Interessant, wie vermeintliche Sextouristen, denen man nichts Gutes nachsagt, ihre Kinder als das positivste aus der Ehe hervorheben.
Leider gilt nach deutschem Recht und Verständnis die Mutter grundsätzlich als Pflegeperson. Meine Ex hat den Umgang auf wenige Stunden pro Woche begrenzt. Das orientierte sich am Minimum, welches sonst Kriminellen und drogenabhängigen Vätern zugestanden wird. Gedeckt wurde sie dabei komplett vom Jugendamt. Für mich war es sehr belastend, weil durch die Scheidung mein bisheriges Leben schlagartig vorbei war. Ich hatte entweder gearbeitet oder mich um das Kind gekümmert. Einen Freundeskreis musste ich mir erst wieder aufbauen. Im Grunde habe ich immer gewartet, bis Donnerstag ist, um den feinen Herren ins Schwimmbad auszuführen.
Meine Anwältin hat das Thema dann geregelt. Meine Ex wehrte sich gegen mehr Umgang und komplett gegen Übernachtungen. Das Jugendamt empfahl sogar die Umgangsregelung so weiterlaufen zu lassen, wie meine Ex sie etabliert hatte. Vor der Verhandlung hatte ich fast schon Panik. Die emotionale Belastung ist unheimlich hoch.
In der Verhandlung argumentierte meine Ex, ich hätte mich nie gekümmert. Sie führte ihre Geschichten aus und stellte mich noch mal schlechter dar als beim Jugendamt. Ich war aber vorbereitet und konnte das Gegenteil beweisen. Stundenzettel zeigten, dass ich den Kleinen zur Kita brachte und WhatsApp-Verläufe, dass ich auch immer die Einschlafbegleitung machte. Meine Wx argumentierte dann, das Kind wäre zu klein, um alleine beim Vater zu schlafen. Die Richterin war irgendwann genervt und skizzierte die Tage auf Papier und wann er beim wem ist. Ich blieb die ganze Zeit ruhig.
Meine Anwältin meinte, dass meine Ex so hysterisch war und ich so ruhig, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich 3 Tage und sie 4 Tage erhält. Langfristig wird ein Wechselmodell nach einer Mediation angestrebt. Da bin ich echt gut weggekommen!!!
Ich genieße jede Minute mit meinem Kleinen. Er gibt mir Kraft und ich habe viel zu schmunzeln. Vor zwei Tagen hatte ich es gewagt, die Dinos ins Regal zu stellen, um Platz zu schaffen. Er rief mit seinen 2 Jahren nein nein nein nein und wollte, dass die Dinos wieder auf ihrem angestammten Platz landen. Als 3h später dort jedoch ein Parkplatz für seine Modellautos entstand war wieder alles gut

Meine Ex gönnt mir jedoch nach wie vor nicht die Butter auf dem Brot. Sie meint, dass es mir nur um den Unterhalt ginge. Sie bekam ohne Murren das gesetzliche Maximum für mein Einkommen. Die 1650€ jeden Monat an Unterhalt reichen ihr nicht trotz ihrer Vollzeit Arbeit als promovierte Mathematikerin bei der größten Versicherung in München. Sie wollte mir noch zusätzlich die Kosten für ihr neues Auto, den Turnverein und die Kita aufbürden. Das hat meine Anwältin zum Glück abgelehnt. Meine Ex fühlt sich ungerecht behandelt und besteht bis heute darauf.
Für mich ist es eine Doppelbelastung. Dadurch, dass ich mich alleine um das Kind kümmere, bin ich an zwei Tagen ab 15:30 Uhr nicht mehr im Büro. Ab einem bestimmten Einkommensniveau wird das nicht gerne gesehen, aber geht zum Glück. Zusätzlich ist es anstrengend, wenn man sich nicht alle 1-2h mal abwechseln kann bei der Betreuung. Aber es schmerzt auch das Geld. Ich zahle kräftig an meine Ex, habe aber trotzdem weiter die Kosten für das Kinderzimmer, Essen, Freizeit und Kleidung. Damit werde ich doppelt abgestraft. Ich kümmere mich um mein Kind und zahle noch Unterhalt. Das Gesetz entspricht einfach nicht mehr dem Zahn der Zeit. Die Zeiten, in den Männer von der Arbeit kommen und die Zeitung lesen sind vorbei. Sicherlich gibt es noch so Fälle, aber da wird die Mehrheit für die Minderheit abgestraft