Das kann sein, muss aber nicht.
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Bei Arztbesuchen in Kenia sind Infusionen eine sehr häufige Therapie, auch bei eigentlich kleinen Beschwerden, wie z.B. einer Erkältung. Der Inhalt sind oft einige Vitamine, Mineralien und ein Antibiotikum. Der Preis liegt incl. Arzthonorar meist um die 10 Euro. Folgeinfusionen - manchmal werden z.B. 3 verordnet - sind dann billiger.
Für mich als Europäer war das mit den häufigen Infusionen nicht so leicht nachzuvollziehen. Allerdings ist die Erwartungshaltung der Patienten in Kenia die, dass ein Arzt nach der Diagnose etwas tun soll: Medikamente oder Infusionen. Das war öfter mal Diskussionsthema mit meinen Bekannten.
Bei vielen Bagatellerkrankungen würden wir in Deutschland nicht zum Arzt gehen oder wir tun des nur für die Krankschreibung. In Afrika sterben Menschen viel häufiger - auch in den Altersgruppen zwischen 20 und 40 Jahren. Oft unerwartet. Der Tod von Freunden und Verwandten sensibilisiert viele meiner Bekannten. Mit dem Arztbesuch wollen sie auf Nummer sicher gehen. Dafür habe ich Verständnis.
Krankheiten bzw. andere kleine und größere Probleme des Alltags sind natürlich beliebte Anlässe, Kontakte aus dem "reichen" Europa um Hilfe zu bitten. Sicher wird da öfter mal geschwindelt. Manches hat Methode. Viele Girls aus meiner Kontaktliste bekommen dann zu hören, dass ich keine Lösung für ihre Probleme in Afrika bin. Vor Ort bin ich eher großzügig, aber zurück in Europa endet meine Hilfe.
Bei einigen guten, vertrauenswürdigen Bekannten habe ich Ausnahmen gemacht. In zwei Fällen war das wirklich sinnvoll, denn sonst hätte es böse enden können. Fall eins war ein schwangeres Girl mit einer schweren Malaria. Ohne entsprechende Intervention hätte sie selbst es sicher überstanden, allerdings das Risko für das Kind groß, einen lebenslangen Schaden davonzutragen. Bei einem anderen Girl hat sich eine schlimme Haut-Infektion so entwickelt. Ein Krankenhausaufenthalt wurde erforderlich. Ansonsten wären bei dem jungen und sehr hübschen Mädel entstellende Narben zurückgeblieben.