchen und Informationsaustausch. Ich fragte, wie ich zur alten Kaiserstadt komme, dem eigentlichen Ziel dieses Aufenthaltes und schwupps saß ich bei dem hübschen Mädel auf dem Motorroller. Ich bin ja immer wieder erstaunt wie hier Moto gefahren wird. Der Verkehr ist so mörderisch. Die Straßen überfüllt, jeder fährt mehr oder weniger wie er es für richtig hält. Wir, die es anders gewöhnt sind, würden vor manchen Situationen „oh mein Goooott“ schreien und am Ende, wenn denn alles gut gegangen ist, adrenalingetränkt Lachen mit den Worten „puh, das war Knapp“. Hier, so wie meine hübsche Fahrerin, die einmal kurz vor einer Ampel eine Vollbremsung hin lag, da ein anderes Moto nicht so wie erwartet fuhr, wird das mit den Worten „Upps“ verniedlicht.

    Angekommen im inneren der Zitadelle, die die Kaiserstadt umgibt, erklärte sie mir noch kurz wie ich am besten laufe und schon war ich allein. Es war früher Nachmittag. Der Anblick der Zitadelle ist echt prächtig. Zur Kaiserzeit war das sicher recht eindrucksvoll für Reisende, die hier her gelangten. Im Zentrum vor dem Eingang der Kaiserstadt thront die vietnamesische Fahne auf dem landesweit höchsten Flaggenturm. In der Zeit des Vietnam-Krieges wehte hier die Fahne des Viet-Cong, als nach der Ted-Offensive die Stadt und besonders die Zitadelle für 3 ½ Wochen vom Viet-Cong gehalten werden konnten. Es muss wie der Stachel im Fleisch für die südvietnamesische und amerikanische Armee gewesen sein.

    Innerhalt der Zitadelle, wie eine Zitadelle in der Zitadelle, befindet sich die Kaiserstadt. Der Eintritt liegt bei 80.000 Dong also 4 Dollar. Die nach chinesischem Vorbild gebaute Kaiserstadt umfasst leider nicht mehr ihre komplette damalige Schönheit. Im Krieg wurden sehr viele der alten Gebäude zerstört, sodass nur noch ein Bruchteil des alten Glanzes zu sehen ist. Ein paar der Ruinen sind auch heute noch sichtbar. Andere werden aufwendig restauriert. Dennoch ist es atemberaubend was zu damaliger Zeit erschaffen wurde. Deutlich erkennt man chinesische Baumerkmale in den Gebäuden und Verzierungen. Beeindruckend sind die großen Innensäle. Um die gesamte Anlage zu umlaufen habe ich rund drei Stunden gebraucht. Zum Glück stand die Sonne extrem günstig. Grade die Bilder aus dem Abendlicht heraus sind doch sehr schön geworden.


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    Den Weg zurück lief ich. Mittlerweile bin ich ja recht fit was Laufen angeht. Auch in Flip-Flops. Wenn man den hinteren Ausgang der Zitadelle benutzt und das dahinter liegende Viertel besucht, bekommt man viel vom eigentlichen Leben hier zu spüren. Gerade die kleinen Straßen beeindrucken mich immer wieder. Enge Gassen auf denen aus dem nichts ein mit Planen überdachtes Restaurant mit plastischen Minihockern entsteht. Der Geruch von Gebratenen steigt einem in die Nase. Überall sitzen Menschen beim Bier, spielen mir unbekannte Spiele. Der Krach und Lärm der Motos und das Hupen ist allgegenwärtig. Und doch entspannen die Menschen fast ausschließlich auf den Straßen.

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    Am Abend buchte ich für den nächsten Tag eine Tour zur ehemaligen Demarkationslinie und der alten angrenzenden entmilitarisierten Zone (EMZ bzw. engl. DMZ).
     
