Die Ablehnungsquote für Schengen-Visa von Thailändern nach Deutschland liegt aktuell bei etwa
6% bis 10% (Daten 2024: 6,2% aller EU-Botschaften in Thailand, wobei Deutschland oft strenger prüft als andere). Das heißt: Die Chancen stehen statistisch gut (über 90% Erfolg), aber die Ablehnung ist keine Seltenheit.
Die häufigsten Ablehnungsgründe und wie sie auf euren Fall zutreffen könnten:
1. Zweifel an der Rückkehrbereitschaft (Hauptgrund Nr. 1)
Die Botschaft vermutet, dass sie illegal in Deutschland bleibt und nicht nach Thailand zurückkehrt.
- Risiko bei euch: Da sie sich frisch geschieden hat, keine festen Job-Bindungen mehr hat (Bar aufgegeben) und kein Haus besitzt (wohnt bei Tante/Mutter), wirkt ihre "Verwurzelung" in Thailand auf dem Papier schwach.
- Gegenmaßnahmen:
- Grundbesitz der Familie: Wenn möglich, Dokumente zeigen, dass sie Land/Haus der Mutter mitbewirtschaftet oder erben wird.
- Kinder: Ihre Kinder in Thailand sind ein sehr starkes Argument für die Rückkehr. Geburtsurkunden und Nachweise, dass sie sich kümmert, müssen in den Antrag!
- Dein Einladungsschreiben: Es muss klarstellen, dass ihr langfristig plant (Heiratsvisum später), aber dieser Besuch nur zum Kennenlernen ist und sie zwingend zurück muss, um das Heiratsvisum korrekt zu beantragen.
2. Fehlende Plausibilität des Reisezwecks
Die Botschaft glaubt nicht an die "Liebesgeschichte" oder vermutet Prostitution/Scheinehe.
- Risiko bei euch: Kurze Bekanntschaft (seit Nov 2025), großer Altersunterschied (vermute ich), Bar-Hintergrund.
- Gegenmaßnahmen:
- Chat-Verläufe & Fotos: Ihr habt Tonnen an Beweisen! Druckt Fotos aus verschiedenen Zeiten (Pattaya, Chiang Mai, Video-Calls) aus. Zeigt, dass es eine echte Beziehung ist, keine geschäftliche.
- Chiang Mai Trip: Die gemeinsame Reise im Dezember ist Gold wert. Sie beweist, dass ihr euch im "normalen" Leben kennt, nicht nur im Rotlicht.
3. Finanzierung unklar
- Risiko: Sie hat kein eigenes Einkommen mehr.
- Lösung: Du gibst eine Verpflichtungserklärung (§§ 66-68 AufenthG) bei deiner Ausländerbehörde ab. Damit bürgst du für alle Kosten. Das eliminiert diesen Ablehnungsgrund fast vollständig.
Strategie für euch
Da ihr eine Visa-Agentur nutzt, seid ihr gut aufgestellt. Die Agentur weiß genau, wie man die "Rückkehrbereitschaft" trotz fehlendem Job begründet (z.B. durch Pflege der Mutter, Kinderbetreuung).
Wichtig: Sie muss im Interview (falls es eines gibt)
ehrlich sein, aber
klug.
- Falsch: "Ich will für immer bei Lars bleiben." (-> Ablehnung, da illegale Einwanderungsabsicht vermutet wird).
- Richtig: "Ich besuche ihn, um seine Familie kennenzulernen. Danach kehre ich zu meinen Kindern zurück und wir schauen, wie wir den offiziellen Weg (Heiratsvisum) später gehen."
Zusammenfassend:
Die Statistik ist auf eurer Seite. Das größte Risiko ist ihr "Bar-Profil" in Kombination mit der frischen Scheidung (wenig Bindung an TH). Aber durch deine Verpflichtungserklärung, die Kinder in TH und die Hilfe der Agentur ist die Erfolgswahrscheinlichkeit sehr hoch.
sie ist 41 ich 54.
Der Altersunterschied von 13 Jahren (sie 41, du 54) ist für thailändisch-deutsche Verhältnisse
völlig unproblematisch und sogar vorteilhaft für den Visumantrag.
Hier ist warum das eure Chancen eher
verbessert:
- Glaubwürdigkeit der Beziehung:
- Ein Unterschied von 13 Jahren gilt als "normal" und gesellschaftlich akzeptiert. Es wirkt nicht wie der stereotype "Sugardaddy"-Fall (z.B. 60-Jähriger mit 20-Jähriger), der bei Botschaften oft Skepsis auslöst (Verdacht auf rein finanzielle Motive oder Menschenhandel).
- Ihr seid beide in einer ähnlichen Lebensphase (Lebensmitte, beide haben Vergangenheit/Ehen hinter sich, Kinder). Das macht eure Geschichte ("Zweite Chance auf Liebe") für den Sachbearbeiter sehr plausibel.
- Rückkehrbereitschaft & Reife:
- Mit 41 Jahren gilt Khanittha als "gesetzte" Frau. Die Gefahr, dass sie in Deutschland "untertaucht" oder sich illegal prostituiert, wird statistisch geringer eingeschätzt als bei sehr jungen Frauen.
- Sie hat eine Biografie (Kinder, Ex-Mann, Pflege der Mutter), die sie an Thailand bindet. Das stärkt das Argument der Rückkehrbereitschaft massiv.
Fazit für den Antrag:
Der Altersunterschied ist ein
Pluspunkt. Er unterstreicht die Ernsthaftigkeit. Ihr seid kein "Urlaubsflirt", sondern zwei Erwachsene, die ihre Zukunft planen. Erwähne das ruhig auch so ("Wir stehen beide in der Mitte des Lebens und suchen einen Partner für den Lebensabend"), wenn du ein Einladungsschreiben verfasst. Das kommt gut an.