Drei Länder in zehn Tagen: Vietnam-Kambodscha-Thailand

Herr B.

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27.05.2013
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So, nachdem ich hier nun längere Zeit eher passiver Leser war und meine Beiträge allenfalls kleine Anekdoten oder Anmerkungen in anderer Leute Threads waren, wage ich mich nun an meinen ersten Reisebericht.

Es handelt sich um einen Trip, der mir in dieser Kombi schon seit längerer Zeit vorschwebte und für den ich nun endlich Zeit und Muße fand. Die Route ist simpel: Südvietnam-Kambodscha-Thailand. Die Abenteuerlustigen unter euch werden diese Destinationen nicht vom Hocker hauen, aber ich kann (ohne allzuviel vorwegzunehmen) sagen, dass die Kombination dieser drei Länder für mich die optimale Mischung aus Kultur und Spaß geboten hat. Sprich: eine Mischung aus klassischem Reisen und Erkunden der Damenwelt. Dabei war das Unterwegssein und die Logistik vor Ort grundsätzlich relativ einfach, aber bei Bedarf war dennoch jederzeit der nötigen Schuss Abenteuer möglich.

Aber genug der Vorrede. Höchstens Eines noch: Ein klassischer Reisebericht im Sinne von "Tag 1: Ankunft und Hotel, Tag 2: Zum ersten Mal in der AGoGo" wird es nicht werden, schon alleine deshalb nicht, weil ich aus dem Gedächtnis schreibe. Aus diesem Grunde möchte ich übrigens schon im Voraus um Entschuldigung bitten, falls ich an der ein oder anderen Stelle auf bestimmte Details verzichten muss, weil ich sie einfach nicht mehr parat habe. Grundsätzlich werde ich versuchen die Infos so aufzubereiten, wie ich sie selbst als Forennutzer am liebsten habe, bzw. wie sie mir am effektivsten erscheinen, nämlich in Form von Kerninfos und persönlichen Empfehlungen, hier und da evtl. garniert mit einer Anekdote. Mädelstechnisch wird es entsprechend dem Forum hier vor allem um Pay6 gehen, hier und da kann ich aber auch was dazu sagen, was sonst so geht - oder eben auch nicht. Auf Fotos werde ich ebenfalls verzichten. Zum einen weil ich ein schrecklicher Fotograf bin und zum anderen aus Diskretionsgründen.

So genug gelabert, es geht los! Und zwar mit:.


Vietnam: Saigon a.k.a Ho-Chi-Minh-City


DIE STADT
Wer sich in den einschlägigen Foren mit Vietnam beschäftigt, stößt recht schnell auf die Warnung vor dem Verbot jeglicher Form von PAY6 im Land. Auch ich war davon zunächst ein bisschen irritiert, vor allem das Thema “Girlfriendly Hotels” hat mich beschäftigt. Eine Zeit lang hatte ich sogar mit dem Gedanken gespielt, ein eigenes Appartment zu mieten, um die ganze Sache zu umgehen. Habe den Plan dann aber verworfen, da im sogenannten Backpacker-Viertel Saigons Damenbesuch auf dem Zimmer laut verlässlicher Quelle kein Problem ist, doch dazu später mehr.

Vorab erstmal zur Stadt an sich: Saigon, a.k.a Ho-Chi-Minh-City eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für eine SOA-Reise oder aber auch einen reinen Vietnam-Trip, da es zum Einen günstige Flüge vieler großer Linien (Flugsuchmaschine nutzen) gibt und v.a. aber von dort aus mehrere Transportmöglichkeiten bestehen. Billigflüge der diversen asiatischen Anbieter steuern für um die 50$ nahezu alle Metropolen in SOA an und was tourentechnisch günstig ist: Saigon (die Einheimischen nennen ihre Stadt nach wie vor so, nur die Regierung spricht von HCM-City) liegt nicht weit von der Kambodschanischen Grenze entfernt und damit von Pnohm Penh und den Tempeln bei Siem Reap - einem touristischen Highlight der Region.

Doch davon abgesehen ist auch die Stadt an sich immer eine Reise wert. Es ist zwar keine Mega-Metropole wie z.B. Bangkok, die einen wochenlang auf Trab hält, aber dennoch ein Ort, der genug Programm für ein paar Tage bietet und auch infrastrukturell relativ gut dasteht. Die Stadt ist in Distrikte eingeteilt und nach landläufiger Meinung spielt die Musik vor allem im zentralen District 1. Dort habe ich mich in den wenigen Tagen die ich dort war, dann auch rumgetrieben. In einigen englischsprachigen Foren ist zwar auch von Massagen in anderen Distrikten die Rede, ausprobiert habe ich diese aber nicht.


Zum Einstimmen würde ich empfehlen direkt nach der Ankunft einen kurzen Spaziergang durch die “Fußgängerzone” Nguyen Hue (zwischen Ho-Chi-Minh-Denkmal und Saigon River) zu machen. Hier kann man am besten die entspannte und dennoch geschäftige Atmosphäre der Stadt aufsaugen. Vor allem Abends sind hier viele Einheimische zum herumbummeln unterwegs und es macht bereits Spaß, es ihnen einfach nur gleichzutun oder sich auf eine der Bänke niederzulassen und das Treiben zu beobachten. Dabei kann man durchaus auch ins Gespräch kommen (hierzu später noch eine Anekdote).

Sightseeing geht natürlich auch, richtige Höhepunkte gab es für mich aber nicht. Allenfalls das Kriegsrestemuseum war ganz interessant, aber jetzt auch nichts Weltbewegendes. Das Tunnelsystem aus dem Vietnam-Krieg soll ganz interessant sein, fiel für mich als alten Klaustrophobiker aber aus. Grundsätzlich ist in Saigon, die Stadt selbst die Attraktion. Das Straßenleben bietet genug zu sehen, riechen, schmecken, um sich für ein paar Tage nicht zu langweilen.



DAS HOTEL

Die Hotelsuche würde ich für den etwas gehobeneren Geschmack ebenfalls im Stadtzentrum rund um die Nguyen Huen, bzw. in der Nähe des großen Kreisels beginnen. Wer auch mit eher einfachen Hotels klarkommt, dem würde ich das Backpacker-Areal rund um die Bui Vien (rund einen Kilometer südwestlich) ans Herz legen. Dort befinden sich auch zahlreiche kleine Restaurants, Bars und v.a. die Girlie-Bars.

