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Fantasie Die Läuterung des Jack Trash

        #196  
M

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Member hat gesagt:
Es geht weiter, wenn wohl auch nicht so ganz sexlastig wie bei meiner Emanzen-Story.
Na, bis jetzt hat es doch ganz ordentlich Sex Szenen in der Geschichte.
Und die nächste bahnt sich doch auch schon wieder an.
 
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        #197  
M

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Dann warte ich mal auf den nächsten Teil
 
 
        #198  
M

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Nachdem Chantal ihre Haare geföhnt und sich angezogen hatte, verließen sie das Hotel. An einer ATM versorgte sich Jack erst einmal mit einem Batzen Geld, hob das Maximum ab und füllte seine Taschen so mit 30.000 Baht. Chalitah beäugte ihn etwas argwöhnisch.

„Soviel Geld benötigst du vorerst nicht, etwas weniger hätte es auch getan!“

„Wieso? Denkst du, dass es gefährlich ist?“

„Nein, eher weniger. Ich habe mir nur angewöhnt, nur soviel Geld mit mir rumzuschleppen, wie ich brauche.“

„Okay, ich werde das annehmen. Wo werden wir zu Abend essen? Ich kenne mich nicht aus und bin voll und ganz auf dich angewiesen!“

„Wir werden ein kleines Restaurant aufsuchen, das eine gute Auswahl an Steaks hat, preiswert und in einer annehmbaren Qualität. Dort haben wir dann auch Zeit, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Die Umgebung dort hat auch eine kleine Vergangenheit, von der ich dir dann erzählen werde. Wir hätten zwar die Möglichkeit, mit der U-Bahn dorthin zu kommen, aber ich möchte dir zeigen, wie das hier mit den Taxen läuft.“

„Okay, du bist hier diejenige, die sich auskennt, ich verlasse mich auf deine Kenntnisse und Erfahrung.“

Die Dämmerung hatte eingesetzt und die Temperaturen waren nicht mehr ganz so extrem wie noch am Tag. Trotzdem empfand Jack diese stehende Schwüle als unangenehm. Er war sich nicht sicher, ob er sich je daran gewöhnen würde. Chalitah nahm an der Kreuzung Asoke/Sukhumvit den Treppenaufgang zum Skywalk.

„Wir müssen nach drüben auf die andere Straßenseite. Dort ist es einfacher, ein Taximeter zu stoppen!“

„Warum überqueren wir nicht einfach die Kreuzung an der Ampel?“

„Könnten wir tun, mein Lieber, wenn du unbedingt Lust auf einen Krankenhausaufenthalt hast, wäre das eine sichere Möglichkeit, es umzusetzen. Due solltest generell in Thailand immer von der Möglichkeit Gebrauch machen, Straßen so zu überqueren, dass ein direktes Kreuzen des Verkehrs vermieden wird. Fußgänger sind hier so etwas, lass es mich überzogen ausdrücken, wie Freiwild. Thais sind im Umgang mit dem Straßenverkehr vertrauter als Farang und gerade die Sukhumvit hat schon so manches Todesopfer unter den Touristen gefordert, weil sie glauben, heimische Verkehrsregeln hätten hier genauso Gültigkeit. Kleine Korrektur, sie haben zwar Gültigkeit, aber was nutzen Sie einem Fußgänger, wenn ein Autofahrer sie entweder nicht kennt oder gar missachtet?“

Jack beobachtete nach dieser Ansage für einige Sekunden den Verkehr an der Kreuzung. Für Fußgänger schien es in der Tat ein Spießrutenlaufen zu sein, die andere Straßenseite zu erreichen. So folgte er Chalitah ohne weiter zu murren. An der gegenüberliegenden Straße, der Rachadapisek, stoppte Chalitah ein Taxi und wenig später waren sie unterwegs zu dem Ziel, das Chalitah dem Fahrer genannt hatte. Jack hatte den subjektiven Eindruck, dass der Verkehr nachgelassen hatte, aber womöglich lag es auch daran, dass sie auf einer vierspurigen Straße recht zügig unterwegs waren. Etwas langsamer ging es weiter, als sie auf die nächste Kreuzung zuführen und es einen kleinen Rückstau gab. Der Fahrer folgte den Anweisungen Chalitahs, die ihn wohl anwies, an der Kreuzung links abzubiegen. Die lange Grünphase gestattete es ihnen, die Kreuzung hinter sich zu lassen. Chalitah gab dem Fahre weitere Anweisungen und der Fahrer lenkte sein Taxi in eine Seitenstraße und dann nach wenigen 100 Metern noch einmal nach rechts. Chalitah drücke dem Fahrer etwas Geld in die Hand und bedanke sich.