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    DMZ Tour – an der alten Demarkationslinie

    Die Tour startete mit einem Pick-Up vom Hotel und einem sehr einfachen Frühstück. Als endlich der Bus kam, weit verspätet, fuhren wir Richtung Dong Ha. Hier schnell unseren Guide eingesammelt und dann ging die Fahrt auch los. Die Tour ging direkt entlang des alten 10km breiten Streifens der von der Küste bis zur Grenze zu Laos im Westen führt. Dieser “Streifen” war die alte Trennlinie zwischen Nord- und Süd-Vietnam. DMZ steht für “demilitarized zone”. Unser Guide war gut unterrichtet. Er erzählte viel von der Geschichte in den Wendejahren und das Leben an der DMZ. Dumm nur, dass mir das alles nicht mehr neu war. Ich hatte Tage vorher in Nha Trang ein Buch über den Vietnam-Krieg gekauft, das ich wirklich in ein paar Tagen verschlungen habe. Somit wusste ich nun selber reichlich über die Geschehnisse und die Wendepunkte.

    Von der alten Demarkationslinie sieht man in der jetzigen Zeit nichts mehr. Vielmehr ist es die Erinnerung von Straßen, Brücken und Bergen die diese Linie Heute ausmacht. Nach rund zwei Stunden Fahrt hielten wir auch einer Bergkette. Hier stand die ehemalige Artillerie Festung und Aussichtsplattform der Amerikaner „the rockpile“. Auf den hohen Bergen vor unseren Augen erklärte der Guide, haben die Amerikaner ein Netz aus weitreichenden Artilleriegeschützen und Aufklärungsstationen gespannt. Die Gipfel der Berge waren nur mit großen Mühen erreichbar. Somit wurden extra Landeplattformen für Hubschrauber errichtet. Aber alles nicht mehr erkennbar. Entlang des Highway 9 fuhren wir vorbei an Bauruinen die einst bedeutende Bauten waren. An einer unscheinbar aussehenden Brücke hielten wir erneut. Die Brücke gehörte zu einem der wichtigsten Ho-Chi-Ming-Pfade über die Waffen und Personen nach Südvietnam geschafft wurden. Hier muss man wissen, dass es nicht nur einen Ho-Chi-Ming-Pfad gibt sondern mehrere. Die konkreten Routen konnten von den Amerikanern nie ausgemacht werden. Somit konzentrierten sie ihr Feuer auf die Flaschenhälse wie zum Beispiel diese Brücke. Der Guide berichtete, dass diese Brücke jeden Abend mit tausenden Helfern wieder aufgebaut wurde. Heute sieht sie sicher anders als zur Zeit des Vietnam-Krieges und doch weiß man, dass die Füße gerade über einen bedeutenden Teil der Geschichte laufen. An der Brücke selbst erinnert wie in den Bergen nichts mehr daran was sie einst für eine wichtige Rolle besaß.

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    Wieder im Bus hieß der nächste Anlaufpunkt „Khe Sanh combat base“. Die alte amerikanische Station lag hoch in den Bergen. Unser kleiner Tourbus schlängelte sich die schmalen Pfade hinauf. Umso höher wir in die Berge vorstießen umso schlechter wurde das Wetter. Oben angekommen begann es pünktlich zum Aussteigen aus dem Bus zu regnen. Die alte Basis dient heute als Museum mit einem Gebäude und außen mit vielerlei altem Armee-Schrott. Die Fotografien und Darstellungen im Museum selbst ähneln sehr dem „war renmaint museum“ in Saigon. Viele Bilder zeigen Fotos kurz vor oder nach dem Angriff des Viet-Cong auf diese Basis. Der Angriff muss für die Amerikaner so überraschend gekommen sein, dass sie anscheinend viel zurück lassen mussten. Eben die Reste sind auf dem Außengelände ersichtlich. Von Bomben über Panzer und Helikoptern, ja bis hin zu einem kompletten Flugzeug ist hier alles vorhanden. Auf den Bildern erkennt man glaub ich ganz deutlich in was für einem Wetter ich mich befand. Gern hätte ich mir das Areal genauer angesehen, aber durch Matsch und Nässe war dies kaum möglich.

