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Ein Stückchen Heimat in der Ferne

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte für alle" wurde erstellt von KingPing, 15.09.2013.

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Dieser Thread wird von 2 Benutzern beobachtet..
  1. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Prolog

    In Deutschland leben etwa 60.000 Thais, natürlich zum größten Teil der buddhistischen Religion angehörend. Gegenüber den ca. 1.7 Millionen Muslimen mag das verschwindend gering erscheinen. Aber wie auch die Muslime in Deutschland werden auch die Thais in Deutschland in ihrer Religion betreut. Für Deutschland findet die Betreuung in 27 Tempeln und buddhistischen Vereinen statt. Eine Liste der entsprechenden Örtlichkeiten findet ihr unter diesem Link

    Begegnungsstätten thailändischer Buddhisten in Deutschland

    Das Jahr in Thailand ist übersät mit vielen buddhistischen Feiertagen. Die meisten davon werden landesweit gefeiert während einige Feiertage nur noch lokale Bedeutung haben, vorwiegend in ländlichen Gegenden und nicht unbedingt als nationale Feiertage eingeführt. Diese Feiertage werden von der Thai Community in Deutschland genutzt, um sich früh am Morgen in den Tempeln zu treffen und sie zusammen unter Anleitung der Mönche zu feiern, sich untereinander auszutauschen und einen ruhigen und besinnlichen Morgen in einem vertrautem Umfeld zu erleben.

    Die Zeremonien finden mitunter in Anpassung an die Arbeitsgewohnheiten in Deutschland mit einem Versatz zu den eigentlichen Feiertagen nach dem Mondkalender statt.

     
  2. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Wan Sart Thai – ein Morgen im Tempel

    Der Wecker riss mich nach einer unruhigen Nacht um 6:30 Uhr zusammen mit meiner Frau aus dem Schlaf. Nach 5 Minuten des Zurückfindens aus der surrealen Welt zwischen Traum und Tag wälzte ich mich aus dem Bett. Meine Frau ist da etwas konsequenter, zumindest wenn es wie heute darum geht, zeitig aufstehen zu müssen.

    Heute ist Sonntag, in Deutschland ein ganz normaler Sonntag. Aber der erste Neumondtag zum Ende des 10. Monats des Mondkalenders liegt gerade ein paar Tage zurück und für Thais ist dies ein besonderer Tag des Gedenkens an die Toten, die Lieben, die bereits von uns gegangen sind. Und dieser Tag wird heute im Wat Dhammaniwasa in Eschweiler bei Aachen, dort ist der Tempel der buddhistischen Gemeinde für die Region, gefeiert.

    Ursprünglich wurde dieser Feiertag eine rein königliche Zeremonie, die nur innerhalb des Königspalastes zelebriert wurde zu Zeiten König Ramkhamhaengs von einer seiner Gespielinnen eingeführt. Das Fest ist noch am ehesten mit dem hier gebräuchlichen Entedankfest zu vergleichen. Allerdings waren diese Feierlichkeiten wesentlich umfangreicher und dauerten insgesamt 3 Tage. Die zubereiteten Speisen wurden am letzten Tag, dem König, der Königin, seiner Familie, dem Hofstaat und den Mönchen sowie symbolisch den Toten übergeben.

    Im Laufe der Jahrhunderte ging dieser Brauch allerdings verloren. Übriggeblieben ist der Brauch, den Mönchen Essen zu reichen und der Toten zu gedenken, ihnen symbolisch Speis und Trank zu reichen, dies reichlich, damit auch diejenigen, denen niemand mehr gedenken kann an diesem Mal teilhaben zu lassen.

