Lateinamerika Ecuador 2019

        #1  

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Lange habe ich überlegt ob ich meine erstellten Notizen in eine Art Reisebericht verpacken und hier posten soll.
Die Langeweile und die vielen anderen Berichte aus aller Welt haben mich schließlich überzeugt. Heute nach Feierabend geht es dann endlich los.
 
 
        #2  

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Wow ... da freue ich mich richtig drauf ... super
 
 
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Da bin ich aber auch heiß wie Frittenfett drauf :p
 
 
        #4  

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Ecuador das ist min 10 Jahre her als ich da war.
na da bin ich mal gespannt.
 
 
        #5  

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@RooEl Du hast definitiv die richtige Entscheidung getroffen. :bravo:

Ich bin gespannt :tu:
 
 
        #6  

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Vorwort

Auch wenn eine Reise nach Thailand ganz oben auf meiner Liste steht, hatte ich bisher leider noch nicht das Vergnügen selbst Erfahrungen dort zu sammeln. Allerdings war ich in Nord-und Südamerika viel unterwegs und möchte euch von meiner Reise nach Ecuador erzählen. Da dies auch mein erster Reisebericht sein wird, seid bitte etwas gnädig mit mir und fragt ruhig oder gebt konstruktive Kritik wenn nötig. Im Vordergrund der Reise stand immer die Arbeit aber die ein oder andere Ausschweifung lässt sich natürlich nie vermeiden, dennoch möchte ich anmerken, dass ich nicht vorhatte eine Art Sexurlaub dort zu verbringen, sodass ihr an der einen oder anderen Situation erkennen werdet wie naiv ich teilweise mit dem Thema umging. Im Nachhinein ist man immer schlauer und um eine Erfahrung reicher.​


Prolog

Ecuador zählte lange zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas und somit auch zum Rest der Welt aber seit einer Währungsreform vor gut 10 Jahren erlebte der Andenstaat so etwas wie einen Wirtschaftsboom. Dem $ sei Dank! Angelockt vom Versprechen auf ein besseres Leben zieht es viele Menschen aus Südamerika nach Ecuador. Allem voran aus Venezuela doch, wie so oft, bleiben diese Träume unerfüllt und die in Europa oft zitierte Schere zwischen arm und reich klafft hier besonders extrem auseinander.​
Ende 2018 ergab sich im Zuge eines von der EU geförderten Projekts die Möglichkeit rund 3 Monate in Ecuador zu arbeiten und ich musste nicht lange überlegen als „Freiwillige“ gesucht wurden. Unsere Firma überließ uns die Suche nach einer geeigneten Unterkunft und stellte ein durchaus üppiges Budget für uns bereit. Um die Pauschale voll auszunutzen und dennoch ein wenig Luft für anderweitige Verwendung zu haben, suchten wir uns schnell ein Apartment in bester Lage aus. Jeder hatte sein Zimmer mit eigenem Bad. Küche und Wohnzimmer wurden geteilt. Als Hauptbasis diente uns das Viertel "Puerto Santa Ana" im Herzen der Stadt Guayaquil. Mit den knapp 2,5 mio Einwohnern ist sie zugleich wichtigste Wirtschaftsmetropole der Region und das Tor zu den Galapagos-Inseln. Während der Reise haben wir viele Orte besucht und tolle Menschen kennen gelernt, weshalb ich nur ausgesuchte Bilder der Leute posten werde.​
 