Sie standen direkt vor einem kleine Restaurant namens Trajai. Jack hatte eine vollständig andere Vorstellung von einem Steak-Restaurant, von der er sich allerdings schnell wieder verabschiedete. Er hatte es sich ja vorgenommen, so gut wie es ging unbefangen zu sein. Offensichtlich war Chalitah in diesem Restaurant bekannt, denn sie wurde sofort herzlich von dem Besitzer, jedenfalls nahm Jack an, dass er es war, begrüßt. Jack ergriff ebenfalls die im dargebotene Hand. Der Besitzer geleitete sie in einen kleinen, aber klimatisierten Raum.

„So Jack, Carola hat mir erzählt, dass du einem Rotwein nicht abgeneigt bist. Ich hoffe, du bist mit meiner Wahl zufrieden.“

Jack hatte in Ermangelung seiner thailändischen Sprachkenntnisse gar nicht mitbekommen, dass Chalitah schon eine Bestellung aufgegeben hatte.

„So, lass uns etwas bestellen und dann werde ich dir ein wenig über dieses Viertel erzählen. Ach, wenn du dir hier ein Steak bestellst, dann wirst du es so bekommen, wie du es wünschst, medium oder rare, je nach Vorliebe.“

Der Wein wurde serviert und beide gaben ihre Bestellung auf.

„Ich mag dieses Viertel in Bangkok, es hat, besser gesagt hatte, einen recht zweifelhaften Ruf. Es gehört zum Stadtbezirk Tung Mahamek, die Deutsche Botschaft und auch das Goethe-Institut sind nicht weit von hier. Dieses Viertel diente auch als Kulisse für den Film Good Morning Vietnam, die Soi Sri Bumphen runter das ist die kleine Straße hier, führt direkt zum Malaysia Hotel, dass in dem Film als das Hauptquartier der Amerikaner diente. Der zweifelhafte Ruf dieser Ecke hier, beruhte allerdings auf einen regen Heroinhandel. Hier wurden Drogen vertickt und die Polizei hat hier mit beständiger Regelmäßigkeit Farang hops genommen, die nicht geblickt hatten, dass ihre Dealer eigentlich Zivilbeamte waren. Aber mittlerweile hat sich die Szene wohl woanders hin verzogen, wobei ich allerdings nicht ausschließen will, dass hier immer noch gedealt wird. Die Gegend war einfach nur billig, viele der hier anliegenden Guest Houses waren stinkende und heruntergekommene Absteigen, in denen die Süchtigen für 100 Baht die Nacht ihren Schuss setzen konnten. Mit der zeit hat sich hier in der Ecke allerdings auch die Gay-Szene etabliert, viele Schwule sind hier ansässig und ziehen natürlich Ihresgleichen aus anderen Ländern an. Mein persönlicher Eindruck ist, dass von dieser Szene ein gewisses, verruchtes Flair ausging, das man heute aber vergeblich sucht, es ist ganz einfach verschwunden.“

Jack hatte Chalitah aufmerksam gelauscht. Mittlerweile war auch das Essen aufgetischt. Sie genossen es in Ruhe und Jack war überrascht über die gute Qualität des Fleisches. Damit hatte er nun nicht gerechnet.
 
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        #199  
M

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So, es geht weiter. Gerade in Thailand angekommen, habe ich Zeit gefunden, den nächsten Absatz zu schreiben. Sorry für den Break.
 
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        #200  
M

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„Sag mal, du weißt ja schon einiges über mich, zumindest das, was du von Carola erfahren hast. Von dir weiß ich noch gar nichts!“

Chalitah lächelte, wusste sie doch, was jetzt folgen würde, gab sich aber recht unbefangen.