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    Kurz vor 8 Uhr, meine Frau war noch dabei, die Speisen für die Mönche zuzubereiten, klingelte das Telefon. Member Grokon, dessen Freundin aus Thailand für 4 Wochen zu Besuch in Deutschland ist, kündigte sein Eintreffen für ca. 8:30 Uhr an. Wir hatten uns zuvor verabredet und er wollte seiner Freundin die entsprechende Aufmerksamkeit in Respekt vor ihrer Religion erweisen. Grokon war pünktlich und auch meine Frau und ich waren soweit. Kurz vor 9 Uhr verließen wir unsere Wohnung und fuhren nach Eschweiler zum Tempel. Für Member Grokon wurde es allerdings leider nur ein sehr kurzer Aufenthalt. Seine Freundin klagte über starke Menstruationsbeschwerden und sie hatte das Bedürfnis nach Ruhe. Sie fühlte sich in ihrem Zustand nicht wohl im Tempel. Ich hatte Verständnis dafür und auch für Grokons Einstellung, dass seine Freundin und ihr Wohlergehen Priorität für ihn hatten. Es war schade, dass er uns so zeitig verließ.

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  3. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Es waren schon zahlreiche Leute anwesend. Auch einige ganz in weiße Gewänder gekleidete Frauen aus Thailand waren heute im Tempel, Nonnen, die man eigentlich selten zu Gesicht bekommt. Der Buddhismus in Thailand ist eine fast ausschließlich männlich dominierte Religion. Aber es gibt auch viele Tempel in Thailand, die nur durch Nonnen geleitet werden.

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    Nach und nach füllte sich der Tempel und die Frauen bereiteten in zwei anderen Räumen die mitgebrachten Speisen zur späteren Übergabe an die Mönche und Nonnen vor. Angemerkt sei, dass es sich bei diesen Nonnen nur symbolisch um solche handelte. Aber wie mir meine Frau erklärte, sei dies wohl zu diesem Feiertag Brauch.

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    Die strengen Regeln eines Klosters erlauben einem Mönch, nach Mittag keine Speisen mehr zu sich zu nehmen. Vor dem Essen versammelten sich alle anwesenden Thais und zu einem großen Teile auch deren Begleiter im großen Saal. Die Mönche hatten sich bereits eingefunden. Ein Vorsprecher leitete die Gebete ein und der Abt übernahm dann die Fortsetzung der Zeremonie. Mit dem Ende dieses Gebetes war der erste Teil der Feierlichkeiten abgeschlossen.

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  4. lucky 007

    lucky 007 Newbie

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    Hallo King Ping vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht mal nicht aus Thailand sondern von dir zu Hause wirklich sehr empfehlenswert zu lesen :yes:bin weiterhin hier mit dabei und sage nochmal Danke:dank: und :super:lieben Gruss aus der Schweiz Lucky :bye:
     
  5. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Danke lucky.

    Es wird nur ein kurzer Bericht. Wenn ich Zeit habe, werde ich unter dem gleichen Thema noch ein paar Berichte zu diesem Thema schreiben, die sich ebenfalls um Tempelbesuche, Buddhismus und Animismus drehen.

    Gruß

    KingPing
     
  6. tischtuch

    tischtuch Experte

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    Das wird spannend eines meiner Lieblingsthemen.

    In der Schweiz ist das Gegenstück wohl Gretzenbach

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    So will Dir nicht reinpfuschen.

    Gruss Danke
    TT
     
  7. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Hallo tischtuch,

    das ist kein Problem mit deinen Fotos, der Thread ist ja offen und solange der Bezug zum Thema vorhanden ist, sind solche Beiträge willkommen.

    Mann, seid ihr in der Schweiz protzig. Da sieht man mal wieder, wo das Geld steckt. :ironie:

    Solche Prachtbauten kenne ich in Deutschland nicht. Aber vielleicht lassen sich ja mehr Member gewinnen, die ihren Beitrag zum Thema hier einstellen. Ich würde es mir wünschen, befürchte aber, dass dies ein Randthema bleiben wird.
     
  8. tahjong

    tahjong V.I.P.