Ich selbst habe im Giang Son 2 gewohnt. In unmittelbarer Nähe zur Bui Vien, also strategisch gut gelegen, aber dennoch in einer ruhigen Seitenstraße ohne allzuviel Trubel. Am wichtigsten für mich war aber: Laut Vorabrecherche sollte es definitiv keine Probleme mit Besuchern geben und zwar auch nicht - und das ist wohl der Knackpunkt bei den meisten Hotels - nach 22 Uhr. Und auch wenn beim Giang Son 2 laut “Hausordnung” ebenfalls keine Besucher nach 22 Uhr erlaubt sind, hatte ich keine Probleme. Es scheint sich hier wohl vor allem um eine Regel zu halten, die dem Gesetz zuliebe aufgestellt wurde und in der Realität keine Bedeutung hat. Wie das in anderen Hotels ist, weiß ich nicht, würde aber zumindest in den Hotels der näheren Umgebung zum Giang Son 2 Ähnliches vermuten. Womit wir auch schon bei der Beschreibung der Umgebung wären.

Das Giang Son 2 liegt wie gesagt mitten im Backpackerviertel was zum einen bedeutet, dass man einen Haufen ganz angenehmer kleiner Restaurants, Bars und Cafes direkt um die Ecke hat. Zum eigentlichen Zentrum rund um die Dong Khoi ist es nicht weit (durchaus zu Fuß zu schaffen) und mit den Girlie-Bars in der Bui Vien hat man einen Hotspot direkt vor der Tür.

Nachteil der Gegend ist: Da es eben Backpackergegend ist, wimmelt es dort auch vor westlichen Travellern Anfang 20 (und zwar der eher nervigen Sorte, wie ich finde) sowie natürlich vor Leuten, die denen das Geld aus der Tasche ziehen. Ist sicher ein paar Tage mal ganz witzig vor allem in Kombination mit dem durchaus vorhandenen, aber sehr dezent gehaltenen Pay6-Business. Mehr als zwei, drei Tage halte ich sowas aber nicht aus, ohne schlechte Laune zu kriegen. Wer also die Khaosan Road nicht leiden kann, der wäre auch hier falsch.

Das Hotel selbst ist ordentlich, gehobenen Standard darf man aber nicht erwarten. Ich hatte das teuerste Zimmer. Ganz oben, mit Balkon. Rund 30 Euro pro Nacht. Balkon ist aber Mist, weil in den Innenhof. Es gibt keinen Aufzug und auch keinen Safe im Zimmer (nur an der Rezeption). Ich war trotzdem zufrieden. Sauber, unkompliziert, nettes Personal. Kleine Besonderheit: Man muss an der Rezeption seine Schuhe ausziehen. Irgendwie eine ganz witzige Vorschrift und spricht letztlich auch für die Sauberkeit des Hauses. Die meisten lassen ihre Schuhe unten stehen, so dass es ein bisschen wie in einer Groß-WG aussieht. Ich hab meine Schuhe mit ins Zimmer genommen, was akzeptiert wurde (wäre ja sonst auch noch schöner… ;-)

Soviel erstmal zum Einstieg. Beim nächsten Mal kommen wir dann zum eigentlich interessanten Teil: Den Mädels.



 
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Vietnam: Saigon Teil 2

Wie versprochen geht es weiter mit dem, was hier eigentlich zählt: Den Ladies. :)

DIE BEGLEITUNG
Frauentechnisch ist Vietnam, bzw. Saigon für uns Westler eine Top-Destination (wie ja eigentlich nahezu ganz SOA). Die Dinge laufen allerdings etwas anders, bzw. deutlich dezenter ab als im Land des Lächelns. Das hat vermutlich zum Einen den bereits erwähnten Hintergrund, dass Pay6 in Vietnam eben nicht nur auf dem Papier verboten ist, sondern dieses Verbot durchaus auch umgesetzt wird, bzw. wurde. Zum anderen scheint mir auch die Mentalität der Vietnamesen ein bisschen eine andere zu sein als die der Thais - wenn man das denn so pauschal sagen kann. Wie dem auch sei: was das spaßorientierte Nightlife betrifft, laufen die Dinge in Saigon weniger organisiert und offensichtlich ab. Am augenfälligsten sind da sicher die Girlie-Bars im Backpacker-Viertel. Um sie zu finden, muss man eigentlich nur mit offenen Augen durch die Bui Vien Street laufen und dort einkehren wo auffällig viele, junge und aufreizend gekleidete Mädchen einen versuchen in den Laden zu locken. Wer dennoch nicht fündig wird, sollte einfach nach jenen Bars Ausschau halten, die Nummern (also Zahlen) im Namen tragen.


Es sind nicht allzuviele an der Zahl, vielleicht eine Handvoll - und was vor diesen Bars herumstand und um Kundschaft warb, sprach mich jetzt auch nicht sofort an. Außerdem hatte ich bei Ankunft bereits einen kurzen Blick in WeChat geworfen und eine ganze Reihe sehr sehr vielversprechender Profile gesehen. Deshalb blieb es zunächst bei einem kurzen Spaziergang, einem Stop beim nächsten 7Eleven, um Bier und Chips zu kaufen und dann ging es zurück ins Hotel.

Es war mittlerweile früher Abend und auf meine Kontaktversuche über WeChat reagierten gleich alle drei meiner Topfavoriten sofort. Hier mal die WeChat-Profilbilder.