„So, der Jack ist neugierig! Ich sehe es mal positiv und deute es als Interesse an meiner Person. Also, was möchtest du wissen?“

„Ich verdiene min Geld als Immobilienmakler in Germany. Ich frage mich die ganze Zeit schon, was du machst? Womit verdienst du dein Geld!“

Chalitahs Mundwinkel zuckten verdächtig.

„Nun, ich verdiene mein Geld hauptsächlich mit dummen Farang!“

Chalitah machte eine Pause und ihr schien es offensichtlich Spaß zu bereiten, Jacks ratloses Gesicht zu sehen.

„Wie soll ich das verstehen? Dass ihr Thais Ausländer als Farang bezeichnet, ist mir ja bekannt, aber wie du da jetzt dein Geld verdienst, erschließt sich mir nicht? Gehst du etwa einer ähnliche Tätigkeit nach wie Carola?“

Jetzt war es an Chalitah, zu lachen.

„Nein Jack, da würdest du ganz falsch liegen. Allerdings berührt meine Tätigkeit diesen Bereich. Ich habe eine kleine Detektei, mit der ich ziemlich gut ausgelastet bin. Dank meiner Erfahrung aus Deutschland, meinen Sprachkenntnissen und meines umfangreichen Wissens bezüglich des Milieus habe ich ein Potential vorzuweisen, das seinesgleichen sucht. Viele Farang verlieben sich in ein Mädchen aus dem Gewerbe, setzen häufig auf eine gemeinsame Zukunft, Ehe nicht ausgeschlossen, zumeist sogar angestrebt. Das Problem vieler Farang ist, dass sie nach 2, 3 oder 4 Wochen zurück nach Deutschland müssen und sie sich ungewiss sind, was ihre Allerliebste so treibt, wenn sie getrennt sind.“

„Du spionierst ihnen also nach?“

„So könnte man es bezeichnen.“

„Also wenn so ein Mädchen von dir überwacht wird und sie lässt sich trotzdem noch auf andere Männer ein, sprich, sie geht weiter anschaffen, dann war es das für sie!“

„Nicht ganz, Jack. Mein Herz schlägt für Thailand und ich weiß nun einmal, wie die Mädchen hier denken, wie sie fühlen und wie sie empfinden, vor allem aber, wie sie ihre Prioritäten setzen. Außerdem habe ich viele Jahre in Deutschland verbracht, auch Männer kennengelernt und ich weiß, wie die häufig drauf sind. Leider gibt es immer noch zu viele, lass es mich mal deutlich ausdrücken, Arschlöcher. Von daher betreibe ich mein Geschäft etwas anders, als du es vielleicht erwartest.“

„Du hast mich neugierig gemacht. Wie genau betreibst du dein Geschäft. Lass mich raten, du tanzt auf zwei Hochzeiten?“

„So könnte man es grob betrachtet sehen. Ich habe eine sehr gute Menschenkenntnis. Ich sehe mir meine Klienten genau an. Zudem habe ich noch ein paar gute Kontakte nach Deutschland, die ich nicht selten nutze, um an Informationen zu kommen. Genauso fühle ich allerdings hier den Mädchen auf den Zahn. Zuerst im Verborgenen, sie bekommen davon nichts mit.“

„Wenn ich das richtig verstanden habe, wirst du hauptsächlich von Farang beauftragt, arbeitest aber nicht uneingeschränkt für sie, sondern, wenn ich das richtig verstanden habe, auch gegen sie, wenn es die Umstände nach deiner Einschätzung erfordern! Das dürfte aber definitiv nicht im Sinne deiner Auftraggeber sein. Du schaffst da doch häufig einen Interessenkonflikt, das dürfte dir klar sein!“

„Ich hatte eingangs gesagt, dass ich mein Geld hauptsächlich mit dummen Farang verdiene! Das meine ich auch so. Die meisten haben keine Ahnung, was hier läuft, kennen weder die Hintergründe, noch haben sie eine Ahnung davon, was die Mädchen hier bewegt. Siehe es einmal so, ich bin nichts weiter als ein Katalysator, der die unterschiedlichen Denkweisen und daraus resultierenden, schädlichen Einflüsse neutralisiert. In Zahlen schlägt sich das so nieder, dass zwischen 80 und 90% meiner Arbeit einen positiven Abschluss zur Folge hat. Die Misserfolge haben es sich nicht anders verdient, sowohl seitens der Mädchen, als auch seitens der Farang.“

Jack ließ die Ausführungen sacken. Insgeheim musste er anerkennen, dass das Konzept außergewöhnlich ist, aber wohl aus Sicht von Chalitah gut zu rechtfertigendes Vorgehen.
 