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    Den Wat in Gretzenbach besuche ich öfters (Zitat:In Gretzenbach feiert das Wat Srinagarindravararam - der grösste thailändische Tempel in Europa ....)
    . Ist schon schön gemacht. Auch das Kloster ist offen für alle. Habe Zuhause noch Bilder von dort, kann sie mal uploaden wenn gewünscht. Machten auch mal einen Ausflug nach Kandersteg, ist aber dort nicht so prunkvoll, mehr im Chaletstil.
     
  9. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Ich bitte darum tahjong. :yes:
     
  10. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Es war nun an der Zeit, den Mönchen und Nonnen das Essen zu überreichen. Zuallererst hieß es, den Mönchen Reis zu geben. Die Gläubigen reihten sich nebeneinanderstehend in dem großen Saal auf, hatten den Reis für die Mönche in entsprechenden Behältnissen bereit. Wie in Thailand auch schritten die Mönche unter der Führung ihres Abtes die Reihe ab und empfingen von den Gläubigen den Reis.

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    Das dauerte seine Zeit, nach meiner Schätzung waren gut und gerne an die 200 Personen daran beteiligt. Nach der Reisgabe setzten sich die Mönche wieder auf ihre Plätze. Das von den Anwesenden daheim zubereitete Essen wurde für die Übergabe an die Mönche auf Schalen verteilt. Entlang einer Reihe die alle Anwesenden, die aktiv an der Zeremonie teilhaben wollten, wurden die Speisen auf Schalen von Mensch zu Mensch weitergeleitet und der letzte in der Kette übergab die Schale an den Abt, der sie, nachdem er seinen Teil entnommen hatte, die Schale weiterreichte. Zuletzt bekamen die Nonnen die Schale. Es dauerte ebenfalls wieder eine geraume Zeit, bis die letzte Schale durchgereicht war.

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    Den Mönchen und Nonnen gebührt es, als erste zu speisen. Ihr Mal wurde während der gesamten Zeit durch den Sprechgesang der anwesenden Thais begleitet. Es war eine friedliche Stimmung und die vielen weiblichen Stimmen klangen in dem großen Raum harmonisch und schafften eine Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit. Erst nachdem die Mönche und Nonnen ihr Mahl beendet hatten, durften alle Anwesenden ebenfalls essen.

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    Es war schon ein besonderes Erlebnis Speisen zu kosten, die in den diversen thailändischen Küchen der Region Aachen zubereitet worden sind.

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    Im letzten Teil der Zeremonie wurde in einem Gebet der Verstorbenen gedacht. Der Abt des Tempels ging entlang der Gläubigen und besprenkelte sie mit gesegnetem Wasser. Die Zeremonie war beendet und ein langer aber angenehmer Tag im Tempel neigte sich dem Ende zu. Nach und nach verließen die Anwesenden den Tempel und traten ihre Heimreise an.
     
  11. tischtuch

    tischtuch Experte

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    Genau das mit den Nonnen. Leider sieht das in der Regel so aus.........

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    Ganz so Ernst ist es zum Glück auch nicht immer.......Meine Jungs noch jung und mitten dabei

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  12. tischtuch

    tischtuch Experte

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    Letzten Endes, wenn die Leerheit verstanden wird, spielt die Illusion einer festen Geschlechtszugehörigkeit keine Rolle mehr. Die buddhistische Lehre und der Weg sind weder männlich noch weiblich.
     
  13. Yodrak

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    Auch der Wat Phra Dhammakaya Bavaria in Königsbrunn bei Augsburg kann seine ursprüngliche Nutzung als Tennishalle nicht verleugnen.

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    Es werden dort auch Medidationskurse angeboten. Ich war im Mai das erste Mal mit meiner damaligen Freundin dort um ihr den Wat zu zeigen.
    Haben dort einen schönen und informativen Sonntag Nachmittag verbracht.
     