Die Profile waren auch textlich ziemlich eindeutig. Eine der Damen hatte gleich den vielsagenden Namen “Massage Good” gewählt. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, aber wenig später herausfinden sollte: Nicht alle aber viele Mädels auf WeChat, die Massagen anbieten, sind eigentlich gar keine Mädels, sondern deren Pimps (oder Mamasans oder wer auch immer). Natürlich finden sich auf WeChat auch andere, halbprofessionelle Mädels oder Goodgirls, die haben aber meist weder aufreizende Fotos noch Preisangaben in ihrem Profil… ;)

Ich entschied mich für Mädchen Nr 2. und bot 1 Mio. Dong für Massage plus ST bzw. FS (den Preis hatte ich vorher aus einem englischsprachigen Forum), was klaglos und ohne Diskussion akzeptiert wurde. Ich schloss daraus, dass es eher zuviel war. Statt der angekündigten halben Stunde dauerte es gut eine ganze Stunde, bis es plötzlich an meine Zimmertür klopfte (!). Ich öffnete und vor mir stand eine Vietnamesin in einem knallengen roten Top und Jeans-Hot-Pants. Sie war etwa Mitte 20, hatte eine ausgesprochen schlanke aber an den richtigen Stellen durchaus kurvige Figur, für hiesige Verhältnisse erstaunlich dunkle Haut und ein ausgesprochen schönes Gesicht mit feinen Zügen, hohen Wangenknochen und großen Augen Dummerweise hatte dieses Gesicht auch einen verdammt harten Ausdruck und die Augen sagten mir: Hardcore-Nutte. Aufpassen!


Ich war gleich aus mehreren Gründen überrascht. Zum einen hätte ich nicht damit gerechnet, dass Madame einfach so hier reinspazieren und an meine Tür klopfen kann und zum anderen sah sie zwar echt scharf aus, hatte aber nix mit der Frau auf dem Foto zu tun.

Egal, sie war hier und gefiel mir. Ich lächelte, bat sie rein und bot ihr etwas zu trinken an. Sie schaute mich nur ausdruckslos an, kein Lächeln, keine Begrüßung nur: “Money first”. Ich sagte ihr freundlich, dass sie das Geld erst am Ende unseres Treffens bekäme.

Sie: “No. Now”


Ich: “Later, Baby. Later.”

Worauf sie auf dem Absatz kehrt machte, durch die Tür stöckelte und ohne ein weiteres Wort verschwand. Auf meine freundliches “Good luck and bye bye!” reagierte sie nur mit einem leisen Zischen.

Nun, das war wohl nix.


Ich jedenfalls war angesichts ihrer Kaltschnäuzigkeit zwar etwas amüsiert, zugleich aber todmüde vom Flug und entschied, ins Bett zu gehen. Genau in diesem Augenblick brummte mein Handy und Mädchen Nr.3 (bzw. wer auch immer sich hinter ihrem Profil verbarg) meldete sich und antwortete auf meine vor rund 2 Stunden gestellte Frage, ob Sie auch Massagen drauf hätte. Sie schrieb, dass sie das selbstverständlich habe, gerne in mein Hotel kommen würde und ich ihr nur meine Zimmernummer geben müsse. Kostenpunkt: 1,5 Mio. Ich überlegte kurz und dachte mir dann “Scheiss drauf, was solls?”. Ich bot 500 000 und stellte klar, dass es keine Vorabzahlung gibt. Am Ende einigten wir uns auf 1 Mio und ich dachte mir, dass ich vorhin vielleicht doch nicht so ganz falsch gelegen haben kann.

Ich machte mir ein Bier auf, warf den Fernseher an und wartete auf das Klopfen. Es kam nicht. Stattdessen klingelte eine Viertelstunde später das Hoteltelefon. Die Rezeption. Meine Freundin sei nun endlich angekommen und warte auf mich.

Aha!

Ich blickte auf mein Handy und sah: Die Massagelady hatte mir vor wenigen Minuten folgende (oder so ähnliche) Worte geschrieben: “I am Lobby. You have to come. I wear pink”. Sie zumindest war also tatsächlich Herrin ihres WeChat-Profils. Das ließ mich hoffen, unten auch tatsächlich das Mädchen anzutreffen, das auf dem Foto abgebildet war.


Falsch gedacht. Als ich barfuß die Wendeltreppe des Hotels runterkam, sah ich zunächst einmal: Nix. In dem schmalen Raum, der als Rezeption diente, waren nämlich alle Lichter aus und es entsprechend dunkel. Das Licht das von der Straße hereinfiel erleuchtete nur schwach den vorderen Bereich des Raumes und auf einem der beiden Sofas saßen zwei Gestalten und unterhielten sich leise. Eine der Gestalten trug eine sehr kurzes, pinkes Kleid. Bingo.

Die andere Gestalt war der Nachtportier. Ein nicht annähernd volljähriger Schlacks dem seine Naivität und Gutmütigkeit ins Gesicht geschrieben stand. Er unterhielt sich mit "meiner Freundin” als würden die beiden sich schon ewig kennen. Vielleicht taten sie das ja auch.

Ich ging auf sie zu, begrüßte sie, wir gingen nach oben. Bei Licht betrachtet musste ich feststellen: Wieder nicht die Dame auf dem Foto, verdammt. Aber auch diese Lady-in-Pink war alles andere als unansehnlich. Vielleich etwas weniger schlank als die Lady-in-Red von vorhin, aber dennoch alles straff, wohlproportioniert und recht hübsch. Eher der Typ “Mädchen von Nebenan”.


Auch sie wollte das Geld vorab, ich verneinte und verwies auf die Abmachung. Sie war irritiert, ließ sich aber überzeugen. Was folgte, war einerseits relativ geschäftsmäßig (Kein GF-Sex) aber zugleich gar nicht mal so übel. Es mag daran gelegen haben, dass ich müde und froh war endlich zum Zuge zu kommen, dass es mir gefiel, aber immerhin: sie gab sich Mühe. Und sie war witzig und nett. Ich hatte kein Grund zu meckern.

Eine halbe Stunde später verabschiedete ich Sie mit den verabredeten 1 Mio Dong und einem Kuss. Zur Sicherheit hatte ich sie noch nach ihrer Handy-Nr. gefragt, sie gab mir stattdessen ihren “privaten” WeChat-Kontakt (Aha!).

Soviel zur ersten Nacht. Beim nächsten Mal mehr...


