Nixus_Minimax
super gwapo
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- #116
04.12.10
Ich stand gegen Mittag auf und vertrödelte die Zeit im Hotel. Am Abend wollten wir Kathi zum Essen ausführen und ich reservierte einen Tisch im Tawandang in der Rama 3. Die Dame am Telefon wies ausdrücklich darauf hin, dass wegen des morgigen Königs-Geburtstags Alkohol-Ausschank-Verbot herrsche und ob ich unter diesen Umständen wirklich reservieren wolle. Ja, klar...
Ich ging an die Rezeption und pflegte meine Kontakte zum Personal. So ein bisschen Small-Talk ist hilfreich, wenn man wieder mal einen besonders guten Preis haben möchte oder wenn unverhofft ein paar Kumpels zu einem ebenfalls guten Preis unterzubringen sind
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Pla lernte ich vor drei Jahren im Maxim Inn in der Soi 7/1 kennen: auf dem Flug von AUH nach BKK hatte ich zwei junge Araber neben mir, mit denen ich einen oder zwei Rotwein zu viel getrunken hatte. Mit dem Resultat, dass ich am ATM am Flughafen meine Visa-Karte mitzunehmen vergaß. Pla telefonierte den gesamten Suvarnabhumi ab, ob die Karte irgendwo aufgetaucht sei. Der geneigte Leser kann es sich schon denken: ohne Resultat...
Das war übrigens ein sehr teurer Urlaub, da ich mein ganzes Urlaubsgeld mit der maestro/cirrus Karte abheben musste.
Anschließend holte ich Wäsche aus der Laundry ab und wollte mich auf ein Bier in eine Bar in der Soi 4 setzen. ich hatte das Ausschank-Verbot schon wieder verdrängt und war verdutzt, mein Bier in einem Kaffebecher aus Porzellan serviert zu bekommen.
Abends ging es also ins Tawandang und meine Tischreservierung hätte sich eigentlich erübrigt: der Saal, der normalerweise knapp 2.000 Gästen Platz bietet, war mit etwa 250 Personen sehr spärlich besetzt. Daran mag man erkennen, dass Alkohol und Sanuk (Spaß) in Thailand offenbar zusammengehören wie Tom & Jerry...
Die Show war trotzdem sehr sehenswert: wegen des bevorstehenden Königsgeburtstags feierte man seine Majestät und Thailand mit zahlreichen Fahnentänzen und Liedern. Es war schon ergreifend, dass viele der Gäste bei vielen Liedern mitsangen und stellenweise sogar auf- und starmmstanden.
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Ich versuchte mir vorzustellen, wie es wohl wäre, wenn am 16. Juli in Deutschland Fahnen geschwenkt und Lieder zu Angelas Ehren gesungen würden.
Ja, ich weiß: der Vergleich hinkt!
Kurz vor Mitternacht traten wir den Rückweg an. Wir setzten Kathy an ihrem Hotel ab und ob der fehlenden Möglichkeiten zogen es Stromer und seine LT vor, ebnefalls heim zu gehen.
So fand ich mich um kurz vor eins auf einer ungewohnt anmutenden Sukhumvit Road wieder: die meisten Streetbars hatten geschlossen. Folglich waren wenig potentielle Kunden für das mobile Dienstleistungsgewerbe unterwegs - die Auswahl an Freelancerinnen war grottenschlecht. Meine Idee, einen Club aufzusuchen verwarf ich, da mir andere Farangs berichteten, dass sie vor verschlossenen Türen gestanden hätten. Ein blöder Abend...
Ich beschloss spontan, am nächsten Tag nach Pattaya zu ziehen.