  14. Yodrak

    Yodrak Administrator
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    Wie steht ihr eigentlich zu dem liegenden Buddha in München?
    Finde diese "Kunst" als ein Akt der Gotteslästerung und total respektlos. :shake:

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  15. Falco

    Falco Junior Experte

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    Danke KingPing für diese Einsichtnahme in diese religiöse Welt. Habe mich mal gleich schlau gemacht wie es in Berlin mit sowas aussieht. Und siehe da in Berlin gibt es den ältesten buddhistischen Tempel Das Buddhistische Haus - Berlin-Frohnau - Home in Europa. Wenn ich mir aber zu diesem Tempel mal so ein paar Berichte durchlese, frage ich mich schon wie so einer (Mr. T. W.) solch ein Haus leiten kann, ohne irgendwelche Konsequenzen. Schade das durch solche Leute die Relegionen missbraucht werden.

    Zitat:
    Auszüge aus dem offenen Brief eines ehemaligen Bewohners und Mitarbeiters des Buddhistischen Hauses:

    „Ereignisse“, die den Verfall des Buddhistischen Hauses bezeugen (seit Mr. Tissa W.)

    Jahrelange Zeit der Misswirtschaft führte zu größeren baulichen Schäden des Haupt- und Ceylonhauses, u.a. am Dach, Außenputz, Grundstückseingrenzung, Abwasserdrainage (Toiletten); die Administration ist inaktiv; die spirituelle Leitung hat wiederholt Kritik hervor gerufen (extrem hohe Telefonrechnung z.B.); Ven. Puññaratana ist nun alleiniger Mönch im Haus;

    Ein Teil des Grundstückes wird verkauft, um finanzielle Mittel für die dringend erforderlichen Reparaturarbeiten zu bekommen (Mr. Lionel Jirasinghe war damals Verwalter)

    Aufgrund massiver Proteste („Förderverein Theravada-Buddhismus“) gegen das Missmanagement fanden nach vielen Jahren Pause wieder Vorstandswahlen in der German Dharmaduta Society in Colombo statt. Es wurde Mr. Jirasinghe durch Mr. Tissa W. ersetzt. Der Grundstücksverkauf lässt sich auch von ihm nicht rückgängig machen, der Bau von Eigenheimen auf diesem Grundstück nicht verhindern.

    Ein neuer Verein für Das Buddhistische Haus wird ins Leben gerufen. Namhafte Mitglieder aus ganz Deutschland versuchen zu helfen, weil es den Anschein hatte, dass das Haus nun tatsächlich gerettet sei. Die Idee einer Stiftung kommt auf. Mr. T. W. will auf gar keinem Fall Änderungen am Besitz zulassen. Er hat eine Generalvollmacht.

    Mit Mr. T. W. als neuem Administrator wurden die ersten Reparaturen erledigt. Fördergelder für Sanierungsarbeiten wurden abgelehnt, da Mr. T. W. seine Buchführung nicht offen legen wollte und er meinte, dass er bei „Verträgen per Handschlag“ alles billiger und ohne teuren Papierkram bekommt.

    Die ersten Unregelmäßigkeiten treten auf: der Tempelvorraum wird nicht nach denkmalpflegerischen Auflagen renoviert; Außenputz wird mit Dispersionsfarbe übertüncht; das Eingangstor wird ebenfalls übertüncht; die Wärmedämmfenster entsprechen nicht den Vorgaben und waren nicht genehmigt worden; die Feuerwehrzufahrt wird ungenehmigt mit Rasenplatten belegt …

    Durch den Grundstücksverkauf wurden ca. 750.000 DM für die Sanierung des Hauses erwirtschaftet. Etwa 95.000 DM gingen auch tatsächlich in die Sanierung. 100.000 DM gingen bei einer privaten Fehlinvestition des Mr. T. W. verloren. Der Rest floss in das Privathaus von Mr. T. W. in der Nohlstraße in Glienicke.
    Mr. T. W. behauptet dieses Haus diene der Infrastruktur des Budhistischen Hauses (als Gästehaus). Bis heute ist das Haus in alleinigem Privatbesitz von Mr. Weeraratne.