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        #7  

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Die Anreise

Für den Flug kam aufgrund von Flugdauer und Zwischenstopps nur KLM in Frage. Für meinen Kollegen, der über Weihnachten bei seinen Eltern in Hannover hauste, ging es bereits einen Tag vor mir los, da der Flug von Hannover für ihn günstiger war. Für mich ging es am nächsten Morgen in aller Früh auf nach Berlin Tegel. Es war kühl an diesem Januarmorgen und der erste Schnee seit langem erfüllte die Luft. Der Check In war ereignislos sodass ich genügend Zeit hatte eine Runde Schlaf nachzuholen. Manche mögen sagen „is der dumm, der kann doch im Flieger pennen“ aber nein das kann ich nicht. Der erste Zwischenstopp in Amsterdam war ebenso lang wie langweilig (4h). Bevor es dann endlich auf meinen 9h Flug Richtung Quito ging. Was soll ich sagen: Da ist noch Luft nach oben!!! Ich saß am Gang und dachte mir nichts dabei immerhin könnte ich schnell aufstehen und auch mal die Beine langmachen wenn nötig. Ich hatte allerdings nicht mit dem älteren Herrn aus Reihe 8E gerechnet. Offensichtlich durch eine schwache Blase und/oder Übelkeit gepeinigt, sprang der Herr alle paar Minuten auf und musste meinen Sitz zwei Reihen weiter passieren um zur Toilette zu gelangen. Soweit so gut. Doch wenn es wieder soweit war, rempelte er mich an, anfangs entschuldigte er sich noch doch ich bin der festen Überzeugung, dass er jedes Mal etwas mehr Schwung nahm um mich besonders hart zu treffen. Allerdings kann ich auf eine fast 20-jährige Erfahrung im American Football zurückgreifen und bin solche „Attacken“ also gewohnt. Dennoch trieb es mich mehr und mehr zur Weißglut bis ich ihn fragte was das soll. Ich warte bis heute auf eine Antwort aber immerhin stellte er seine Attacken vorläufig ein. In Quito angekommen musste ich ein letztes Mal umsteigen und kam gegen 23 Uhr Ortszeit völlig entkräftet in Guayaquil an. Anders als geplant holte mich mein Kollege nicht vom Flughafen ab sondern wartete im Apartment auf mich. Also erstmal Koffer schnappen und ab zum Taxistand. Der Flughafen in Guayaquil war ganz im Gegensatz zu Quito recht schön und modern, sodass der erste Eindruck gleich sehr positiv ausfiel. Schon durch die verschlossene Glastür konnte ich die Taxifahrer schreien hören und ich dachte mir na das kann was werden. Mit rudimentären Spanischkenntnissen musste ich ihm verklickern wo er hin muss. Ich ging zügig auf die Tür zu und plötzlich passierte es. Wie aus dem nichts war Sie da und lies mich geschockt und nach Luft schnappend zurück. Die unglaublichste Hitze, die ich je gespürt habe ! Bei rund 36°C und einer Luftfeuchtigkeit von 95% fühlte ich mich sofort wie erschlagen. Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, überkam mich gleich der nächste: dieser Geruch in der Luft war einfach widerlich. Eine Mischung aus Schweiß, Staub und Abgasen und ich sehnte mich instinktiv nach der frischen, leicht schneeerfüllten Luft Berlins ;) Aber seis drum ich bin hier und will was erleben also auf zum Taxi. Wie erwartet wusste keiner wo ich hin will obwohl ich die Adresse extra als Screenshot auf meinem Handy gespeichert hatte. Nach endlosem Diskutieren konnte ein Kollege erraten wo ich denn nun hin will und so ging es dann endlich weiter. Bei Nacht und bei strömenden Regen ging es Richtung Malecon 2000 (die Flaniermeile der Stadt). Das Apartment befand sich direkt neben dem höchsten Gebäude der Stadt, das zu dem in allen möglichen Farben leuchtete und ich fragte mich wie der Taxifahrer das nicht kennen konnte. Nach rund 30 Minuten Taxifahrt kam ich endlich im Belissini II an und wollte nur noch ins Bett. Nach anfänglichen Schwierigkeiten an der Rezeption holte mich mein Kollege aus der Lobby ab und es ging ins klimatisierte Apartment. Nach dem einen oder anderen Willkommensbier ging es dann endlich ins Bett.



 
 