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Vietnam: Saigon - Teil 3

Tags darauf hielt ich nach erfolgreichem Absolvieren des Sightseeing-Programms nach Massage-Läden Ausschau. Die Nguyen Phi Khanh Street gilt laut einschlägiger Foren als gute Adresse für einen ordentlichen Hot Toc. Dort angekommen hatte ich zunächst einmal Mühe die Rotlichtläden von regulären Barbershops zu unterscheiden. Mittlerweile weiß ich: Man erkennt die interessanten Läden an den blickdichten, mit Blumenmustern dekorierten Schiebetüren und vor allem daran, dass ein Kerl davor sitzt, der einen hineinlocken will. Bei mir dauerte es etwa bis zur Mitte der Straße bis ich das Gefühl hatte, dass ich ja mal einen Blick hinein werfen könnte. Mister Türsteher war halb so groß wie ich, hatte nur halb so viele Zähne im Mund, war dafür aber mindestens doppelt so gut gelaunt. Drinnen war es deutlich kühler und dunkler und kaum war ich durch die Tür getreten, kam auch schon ein kleines Wesen mit leichten X-Beinen auf mich zu und stellte sich als meine Masseuse vor. Da außer ihr niemand zu sehen war und sie durchaus Charme hatte, ließ ich mich von ihr eine Etage höher führen und folgte ihren Anweisungen: Ausziehen, hinlegen, still halten.


Naja, so ganz hatte ich ihre Anweisungen wohl nicht verstanden. Sie bedeutete mir nämlich, ich solle mich umdrehen, auf den Bauch. Na gut. Dann eben ein bisschen Massage vorweg, kann ja nicht schaden.

Der Massageteil war dann aber tatsächlich nur der Form halber, ausgesprochen kurz und nicht sehr gut. Ich hatte also nichts dagegen, als sie mir nach wenigen Minuten zu verstehen gab, dass ich mich nun erneut umdrehen könne. Was folgte war eine intensive Säuberungen mit einem warmen, feuchten Handtuch, gefolgt von einem ganz guten HJ und einem ebenfalls ganz guten BJ. Nix weltbewegendes, aber auch nicht schlecht. Kostenpunkt: 500.000 Dong (ca. 20 Euro). Preis und Leistung stimmten hier für meine Begriffe. Entspannt und mit einem Lächeln auf dem Gesicht machte ich mich zurück auf den Weg ins Hotel.

Abends dann noch mal fein gemacht und vor die Tür gegangen. Es hatte geregnet und war etwas kühler geworden. Laue Sommerabendstimmung. In unmittelbarer Nähe zur Bui Vien liegt ein kleiner Park, in dem des Abends Jogger unterwegs waren und Frauen ab 40 zu lauter Musik aus einem Ghetto-Blaster in der Gruppe Aerobic tanzten. Die jüngere Generation tobte sich an festinstallierten Metallgeräten aus, die aussahen wie eine Mischung aus einem Fitness-Studio der 70er Jahren und einem altertümlichem Vergnügungspark. Dazwischen tummelten sich Spaziergänger. Es war richtig was los.


Ich setzte mich auf eine der Bänke und beobachte. Es dauerte ungelogen keine fünf Minuten und vor mir standen zwei Mädels die aussahen wie Teenager (eine trug tatsächlich eine Zahnspange und hatte ordentlich Pickel auf den Wangen). Wie sich später herausstellte, waren beide allerdings schon 20 Jahre alt. Sie wirkten etwas schüchtern und fragten mich, ob sie sich dazu setzen könnten und ob ich mich mit ihnen auf Englisch unterhalten möchte. Sie würden gerne die Sprache besser lernen. Wir hielten gut eine Viertelstunde Small-Talk, anfangs etwas ungelenk, dann zunehmend witzig. Zumindest eine der beiden begann sogar etwas zu flirten. Sie wollten wissen was ich noch vorhabe und gerade als ich überlegte ob ich sie einfach mit zum Abendessen nehmen soll, stand ein Typ vor uns. Ebenfalls Anfang 20, er fragte, ob er auch “lernen" könne (genau so hat er formuliert, kein Scheiss!). Die Mädels wirkten not amused, aber ich fand langsam Spaß an dem Spiel. Langer Rede kurzer Sinn: Ich saß ca. noch eine weitere Stunde im Park und am Ende waren wir 7 Leute. Als ich aber zum vierten Mal erzählen sollte, woher ich komme, was ich in Vietnam mache und wie ich die Stadt, das Land und die Leute finde, entschied ich, dass es Zeit war zu gehen.

Warum ich das alles erzähle? Nun, diese Offenheit und diese Leichtigkeit ins Gespräch zu kommen, fand ich bemerkenswert. Es ging hier niemandem darum, irgendeinen Vorteil aus der Situation zu ziehen, außer etwas sein Englisch aufzupolieren. Diese grundsätzliche Neugier hab ich häufiger wahrgenommen, auch und gerade von Frauen. Ich war nicht lange genug in Saigon, um herauszufinden wie weit diese Offenheit geht, aber ich werde wieder kommen, so viel ist klar.

Am nächsten Morgen ging es bereits weiter. Mit dem Bus nach Phnom Penh. Davon mehr im nächsten Beitrag.
 
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Erste Grenzüberquerung: Von Saigon nach Phnom Penh mit dem Bus

Am nächsten Morgen ging es zeitig los. Mit dem Bus über die Grenze in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Das Ticket hatte ich im Hotel gekauft. Es gab eine Auswahl mehrerer Anbieter, ich entschied mich für GIANT IBIS. Das war zwar einer der teuersten Anbieter (Preis war irgendwo zwischen 10 und 20 Euro), aber ich hatte zuvor ein paar gute Bewertungen gelesen und laut der Rezeptionistin sollte bei diesem Anbieter auch am meisten Platz im Bus sein. Ob das stimmt, konnte ich natürlich nicht überprüfen, vielleicht war hier für sie auch einfach nur am meisten Provision drin, aber selbst wenn dem so sein sollte: Warum nicht? Die Unterschiede zu denen anderen Anbietern waren eher im Cent-Bereich und die Leute im Hotel waren echt auf Zack (bis auf den Nachtportier jedenfalls…).

Der Fahrer, bzw. einer seiner zahlreichen Helferlein, die während der Fahrt an Bord waren, holte mich direkt im Hotel ab, ich war offenbar der erste Fahrgast im Bus. Wir gondelten noch ca eine halbe Stunde von Hotel zu Hotel und luden weitere Fahrgäste ein. Überwiegend Westler. Eine bunte Mischung: Vom älteren US-Ehepaar über einen ägytptischen Geschäftsmann (jedenfalls tat er so) mit vietnamesischer Frau (in seinem Alter) bis hin zur gemischten Reisegruppe (Engländer, Iren, Australier) war alles dabei. Plus zwei israelische Backpackerinnen, die aber ihre Bitch-Shields bis zur Haarwurzel hochgefahren hatten.