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        #201  
M

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Ich freu mich drauf. Danke für die Kreativität .
 
 
        #202  
M

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Sehr schön , das du weiterschreibst!
I like it
 
 
        #203  
M

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Klar, es geht weiter.

Aber bitte gönnt mir meinen Urlaub. Bin jetzt in Hua Hin und morgen für 2 Nächte in Bangkok, weil ich da ein Meeting habe, also etwas Business außerhalb des Urlaubs.
 
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        #204  
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Gönnen wir dir, wird halt die Vorfreude intensiver :)
 
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        #205  
M

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Was eine kurzweilige Freude mit diesem Text😊
Genieß deine Zeit in meiner zweiten Heimat.
Ich freu mich auf deine Fortsetzung
Herzliche Grüße
Lucky
 
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        #206  
M

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„Was meinst du eigentlich genau mit diesen von dir erwähnten positiven Abschlüssen? Eigentlich und so wie ich das verstanden habe, bist du zu deinen Kunden ja nicht ehrlich.“

„In gewisser Weise hast du da Recht, allerdings verstehe ich es, die Ergebnisse meiner Arbeit so zu verpacken, dass ich meinen Kunden eher etwas verschweige anstatt sie anzulügen. Es ist zwar manchmal schwer, aber da ist mein Anliegen doch eher darauf ausgerichtet, zwei Menschen, die sich eigentlich verstehen, zu vereinen, anstatt dazu beizutragen, sie auseinanderzubringen. Ich gönne es sowohl den Mädchen als auch deren Zukünftigen. Und bis jetzt habe ich durchweg ein positives Feedback bekommen. Die meisten Beziehungen haben Bestand und überdauern. Also sehe ich es so, dass ich meine Arbeit erfolgreich führe.“

„Hast du viele Mitarbeiter und Angestellte?“

„Den zu beobachtenden Mädchen auf den Zahn zu fühlen, bedarf nur eines geringen Aufwandes. Da verlasse ich mich ganz auf meine Intuition und rekrutiere sozusagen jemanden ad hoc. Ich angle mir einen Farang von dem ich glaube, dass er der geeignete ist, ein Mädchen rumzukriegen. Etwas Charme und Sexappeal meinerseits, vielleicht auch ein kurzes Tête-à-Tête, Das und wenn er mir gefällt auch ein erotisches Intermezzo. Das kostet mich in der Regel keinen Baht und ich habe auch noch meinen Spaß dabei. Meine Klienten treffe ich zumeist privat in Bangkok oder Pattaya in einer neutralen Umgebung in einer Hotellobby. Liegen die Fälle etwas komplizierter, habe ich da ein paar Freunde aus Deutschland und der Schweiz, die hier leben und die mir gerne weiterhelfen. Ich habe auch ein paar gute Connections zur hiesigen Polizei, sowohl in Bangkok als auch in Pattaya. Die brauche ich zwar extrem selten, es ist aber nie verkehrt, genau solche Verbindungen zu haben. Ich habe es also geschafft, mein Geschäft so aufzubauen und zu führen, dass meine Kosten minimal sind und ich einen maximalem Gewinn erwirtschafte.“

„Das hört sich doch gut an. Mir stellt sich allerdings die Frage, wie du deine Kunden akquirierst? Wie kommen die dazu, sich an dich zu wenden?“