    Im frühen Nachmittag steuerten wir von der Kampfbasis wieder zurück Richtung Dong Ha. Hier war nun Zeit für einen kleinen Mittag. Weiter ging es in den nördlichen Teil der DMZ. Da ich in Saigon aufgrund der Zeit die Cu-Chi Tunnel nicht sehen konnte, war das nächste Ziel mein eigentliches Anliegen dieser Tour. Die Vinh Moc Tunnel. Es gab eine Zeit, in der die Amerikaner ihre Bombenangriffe auf die nördliche Seite kurz über der DMZ konzentrierten. Zum einen wollten die eine Stationierung von Viet-Cong Truppen und eine mögliche Offensive unterbinden zum andern wollten sie Rückzugspunkte und Nahrungsfelder zerstören. In dieser Zeit bezahlten viele Zivilisten die hier wohnhaft waren mit dem Leben. Aus diesem Grund wurden Tunnelsystem erschaffen und ganze Städte unter die Erde verlagert. Die Vinh Moc Tunnel war die größte Tunnelanlage an der DMZ und ist die heute noch einzig erhaltene. Hier fanden bis zu 20.000 Menschen über mehrere Etagen Platz. In den Tunneln wurde wie oberhalb der Erde gelebt nur auf engstem Raum. Es gab Schulen, Krankenstationen und Konferenzräume. Das alles bei extremer Luftfeuchtigkeit, Wärme und Dunkelheit. Oberhalb der Tunnelanlagen deuten noch viele Unebenheiten im Boden auf alte Bombenkrater hin. Durch zwei dieser Tunnel bewegten wir uns. Wäre unser Guide nicht hätten wir uns in den schier endlosen Gängen verirrt. Wir bewegten uns 1,2km durch den Tunnel Nummer 3. Der Tunnel der extra für Touristen beleuchtet und ein Stück vergrößert wurde. Danach wollten wir aber auch alle wirklich sehen wie so ein Tunnel war. Drum ging es zum Tunnel Nummer 5. Er ist im ursprünglichen Zustand belassen worden. Auf 800m herrscht pure Dunkelheit. Es schallt von überall her und man kann Entfernungen nicht mehr abschätzen. Überall stolpert man über Steine und Unebenheiten. Mit dem Blitzlicht meiner Kamera versuchte ich hin und wieder ein paar Blicke zu erhaschen. Alle waren froh, als wir das Tageslicht am Ende des Tunnels sahen.

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    Am frühen Abend ging es direkt zurück nach Hue. Diese Tour ist mit Sicherheit nichts weltbewegendes, da bei vielen Orten nur noch die Erinnerung existiert. Dennoch war es für mich etwas Besonderes. Die Bedeutung der Landstriche über die meine Füße mich dort brachten ist weit mehr als die Unerkennbarkeit der alten Demarkationslinie.
     
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    Teldon Member

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    Zurück von der Tour um die Entmilitarisierte Zone versuchte ich am Abend krampfhaft ein Ticket zu einem vernünftigen Preis nach Dong Hoi zu bekommen. Gar nicht so einfach. Ich war in ca. 10 Büro’s und die Preisspanne ging von 7 bis 25 Dollar. Oft wurde gesagt, dass man die komplette Fahrt nach Hanoi buchen müsse und in Dong Hoi einfach aussteigen soll. Das klang mir etwas suspekt. So will ich probieren direkt zum Busbahnhof zu kommen und dort zu buchen.

    Die letzten zwei Tage saßen mir irgendwie in den Knochen. So verwarf ich meinen eigentlichen Plan heute den 15.09. weiter nach Dong Hoi zu reisen und schlief unfassbar lange. Bei dem derzeitigen anhaltenden Regen fiel auch eine weitere Stadtbegehung am Nachmittag aus und so widmete ich mich dem Blog. Am Abend landete ich in der „liberty bar“. Eine Bar unweit meines Hotels mit interessanten Waenden, in der ich noch einige weitere Bilder kaufte für nur 3 Dollar das Stück. Nun habe ich auch ein paar als Mitbringsel für Daheim.

