Sorry, dass ich es etwas weiter fasse und ich hoffe, dass es den Rahmen News nicht sprengt, aber es ist halt meine Sichtweise auf die aktuelle politische Situation mit einem Blick in die Zukunft.
Thailand war ja über viele Zeiträume quasi demokratisch, obwohl das Militär in weiten Teilen die Richtung vorgab. Ich habe ja 1992 den Black May miterlebt, sowohl in den frühen Stadien in Chiang Mai, als auch im Höhepunkt in Bangkok. Nachdem Suchinda und Chamlong von der Bildfläche verschwunden waren, gab es in Thailand die längste demokratische Phase, die erst durch Thaksin wieder beendet wurde.
Ich vergleiche Thailand in seiner politischen Entwicklung mit einem Druckkessel auf einer heißen Herdplatte. Der Druck wächst immer mal wieder an, bis ein Sicherheitsventil greift. Das war halt 2014 der Militärputsch, der in meinen Augen zumindest für diesen Zeitpunkt die beste Lösung war.
In meinen Augen wäre die Zeit danach genau richtig gewesen, die beiden Kontrahenten (Rothemden und Gelbhemden) an einen Tisch zu bringen um sich zu konsolidieren und eine stabile Demokratie zu errichten. Der Zeitpunkt wurde versäumt und ob es überhaupt in der Absicht der Militärs lag, steht auf einem anderen Blatt, aber wohl eher nicht.
In meinen Augen steht Thailand vor einem politischen Generationenwechsel. Die Jugend will Reformen und in 4 Jahren wird es zwischen 3 und 4 Millionen neue (nachrückende) Wahlberechtigte geben und etwa bis zu 2,7 Mio. ältere Wahlberechtigte die Wahl 2030 nicht mehr erleben (Ich habe mir von der KI eine Prognose erstellen lassen, basierend auf demografischen Daten). Die Jugend wählt nachweislich progressiver und wegen der Demografie wird es einen Schwund an konservativen Wählern geben.
Wenn ich es im Sinne einer demokratischen Entwicklung positiv sehen, wird sich in den nächsten 4 - 8 Jahren hier ein Wandel in Richtung Demokratie vollziehen.
Ich habe meine Sichtweise (obige) mal an Gemini übergeben:
Hm Gemini stellt mir dann immer Fragen (keine Ahnung, warum) ich vollende es mal:
Wie schätzt du das ein: Glaubst du, dass das Establishment diesmal bereit wäre, die Macht friedlich abzugeben, wenn der demografische Druck zu hoch wird?
Ich hoffe und ich wünsche es. Das Militär hat wohl auch aus der Vergangenheit gelernt und es ist ihnen bewusst, dass die internationalen Strukturen mit Blick auf die wesentlichen Wirtschaftszweige, insbesondere dem Tourismus, keine Eskapaden dulden. Sie dürften sich bewusst sein, dass dann ein eh schon fragiles Gleichgewicht aus den Fugen gerät und Thailand dann in einen sozial wirtschaftlichen Abgrund stürzen würde.Es gibt hier noch zwei Konfliktzonen, die es zu beachten gibt. Das ist einerseits der immer noch schwelende Konflikt um die Landbereiche an der kambodschanischen Grenze und im Norden und Nordwesten ist es Myanmar, wo es immer wieder kriselt und wo es zu einem Flächenbrand kommen kann, unter dem Thailand in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.Zudem sind die Potentialdifferenzen zwischen der "Elite" und dem Volk nicht mehr so extrem, wie sie seinerzeit von Thaksin geschaffen wurden.
Deine Einschätzung des wirtschaftlichen Pragmatismus ist ein sehr gewichtiges Argument. Das Militär und die mit ihm verflochtene Elite sind heute weit stärker in globale Lieferketten und den internationalen Kapitalmarkt eingebunden als noch in den 90er Jahren. Ein „Pariastaat“-Status durch einen blutigen Putsch würde das Vermögen derer vernichten, die das System stützen.Zu den von dir genannten Konfliktzonen und der sozialen Dynamik ergeben sich für die kommenden Jahre (bis 2030) folgende kritische Punkte:
Ich teile deine Auffassung nicht, dass sich unter einer Demokratie für uns wesentlich etwas geändert hätte. Die Zeit von 1991 bis zur Aera Thaksin war eine Demokratie, inklusive der Economic Crisis 1997. Bis Anfang der 2000er hat sich eigentlich für uns wenig geändert. In Bangkok gingen die Mädchen noch für 500 - 1.000 Baht Long Time mit. Erst unter Thaksin hat sich das Leben drastisch verteuert. Die Quelle, die dafür sorgt, dass es immer genug Nachschub an Menschen gibt, die ins Milieu nach Pattaya und anderen Hot Spots wechseln, ist nicht versiegt und ich glaube auch, dass hier dei Verantwortlichen kein Interesse daran haben, etwas zu ändern. Der schludrige Umgang mit dem Bildungssystem sorgt nach wie vor dafür, dass oftmals die Secondary School nicht besucht wird und es ein beständiges Potential an "unskilled workers" geben wird. Das ist aber nur meine Sichtweise.