„Es gibt zahlreiche Foren, die sich das Thema Asien auf die Fahne geschrieben haben. Ich habe dort Banner geschaltet, über die ich meine Dienste anbiete. Von dort bekomme ich den größten Zulauf. Ich habe eine gute Reputation in den Foren, man schätzt meine Diskretion und es gibt eine Reihe Member, denen ich weitergeholfen habe, also schlichte Mundpropaganda. Zudem gibt es hier viele Zeitschriften, die von Farang gelesen werden, schlichte Boulevard-Blättchen, in denen ich Anzeigen schalte und die mir die Zusage gegeben haben, ab und an mal eine True Story zu veröffentlichen. Das alles ist die Basis meiner Akquise um neue Kunden zu gewinnen.“

„Ich muss anerkennen, dass du dein Geschäft verdammt gut organisiert hast, minimaler Aufwand bei maximalem Profit. Ich hätte es nicht besser machen können!“

„Kommt da jetzt etwa der hochnäsige Kotzbrocken bei dir durch?“

Jack hatte nicht mit einer solchen Reaktion gerechnet, fühlte sich ertappt und konnte es nicht verhindern, dass sich auf seinen Wangen eine leichte Röte abzeichnete. Erst als Chalitah auflachte, realisierte, dass er ihr aufgesessen war.

„Nichts für ungut, Jack.“

Chalitah legte ihre Hand auf seinen Arm. Ein Kribbeln durchfuhr ihn und erst jetzt wurde ihm bewusst, dass es die erste vertrauliche Berührung zwischen ihnen war. Chalitah war seine Reaktion offensichtlich auch aufgefallen. Sofort zog sie ihre Hand zurück.

„Sorry Jack.“

Jack schaute sie im ersten Moment verdutzt an, zog aber dann den richtigen Schluss.

„Kein Problem, ich habe mich selbst über meine Reaktion gewundert. Alles in Ordnung.“

Chalitah quittierte Jacks Antwort mit einem Lächeln.

„Das Essen hier hat mir gut gemundet. Ich bin zwar eine bessere Qualität gewohnt, aber in Deutschland zahle ich dafür ein Vielfaches von dem, was hier wohl fällig wird. Ich habe mir allerdings noch nicht die Mühe gemacht, den Kurs umzurechnen.“

„Jack, ein kleiner Tipp aus berufenem Mund: Vergiss die Umrechnerei, ein jeglicher Versuch hiesige Preise mit denen in Deutschland vergleichen zu wollen, ist ohne Kenntnis der Relationen in Bezug auf Einkommen und Lebenshaltungskosten absolut sinnlos und führt letztendlich zu einer Fehleinschätzung. Das Ergebnis wird sein, dass der Ausspruch kommt: Boh, ist ja viel billiger als bei uns. Die Folge ist, dass das Gefühl und die Sensibilität für das hiesige Preisniveau verlorengeht und bezahlt wird, was verlangt wird, dies unbeachtet der Mentalität hier, dass eine Preisverhandlung mit zum Geschäft gehört. Das hat sich aber leider schon auf den Märkten etabliert und die Preise sind durch die Gesamtheit solcher Ereignisse stark angezogen und die Profitgier steht über allem. Es ist zwar nicht der Einzelne Schuld an dieser Entwicklung, aber über die Jahre ist es das Ergebnis einer solchen Denkweise. Vergleiche lohnen sich also entweder nur ortsbezogen, ob du das gleiche Produkt woanders eventuell wesentlich billiger bekommen könntest, oder aber dann, wenn du Waren mit nach Deutschland nehmen willst und eine Vergleichsbasis unter der Berücksichtigung der Rückerstattung der VAT hast.“

Jack hatte Chalitah genau zugehört. Er konnte in ihrer Argumentation keine Unlogik erkennen und musste sich eingestehen, genau diese Denkmuster übernommen zu haben.