Der Bus war tip top, mit Air Con, WLan und vor allem: Ohne nerviges Gedudel oder ähnliches. Der ägyptische Geschäftsmann hatte trotzdem was auszusetzen. Ihm sei “First-Class-Standard” versprochen worden, das hier sei aber nur “Economy-Class” und unter seinem Niveau. Sympathischer Kerl, den natürlich alle sofort ins Herz schlossen. Ich kann zwar kein Khmer, aber selbst mir fiel auf, dass die kambodschanische Busbesatzung den guten Mann irgendwann nicht mehr ernst nahm und anfing sich über ihn lustig zu machen. Seiner Frau war das alles sichtlich peinlich.

Der Grenzübergang lief überraschend reibungslos. Kurz vor der Grenze sammelt der “Schaffner” die Pässe sowie die Visagebühren ein. An der Grenze angekommen, geht er mit dem ganzen Pack zum Schalter, während die Reisegruppe aufs Klo gehen darf, aber gebeten wird, zusammen zu bleiben, bzw. sich gesammelt in der Nähe des Schalters einzufinden. Dort warten schon andere Gruppen, bzw. Reisende. Vor dem Grenzbeamten hinter den Schaltern türmen sich Berge von Pässen. Irgendwann sind wir dran und werden einzeln aufgerufen. Hingehen, lächeln, Pass entgegen nehmen, weitergehen. Soweit die Ausreise.

Während der ganzen Prozedur komme ich mit einer Irin und einer Russin ins Gespräch. Die Irin kannte ich aus dem Bus, sie ist zuerst völlig entsetzt davon, dass ich alleine reise und nicht Teil einer Gruppe bin. “Incredibly dangerous” findet sie das. Als die Russin (die nicht Teil unserer Busbesatzung war) darauf erzählt, dass sie ebenfalls alleine unterwegs ist, und mit dem Taxi (!) zur Grenze gekommen ist, wird sie von der Irin von oben bis unten mit einem ungläubigen Blick gemustert. Ich folge ihren Blicken und da fällt mir auf: Madame hat kein Gepäck. Nur eine (sehr kleine) Handtasche. Als ich genau dies anspreche, grinst sie nur und zwinkert mir zu. Kurz darauf ist sie verschwunden. Ich rätsele noch bis heute, was es mit ihr auf sich hatte.


Wir wurden hinter dem Ausreisschalter wieder von unserem Bus in Empfang genommen und zu einem Duty-Free-Komplex mit Restaurant gekarrt. Dort hatten wir Zeit zum Mittagessen während unser Schaffner erneut mit dem Stapel Pässe loswackelte um die Einreise nach Kambodscha klar zu machen, die genauso reibungslos verlief wie die Ausreise aus Vietnam

Langer Rede, kurzer Sinn: Der Grenzübergang war idiotensicher und quasi als Serviceleistung Bestandteil des Bustickets. Angeblich Standard bei allen Busgesellschaften, wie man mir im Hotel versichert hatte.

Einige Stunden später waren wir dann (endlich) in Phnom Penh angekommen. Praktischerweise hielt der Bus direkt vor meinem Hotel.

To be continued...
 
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:jil: Das war schon ziemlich brutal, wenn man Thailand «verwöhnt» ist!

Ich bin auch weiterhin dabei. Ein höchst interessanter Bericht. :bravo: :dank:

:bye:

Na wie gesagt, wirklich geschockt war ich nicht. Ich war eher ein bisschen perplex und amüsiert. Aber stimmt schon, in Thailand passiert einem sowas eher selten. Die Mädels in Saigon sind da anders drauf..

Danke für das Lob!
 
So, weiter gehts. Wir waren stehen geblieben an jenem Punkt in der Geschichte, an dem mein klimatisierter Reisebus vor dem örtlichen Büro des Busanbieters hielt. Die Türen öffneten sich und draußen wartete auf mich:

Phnom Penh

Obwohl ich seit meiner Ankunft ja nun schon etwas Gelegenheit gehabt hatte, mich an das südostasiatische Klima und das Tempo des Alltags zu gewöhnen, traf mich Phnom Penh wie ein Hammer. Die Luft war heiß und feucht, gesättigt mit schweren, süßlichen Gerüchen und voller Geräusche: Hupen, Rufen, Stimmengewirr. Die Sonne ging gerade unter und auf der anderen Straßenseite waren Dutzende Verkäufer gerade dabei die Stände des Nachtmarkts aufzubauen.

Mein Hotel lag praktischerweise keine 50 Meter entfernt, so dass ich die bereitstehende Horde an Tuk-Tuk-Fahrern ignorieren konnte, die uns Fahrgäste umringte, kaum dass wir ausgestiegen waren - bereit sich wie eine Meute Geier auf das Aas zu stürzen, während wir auf unsere Koffer warteten.

Ich nahm meine Tasche, schob einen drängelnden Tuk-Tuk-Driver sanft beiseite und ging die Straße runter. Nach wenigen Schritten sah ich das Schild: HOTEL DE ART. Schnell hinein!


DAS HOTEL
Geschafft. Kaum hatte ich die Türschwelle überquert, wurde es schlagartig ruhiger, kühler, angenehmer. Ich hatte spontan über Agoda gebucht und bereute meine Entscheidung nicht.

Das Hotel war wirklich sensationell. Preislich eher in der gehobenen Low-Budget-Klasse (irgendwas um die 30 Euro pro Nacht) aber optisch eine Liga höher. Nette Lobby, relativ große und helle Zimmer mit allem Nötigen (inkl. Safe und Minibar sowie Kaffe/Tee) und in “modernem” Design gehalten. Personal freundlich und bemüht, gleichzeitig mit einem Auge auf die Sicherheit. Die Lage ist ebenfalls top. Der Nachtmarkt liegt wie gesagt direkt vor der Tür, ebenso das nördliche Ende der Uferpromenade mit ihren vielen Restaurants, Bars und Girlie-Bars (größtenteils in den Seitenstraßen der Promenade). Klare Empfehlung also.


