Angeles, Schweine und Kamagra



Zum Abschluss unserer Kul-Tour besuchten wir einen Tempel, dessen Namen ich beim besten Willen nicht aussprechen könnte:

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Die Nachmittagssonne tauchte alles in ein wundervolles Licht und während die Mädels beteten, spielte am Tempeleingang ein Greis auf einer Flöte.

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Die umliegenden "alten Steine" wurden professionell abgearbeitet und es waren eher alltägliche Szenen, die meine Aufmerksamkeit forderten.

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Auf dem Rückweg hielten wir am Markt und versorgten uns mit einem Snack - Stromers Frühstück :wink0: Er wollte zwar was "Richtiges", Ploy vertröstete aber auf unsere Rückkehr ins Dorf. Dort fand anlässlich einer bevorstehenden Hochzeit eine Feier für die Bewohner des Dorfes statt, die keine Gelegenheit hatten, zur eigentlichen Hochzeitsfeier am Folgetag zu kommen. Ich nenne es mal "Polterabend", denn laut ging es da allemal zu...

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Die beiden Farangs wurden anfangs ausgiebig begafft. Und wieder war es Tantchen, die das Eis (mit einer Flasche Reisschnaps) brach. Der dritte Abend in Folge...

Anhang anzeigen Nov 2010_1143_e.jpg Beim Trinken mit Onkel Dang

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Wir wurden bestens verpflegt und ich hatte die zweifelhafte Gelegenheit, eine Art Frosch-Gulasch zu probieren. Reisschnaps sei Dank schaffte ich es, einen Löffel voll runterzuwürgen. Never again...
Stromer war recht bald "bedient" und so hatten wir einen guten Vorwand, uns noch rechtzeitig aus dem Staub zu machen. Die Feier ging wohl noch bis zum Morgengrauen.

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Immer schwer, allgmeingültige Aussagen zu treffen. Die Deutschen heißen alle Hans, tragen Lederhosen und essen Sauerkraut... :wink0:

Also dort, im Dorf wurde häufig und viel getrunken, was bestimmt nicht dran lag, dass ich zu Besuch war. Alleine die Tatsache, dass die Schulbus-Fahrerin im "Vorbeigehen" drei Schnäpse verhaftete, lässt m.E. Rückschlüsse zu.

Möglicherweise liegt es aber auch dran, dass man auf dem platten Land abends nix anderes machen kann.

Wobei: im Tawandang in Bangkok, wo man bestimmt eine andere soziale Schicht antrifft, wurde auch extrem viel getrunken und am Vorabend des Königsgeburtstags herrschte Alkoholverbot. Mit dem Erfolg, dass nur etwa 10% der Tische belegt waren.

Insgesamt lasse ich mich zu der Aussage hinreißen, dass die Thais ein sehr trinkfreudiges Volk sind...
 


27.11.2010​


Nach dem Frühstück hieß es "Koffer packen". Nach unserem fulminanten Einstand beim Polterabend waren wir zur Hochzeitsfeier nach Phitsanulok eingeladen worden.
Ploys Mutter war direkt im Anschluss an den Polterabend mit einem Pickup zu den Hochzeitszeremonien nach Philo gefahren. Pa konnte wegen seines schlechten Gesundheitszustandes nicht mit und so entschied Ploys Sohn, daheim zu bleiben, um auf Pa aufzupassen.

Anhang anzeigen Nov 2010_1198.jpg Mutter und Sohn

Auf dem Weg nach Phisanulok schlug Ploy vor, zu ein paar Wasserfällen zu fahren, die recht poulär seien. Da diese Wasserfälle auch im Loose beschrieben sind, nahmen wir diesen Umweg in Kauf. Insgesamt war dieser Abstecher enttäuschend. Die Wassefälle "stürzen" berauschende drei/vier Meter in die Tiefe, scheinen aber bei den Thais als Ausflugsziel sehr beliebt zu sein.

Anhang anzeigen Nov 2010_1339.jpg berauschend...

Anhang anzeigen Nov 2010_1342.jpg Sanuk: während sich die Eltern die Kante geben...

Anhang anzeigen Nov 2010_1344.jpg ... plantschen die Kinder im Wasser.

Gegen 15:00 Uhr erreichten wir Phitsanulok und statteten dem Wat Mahathat einen Besuch ab. Der Wat Yai (wie er umgangssprachlich genannt wird) ist ein sehr bedeutender Tempel, der ein hochverhehrtes Buddha-Bildnis beherbergt. Während die Mädels beteten, vertrieb ich mir die Zeit mit Fotografieren.