„Was ist VAT? Den Begriff kenne ich nicht.“

„VAT bedeutet Value Added Tax, also das, was du in Deutschland unter Mehrwertsteuer kennst. Du hast die Möglichkeit, die VAT von Produkten die du mit nach Deutschland nehmen willst, bei der Ausreise erstattet zu bekommen. In Thailand liegt diese Mehrwertsteuer bei 7% für die meisten Waren.“

„Ich muss anerkennen, dass du dich in vielen Dingen scheinbar sehr gut auskennst!“

„Nicht nur scheinbar, Jack, nicht nur scheinbar. Ich denke, du wirst mich in den nächsten Tagen besser kennenlernen und mich dann ebenfalls besser einschätzen. Aber gut, lass uns den Abend in diesem Restaurant beenden und die Location wechseln. Ich will dir ein wenig von Bangkoks Nachtleben zeigen!“
 
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        #207  
M

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Jack übernahm die Rechnung und zusammen verließen sie das kleine Steakhaus. Sie wechselten die Straßenseite und Chalitah stoppte mit einem Wink ein Taxi. Eine kurze Anweisung von ihr, ein zustimmendes Nicken des Fahrers und die Fahrt war perfekt. Jack hatte den subjektiven Eindruck, dass es in Bangkok mehr Taxen zu geben schien, als private Autos. Wie gewohnt wollte Jack vorne neben dem Fahrer Platz nehmen, aber Chalitah zog ihn sanft aber bestimmt in den Fond.

„Es ist zwar kein Problem, vorne zu sitzen, aber es ist eine Gewohnheit von mir, mich sowohl mit meinen Kunden als auch mit Bekannten hinten zu sitzen. Messe dem keine Bedeutung bei!“

„Gut, wohin fahren wir?“

„Wir machen einen kurzen Abstecher zur Patpong. Die ist nicht weit von hier. Es war wohl Bangkoks erste und wohl berühmteste Rote Meile. Sie ist nach dem Thai-Chinesen benannt, dem früher dieses Viertel gehörte. Hier gab es in der Anfangszeit lediglich Bars, heute ist die Patpong zu einer Touristenfalle verkommen, auf dem Nachtmarkt werden Kopien von Markenartikeln zu überteuerten Preisen verramscht, Schlepper versuchen unbedarfte und unvorsichtige Touristen in Abzock-Bars zu locken, wo schon der Wortwechsel mit der Kellnerin in Rechnung gestellt wird, zwar etwas überzogen dargestellt, aber letztendlich trifft es den Nagel auf den Kopf. Allerdings betreiben die meisten Inhaber ihre Bars recht ordentlich. Das führende Unternehmen dort ist die Kings Group mit zahlreichen normalen Agogos aber auch mit Show Bars. Ich werde dir später etwas mehr darüber erzählen!“

Die Fahrt mit dem Taxi hatte nicht lange gedauert. Jack hatte nicht darauf geachtet, welchen Weg sie gefahren sind und nur Chalitahs Ausführungen gelauscht. Chalitah drücke dem Fahrer 100 Baht in die Hand und verzichtete auf das Wechselgeld.

„So, Jack, eigentlich handelt es sich hier um 2 Straßen, die Patpong 1 mit dem Nachtmarkt und die Patpong 2, an der wir jetzt stehen. Beide Straßen laufen in etwa parallel und verbinden die Surawong und die Silom Road. Hier geht es etwas ruhiger zu, die Bars hier sind etwas anders als die Agogos in der Patpong 1. Hier verkehren viele Expats, die sich hier zum Dart oder zum Pool treffen. Es gibt hier regelmäßig Competitions und hier ein Mädchen kennenzulernen ist prinzipiell auch einfach, aber doch um einiges anspruchsvoller als in den Agogos.“

Chalitah deutet nach links und Jack folgte mit seinem Blick ihre ausgestreckten Arm. Er sah auf eine kleine und unscheinbare Fassade und einer ebenso unscheinbaren Tür, auf der ein ihm ebenso nichtssagender Schriftzug prangte: Star of Light. Er blickte Chalitah fragend an.

„Auf der Patpong dreht sich fast alles um Sex, einmal abgesehen vom Nachtmarkt. Diese kleine Bar dort gibt es schon ewig und 3 tage hier. Früher hieß sie Star of Love, wann und warum sie ihren Namen geändert haben oder ändern mussten, ist mir nicht bekannt. Es war einen der ersten Blowjob-Bars in Bangkok. Mann konnte sich an den Tresen setzen, der allerdings durch ein Glory Hole genug Platz für eine Auserwählte bot, die sich dann unten seines besten Stücks annahm, während er oben gemütlich sein Bier schlürfte und mit seinem Kumpel plauderte.“

Jack versuchte sich das Erzählte bildlich vorzustellen, aber die Situation kam ihm irgendwie unwirklich vor.