    Mr. T. W. lebt größtenteils von den Spendengeldern, die im Buddhistischen Haus zusammenlaufen. Spendengeld das noch in der Schweiz auf einem Konto lag, wurde nach und nach verbraucht.
    Mr. T. W. Zitat: Das Buddhistische Haus ist dazu da, dass es den Bewohnern (er, der Koch, zwei Mönche und ein bis zwei Laien) gut geht. Sobald ein Cent in der Spendenbox ist, wird geshopt. Rechnungen im Buddhistischen Haus bleiben vorerst unbezahlt bis zur letzten außergerichtlichen Mahnung.

    Mr. T. W. investiert in neue PC’s, Kopiermaschinen werden angeschafft, auch ein großer Van für Personentransport. Die Internetseite wird zweisprachig aufgebaut und ständig erweitert. Er nutzt Dienstleistungen, lässt Leute für sich arbeiten mit dem Versprechen, dass bald eine große Spende kommt. Die meisten Aufragnehmer warten heute noch auf ihr Geld.

    Mr. T. W. beginnt, ihm nicht zu Willen seiende Vortragende, Gruppen, hinaus zu werfen. Immer mehr spirituell interessierte Menschen wenden sich vom Haus ab. Der neue Förderverein löst sich auf, nachdem es deutlich wurde, dass Mr. T. W. diesen Verein nur dazu benutzt, um Spendengelder zu bekommen, die er aber unbedingt selber verwalten will. Mr. T. W. zieht in das Haus auf der Nohlstraße ein; der Koch ebenso;

    Ven. Medhayo wird spiritueller Leiter. Er baut die Website vollständig um, modernisiert sie und fügt massig gescannte Texte ein (trotz Copyright ohne Quellenangaben).

    Seit Oktober 2006 stehen fälligen Tilgungsraten eines Kredites aus (fast 280.000 Euro).

    Die sonntäglichen Vorträge werden qualitativ minderwertiger; die Deutsch-Kenntnisse sind bei den Mönchen fast gar nicht vorhanden, und bei Mr. T. W. selber ziemlich schlecht. Die Mönche sprechen singhalesisch, was Mr. T. W. „verdeutscht“. Letzterer verstärkt seine Aktivitäten hinsichtlich der Betreuung der Schulklassen. Es wird mittlerweile schon vorab darauf hin gewiesen, dass man pro Teilnehmer eine als Spende deklarierte Abgabe von 3,= Euro erwartet. Des weiteren können Gruppen auch am Mittagessen teilnehmen, was weitere 5,= Euro „Spende“ einbringen soll. Eine Bewirtungskonzession hat das Haus nicht, bzw. der Koch den dazu erforderlichen Gesundheitspass.

    Mr. T. W. lässt sich als Vertreter des Buddhismus zu einer Konferenz in Bonn einladen. Im Ankündigungsflyer lässt er sich wie folgt beschreiben: „er hat eine langjährige Meditationsausbildung und veröffentlicht Texte über die Grundlagen des Buddhismus“. Nachweislich hat Mr. T. W. weder eine Meditationsausbildung, noch kann man seine veröffentlichten Texte als fachlich fundiert bezeichnen. Diese Texte lassen sich sehr einfach als Zusammenstellung abgeschriebener Passagen aus diversen Büchern erkennen.

    Nach neusten Informationen versucht Mr. T. W. einen weiteren Teil des Grundstückes zu verkaufen, um damit die finanziell angespannte Situation zu entschärfen.