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Als wir weiterfuhren, stießen wir auf ein ernsthaftes Problem: Ploy wusste eigentlich nicht genau, wo die Hochzeit stattfindet und erst nachdem ich mit Engelszungen auf sie eingeredet hatte, rief sie ihren Onkel Dang an, der ihr zumindest schonmal den Ortsnamen nennen konnte. Während ich die Karte studierte, fuhr Ploy einfach mal drauf los und ignorierte all meine Hinweise, dass wir in die falsche Richtung fahren würden. Nach einer knappen halben Stunde gab sie auf und fragte an einer Tankstelle nach dem Weg. Wir hatten jedoch die Rechnung nicht mit dem "Gesicht" des Tankstellenpersonals gemacht. Denn anstatt zuzugeben, dass sie noch nie von einem Kaff in etwa 60km Entfernt gehört hatten, schickten sie uns weiter - in die falsche Richtung...

Ziemlich angesäuert bat ich Ploy, die Plätze zu tauschen. Über Nebenstraßen, den Navigationskünsten von Stromer sei Dank und nachdem wir die letzten Kilometer von Onkel Dang telefonisch gelotst wurden, erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang unser Ziel. Dort hatte man uns bereits zwei Zimmer im Dorf-"Motel" reserviert. Ich war immernoch dermaßen angefressen, dass ich völlig vergaß, die üblichen Fotos zu machen.

Es handelte sich um ein "Motel", wie man es vermutlich in jedem größeren Ort findet: spartanisch eingerichtete Zimmer mit wasserdicht bezogener Matratze, Spiegel an Wand und Decke und die Parkplätze (direkt neben dem Zimmer) lassen sich mittels eines Vorhangs vor neugierigen Blicken von der Straße abschotten. Der Inhaber schien anfangs erstaunt, dass wir die ganze Nacht bleiben würden :wink0: - es blieb jedoch bei den ursprünglich vereinbarten 200 THB.

Zumindest war es sauber und die AirCon arbeitete leise...
 
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Ich verliere mich jetzt wiedermal etwas in Details, aber wann hat man als Qualitätstourist schonmal die Gelegenheit, solch einer Feier beizuwohnen?

Anhang anzeigen Nov 2010_1362.jpg Beauty is in the eye of the beholder

Der Bräutigam ist beim Militär und die Braut eine Ärztin aus dem Militärkrankenhaus. Es wurde also sehr viel Wert auf "big face" (Ansehen) gelegt: Auf der Dorfwiese hatte man eine riesige Bühne aufgebaut und Sitzgelegenheit für etwa 1.500 Personen geschaffen.

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Wir hatten viele bekannte Gesichter um uns, da die Gäste nach Zugehörigkeit/Herkunft geordnet saßen. Onkel Dang und Tantchen kamen bald mit einer Flasche Schnaps an unseren Tisch. Die übrigen Gäste begafften die Farangs...

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Nachdem Grußworte verschiedener Institutionen verlesen waren und das Brautpaar den Hochzeitstanz absolviert hatte, begann der ausgelassene Teil der Feier.

Die Combo spielte zunächst thailändische Klassiker zum Thema Hochzeit, wurde aber bald immer lauter und moderner, bis irgendwann zehn Tänzerinnen auf die Bühne kamen. Jetzt erinnerte das Treiben eher an eine Zeltkirmes (ohne Zelt).

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Auf der Straße vor der Dorfwiese war eine Losbude aufgebaut, an einem Stand konnte man sein Zielgeschick unter Beweis stellen und Luftballonverkäufer rundeten das Bild ab. Die ersten Gäste begannen verhalten zu tanzen und ab 21 Uhr hielt es niemanden mehr auf den Stühlen und alle grölten mit.

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Während des Fotografierens fiel mir eine Tänzerin auf, die mit tiefen Blicken mit mir zu flirten begann. Was hätte ich dafür gegeben, an diesem Abend "frei" zu sein...

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Anhang anzeigen Nov 2010_1421.jpg Früh übt sich

Anhang anzeigen Nov 2010_1412.jpg Gegen Ende der Feier

Anhang anzeigen Nov 2010_1427.jpg "Tirak, I am tired"

Die Zeitstempel der Bilder verraten mir, dass wir die Veranstaltung um 1:22 Uhr verlassen haben. Ploy grollte mit mir und würdigte mich keines Blickes.


Ich glaube, dass Ploy und mir an diesem Tag so richtig bewusst geworden war, wie unterschiedlich unsere Denk- und Verhaltensweisen sind. Da war zunächst die Enttäuschung bezüglich der mickrigen Wasserfälle. Dann hatte ich sie (wiedermal) gedrängt, nach dem Weg zu fragen - auch wenn's nix gebracht hatte - und hatte dann ihr Orientierungs(un)vermögen zur Schau gestellt, indem ich den Fahrerwechsel vollzog.
Als wir am Ziel waren hatte mir Onkel Dang zu meiner fahrerischen Leistung gratuliert. Der Gesichtsverlust war komplett...
 