„Du willst mir einen Bären aufbinden? Woher weißt du das alles?“

„Ich gehe meinem Beruf gewissenhaft nach, es gehört ganz einfach dazu, dass ich mich in der Szene auskenne, aus der die Mädchen meiner Kunden größtenteils stammen. Und nein, ich binde dir keinen Bären auf. Lass uns weitergehen, ich zeige dir jetzt den Nachtmarkt.“

Chalitah wandte sich nach rechts und Jack folgte ihr.

„Das Restaurant zu deiner Rechten gehört ebenfalls zur Kings Group und die Bar auf der Ecke nennt sich passend Kings Corner. Wir werden hier gleich einen Drink zu uns nehmen. Aber erst kommt der Markt dran!“

Sie bogen nach links in die Patpong 1 ein und Jack sah sich auf einmal mitten im sprudelnden Leben eines Nachtbazars. Der Unterschied zur Patpong 2 war einfach krass. Händler reihte sich an Händler und es wurde schier alles angeboten, was im Bereich Luxusgütern Rang und Namen hatte, Dolce & Gabana, Hilfiger, Rolex, Tag Heuer, und, und, und. Jack benötigte einige Zeit, das alles zu verarbeiten. Er resümierte, dass da ja eine komplette Industrie hinterstecken musste, vermeinte aber sich zu erinnern, mal einen Artikel über das Vorgehen örtlicher Behörden gegen Produktpiraterie gelesen zu haben.

„Sag mal, das ist doch hier alles illegal, solche Kopien zu verkaufen. Machen die Behörden da nichts?“

Chalitah muss über diese Bemerkung laut lachen, was ihr einen verständnislosen Blick von Jack einbrachte.

„Natürlich machen die Behörden etwas gegen diese Produktpiraterie. Einmal im Jahr, vielleicht auch zweimal, gibt es eine groß angelegte Razzia und etliche Shops werden ausgenommen, die Artikel beschlagnahmt und dann öffentlich unter einem erheblichen Medienrummel mit einer Dampfwalze platt gemacht. Das ganze wird dann auch noch über Presse und Medien verbreitet und gegenüber dem Ausland werden dann Statements abgegeben, dass Thailand richtig aktiv etwas dagegen unternimmt. Ich persönlich habe den Eindruck, dass das alles unter Vorankündigung läuft und es sich bei den beschlagnahmten Produkten sowieso um Ausschuss handelt, der nicht mehr verkauft werden kann. Es ist nichts anderes als pure Augenwischerei zu dem Zweck, Thailand gut dastehen zu lassen.“

Jack blieb nichts anderes übrig, als anzunehmen, was Chalitah im erklärt hatte. Sie hatten mittlerweile die Silom erreicht und befanden sich schon auf dem entgegengesetzten Weg zurück zur Surawong, als Chalitah von einem Thai angesprochen wurde. Chalitahs Reaktion fiel unerwartet heftig und der Thai senkte beschämt den Kopf und schlich wie ein geprügelter Hund davon.

„Was ist passiert?“

Das war einer dieser Schlepper. Er hat gedacht, dass ich eine Prostituierte wäre und du mein Freier. Er wollte, dass ich dich mit in seine Bar schleppe und hat mir dafür 500 Baht geboten. Soviel zum Schleppertum hier. Ich habe ein paar geeignete Worte an Gewissen gerichtet, denen er sich nicht entziehen konnte.“

Jack verzichtete darauf, Chalitah nach dem genauen Wortlaut zu fragen, war aber in diesem Moment froh, jemanden wie sie an seiner Seite zu haben. Er konnte sich nicht ausmalen, was ihm alleine hier widerfahren würde.
 
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        #208  
M

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@KingPing : súper geschrieben, man kann es sich bildlich vorstellen wie das so ablaufen könnte
 
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        #210  
M

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@KingPing : freu mich jeden Tag auf die Fortsetzung.
Schönen Urlaub noch ,
 
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