    Morgen aber, so bin ich fest entschlossen, geht’s weiter nach Dong Hoi, egal wie.

    Eins habe ich am letzten Tag noch erlebt, dass ich erzählen muss. Einen Bus habe ich bekommen, das war unschwer. Obwohl ich das Gefühl nicht schwächer wird, dass diese Verbindung nach Dong Hoi überteuert ist. Ich zahlte 7Dollar für die Strecke Hue – Dong Hoi mit 150 km. Letztlich egal, ich will hier einfach nur noch weg. Mit ein paar Stunden Zeit davor, lief ich nochmal eine andere Strecke durch die Stadt (hier nur mit der kleinen Kamera, da die große am Ladegerät hing). Man wird ja oft von Moto-Fahrern angesprochen, erst recht wenn der eigene Blick auf eine Karte starrt um nach einer Straße zu suchen. Hier ist es mir jedoch drei Mal passiert, dass mir die Fahrer einreden wollten, sie hätten verwandte in Deutschland und ob ich ihnen nicht eine Münze für ihre Söhne, Töchter, was auch immer schenken könnte. Drei Mal in zwei Stunden ist definitiv zu viel und wohl wieder eine weitere Masche um den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen.

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    Fazit am Ende von Hue. Die Stadt finde ich persönlich recht langweilig. Das einzig interessante ist die Zitadelle die man locker an einem Tag schafft. Den Rest kann man getrost auslassen.
     
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    Teldon Member

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    Dong Hoi – und das grüne Hinterland

    Umso höher es in das nördliche Gebiet Vietnams geht, umso abenteuerlicher wird es. Der Weg nach Dong Hoi war schon ein kleines Abenteuer. Hier fuhr kein Reisebus mehr direkt hin, sondern nur ein kleiner Mini-Van. In ihm war ich der einzige Tourist umgeben von Vietnamesen. Natürlich alles wieder vollgepackt bis unter das Dach. Denn jeglicher Platz muss ja genutzt werden. Kinder bekamen keinen eigenen Platz sondern saßen (teilweise) schreiend auf Muttern‘s Schoß. Nach sehr langen vier Stunden erreichten wir das Ziel. Es war der 16.09. Eigentlich dachte ich, dass diese doch sehr untouristische Stadt vergleichsweise billiger sein muss als die anderen von Touristen überfüllten Städte. Weit gefehlt. Nachdem der “Bus” mich irgendwo rausgeschmissen hat, lief ich die restlichen Meter zu Fuß in die Richtung eines Hotels, das im Lonely Planet steht. Bei 12$ gingen die Verhandlungen los. Dann hieß es 10$. Im Vergleich zu den anderen Unterkünften die ich bis jetzt hatte war mir das einfach zu viel für diese einfache Hafenstadt. Also verließ ich den Laden auf der Suche nach ein preislich für mich attraktiveres Hotel.

    Unweit der nächsten Kreuzung fand ich ein Schild auf dem stand “wir sprechen auch Deutsch”. Das interessierte mich. Ich ging an das Café heran und ein vietnamesischer Mann kam auf mich zu. Nachdem ich im englischen angefangen habe, sprach er auf einmal deutsch. Vielleicht sah er, dass ich interessiert zu dem Schild schaute, vielleicht hörte er auch meinen Dialekt wenn ich Englisch rede. Er erzählte mir, dass er damals in der DDR lebte und in der Nähe von Dresden Fahrzeug und Maschinenbau gelernt hat. Mir lag jedoch brennend eine andere Frage auf der Zunge. Er war der Mensch der mir helfen konnte. Ein Hotel! Wo finde ich ein Hotel zu einem humanen Preis. Er führte mich in ein etwas heruntergekommenes Haus. Oben wurden vier Zimmer vermietet und für 7$ war ich dabei. Meine bis dahin schlechteste Herberge aber so lang wollte ich mich ja dann doch nicht in Dong Hoi aufhalten. Am Abend schlenderte ich noch etwas am Meer entlang und genoss den Blick auf die Halbinsel und die faszinierend leuchtende Brücke. Hier am Wasser verbringen die Menschen viel Zeit und Zeit scheinen einige echt im Überfluss zu haben. Auch bis in die späte Nacht sitzen Menschen in den Parks. Wenn man sich hier nieder lässt sieht man allerhand befremdliches. Brett-Spiele die ich nie vorher sah. Alte Menschen die Fit wie ein Turnschuh an einem vorbei rennen. Gackernde Frauen im langen Schlafanzug die an einem vorbei gehen. Solche Momente würde ich gern festhalten, doch im Abendlicht ist auch das Fotografieren nicht mehr ganz einfach.

