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Fantasie Die Läuterung des Jack Trash

        #391  
M

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Bin erst heute auf den Beitrag gestoßen und habe ihn in einem Rutsch gelesen.
Dabei habe ich tatsächlich alles andere um mich herum aus den Augen verloren

Ein großes Kompliment, dagegen verblassen meine Berichte zu einem armseligen Geschreibsel.

Chapeau aus vollem Herzen.
 
 
        #392  
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super story !! schade dass es so langsam weitergeht. Kompliment an den Schreiber
:guterbeitrag:
 
 
        #393  
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Member hat gesagt:
super story !! schade dass es so langsam weitergeht. Kompliment an den Schreiber

Danke sehr für das Kompliment. Aber ich habe aktuelle Sachen zu erledigen, denen ich leider eine höhere Priorität zuordnen muss.
 
 
        #394  
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Jack fühlte sich durch die Hitze ziemlich geschlaucht und ausgelaugt und langsam verfluchte er, sich auf diesen Ausflug eingelassen zu haben. Nach etwa einer Stunde Fußmarsch erblickten sie ein weiteres Dorf, nachdem sie eine kleine Hügelkuppe überquert hatten.

„Jack, dieses Dorf unterscheidet sich extrem von dem Dorf, das wir zuvor besucht haben. Dieses Dorf wird auch von kommerziellen Touristenschleppern angefahren und denen wird empfohlen, Süßigkeiten für die Kinder mitzubringen. Es hat sich leider hier so etabliert, dass die Kids mittlerweile sehnsüchtig auf die Touristen warten, um an die Süßigkeiten zu kommen und sich dann noch zusammen mit ihren traditionell gekleideten Müttern für ein paar Baht für Fotos anzubiedern. Siehst du dort am Rand des Dorfes das kleine Gebäude?“

Chalitah deutete mit ausgestrecktem Arm in eine Richtung und Jack sah das kleine Gebäude.

„Ja, was hat es damit auf sich?“

„Das ist die Dorfschule. Es gibt dort eine Lehrerin, die den Kindern zumindest einmal das Grundwesen der thailändischen Sprache, rechnen und lesen beibringt. Die Schulteilnahme hier ist nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Aber leider ziehen es viele der Kinder vor, auf die Busse mit den Touristen zu warten, um von deren Gaben und Geschenken zu profitieren. Dass sie mit ihrem Verhalten ihrer eigenen, bescheidenen Zukunft im Wege stehen, begreifen sie nicht, mal ganz davon abgesehen, welchen gesundheitlichen Schaden dieses touristische Verhalten verursacht. Am wenigsten Gedanken darüber machen sich die Touristen. Sie machen ihre Fotos und prahlen damit zuhause rum, dass sie bei einem wilden Hill Tribe im Norden Thailands gewesen sind. Dass sie mit ihrem Verhalten einen extrem negativen Einfluss auf die Entwicklung dieser Menschen nehmen, wird ihnen nicht bewusst.“

Jack benötigte nicht lange um zu erfassen, was Chalitah da aufgezeigt hatte. Er konnte dem nur beipflichten. Aufkommendes Geschrei und Gekreische war plötzlich recht schwach aus dem Dorf zu vernehmen. Jack lokalisierte, woher dieses Geschrei stammte und sah eine kleine Gruppe Kinder, die gestikulierend, winkend auf sie zu gerannt kamen. Nur wenig später waren sie von Kindern umringt, die sie mit lachenden Gesichtern und bittend aufgeschlagenen Augen anschauten, die Hände fordernd in ihre Richtung gestreckt. Jack war sich etwas unsicher, wie er sich verhalten sollte, schaute fragende zu Chalitah hinüber, die aber demonstrativ den fordern ausgestreckten Händen auswich und auch die Blicke der Kids nicht erwiderte. Jack übernahm Chalitahs Verhalten und tat es ihr gleich. Lediglich ihr Führer griff in seinen Beutel und verteilte ein paar Süßigkeiten an die Kids. Jack wurde sich nun vollends bewusst, welche Folgen und Auswirkungen der Tourismus auf solche isoliert lebenden Dorfgemeinschaften hatte. Einem inneren Impuls folgend wandte er sich an Chalitah.

„Ich habe keine Lust mehr, in das Dorf zu gehen. Ich habe jetzt verstanden, was du gesagt hast und ich möchte keinen Anteildaran haben!“

Chalitah sah Jack an und ihre Augen erstrahlten regelrecht.

