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Weitere 10 Minuten und wir erreichen die Chocolate Hills, die main attraction auf Bohol. Die Nachmittagssonne kommt fotografischen Ambitionen entgegen. Ein Neuseeländer vereint uns mit dem Bildertapetenhintergrund.
Wie genau muß ein Wunsch sein, um in Erfüllung zu gehen?
Sie wirkt nachdenklich. Und wirft. Hat sie ihren Wunsch im letzen Moment noch geändert? Oder die gleiche Schwierigkeit wie ich?
Ich hoffe, wenigstens ihr Wunsch wird Wirklichkeit.
Sie ist eine, die mitmacht, neugierig ist. Die Landschaft und spektakuläre Szenerie lassen sie nicht gleichgültig. Es gefällt mir, das zu sehen. Es gefällt mir, daß dieses junge Mädchen trotz ihrer „Eigenständigkeit“ mit mir hier ist, sich auslebt, scherzt, mir gleichzeitig spielerisch, mitunter auch zärtlich zugetan ist.
Auf dem Abstieg eine kleine Kunstgrotte mit kitschiger Marienfigur. Die Geste, mit der Rose davor für das Foto posiert, schließt aus, daß sie vom Fegefeuer überzeugt ist.
Der Rückweg durch die inzwischen von der Nachmittagssonne erleuchtete Landschaft. Doppelt schön. Wir haben den ganzen Tag noch nichts gegessen. In einer Ortschaft (Bilar) ist ein überdachter Markt. So etwas kennt man ja von Thailand zu Genüge: Wo Handel und Wandel ist, muß es auch was zu Futtern geben. Müßte. Hier jedoch: Bis auf einen paar übergrillte Hühnerschenkel Fehlanzeige. Die Schenkel dürfen sich weiterdrehen.
Dann eben an der Küste. Fishfood mit Blick aufs Meer. Denkt mein Magen. Dachte er. Rauchschwaden über einigen Grills, die seit Uhrzeiten offenbar nicht gesäubert wurden. Die Abkürzung nehme ich jetzt nicht, da gehört jetzt etwas Besseres in den Magen, damit sich das Warten gelohnt hat. Und auf der Müllhalde wollte ich auch nicht essen.
Da!- noch ein Lokal, vielverheißende Pforte. U-Turn, hinein. Kleine Hütten um einen Platz. Vorm Hauptgebäude studiert eine große Gruppe von Missionaren christliche Weisen ein. Bevor mein Magen mitsingt, fahren wir weiter.
Ein Ort dann, auf den ich gebaut habe, der Platz vor der Brücke, malerisch geradezu, prädisponiert als kulinarisches Ausflugsziel, zeigt mir: Ich habe auf Sand gebaut.
Reichlich übersäuert cruze ich an der westlichen Hauptstraße von Panglao in eine der Stichstraßen, dort nämlich wo eine Werbetafel Gaumenfreuden verheißt. Die Asphaltierung der Straße endet, wenig später im Gesträuch ein abgelegenes Hotel, in dem der nächste Blutschocker gedreht werden könnte.
Doch schließlich: Eine weitere Tafel weist auf ein Hotel, einen Strand (ich glaube es war der Tabuan Beach). Diesmal nehmen wir die richtige Abzweigung. Und gelangen ans Ziel. Eine Bar am Pool, Liegestühle am einsamen Strand, dahinter ein halboffenes Restaurant gehobenen Ambientes. Die Abendröte singt dazu ein Lied.
Wir laufen etwas durch diese reale Fata Morgana und beratschlagen lange über den schönsten Tisch. Rose wählt den Platz, ich den Wein. Wir werden zuvorkommend bedient. Für philippinische Verhältnisse war das Essen durchaus passabel. Ich ahne, daß ihr das elegante Umfeld doch etwas fremd sein muß. Sie schlägt sich aber wacker. Auf Kleinigkeiten, wie das unverdeckte Gähnen, weise ich sie hin.
Den Cocktail nehmen wir am Strand. Wir sitzen uns in einer Art korbgeflochtenem Hamsterrad gegenüber, sie etwas mit mir beschäftigt. Über das Vorspiel kommen wir aber nicht hinaus, da unser Lustrad vom Restaurant aus zu gut einsehbar ist.
12 schon durch, die Rückgabe des Motorrades ist fällig. Ich suche den Typen, will verlängern. Erst dann dringt der Gedanke durch den Restalkohol, daß ich ja seine Karte habe. Roller bis morgen, no proprem.
Frühstück am Strand im Oasis. Sie trägt ein enges schwarzes Kleid, langarmig trotz der Hitze. Figurbetont. Meine private Tänzerin. Ständig in Bewegung. Schmiegt sich mit diesem geschmeidigen Körper an mich. Zeit, stehe still!
Ich sehe aufs Meer. Schwarzes Haar auf meiner Wange, ein Windzug wie aus einem Fön. Jedes Gewicht ist von mir abgefallen.