28.11.2010​

Die Nacht war verdammt kurz; es dauerte erst sehr lange bis ich einschlief und als ich gegen 5 Uhr wach wurde, konnte ich nicht mehr einschlafen. Mich plagten die Gedanken, wie die Beziehung zu/mit Ploy zukünftig ausehen könnte. Ich fühlte mich zwar sehr wohl mit ihr und es schien auch "alles" zu passen, allerdings wollte ich meinem obbersten Prinzip treu bleiben und nicht monatlich einen Betrag X nach Thailand überweisen. Irgendwie drehten sich meine Gedanken im Kreis...​

Wir brachen zeitig auf und machten uns auf den Weg nach Kamphaeng Phet um dort wieder "alte Steine" zu sehen.

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Die Ruinen von Kamphaeng Phet wurden, wie Si Satchanalai und Sukothai Anfang der 90er Jahre zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und lagen auf dem Weg zu unserem Tagesziel, Tak.​


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Ja, es waren wieder Laterit-Ruinen. Ja, sie sind alt und historisch von Bedeutung - aber langweilig. ​


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Irgendwie, als hätte ich es schonmal gesehen.
 


Nach einer kurzen Besichtigungstour fuhren wir weiter Richtung Tak. Ploy hatte Tak als Tagesziel vorgeschlagen, weil es da schön sei und weil sie ihre Oma besuchen wollte. Doch je näher wir Tak kamen, desto schweigsamer wurde sie.

Wir besuchten also ihre Großmutter und es war eine seltsam ergreifende Stimmung, als wir diesem verschrumpelten Frauchen gegenüber saßen. Da flossen Tränen der Wiedersehensfreude...

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Die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit gestaltete sich zunächst eher schwierig. Ploy hatte zwar angekündigt, dass sie wisse, wo wir gut übernachten könnten und dass es da auch einige tolle Restaurants gäbe... Letztlich holte ich jedoch irgendwann den Loose raus und wir steuerten ein Motel an, da Ploys Gedächtnis bei der konkreten Suche plötzlich komplett versagte und wir über eine Stunde planlos umherkurvten. Ich hatte mir meinen Urlaub eigentlich anders vorgestellt und war, als wir im Motel ankamen, ziemlich angesäuert.

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Während des Abendessens saß Ploy gefühlte 3 km von mir weg und mümmelte stumm vor sich hin. Als ich sie im Zimmer darauf ansprach gab sie vor, dass alles okay sei, verließ wortlos das Zimmer und startete quasi als Beweis eine kleine Party mit Stromer und seiner LT.
Ich zog es vor, einen ausgedehnten Nacht-Spaziergang an einem nahegelegenen See zu machen, bis mich streunende Hunde zum Rückweg ermunterten.

So konnte das nicht weitergehen. Wir hatten zwar insgesamt eine gute Zeit miteinander und Weltklasse-Sex, aber die anfänglich verliebte Unbeschwertheit war uns bereits sehr früh abhanden gekommen. Alltag...?
Dazu war mir meine Zeit zu kostbar, dass ich sie autofahrend vergeude. Ich fasste den Entschluss, das Ende einzuläuten. Unumstößlich!

Als ich wieder im Room ankam, war die Mini-Party in vollem Gange. Ploy ignorierte mich. Also duschte ich und ging zornig zu Bett.

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Anhang anzeigen Nov 2010_1179.jpg 250 Baht, sehr sauber mit AC - da kann man nicht meckern

Nachdem sie irgendwann ebenfalls ins Bett gegangen war und wir eine kleine Ewigkeit schweigend nebeneinander lagen, fing sie plötzlich an zu weinen. Das machte es mir nicht gerade leicht, ihr zu erklären, dass wir am nächsten Morgen früh aufbrechen müssten, damit wir (Stromer, Son und ich) um 10 Uhr den Zug von Phitsanulok nach Bangkok erreichen könnten. Logischerweise hatte das viele Tränen zur Folge...

Ich hatte keine Lust mehr auf diese Posse. Ich brauchte Zeit für mich - musste mir über meine Gefühle klar werden. Da kam eine achtstündige Fahrt mit dem Bummelzug grade recht. Ich blieb dabei... unumstößlich

So lagen wir also engumschlungen in einem Motel in Tak und Ploy weinte sich in den Schlaf...
 
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