Teil 19
Die Illusion
Ich fand eine kurzfristige Lösung.
Bisher konnte sie mit ihren 10.000 Baht machen was sie wollte. Sie sollte nun 15.000 Baht bekommen, dafür müsste sie in Zukunft aber ihre Nahrungsmittel selbst bezahlen.
Das war die Illusion, aber sie war eine für uns beide. Sie hatte zwar 5000 Baht mehr auf der Hand, diese würden aber nicht ausreichen für die Marktbesuche und Essensorgien. Das wusste ich und ich begann ein Spiel was ich im Nachhinein gesehen nie gewinnen konnte.
Ich war dumm und naiv, hatte meine eigene Prämisse verraten. Es war gleichzeitig eine hilfreiche Lektion für die Zeit bis heute.
Sie strahlte, ein dickes Lächeln des Triumphs und ich lächelte in mich hinein und dachte ich wäre der Sieger.
Die Neuigkeiten kamen beim nächsten Essen sofort auf den Tisch. Sie hatte ihren Farang Ehemann unter Kontrolle, die anderen müssten sie jetzt etwas mehr respektieren und höher schätzen, so ihre Logik.
Ich würde die nächste Zeit wieder mehr Zeit auf dem Meer verbringen, war es doch jetzt um einiges einfacher morgens nach Jomtien zum Strand zu fahren und sich ein Bild von Meer und Wetter zu machen.
Es war aber auch die Zeit in der die ersten nachhaltigen Veränderungen eintreten sollten. So kündigt der Engländer an, mit dem ich mir das Boot teilte, das er vorerst zurück nach England ziehen würde. Er würde Etwas Geld für die anstehenden Monatsmieten für die Unterbringung des Bootes hier lassen und mir dann monatlich das Geld über seine Freundin zukommen lassen.
Er sollte nicht der Letzte sein der zurück in sein Heimatland ziehen würde. Wie andere, hatte auch er seine Ersparnisse aufgebraucht uns seine Alkoholsucht würde sich hier nicht weiterhin durch seine Pension auffangen lassen.
Er und auch viele andere die ich bis zum damaligen Zeitpunkt getroffen hatte oder in den nächsten Jahren noch treffen sollte, waren eine immerwährende Warnung für mich.
Pattaya ist wie ein Fleischwolf, Frischfleisch kommt täglich hinein und am anderen Ende haben wir das Resultat. Die Urlaub und Sex Industrie bewegen dabei die Kurbel. Das gilt sowohl für die Thais als auch für die Ausländer. Pattaya kann unerbittlich sein.
In Pattaya am Alkohol zugrunde gehen wollte ich nicht. Rückblickend kann ich sagen, das es mich bisher nie auf diese Bahn gezogen hat. Alkohol wurde schon damals nur zu besonderen Anlässen für zu Hause gekauft und das halte ich bis heute so. Einzig 1-2 Flaschen Wein, die ab und zu zum Essen serviert werden, sind auf meiner Einkaufsliste zu finden.
Gab es auch positives in den ersten Wochen nach dem Umzug? Ja gab es!
Ich bekam in diesen Tagen endlich das ADSL Signal auf mein Modem. Hurra ich war wieder Online. Früher hatte ich einige Zeit mit Computer Online Spielen verbracht. Ich wusste ja das der hohe Ping zu den Servern in Europa für die meisten Spiele das Todesurteil waren und so konnte das nicht zu einem Faktor werden der Zeit verschlang.
Dafür konnte ich aber endlich wieder bequem von zu Hause meine E-Mails lesen und schreiben,Nachrichten online mitverfolgen , chatten , surfen etc. Hauptsächlich wurde das Abends-Nachts gemacht, Tagsüber hatte ich ja einen gewissen Ablauf und der wurde auch erst einmal beibehalten.
So brach die Zeit an, in der sich die Kurve nach unten begann zu neigen und es sollte eine langgezogene Kurve sein.
Fortsetzung folgt