    Resümee: All die hier genannten Punkte sind noch lange nicht vollständig oder gar erschöpfend dargestellt. Sie sind nur ein Bruchteil dessen, was bislang an Misswirtschaft im Buddhistischen Haus statt fand. Je mehr man sich mit diesen unliebsamen Dingen befasst und auch tiefer geht, um so mehr weitere Unstimmigkeiten kommen ans Licht. Da in Deutschland viel Papier beschrieben wird, ist es relativ einfach in vielen Punkten ganz deutlich zu belegen, was Mr. T. W. und sein Helfer getan haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.09.2013
  16. tahjong

    tahjong V.I.P.

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    Hier einige Bilder vom Wat in Gretzenbach

    183_8312.jpg, Ein Stückchen Heimat in der Ferne, 1
    183_8314.jpg, Ein Stückchen Heimat in der Ferne, 2
    183_8315.jpg, Ein Stückchen Heimat in der Ferne, 3
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  17. tahjong

    tahjong V.I.P.

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    Noch einige Bilder vom Tam Bun beim Kloster in Kandersteg

    Foto0136.jpg, Ein Stückchen Heimat in der Ferne, 1
    Foto0138.jpg, Ein Stückchen Heimat in der Ferne, 2 Foto0141.jpg, Ein Stückchen Heimat in der Ferne, 3
     
  18. KingPing

    KingPing V.I.P.

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    Einen ganz, ganz lieben Dank für eure aktive Teilnahmen an diesem Thread. :super::dank:

    Tum Thema "Liegender Buddha" in München.

    Ich finde das ein Unding und es dürfte jeden Buddhisten wohl zutiefst verletzen. Ich vermute mal, dass dieser Künstler in keinster Weise mit ein paar rudimentären Grundsätzen des Buddhismus vertraut gemacht hat. Sonst wäre es mit Sicherheit nicht zu einem solchen faux pas gekommen. Es sei denn, es wäre bewusst so gemacht worden, also als vorsätzliche Provokation.

    Der, der diese Figur geschaffen hat, ist der malaysisch-britische Künstler Han Chong. Seinen religiösen Hintergrund kenne ich nicht. Und es sieht ja nicht so aus, als wäre die Statue geschaffen worden, um im Dreck zu liegen.

    Wenn Kunst auf Religion trifft, wird das immer zu Extremen führen, die Mohammed-Karikaturen sind ja ein krasse Beispiel dafür. In unserem Kulturkreis ist Religion ja glücklicherweise kein Tabuthema und kritische Kunst im Zeichen der Religion wird hier weitaus toleranter gehandhabt.

    Extremer fand ich da schon den Auslöser für das Exportverbot buddhistischer Kunstwerke aus Thailand. Die wurden als Aschenbecher u. ä genutzt und das ist halt publik gemacht worden.

    Das sagt dir tgageszeitung und das die AbendZeitung

    Und so schreibt die Süddeutsche Zeitung
     
  19. plux46

    plux46 Member

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    Sehr interessanter thread! Danke für die Informationen und Fotos!
    In Österreich ist der Buddhismus zwar seit längerem eine anerkannte Religionsgemeinschaft, der Widerstand dagegen ist jedoch gerade am Land noch immer sehr groß. Die mangelnde Information in der Bevölkerung kann jederzeit leicht instrumentalisiert werden, wie ein Vorfall vom letzten Jahr zeigt.

    Kein zweites Babel in Gföhl - daStandard.at
     
  20. Yodrak

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    Im Gegenzug darf nach Beendigung der "Installation" am Viktualienmarkt gerne ein Thailändischer Künstler ein umgedrehtes Kruzifix installieren wo an der Rückseite "Made in Thailand" steht. Mal sehen ob das die Münchner Stadtherren auch kalt lässt.

    Ja KP ist schon traurig diese Respektlosigkeit gegenüber Religion und Kultur.

    Meine Exfreundin fragte mich auf ihrem Deutschlandbesuch stets vorher wie sie sich
    z.B. in der Kirche verhalten muss und ob sie Fotos machen darf usw.