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    Am nächsten Morgen stand mein eigentliches Ziel in der Umgebung an. Dong Hoi diente ja nur als Ausgangsbasis. Das Ziel hieß Pham Nha Nationalpark und lag 30km von Dong Hoi. Um dorthin zu gelangen mietete ich mir kurzer Hand einen Motorroller. Ich, der noch nie in seinem Leben ein Motorrad gefahren ist, wollte gleich man in Vietnam, bei dem außerordentlichen Verkehr, seine Fahrkünste testen. Aber ich dachte mir, auf dem Fahrrad bin ich eigentlich ganz fit, so ein unterschiedlicher Balance-Akt kann das ja nicht sein. Witziger Weise fand ich nur eine Motovermietung und die war in dem Hotel, welches ich vorher aufgrund des Preises ausschlug. Die gute Dame kam gleich erst mal mit der Frage um die Ecke, wo ich denn nun nächtige. Ich erklärte es ihr, denn einen wirklichen Namen hatte meine Unterkunft nicht. Sie erklärte mir hingegen, dass das mehr für Vietnamesen gedacht ist und sie könnte nochmals mit dem Preis etwas runtergehen, denn es gibt ja auch noch ein Mehrbettzimmer (Dorm-Room). Bei 7$ war sie nun ebenfalls, sogar mit Frühstück. Die Frage, ob der Dorm über Nacht entstanden ist ersparte ich mir! Ich sagte zu und checkte drüben kurzer Hand aus und in einem vollkommen leeren Dorm ein. Nicht zuletzt weil ich hier gleich das Moto holen konnte.
     
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    Mensch Teldon!

    Ich hatte gerade ein Deja`-Vu Erlebnis. Deine Tour von Saigon bis Hoi An habe ich 1991/1992gemacht.

    Damals hatte sich Vietnam so langsam für den Tourismus geöffnet, es gab aber noch wenig Pauschaltouristen sondern mehr Backpacker.

    Das Visum für Vietnam haben wir in Bangkok machen lasen. Ich weiß noch, dass wir sieben(!) Fotos einreichen mussten (für jeden Geheimdienst eines)

    Saigon war schon krass – was für ein Gewimmel – viele Familien lebten und schliefen komplett auf der Straße. Der Verkehr wurde von Fahrrädern dominiert. Die Fahrradtaxifahrer waren aber damals auch schon richtige A…löcher – nur am Bescheißen.

    Es herrschte wohl Energieknappheit um 22:30 Uhr wurden in Saigon so gut wie alle Lichter gelöscht und es war finster wie im Kohlenkeller. Einmal sind wir stumpf an unserem Hotel vorbeigelaufen. Alle Fenster und Türen mit Eisenläden verrammelt – kein einziger Lichtstrahl drang nach außen.

    Die Fahrt ins Mekongdelta war noch ein richtiges Erlebnis, wenn die Kinder „Langnasen“ sahen kamen sie angerannt zum Winken. Aber von der Atmosphäre mit den Booten usw. scheint doch vieles so geblieben zu sein.

    Nha Trang war damals noch ein richtiges Fischernest aber wenn ich dich so lese, war damals mehr los als heute. Da gab es schon ein paar Bars in denen gut was los war – man brauchte für die Ladies aber immer zusätzlich ein Stundenhotel.

    Das bia hoi war seinerzeit grundsätzlich immer ohne Kohlensäure – ist das heute auch noch so?