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Antonella

Der nächste Tag beginnt dank Jetlag relativ früh, sodass ich bereits gegen 5 Uhr wieder wach war und mich entschloss ein wenig die Umgebung zu erkunden. Bei Tag und aufgehender Sonne sah die Stadt gleich viel schöner aus. Sehr gepflegt, recht modern und viele nette Menschen auf den Straßen. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Cafe an der Ecke ging es auch schon ins Büro zu unserem Projektpartnern. Knapp eine Stunde braucht man mit dem Auto um von unserem Apartment bis ins Büro ans andere Ende der Stadt zu gelangen. Vorbei an imposanten Parks, Kirchen und Villen aber auch an die elendsten Viertel die ich je gesehen hab. Hütten aus Wellblech oder Holz zusammen gezimmert, die nicht so aussahen als könnten sie auch nur einem Windzug standhalten. Aber egal wir sind ja schließlich hier um daran etwas zu ändern! Vom klimatisierten Auto schnell ins klimatisierte Bürogebäude und die Hitze war auszuhalten.​
Am Empfang lächelte uns auch schon eine wirklich hübsche Latina Sekretärin an und bat uns einen Moment zu warten. Unser Projektpartner selbst kam wenig später und stellte uns allen Mitarbeitern vor, inklusive einiger super heißen Latinas und ich dachte mir „ Jawoll, der Junge weiß wie man lebt.“ Sehr zu unserer Freude wurde uns Antonella zur Seite gestellt, da ihr Englisch mit Abstand am besten war und uns allen die Kommunikation somit enorm erleichterte. Es ging nun wieder 1h durch die Stadt bis zum Projektgebiet, mitten in die Elendsviertel von Durán. Doch bevor wir dort ankamen besuchten wir zunächst die örtliche Stadtverwaltung um ein Paar Securities mitzunehmen. Man weiß ja nie! Als ich allerdings sah, dass diese mit Maschinengewehren in den Pick Up stiegen, fragte ich mich ob unser Chef uns wirklich alles erzählt hat…Am Ende ging aber alles glimpflich ab und wir kehrten wohlbehalten zurück.​
Auf dem Weg zurück verwickelte ich Antonella in ein Gespräch und klagte über unser schlechtes Spanisch und dass wir nicht wüssten wo wir hier eigentlich gefahrlos rumlaufen könnten und wo nicht. Sie bat uns an uns die Stadt ein wenig zu zeigen was wir nach Feierabend auch gern annahmen. Sie fragte uns zunächst wo wir denn untergekommen seien und als ich Puerto Santa Ana sagte, funkelten ihre Augen. Sie erklärte uns das es sich dabei um das Reichenviertel der Stadt handelte und nahezu alle Bilder der ach so tollen Stadt von dort stammten. Das erklärte auch wieso es dort so sauber und verhältnismäßig sicher war. Wir verabredeten uns für 19 Uhr vor unserem Apartmentkomplex damit sich alle nochmal frisch machen können. Im Uber auf dem Weg zurück lachte mein Kollege los und sagte „nich schlecht, am ersten Tag ein Date“ und ich musste nicht viel erwidern damit er verstand, dass er natürlich heute Abend verhindert sein würde. Er gab mir nur zu bedenken, dass sie eine Mitarbeiterin ist und ich aufpassen sollte, immerhin sind wir nicht nur zum Spaß hier. Ich stimmte ihm zu und versicherte ihm, dass ich nur die Gegend weiter erkunden will.​
Also schnell unter die Dusche, den feinen Zwirn ausgepackt und gewartet und gewartet und gewartet. Irgendwann gegen 19:30 Uhr klingelte es dann und sie stand da in einem orangefarbenen Blumenkleid. An sich so gar nicht mein Fall aber durch das enge Kleid hindurch konnte man ihre Top Figur erkennen und ich war hin und weg. Als ich ihr verklickerte dass mein Kollege aufgrund von Kopfschmerzen bedingt durch die Hitze leider unpässlich wäre, quittierte sie es nur mit einem bezaubernden Lächeln. Wir gingen Richtung Malecon und sie zeigte mir allerhand schöne Restaurants, Bars und Cafés entlang des Flusses und ich muss sagen es sah wirklich gut aus allerdings fielen mir schnell die Preise auf und ich dachte mir, dass diese Gegend sicherlich nicht für den Ottonormalverbraucher Ecuadors geschaffen wurde. Sie erzählte mir über die Geschichte und Entstehung der Stadt und bestätigte meine Vermutung, dass es sich hierbei um ein neu entstandenes Viertel rein aus Prestigezwecken handelte.​