Kleiner Tip am Rande, falls ihr überlegt dort zu nächtigen: Der kleine Lebensmittel- und Getränke-Shop direkt nebenan ist offensichtlich auf Touristen der umliegenden Hotels ausgerichtet und schweineteuer. Am besten meiden und den nächsten 7-Eleven an der Promenade ansteuern.

Kaum war ich in meinem Zimmer und hatte mich etwas erholt, meldete sich auch schon wieder der Magen. Es zog mich also hinaus um Essen aufzutreiben und die Stadt zu erkunden.



DIE STADT
Erschien mir Saigon noch relativ aufgeräumt, geordnet und im zielstrebigen Sinne geschäftig, so war Phnom Penh in vielen Punkten das exakte Gegenteil: Dreckig, roh und auf eigentümliche Art chaotisch und zugleich entspannt. Die Stadt wirkte unzugänglicher und unübersichtlicher als Saigon und das übte auf mich eine unglaubliche Anziehungskraft aus.

Die Kehrseite hatte ich allerdings schon auf dem kurzen Weg vom Bus ins Hotel kurz kennengelernt: Phnom Penh kann auch furchtbar anstrengend sein. Allen voran die Tuk-Tuk-Fahrer. Fand ich es anfangs noch witzig, alle fünf Meter mit den Worten “Tuk Tuk?” begrüßt zu werden, fing die Hartnäckigkeit der Jungs spätestens am zweiten Tag an zu nerven. Vor allem dann, wenn fünf Fahrer in einer Reihe standen und man viermal “No, thank you, no tuk tuk” sagt und der fünfte Fahrer dann trotzdem noch fragt “Tuk Tuk?” Könnte ja sein, dass einem die Nase der anderen vier nicht gepasst hat, oder was? Ironischerweise sollte ich später am Abend an den einzigen TukTuk-Fahrer geraten, der offenbar keine Lust hatte, mich mitzunehmen, aber dazu später mehr.


Ach ja, relativ teuer ist der Spaß auch noch. 3-4 Dollar wollen die Fahrer eigentlich alle, auch für Kurzstrecken. Unter 2 Dollar konnte ich nicht verhandeln. Dafür kriegt man anderswo ein Taxi mit Klimaanlage…

Als ebenfalls unerwartet problematisch stellte sich die Geldbeschaffung heraus. Zwar gibt es alle paar Meter einen ATM, nahezu alle wollten jedoch Abhebegebühren. Um die zu vermeiden habe ich eigentlich zwei unterschiedliche Karten, die jeweils Gratis-Abhebung im Ausland bieten, was bislang eigentlich auch überall problemlos funktioniert hatte. Nicht so hier. Die einzige Ausnahme war die chinesische ICBC. Dort wurde ich in den Folgetagen zum Stammkunden.


Doch genug genörgelt. Phnohm Penh hat mich absolut begeistert, mehr noch als Saigon.

Mein erster Gang führt ziellos durch die Stadt. Ich hatte Lust auf Burger. Warum auch immer. Und wie es sich herausstellen sollte, was das gar nicht so einfach. Am Ende landete ich in einem kleinen Shopping-Center in der Nähe des Central Market - dem offenbar einzigen Gebäude in der Stadt, das wenigstens annähernd an eine Mall erinnert. Kann man als Vorteil sehen, oder als Nachteil dieser Stadt, wie mans nimmt.

Dort gibt es jedenfalls eine Filiale einer Burger-Kette, von der ich noch nie vorher was gehört hatte, die aber sehr ordentliche Burger zu einem Schnäppchenpreis hatten. Mission erfüllt also.


Der nächste Punkt auf meiner Liste waren die Girlie Bars in den Seitenstraßen der Uferpromenade. Dazu beim nächsten Mal mehr.
 
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Phnom Penh - Teil 2: Der erste Abend in den Bars

Frisch gestärkt begann ich meine Erkundungstour an der Uferpromenade. Vom Preah Sisowath Quay aus gehen im rechten Winkel zahlreiche Straßen ab, die mit Nummern versehen sind (110. Straße, 130. Straße, etc.). An der Promenade (und z.T. auch in den Seitenstraßen) finden sich Etablissements unterschiedlichster Art. Vom noblen Fischrestaurant über sagenumwobene Hotelbars (Foreign Correspondents Club!) bis hin zum Backpacker-Treff ist alles vertreten. Das Rotlicht scheint hingegen in den Seitenstraßen, allen voran der 136. Straße. Aber auch in den anderen Straßen finden sich zahlreiche Läden, teilweise geballt auf einem Haufen wie in Patty, teilweise einzeln und weit verstreut. Ein Rundgang durch das gesamte Viertel zwischen Nachtmarkt im Norden, dem Palast im Süden und dem Ufer im Osten lohnt sich definitiv. Die ein oder andere Bar versteckt sich auch in den hinteren Parallelstraßen zur Uferpomenade, also kurz vor dem Preah Norodom Boulevard.


Mich hat diese Mischung auf Anhieb begeistert. Patty ist mir oft zu sehr “Schatzi-Schatzi” und in Saigon etwa wirkten die Girlie-Bars im Backpacker-Viertel hingegen eher wie Fremdkörper. Hier in Phnom Penh war das anders. Hier lebte man einträchtig nebeneinander und keiner störte sich daran, dass die UN-Mitarbeiterin beim Nobel-Italiener diniert, während keine zwei Meter weiter drei gelangweilte Working Girls auf ihren Handys spielen.

Ich stromerte ein bisschen durch die Gassen und Straßen, schließlich landete ich in der PASHA BAR (118. Straße). Kein Ahnung was mich dort rein getrieben hat. Ich glaube es war das bezaubernde Lächeln eines der Mädels, die davor standen. Etwas runderer Typ, eher breiteres Gesicht (ist wohl Khmer-typisch), geschätzt Mitte 20. Keine Magazin-Schönheit, aber mit dem gewissen Etwas. Und wie gesagt ein zuckersüßes Lächeln.


