Morgenröte über Angeles - die Entscheidung



Der Untergrund, ein Einschub


Kontraste, sagt man, erwecken das Bild zum Leben.

Anhang anzeigen DSCF7591.jpg Anhang anzeigen DSCF7592.jpg Anhang anzeigen DSCF7550.jpg Anhang anzeigen DSCF7590.jpg





3 Flugstunden entfernt.

Nachdem sie 3 Schlücke von ihrem Ladydrink-Bier, um das sie meinen Freund angegangen ist, intus hat, entschwindet die bezaubernde Langhaarige wieder auf die Straße vor ihrer Bar am Eingang der Walking-Street in Pattaya, um weitere Kunden zu akquirieren.

Ich gehe zu ihr und frage sie, ob sie uns angesichts des eben von meinem Freund ausgegebenen Getränkes nicht vielleicht noch etwas mit ihrer wertvollen Anwesenheit beschenken wolle. Dies quittiert sie mit einem verächtlichen Blick zur Seite und begibt sich an das jenseitige Ende der Bar. Fortan werden wir keines Blickes mehr gewürdigt.

In einem der Barkomplexe an der Walkingstreet, die Mädchen stehen immer schön durch den Bartresen abgeschottet vom Kunden, werden wir mit großem Trarar angelockt, das scheint eine lustige Stimmung zu verheißen.

Kaum haben wir unser Singha bestellt, tritt eine schlagartige Verwandlung ein: Alles erstarrt wie zur Verkündung des jüngsten Gerichtes. Wir sind zur nebensächlichsten Nebensache der Welt geworden, -bis sich das Bier dem Ende zuneigt. Sollen wir dableiben?

Wir werden in eine Gogo im Nana-Kompex in Bangkok (Nana Entertainment Plaza, kurz NEP, nomen es omen !) hineingezerrt. 6 Holde auf der Bühne, barbusig.

Eine nach der anderen tritt ab, zuletzt noch 4 wohlgeformte Brüste. Davor aber eine dickdummdreiste Waitress, der die Einfalt aus dem Gesicht springt und die in alle Richtungen gähnt, neben ihr eine weitere im trauten Zwiegespräch mit ihrem Mobiltelefon.

Ich gehe auf die beiden zu und frage sie, ob sie sich vielleicht aus meinem Blickfeld, d.h. aus dem Bereich zwischen meinem 160-Baht-Bier (4 Euro) und dem beiden Tänzerinnen bewegen könnten. Dies trägt mir unwillige und abwertende Blicke ein und unverschämte Kommentare, die mir meine Begleiterin hernach übersetzt.

Natürlich haben sich auch im Land des Lächelns einige Erlebnisse angeschlossen, die diesen Euphemismus rechtfertigen. Davon später noch.

Wer nach Thailand fährt, sollte die Wärmedecke nicht vergessen, es sei denn, ein dickes Fell schützt ihn.

Oder ein Herz, das noch bebt und gewärmt wird von Erinnerungen an die Philippinen.



Anhang anzeigen pencil.jpg
 


Unbewußt, höchste Lust ?


Lisa, gerade aufgewacht, fragt, wo Grace sei. Hat gar nicht mitbekommen, daß die schon um 13:00 los ist, um die Barfine für gestern und heute zu begleichen. Treffpunkt 18:00 Kokomos.

Ich lasse Lisa kurz mit ihrem Frühstück alleine, mein Hamburger muß mich vertreten und suche Rose, „say hello“. Angeblich freier Tag. Oder noch oder schon wieder ausgelöst.

Gestern, sie mit Customer, auf der Straße an ihr vorbeigelaufen, habse gar nicht bemerkt. Lisa schon. Für den freien Tag würde sprechen, daß Mamasan sie für mich anfunken möchte. Danke, ich habe selber ein Telefon. Wollte ja auch nur mal kurz den Aktienstand abrufen.

Einiges ist ja nun schon geklärt. Nein und noch mal nein, hab ich doch schon gesagt, I dont hate you wegen des Telefons, hast halt Geld dringender gebraucht, was solls. Schwamm drüber ! Daß sie meine Reaktion beschäftigt, reicht mir.

Und noch mal nein ! Hab ich nicht gesagt. Bei jenem verunglückten long-distance-Kurztelefonat nach der letzten Rückkehr. Nach x Versuchen endlich durchgedrungen. Wußtest wohl gar nicht, wer am anderen Ende Mühe hatte, das Telefon festzuhalten. Ich vergesse oder verwechsele zwar auch mitunter manches, aber „I love you“ kam nicht aus meinem Mund.

Haben Dir das schon viele gesagt ? Es würde mich nicht wundern, rassiges Weib. Ich habe es noch nicht einmal gedacht. Verknallt und verliebt sind zweierlei. Und auch davon war nie die Rede. Oder kannst Du Gedanken lesen ? Ich glaube nicht.

Lisa schon.

Grace lässt sich Zeit. Wir fahren schließlich an ihren Arbeitsplatz, sie an uns vorbei in Gegenrichtung ins Kokomos. Läuft zu Fuß zurück, ist völlig verschwitzt. Die beiden verschwinden in den CR (comfort room), Lisa bekommt ein frisches Kleid. Und los geht es aufs neue.