Am Malecon angekommen, wurde die Szenerie immer abstruser. Der gesamte Bereich war eingezäunt und so strikt vom dreckigen Teil der Stadt abgegrenzt, es gefiel mir hier weit weniger aber Antonella wollte mir unbedingt die Statue der Gründer zeigen. Nach einer Ewigkeit des Wanderns kamen wir endlich an und ich sah die durchaus imposant inszenierte Statue der Gründerväter aber viel mehr machte sich der Hunger bei mir bemerkbar, sodass ich Antonella fragte wo man hier etwas essen könnte. Sie brachte mich in ein kleines einfaches Familienrestaurant jenseits des Zaunes. In Deutschland hätte so eine Spelunke keine Kontrolle des Veterinäramtes überstanden aber hier ticken die Uhren eben anders. Wir aßen ein typisch ecuadorianisches Gericht mit Reis und Huhn und ich muss sagen es war wahnsinnig lecker. Als ich wie selbstverständlich für sie mit bezahlte sah ich ihre wunderschönen Augen strahlen und sie bedankte sich mit einem überschwänglichen „Gracias“. Ich dachte mir wenn sie sich schon über ein 3$ Essen so sehr freut, was passiert wohl wenn ich sie in eine der teuren Bars von vorhin einlade?! Also lud ich sie auf einen Drink in einer Bar ihrer Wahl ein. Wie kehrten also um in Richtung Apartment und gingen in eine dieser Bars. Ihre Augen strahlten mehr und mehr und mich überkam das Gefühl, dass sie wohl nicht so oft hier war. Bei dem Blick auf die Preise wurde auch schnell klar warum. Es gab zu meiner Überraschung sogar deutsches Bier für lächerliche 12$ für ein 0,33l BitBurger.​
Wir redeten viel, lachten noch mehr und die Zeit verging wie im Flug. Apropos Flug, ach ja da war ja was, mit jeder Minute würde ich müder und müder bis mir fast die Augen zu gefallen wären. Auch sie bemerkte es und sagte es wäre wohl Zeit nach Hause zu fahren. Ich stimmte zu aber nicht ohne den Hintergedanken, dass sie nach den ganzen Drinks doch unmöglich Autofahren wolle aber noch bevor ich zum Vorschlag der Übernachtung bei mir kommen konnte, erwiderte sie, dass sie ohnehin mit Uber gekommen sei. UFF, das hat gesessen, 1 zu 0 für die Kleine. Wie gingen den restlichen Weg bis zu meinem Apartment und verabschiedeten uns doch bevor ich ging bat sie mich um einen Gefallen der mich fast aus den Latschen kippen lies. Sie fragte mich ob ich warten könnte bis ihr Uber da wäre und ich ihr erst dann Goodbye sage, damit der Fahrer sieht, dass jemand Bescheid weiß. Auf mein fragendes Gesicht hin, erklärte sie mir, dass es nicht selten vorkommt, dass die Fahrer übergriffig werden, wenn eine Frau alleine in das Auto steigt, vor allem um diese Zeit. Selbst von Seiten der Polizei sei kaum Hilfe zu erwarten. Ungläubig und leicht geschockt, bot ich ihr an ein Uber über meinen Namen zu buchen damit ich sehe wo sie ist und sie mir bescheid geben soll, falls etwas passiert. Ich weiß zwar, dass ich auch nichts hätte machen können aber vielleicht fühlte sie sich so etwas sicherer. Dankend nahm sie mein Angebot an und ein paar Minuten später kam der Uber. Ich nutzte die Gelegenheit für eine innige Umarmung und verabschiedete sie so dass der Fahrer uns sah. Ich gab ihm zu verstehen dass es zwar mein Name ist aber die Lady alleine fährt. Sie stieg ein und brauste los.​
Ich ging hoch ins Zimmer und mein Kollege wartete grinsend im Wohnzimmer auf mich und lachte los als ich alleine eintrat. Ich erzählte ihm von dem Abend und der merkwürdigen Verabschiedung und er sah ebenso bedröppelt aus wie ich. Wir verabschiedeten uns mit einem Bier und gingen ins Bett immerhin ruft die Arbeit morgen wieder aber natürlich versicherte ich mich vorher ob bei Antonella alles gut sei und so wartete ich noch weitere 20min bis sie mir sagte sie sei wohlauf zu Hause angekommen.​
 
 
        #9  

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Die Unterschiede an diesem Tag hätten größer kaum sein können.



 
 
        #10  

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Ein weiterer Corona-geschädigter Stubenhocker hat sich zugeschaltet. ;-)
Klingt sehr interessant, was Du berichtest.
 
 
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