Ich rief Yo an und traf sie kurz darauf an der Ecke zur Soi 11; eine Minute später und sie hätte im Taxi gesessen. "No have customer - I go home". Wir gingen ins Hotel, ich ließ mir an der Rezeption ein Fläschchen Sang Som geben und wir feierten eine kleine Party. Wir unterhielten uns über Yo's Job und es war echt interessant:
Kurz nach ihrer Entbindung und dem "Tod" des Kindsvaters starb ihr Vater. Mit einem Säugling und einer an Diabetes erkrankten Mutter waren die Zukunftsaussichten selbst in Yala, im tiefen Süden des Landes, nicht gerade rosig. Sie brach nach Bangkok auf und fand einen Job bei Seagate in der Festplatten-Poduktion. Ihr monatliches Einkommen von knapp 5.000 THB wurde nahezu komplett von den Lebenshaltungskosten aufgefressen. Eine Kollegin nahm sie irgendwann mal in den Biergarten mit und sie fand Gefallen an diesen lukrativen Gelegenheitsjobs.
Um die Kosten für Miete gering zu halten und um selbst Zeit mit dem Kind verbringen zu können, überredete sie ihre Mutter, mit dem Baby nach Bangkok zu ziehen. Sie kündigte bei Seagate und trat offiziell eine Stelle als Nachtschicht in einer Hotelbar an - um seit nunmehr dreieinhalb Jahren allabendlich auf der Suk als Freelancerin zu arbeiten. Damit der Schein gewahrt wird, hat sie immer ein paar "züchtige" Klamotten dabei, die sie auf dem Weg zur und von der Arbeit trägt... manchmal trägt sie sogar die Hotel-Uniform
Sie erzählte von einem Kunden, der sie während des Einstellungsgesprächs fragte, ob sie denn "alles" machen würde. Sie bejahte und auf dem Hotelzimmer sollte sie sich einen Strap-on anlegen, um es dem Kunden ordentlich zu besorgen.
...
Am schlimmsten seien die Inder, die meist in kleinen Gruppen auftauchen und bis aufs Blut verhandeln. Sie war an einem "schlechten Abend" mit einem Inder für 700 THB für ST mitgegangen. Als der kurze Zeit später fertig war, ging die Tür auf und sie musste noch zwei seiner Kumpels bedienen. All inclusive... für den vereinbarten Preis.
...
Sie arbeitet mit einer Kollegin zusammen: wenn ein Kunde zwei Ladies wünscht, greifen sie aufeinander zurück und teilen sich die 1.500 Baht. Das klappt auch ganz gut. In letzter Zeit spanne ihr die Kollegin jedoch immer mehr Kunden aus. Möglicherweise wird sie langsam zu alt... naja, sie ist ja auch schon 24
Schon komisch, da hockte ich mit einer Bordsteinschwalbe auf dem Bett und hörte Dinge, die ich normalerweise zu verdrängen versuche und fühlte mich auch noch wohl dabei. Keine Ahnung woran es lag, dass ich mich auf so viel "Nähe" einließ...
Als sich Yo gegen Morgengrauen und nach zünftigem Sex ihre offiziellen Arbeitsklamotten anzog, um den Heimweg anzutereten, fragte sie mich schüchtern, ob sie heute um doppelte Gage bitten dürfte - die Geschäfte gingen derzeit sehr schlecht. Zeitgleich mit meinen entgleisenden Gesichtszügen fügte sie hinzu "Next time, you have free fuck". Ich musste über die Formulierung schmunzeln und willigte ein.
Sie hatte scheinbar nicht wirklich damit gerechnet, denn sie bedankte sich mit einem extrem tiefen Wai, gab mir einen Kuss und verschwand.
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Ich lag auf dem Bett und wunderte mich über mich selbst...
Gestern Abend hatte ich mich geweigert einer Freelancerin 2.500 THB zu zahlen und deswegen ein Fässchen aufgemacht. Heute zückte ich widerstandslos den gleichen Betrag und hatte bislang lediglich einen sehr tiefen Wai dafür bekommen. Welche Sicherheit hatte ich, dass ich Yo überhaupt wiedersehen würde? Ihr Versprechen - das Versprechen einer Straßenhure? Warum hatte ich mich mit diesem Darlehen quasi an sie gebunden? "Next time, you have free fuck" ...
Ich schlief schmunzelnd ein...