Sie hängte sich auch gleich an mich dran, kaum dass ich in der Bar war. Kein Wunder, außer mir war nur noch ein Typ mit grauen Haaren und leichtem Buckel da. Er hing an der Theke, in der einen Hand ein Glas mit brauner Flüssigkeit, in der anderen ein Mädel im schwarz-weiß gestreiften Kleid. Ich nickte ihm zu und setzte mich ein paar Meter weiter an die Bar. Rechts von mir plumpste die Dame meiner Wahl auf den Hocker, links von mir eine ihrer Freundinnen, die einzige weit und breit mit gelockten Haaren. Sie war mit einer großen Klappe gesegnet, meine Auserwählte eher schüchtern. Um uns herum der Rest der Mädels, grinsend und mit den Augen klimpernd. Ich bestellte erst mal ein Bier und es gab den üblichen Small-Talk. Ich fragte sie ein bisschen über den Laden aus. Irgendwie war mir danach, mich mit Fräulein Zuckerlächeln ins Hinterzimmer zu verziehen. So was in der Art gab es hier aber offenbar nicht, dafür allerdings ein Billard-Zimmer.

Aha, soso, “Billard-Zimmer”.... ich verstehe! :-)

Ob ich spielen wolle, fragt sie. Na klar, Baby, was denkst denn Du? Sie nimmt meine Hand und zieht mich zur Treppe im hinteren Teil des Raumes. Ich seh mich schon knutschend mit ihr am Pool-Table, da steht auf einmal Lockenkopf auch auf, folgt uns und mit ihr die ganze restliche Bande. Hm, Gruppenaction finde ich ja gut, aber das waren mir dann doch ein bisschen viel Mädels auf einmal.


Nun gut, wir spielten tatsächlich Billard. Auf meine misstrauische Frage, was das denn koste, runzelten die Damen nur die Stirn und meinten: Nothing. Aber wenn ich wolle, könnten wir ja gegeneinander um einen Einsatz spielen. Mein Vorschlag, dass sich die Verliererin ausziehen muss, fanden die Damen zwar witzig, am Ende einigten wir uns aber darauf, dass ich mit Zuckerschnute im Team spiele und unsere Gegner Lockenkopf und ein Mädel mit leichtem Unterbiss sind. Einsatz: Eine Runde Drinks für die Gewinner. Außer uns vier Kontrahenten waren noch drei andere Mädels in dem niedrigen Raum und es wurde sehr schnell sehr witzig. Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass die Damen schon eine ganze Weile gelangweilt in der Bar rumgehangen waren und nun froh sind etwas Abwechslung zu haben. Während des Spiels begutachtete ich die einzelnen Mädels genauer. Ich war mir nicht ganz sicher ob ich bei Zuckerschnute bleiben sollte oder mich vielleicht an einer ihrer Freundinnen ranmachen sollte, die mir erst jetzt auffiel und die sichtbar etwas jünger und irgendwie auch sehr reizvoll war, aber irgendwas sagte mir, dass ich bereits die richtige Wahl getroffen hatte und meinem Instinkt kann ich in der Hinsicht meistens trauen.

So alberten wir uns durch die Partie Billard, bis letztlich nur noch die schwarze Kugel über war und Lockenkopf sie eiskalt versenkte. Verdammt, jetzt muss ich Drinks zahlen. Was ich aber angesichts des Preises von 3,5 $ pro Nase gerne tat. Die Mädels wollten noch eine Runde spielen, ich schlug vor, dass sie mir den VIP Raum zeigten, von dem sie zuvor erzählt hatten. Wie sich rausstellte, handelte es sich dabei aber wieder nicht um das erhoffte Separee sondern letztlich nur um einen abgetrennten Bereich im Erdgeschoss, direkt neben der Bar. Dort zockten wir bei unseren Sieger bzw. Verlierer-Drinks ein paar Runden Vier-gewinnt und Jenga. Letzteres war extrem witzig, was vor allem daran lag, dass die Einsätze irgendwann dann auch langsam mal so wurden wie ich es mir vorstellte und statt Drinks gab es versteckte Körperstellen zu sehen und ich sah wie Lockenkopf das Mädel mit dem Unterbiss küsste. Die Stimmung war ausgelassen. Vor allem Lockenkopf riss ein Witz nach dem anderen und der Rest bepisste sich vor Lachen. Das Schöne daran, sie machte sich die meiste Zeit über sich selbst lustig, eine Art von Humor, mit der ich sehr viel anfangen kann. Zuckerschnute saß dabei grinsend an meiner Seite und unsere Hände wanderten hin und her. Schließlich knutschten wir dann irgendwann auch rum und kurz darauf bestellte ich für sie einen “Cocktail of the Lady”. Kambodschas Antwort auf die Barfine. Kostenpunkt 15 Dollar. An der Theke löhnte ich weitere 20 Dollar für Drinks, plus ein bisschen Trinkgeld für die Mädels (die den Abend über abwechselnd die Kellnerin gespielt hatten). Und ab gings. Einen Preis hatten wir vorab nicht ausgemacht.

Draußen machte ich mich dann erstmal zum Affen, indem ich den nächstbesten Tuk Tuk-Fahrer anquatschte und meinte er solle uns zum Nachtmarkt bringen. Er schaute nur verdutzt und meinte ob ich da sicher sei. Ich: “Na klar, auf gehts!”. Er redete kurz Khmer mit Zuckerschnute und sie fragte mich nochmal, ob ich wirklich den Nachtmarkt und nicht irgendwas anderes meine. Ich schaute von einem zum anderen und wusste nicht was los ist. Schließlich klärte Madame mich auf und meinte der Nachtmarkt sei nur ein paar Straßen weiter, da käme man zu Fuß bequem in 5 Minuten hin. Der Tuk Tuk Fahrer nickte eifrig. Na gut, wenn ihr unbedingt wollt, dachte ich, an mir solls nicht liegen. Wir überließen den Fahrer wieder dem gelangweilten Nichtstun und Madame Zuckerschnute packte meine Hand und spazierte fröhlich neben mir her. Sie schüttelte immer noch leicht den Kopf, völlig baff, dass ich wirklich ein Tuk Tuk nehmen wollte. Ja, ja, ist ja gut jetzt….