    Ach ja – der größte Geldschein war zu der Zeit 50.000,-- Dong (5 Dollar) und den konnte schon meist niemand wechseln.

    Aber es war trotzdem ein sehr interessanter Urlaub an den ich gerne zurückdenke und der dank deiner tollen Fotos wieder in Erinnerung kommt.

    LG Jack
     
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    Es war immer noch sehr früh am Morgen des 17.09 als ich mich auf dem privaten Moto der Tochter meiner Hotelbesitzerin Richtung Highway 1 zum Nationalpark Phong Nha machte. Ich hatte eine irgendwie handgemalte Karte, den Helm und die Zündschlüssel in die Hand gedrückt bekommen. Ob ich das Ding überhaupt fahren durfte oder kann interessierte niemanden. Naja die Tochter war schon etwas besorgt um ihr gutes Stück aber ich versprach ihr gut damit umzugehen. Die ersten paar Meter waren schon befremdlich. Immerhin bin ich noch nie in meinem Leben Roller gefahren! Doch im Laufe der Zeit ging es besser und besser. An der ersten Tankstelle, das Ding war nicht mal ansatzweise betankt, scharrten sich gleich 5 Vietnamesen um mich als ich den Tank nicht fand. Aber gemeinsam zu 6. Lösten wir das Problem und es gab großes Gelächter. Denn ha! Auf Anhieb fanden sie das Ding auch nicht. Zurück auf der Straße düste ich zum Highway und diesen entlang Richtung Norden. Der Verkehr hielt sich in den Morgenstunden in Grenzen und ich konnte die Schönheit der Landschaft genießen. Die gründen Reisfelder in denen sich die Sonne im Wasser spiegelt. Die Berge die als Silhouette im Nebel zu erkennen waren. Ein leichtes Free-Rider Gefühl kam in mir auf nur eben mit einer komischen Mühle unterm Hintern.

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    Nach etwas über einer Stunde fahrt war das Ziel in Sicht. Ich war etwas langsamer unterwegs, da ich an interessanten Stellen hielt und hier und da ein paar Fotos schoss. Schon von weitem kündigt sich der Nationalpark mit seinem Namen in Form eines großen Schildes hoch oben auf einem zerklüfteten Fels an. Nach weiteren 30 Minuten und vielen Fragen fand ich auch die Fährstation zur ersten Höhle. Hier im Umland gibt es zig Höhlen. Zwei davon sind mein Ziel am heutigen Tag. Die Pham Nga Höhle und die Paradise Höhle. Der Preis für die Pham Nga zog ganz schön rein mit 400.000Dong. Das Problem war, dass man nicht auf dem Landweg zur Pham Nga Höhle kommt sondern nur mit einem Boot. Die Boote lassen sie sich natürlich teuer bezahlen. Auf dem Wasserweg ging es nun rund 40Minuten zum Eingang der Höhle. Im Inneren offenbart sich die schiere Größe der Höhle. Interessante Felsstrukturen die das Wasser über Jahrhunderte hinein gezaubert hat werden mit farbigen Licht aus- oder angeleuchtet. So bekommt das ganze nochmal einen sehr magischen Schein. Problem an Höhlen ist immer, dass hier eine Kamera ohne Stativ recht wenig nützt um das was man sieht auch genauso festhalten zu können wie man es sieht. Das Fotografieren mit einem Blitzlicht gibt den Schein meiner Meinung nur mager wieder.

