Hach, ich liebe Kampala einfach!
…aber der Reihe nach. Man kann in Kampala richtig gut ausgehen. In fast allen Bars gibt es jeden Abend irgendwelche Veranstaltungen, Events, Motti usw. Sei es Live-Musik, Karaoke, Poetry-Slam, Quiz-Night oder ein Spieleabend. Ich bin neulich fast vom Glauben abgefallen, als in einer Bar „Die Siedler von Catan“ gespielt wurde - im tiefsten Afrika ein urdeutsches Brettspiel gespielt mit einem beispiellosen Ehrgeiz! Wahnsinn!
Zudem lässt sich in Kampala hervorragend clubben gehen. Neben großen Mainstream-Nachtclubs und Lounges gibt es auch Underground. Das Wild One zb ist ein kleiner Szene-Club für elektronische Musik und Raves; ziemlich versteckt und unscheinbar irgendwo im Industriegebiet auf der Seventh St gelegen. Der Zugang ist über den Hinter- oder - genauer gesagt - Innenhof eines Lagers (oder so). Das Publikum ist ziemlich international und durchaus alternativ. Freilich nicht unbedingt ein guter Spot, um Frauen abzuschleppen oder Nutten mitzunehmen, aber eben gutes Clubbing. Genau das, wonach mir der Sinn stand!
Manchmal nimmt der Abend aber seinen Lauf und es kommt am Ende anders. Unter dem Line-Up war eine somalisch aussehende DJane. Lang und schlank, beinahe pechschwarzer Teint und ein ausdrucksstarkes Gesicht mit großem Wiedererkennungswert, das ihr eine ganz spezielle Aura verlieh. Sie rockte die Turntablen mit einer faszinierenden und sehr sexuellen Energie. Wahrscheinlich habe ich ein wenig Groupie gewirkt, der einen Rockstar anhimmelt
Für mich völlig unerwartet, stand sie nach ihrem Set plötzlich vor mir und tanzte mich an. Sie hieß Nimo und war tatsächlich Somali. Die Musik war mal wieder viel zu laut, so dass ich nur die Hälfte verstanden habe. Dennoch konnten wir uns beim Tanzen ein wenig unterhalten. Nimo hatte bereits ein paar Gigs in Europa gespielt und war ganz verliebt in Paris. Heimspiel! Das Leuchten in ihren Augen, als ich mich als (Deutsch)Franzose geoutet habe
Als Nimo zu ihrem zweiten Set musste, schaute sie mich mit einem Blick irgendwo zwischen Verheißung und Drohung an und sagte: „We fuck tonight!“ Und so kam auch. irgendwann nach ihrem zweiten Set sind mir zu mir gefahren. Ich war inzwischen echt k.o. und gewiss nicht mehr zu großen Leistungen im Bett imstande. Aber Nimo hatte immer noch schier unerschöpfliche Energie. Details behalte ich an dieser Stelle für mich. Nur so viel: Nimo hat mich zugeritten, als wäre ich ein ungezähmtes Wildpferd. Man soll nicht pauschalisieren. Und natürlich gibt es Ausnahmen. Aber so wild vögeln nur afrikanische Frauen - auch keine Latinas!
Echt genervt hat mich allerdings, dass Nimo immer wieder geraucht hat und fies nach Zigarette geschmeckt hat. Echt ekelhaft! Das hat mir am nächsten Morgen viel von Zauber der Nacht genommen.