16. Tag
Wir wachen früh auf und fangen da an, wo wir heute Nacht aufgehört haben. Sie streichelt mich auf die liebevoll vorstellbarste Art, knutscht dann meine Nippel auf die zärtlich vorstellbarste Art und schlotzt dann meine Ohrmuschel und tief in meinem Gehörgang so lange und lustvoll bis ich einen Ganzkörperorgasmus habe - wow, einzigartig. Sie ist einerseits selbst begierig, andererseits will sie mich glücklich machen. Eine phantastische Moral.
Ihrem Gesicht nach hatte ich Nika auf 22 geschätzt, sie ist aber schon 29 und hat einen 9 jährigen Sohn, der in Meru bei der Oma lebt. Hier in Ukunda betreibt sie einen ordentlichen Klamottenladen, nicht so einen informellen Verschlag wie Petite Mira. Ich arbeite mich also hoch.
Um 10:00 fährt sie nach Hause, natürlich zum Haare machen, ihre ID holen und Tasche packen, morgen kommt sie mit nach Shanzu ins Cowrie Shell.
Ja, sie hatte keine ID dabei und auch kein Foto davon. Es war ein bisschen schwierig sie ins V-Szameitat zu bringen, wir haben dann ihr Smartphone als Pfand bei der Security deponiert und heute wieder bekommen. Ein bisschen unsicher war ich, ist sie wirklich eine solche "normale Frau", die gestern Abend einfach ungeduscht, ungeschminkt, ohne Lashes und ohne Nails mit einer Freundin etwas trinken gegangen ist oder ist das ein ganz perfider Trick. Dann wollte sie auch noch, dass ich mitkomme in ihren Shop und ihre Wohnung. Lauert da etwa ein Falle auf mich oder ist sie mir wirklich so zugetan und will mir ihr Leben zeigen? Das zwischenmenschliche Misstrauen hat mich.
Ich gehe nicht mit (hab auch noch Anderes zu tun), obwohl Shop und Wohnung angeblich an der Hauptstraße liegen.
Als sie zurück kommt zeigt sie mir Fotos, schöner kleiner Shop und schöne kleine Wohnung nahe der Hauptstraße. Sie ist die schönste, süsseste, gutherzigste kleine chubby Lady, die ich mir vorstellen kann. Ihre Gesellschaft ist nur angenehm, und Zärtlichkeiten, Kuscheln und Knutschen, mmmhhh.
Sie hat gestern ihre 2 tägige Mens beendet, wir fahren am Abend zu Pharma Plus um die Monatspille (Microgynon für 350) und HIV Tests zu besorgen.
Als wir im Apartment vor den Tests sitzen beginnt Nika ganz bitterlich zu weinen und bekommt erst kein Wort mehr heraus
.
Sie weiß seit der Geburt ihres Kindes vor 9 Jahren, dass sie HIV hat. Nimmt auch kostenlose Antiretrovirale Therapie ein, aber nicht sehr konsequent. Nebenwirkungen, Fakeinformationen auf Tiktok und Selbstwertkonflikte haben immer wieder zu Pausen geführt. Von ihrer Viruslast hat sie keine Ahnung.
Wir reden über ihre Traurigkeit und ihre Einsamkeit, aber auch über ihren Ärger auf Mutter, Vater und Oma, die sie beschnitten haben, die ihr abergläubige Tattoos zugefügt haben, die sie geschlagen haben. Ärger auf den Vater ihres Kindes, der sich einen negativen HIV-Test erkauft hatte.
Wir sind beide sehr betroffen und weinen zusammen. Niemand in ihrem privaten Umfeld weiß von ihrer Infektion, sie ist eine ruhige und hat jahrelang alles mit sich selbst ausgemacht - oh my Ngai.
Das offene Sprechen fällt ihr sehr schwer und sie schläft irgendwann vor emotionaler Erschöpfung ein. Ich brauche noch ein bisschen und Frage mich, ob ich sie morgen wie geplant mit ins Cowrie Shell nehmen soll.
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