„Jack, das ist ein großartiger Entschluss. Ich denke mal, du hast verstanden, worum es hier geht. Aber lass uns wenigstens einen kleinen Abstecher zur Schule unternehmen!“

Die Kinder hatten mittlerweile auch für sich realisiert, dass es bei diesem Farang wohl nichts zu holen gab. Der freundlich fordernde Ausdruck in ihren Gesichtern war der offensichtlichen Enttäuschung gewichen, die sich nun abzeichnete. Still und gemächlich machten sie sich auf den Weg zurück ins Dorf.

Der Weg zur Dorfschule war nur kurz. Durch die Holzwände drang nur die helle Stimme der Lehrerin. Die Türe zum Klassenzimmer war geöffnet und Jack betrat mit Chalitah den kleinen, spärlich ausgestatteten Raum, der nur mit Mühe und Not seinem Zweck als Klassenzimmer zuzuordnen war.

In dem kleinen Raum befanden sich gerade einmal ein Dutzend Kinder unterschiedlichen Alters, an der Wand hing eine kleine Tafel und vor dieser die junge Lehrerin, die die beeiden Ankömmlinge mit einem breiten Lachen empfing. Die Kids blieben erstaunlich ruhig und blickten neugierig zu Jack, der den Kids wegen seiner imposanten Größe wohl eine Menge Respekt und Achtung abnötigte.

Chalitah stellt der Lehrerin Jack vor.

„Jack, sie spricht nur ein rudimentäres Englisch. Wenn du Fragen hast, werde ich es ihr übersetzen!“

„Okay, warum nimmt sie es auf sich, hier zu arbeiten?“

Chalitah übersetzte der Lehrerin Jacks Frage und lauschte der Antwort.

„Sie sagte, dass es ihr ein Bedürfnis wäre, hier zu helfen. Es fänden sich ansonsten kaum ausgebildete Lehrer, die in diesem Umfeld arbeiten wollten. Sie hat allerding noch ein wenig mehr gesagt. Sie ist ein bisschen enttäuscht darüber, dass so wenige Kinder das Angebot annehmen, die Schule zu besuchen. Zwar sind die Aussichten derer, die sich hier in der Klasse ein Grundwissen aneignen auch nicht gerade gut, aber sie stehen wesentlich besser da, als die bettelnden Kinder aus dem ihrem Dorf.“

Jack nickte und blickte etwas betrübt drein. Was er bis dato über das Bildungssystem in Thailand erfahren hatte, reichte bei weitem nicht an das in Deutschland gängige System heran. Zwar gab es auch in Deutschland Defizite, aber Thailand schnitt in seinen Augen recht armselig ab und das, was er hier im Dorf gesehen und erlebt hatte, war wohl das unterste Ende des Bildungssystems. Aber möglicherweise hatte die Regierung auch hier keinerlei Interesse daran, etwas Förderliches zu leisten, wahrscheinlich auch aus dem Grund, weil es die Hill Tribes als nicht der thailändischen Bevölkerung zugehörigen Population ansah.

Sie verabschiedeten sich von der Lehrerin und Jack vermochte einen Funken Wehmut in den Augen der Lehrerin zu erkennen und vermutete, dass ihr Besuch ihr wieder einmal deutlich gemacht hatte, auf welch einsamen und verlorenem Posten sie hier kämpfte, möglicherweise auch die Erkenntnis der Aussichtslosigkeit ihres Tuns.


Jack hing immer noch seinen Gedanken nach, als sie das Dorf verließen. Sie benötigten noch etwas mehr als 90 Minuten, bis sie wieder in Fang eintrafen.
 
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        #395  
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Member hat gesagt:
Bin erst heute auf den Beitrag gestoßen und habe ihn in einem Rutsch gelesen.
Dabei habe ich tatsächlich alles andere um mich herum aus den Augen verloren

Ein großes Kompliment, dagegen verblassen meine Berichte zu einem armseligen Geschreibsel.

Chapeau aus vollem Herzen.

Auch dir lieben Dank für das Kompliment. Aber bitte, stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Jeder Bericht hier spiegelt den individuellen Stil des Schreibers wieder und jeder Schreiber verdient die Anerkennung dafür, dass er sich die Mühe gemacht hat, seiner Erlebnisse, Erfahrungen und Berichte hier zu teilen. Jeder der schreibt weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt, und das alleine ist schon eine Anerkennung wert.
 
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        #396  
M

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@KingPing: mach in Ruhe deine Sachen und wir warten in aller Ruhe auf Jack .

alles gute und bleib gesund
 
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