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    Wieder draußen ging ich graden Schrittes zurück zum Boot. Unterwegs wird man ca 5000 angesprochen ob man etwas essen oder trinken möchte. Kurz vorm Boot schrie meine nette Bootsdame mir irgendwas zu, was ich gar nicht deuten konnte entgegen. Erst als ich näher kam verstand ich. Hier gab es gleich eine weitere Höhle über der Pham Nga. Also wieder zurück bis ich die Stufen sah. Ab hier wurde es schrecklich. Es war warm (wie immer in Vietnam), es war sehr feucht und vor mir lagen 600 Treppenstufen (wie ich später erfuhr). Ein kleiner Gewaltaufstieg mit extrem schöner Aussicht, bei dem ich mich die ganze Zeit fragte, ob sich diese Höhle auch lohnen würde. Vorweg, es lohnt sich! Oben angekommen begann schon die erste Verkäuferin zu schmunzeln. Mein Körper lechzte nach Zucker, darum erst mal eine überteuerte Cola. Aber hier galt es Notlage zu mildern. Das Innere der Höhle sieht noch beeindruckender aus als das der ca. 500m weiter unten Liegenden. Die Lichteffekte sind ähnlich aber die Größe ist absolut atemberaubend. Ich versuchte einige Bilder ohne Blitzlicht zu schießen und denke ein paar davon sind sicher absehbar.

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    Nach rund 2h war ich durch mit den Höhlen. Mit meiner Boots-Capitäns-Dame ging es zurück zum „Fährhafen“. Vorbei am Nationalpark mit den grünen Bergkuppen, vorbei an kleinen Dörfern mit beschäftigten Fischern und vielen kleinen Eigenheiten. Das wirklich schöne war, dass ich allein auf meinen Boot war, welches sicher Platz für 20 Personen bat. Aber irgendwie hatte ich Glück und so konnte ich backbord wie steuerbord heraus ungehindert Fotos schießen.

    Zurück auf dem Motorbike ließ ich mir glaub ich 5mal erklären wie ich zur Paradise-Höhle komme. Leider hatten alle fünf Personen unterschiedliche Wege für mich, sodass ich versuchte einen für mich sichereren aber längeren Weg einzuschlagen. Auf der handgezeichneten Karte vom Hotel waren leider keine Entfernungen erkennbar. So dachte ich, ein halber Tank müsste eigentlich reichen, so Pi mal Daumen. Fataler Fehler! Ich fuhr also,.. und fuhr und fuhr und irgendwie kam ich immer weiter in das Hinterland. Ich war recht sicher, dass ich auf der richtigen Straßen bin aber eben ohne jegliches Maß für Entfernung. Irgendwann neigte sich die Tachonadel in einen Bereich der mir Sorgen bereitete. Hier war wirklich Hinterland. Keine Dörfer und erst recht keine Tankstellen. So musste ich schweren Herzens leider umdrehen. Ich weiß bis heute nicht ob ich die falsche Straße genommen habe oder ob die Höhle wirklich noch kam. Vielleicht übersah ich sie auch, denn sie soll ja wirklich sehr untouristisch sein. Jedenfalls, wer kann sollte dahin fahren! Die Höhle ist die bis jetzt größte zugängliche Trockenhöhle der Welt. Es gibt zwar eine weitere, welche jedoch noch nicht „einfach so“ begehbar ist. Für mich ging es nun wieder Richtung Dong Hoi, doch zuerst mit Stopp an einer Tankstelle! Es war knapp, aber der Sprit hatte gereicht.


    (PS: mit meiner Erfahrung heute würde ich jedem raten direkt zu versuchen im Nationalpark zu nächtigen. Es geht wohl über Homestay's.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.04.2014
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    Teldon Member

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    Für den nächsten Tag stand nicht viel auf dem Programm. Ich besorgte mir ein Busticket für meinen nächsten Stopp Ninh Binh. Hier musste ich nun wirklich den vollen Preis bis nach Hanoi zahlen. Niemand ließ mit sich verhandeln. Ich sag ja, Dong Hoi, warum auch immer, ist teuer! Den Rest des Tages schlenderte ich durch die Halbinsel, entlang der Resorts und der total überteuerten Restaurants, weiter über die Innenstadt. So klein ist die Stadt gar nicht wie sie auf den ersten Schein zu sein scheint. Ich hatte viel Zeit um reichlich von der Stadt zu sehen. Mein Fazit: ich würde hier nicht wieder Halt machen. Denn wenn Höhlenbesuch, dann direkt vor Ort!

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    Irgendwann am Abend kam der Schlafbus und ab ging es nach Ninh Binh zur trockenen Halong.