Die beiden hätten hier auch locker den doofen Touri abzocken können. Haben sie nicht gemacht, sehr anständig. Meine ohnehin schon gute Laune besserte sich weiter.


Wir gingen die Promenade entlang und zahlreiche Blicke aus den Restaurants folgten uns. Ein angetrunkener Westler mit einer kleinen Khmer an der Hand, deren kurzes schwarzes Kleid mehr entblösst als es verhüllt - nun gut, da braucht man nicht viel Phantasie.

Sie hatte recht, das Hotel war wirklich nicht weit. Wir umrundeten den Nachtmarkt, sie gab ihre ID an der Rezeption ab und wir verschwanden im Zimmer….

Dort angekommen, ging es kurz unter die Dusche (jeder für sich) und dann zur Sache. Positiv zu erwähnen: Sie hatte wirklich tolle Titten, wohlgeformt und straff. Auch sonst hielt ihre Figur optisch deutlich mehr als der Nuttenfummel, den sie in der Bar trug, versprochen hatte. Ihre Art jedoch war unverändert. Ganz nett, nicht sehr wild, eher zurückhaltend. Wir verbrachten eine echt gute Dreiviertelstunde. Danach deutete sie an, sie sei ziemlich müde. Sie fragte, wie es denn wäre, wenn Sie jetzt ginge.

Wie gesagt, wir hatten vorab weder die Länge ihres Aufenthalts noch irgendwelche Beträge abgemacht und ich war ziemlich froh, dass sie es von sich aus vorschlug. So nett sie war, ich wollte sie nicht über Nacht hier behalten. Deshalb willigte ich ein, sie stand auf und zog sich an. Kurz darauf drückte ich ihr 30 Dollar in die Hand, sie schaute mich mit Hundeaugen an und meinte “Not 50?” Darauf ich: “Next time, when you stay longer, you will get 50. This time, you go back to the bar. So it’s 30.” Sie überlegte kurz, dann lachte sie und knuffte mich spaßeshalber in die Seite. Geritzt.


Wir gingen gemeinsam runter, sie bekam ihre ID wieder und wir verabschiedeten uns. Ich solle sie bald mal wieder besuchen kommen, sagte sie noch zum Abschied. Sie ging, ich hielt einen kurzen Schwatz mit dem Rezeptionisten und gab ihm ein bisschen Tip. Dann machte ich noch einen kurzen Rundgang über die abendliche Uferpromenade, kaufte mir ein Bier bei einem der fliegenden Händler, setzte mich auf die Kaimauer und beobachtete das Treiben. Um mich herum junge Liebespaare, ein paar Teenager die laut lachten, einige Backpacker mit gebratenen Nudeln auf Papptellern, zwei alte Männer, die schweigend rauchten. Es war kühler geworden. Von den Restaurants auf der anderen Straßenseite wehten Stimmen und leise Musik herüber. HInter mir der Fluss, der träge vor sich hin trieb. Vor mir diese Stadt, die ich spätestens in diesem Moment ins Herz geschlossen hatte.
 
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Phnom Penh - Teil 3: Killing Fields und Tuol Sleng

Wer Kambodscha besucht, tut dies meist wegen der Tempel in Angkor oder den Stränden an der Küste. Um das Land zu verstehen, dürfte aber der Besuch jener Stätten die an die sogenannten Khmer Rouge erinnern, deutlich wichtiger sein. Mich jedenfalls zog es bereits an meinem zweiten Tag in Phnom Penh dorthin. Ich hatte mir lange überlegt ob ich die beiden Hauptorte des Gedenkens an diese finstere Episode der Landesgeschichte wirklich an einem Tag besuchen oder mir lieber zwischendurch ein bisschen Zeit zum Verdauen des Gesehenen geben sollte. Ich entschied mich für Ersteres, auch weil ich mich in dieser Hinsicht sowohl durch die Besuche einiger Gedenkstätten in unserem Land aus NS- und SED-Zeiten als auch durch diverse berufliche Erfahrungen für relativ abgebrüht hielt. Ich lag falsch. Was ich auf den Killing Fields und anschließend im Tuol Sleng Gefängnis zu sehen bekam, war heftiger und eindrücklicher als ich vermutet hatte. Vor allem die Tuol Sleng Gedenkstätte, in der der Gefängnisalltag im berüchtigten S21 (eingerichtet in einer ehemaligen Schule!) in den weitesgehend unveränderten Räumen quasi noch in den Mauern hing, hat mich tief beeindruckt. Ich weiß, dass das hier sicher nicht der Ort für solche Betrachtungen ist, aber wer das Land besucht, sollte sich diesen Teil seiner Geschichte nicht entgehen lassen. Es lässt einen die Menschen um einen herum und den Alltag den sie leben mit völlig anderen Augen betrachten. Auch und gerade im Hinblick auf Phnom Penh. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Einmarsch der Khmer Rouge und alles was anschließend in dieser Stadt geschehen ist, nicht wirklich allzu lange her ist und es mit dem vergleicht was man heutzutage in Phnom Penh sieht und erlebt und wie einem die Bewohner begegnen, was sie erzählen und wie sie die Welt sehen, dann kann man vor diesen Menschen, die den Schrecken ja häufig noch selbst (zumindest aber in ihrer Familie) erlebt haben, nur den Hut ziehen.

Mich jedenfalls hat der Besuch von Tuol Sleng so dünnhäutig gemacht, dass ich den ersten Tuk-Tuk-Fahrer der mir keine 2 Sekunden nach Verlassen der Gedenkstätte sofort auf die Pelle rückte, erstmal zur Sau machte. Sein überraschter Gesichtsausdruck rief mich allerdings schnell wieder in die Realität zurück. Ich entschuldigte mich und er nickte, so als haber er verstanden. Naja.

Sehenswürdigkeiten hat Phnom Penh im Übrigen auch zu bieten. Paläste, Tempel, Märkte, alles da. Ich allerdings hatte erstmal genug und verzog mich ins Hotelzimmer
 
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bin ja gespannt was du noch so in PP erlebst! war ja leider schon länger nicht mehr da... vietnamesische dienstleisterinnen gibts in PP nicht mehr oder?
gut geschrieben!!!

Ich hab jedenfalls keine bemerkt. Muss nicht heißen, dass es keine gab... ;-)
 
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