Member hat gesagt:
Da hast du völlig Recht. Ich handel hier absolut suboptimal. Und ja bislang ist noch nichts wirklich passiert.
Beim ersten Covid-19 Crash hat die Börse das Virus lange (einige Wochen) ignoriert, um dann plötzlich um so heftiger zu reagieren.
Ich habe damals etwa 50% meiner Investments in Aktien bei 12000 verkauft. Dabei habe ich versucht Risiko zu minimieren. Erfolgreich? Na ja 50:50 denn ich habe auch Nio verkauft, die dann explodiert sind, aber Adidas behalten, die nicht gut laufen.
Gestern habe ich die Nachrichten über die Mutation schon Stunden vor DAX Eröffnung gehabt (bin ja auf dem Philippinen). Nur tun konnte ich nichts, außer zusehen wie der Future immer weiter fällt. Ich konnte nicht einmal eine Order eingeben, weil die Preisfindung von Optionen erst mit Eröffnung des DAX funktioniert. Und Kauforder ohne Limit mache ich nicht, schon gar nicht bei Zertifikaten.
Als ich dann Handeln konnte, war der DAX bei 15380.... Da war der Drops gelutscht, zumindest für diesen Tag.
Im Nachhinein (ist man immer schlauer), hätte ich calls auf Moderna und Biontech kaufen sollen.... Aber den Anstieg hatte ich wegen der Meldung, daß die Impfstoffe möglicherweise nicht mehr wirken, nicht erwartet.
Ich denke viel hängt auch an dem praktisch langen Wochenende in den USA. Da war der Umsatz dünn und dann kommen bei solchen Ereignissen, wie der Meldung einer neuen potentiell gefährlichen Mutation, sehr große Kursbewegungen zustande. Auch ist ja noch gar nicht gesichert, daß die Impfstoffe nicht mehr wirken. Wenn plötzlich die Meldung kommt, daß die Impfstoffe auch effektiv gegen Omikron sind, dann geht es genauso schnell in die andere Richtung und meine Absicherung wird ausgeknockt oder wertlos.
Über das Wochenende sind die Futures auf den DAX nochmals 200 Punkte gefallen, aber auch hier extrem geringe Umsätze natürlich. Zeigt aber, daß die Verunsicherung sehr groß ist.
Was hast du denn gemacht?
ja suboptimal...
genau das meine ich, es werden (sicherheitshalber) Positionen glatt gestellt um "wenigsten" etwas zu sichern. Dann ist man raus, steht an der Seitenlinie und guckt den Aktien im anschließendem Aufschwung zu. Ohne dabei zu sein!
Optionen sind keine Zertifikate! Grundsätzlich mit Limit bin ich voll bei dir!
Natürlich hättest du was tun können :
Du hast den future beobachtet (sehr gut!), warum dann nicht Optionen auf diesen Future gehandelt? Denn da war der Markt zu dem Zeitpunkt offen!
Das mit dem Nachhinein ist richtig, aber wen interessierts.... Es ist dieses hätte ich... Ding! Man hat aber nicht! Also am besten gar nicht erst mit beschäftigen! ;)
Beiß dich nicht zu sehr an der Pandemie, den Nachrichten dazu und den Impfstoffen fest. Versuch das ganze von weiter weg zu sehen! Der Markt hat gehustet und in diesem Fall gab es sogar einen ersichtlichen Grund (muss es nicht immer geben!). Das ist aber völlig egal. Es ist ne Aktion und Reaktion, mehr nicht. Was da jetzt genau der Grund war ist eigentlich irrelevant. Man reagiert halt. Ob das jetzt ne neue Variante oder der umgefallene Sack Reis in China war interessiert mich zumindest nicht.
Terminkontrakte (futures) werden wie gesagt 23h am Tag gehandelt, und das kann man sich zu Nutze machen. Denn diese Instrumente sind dazu entworfen worden : Zum Absichern!
Denkt mal an Großbauern, Molkereien etc. alle die mit Rohstoffen zu tun haben und von Ihnen Abhängig sind. Da ist Absicherung über futures normales business, alles andere wäre Wahnsinn.
Wenn jemand Hektarweise Weizen in den Great Plains in den USA anpflanzt pokert der nicht ob er im Herbst die Ernte einfahren kann oder nicht, wegen Regen z.B. etc.! Man kennt die Menge die man üblicherweise erntet, man kennt den Preis den man "braucht", daraus Ergibt sich der Absicherungsumfang. Das Ganze wird direkt in futures Umgesetzt (Barausgleich) oder halt über Optionen auf den entsprechenden future, in diesem Fall Weizen. Hoffe das Prinzip ist klar.
Was habe ich gemacht ?
Kurz : gar nichts!
länger :
Wie der Bauer oben kenne auch ich meinen Absicherungsumfang (Depotwert bzw. Aktienbestand). Ich suche mir also geeignetes Instrument, in meinem Fall S&P500 future (ES),geht aber auch analog dazu mit MES (hängt von der Kontogröße ab, MES=micro future). Multipliziere den Punktwert des future Kontraktes mit dem aktuellen Punktestand und erhalte so die Kontraktgröße bzw. den Kontraktwert. (S&P500 4600 Punkte * 50$ Punktwert= 230.000$ Kontraktwert). Depotwert / Kontraktgröße = benötigte Anzahl an Kontrakten. Stop - limit -order mit dieser Anzahl in den Markt gelegt (short! und GTC =good till cancel) und das wars. Wo liegt das Limit? Mache ich anhand von Indikatoren auf Wochenbasis fest, und passe dieses Limit wöchentlich (montags) an.
Diese Order liegt permanent und immer im Markt! GTC bedeutet das die Order so lange gültig ist bis sie ausgeführt wird oder ich sie lösche! Anders gesagt, ich brauch mich um nichts kümmern ausser das Limit wöchentlich nachzuziehen.
Rutscht der Markt nach unten durch, bin ich also short im S&P future im Umfang meines Aktienbestandes. Ab diesem Zeitpunkt ist mein Kontostand eingefroren, egal wie tief der Markt fällt!
Schon wieder ziemlich lang geworden, sorry. Sollten da noch Fragen zu aufkommen kann ich näher drauf eingehen.
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