Ich weiß, daß der gestrige Tag schwer zu überbieten sein wird. Inzwischen kennen mich in jeder Bar eine oder zwei, ohne daß ich mich noch genauer an die Umstände erinnere. Wenigstens die Bettgenossinnen versuche ich zu behalten.

Eine meiner dunkelhäutigen Halbamerikanerinnen vom letzten Mal bekommt ihren Drink spendiert. Als eine kleine Gang Farbiger in dem Laden einläuft, verspüre ich bei ihr eine gewisse Erregung. Mit einem verbindet sie offenbar etwas. Ich lasse sie frei. Sie wird prompt gebarfined und dankt mir beim Rausgehen mit einem strahlenden Lächeln.

Alleine bleiben wir dennoch nicht. Im Angelwitch trifft Lisa eine, ich sage mal, Mittdreißigerin, mit der sie ein Jahr lang zusammengewohnt hat, für Lisa überraschend nun auch im Buisiness. Lesbe, so Lisa.

Und Du ? „50/50“ lächelt Lisa. Gut, 50 % von Dir ist auch nicht schlecht, zumal ich auch von der anderen Hälfte auch noch was habe. Ich überlege mir, das mit der Vollcorelesbe könnte eventuell interessant werden, -und so warens auch schon wieder vier.

Take five ! sagt mir ein Doorgirl. Ich hab zwei Hände, 2 Augen und…….
Blumen soll man ja auch in ungerader Zahl bevorzugen. Oder zählen die Stängel extra ?

Allerdings, ob die Anzahl der genossenen und noch ihrer Vertilgung harrenden Biere nun gerade oder ungerade ist, vermag ich nicht mehr zu beantworten. Die leicht gehobene Ausgangslage erlaubt mir zwar noch ohne Anstrengung, mit dieser Konstellation umzugehen. Zumal bei meinen „Selbstläufern“. Eine Vierte oder Fünfte würden auch noch passen, müssen aber im Augenblick nicht sein. Werde ich bequem ? Auf eine neue Dynamik oder deren Verhinderung möchte ich jetzt nicht zuviel Aufmerksamkeit verschwenden.

Und so stranden wir zu viert im Treasure Island. Eigentlich zu fünft, denn ein seltsames Wesen, Partnerin der 100%-tigen, ist auf einmal auch dort. Wurde wohl angerufen. Sieht aus wie ein Kerl, und zwar 100%-tig. Hält sich im Hintergrund, sieht irgendwie nicht glücklich aus, weckt mein Mitgefühl. 1-2 Bier bekommt auch sie. Daß er/sie anschließend nicht weiter mitzieht, verhindere ich allerdings.

Und die Nacht ?

Ich weiß, daß die Freundin von Lisa irgendwie auch da war und irgendwie hat sie auch mitgemacht. So sehr ich es versuche, mehr fällt mit dazu nicht mehr ein. Ich nenne sie die Unsichtbare.

Gibt man Unsichtbaren einen Tip ? Ich weiß nicht mehr, ob ich es getan habe. Alle diese routinierten Details, halbbewußt wie das Verschließen einer Tür. Ich hatte Sex mit jemandem oder glaube es, bin mir aber nicht mehr so sicher.

Schade. Jeden Atemzug möchte ich bewusst genießen. Den Augenblick hole ich nicht zurück.


Anhang anzeigen DSCF7599.jpg Anhang anzeigen DSCF7595.jpg Anhang anzeigen DSCF7596.jpg Anhang anzeigen DSCF7600.jpg
 


Die Gegenwart

Andere Dinge sind dagegen stets präsent. Lisa. Mit ihr zu sein und unserer kleinen „Gehilfin“.

Grace, die sich mehr und mehr traute. Die jetzt auch ungefragt Lisas Brüste liebkost. Die mich streichelt und fest anschaut, während ich in Lisa bin.

Zum „Vamp“ ist sie freilich nicht geworden. Wenn sie das auch auf einigen Bühnen versucht hat, ansatzweise darzustellen. Bis dahin ist noch ein langer Weg. Ich hoffe, daß sie ihn nicht gehen muß und das Mädchen bleibt, das sie ist. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für jemanden, der auf den Phils auf „Brautschau“ ist.

Grace beugt sich vor. Schaut aus dem Fenster, auf die Kirche. Welche meine Religion sei ?
Keine. Es scheint, meine Gebete würden bereits im Diesseits erhört. Sehr oft sogar.

Sie beugt sich vor. Meinen Zeigefinger kennt sie ja nun schon. Ich sage Lisa, sie solle ihr einen Finger in den Po stecken. Die lässt sich nicht zweimal bitten. Ich halte Grace fest und beobachte sie sehr genau. Riskantes Spiel. Solange sie lacht, ist alles gut. Wie im Kampfsport kann sie jeden Augenblick abbrechen.

Sie tut es nicht.

Anschließend wird der Spieß umgedreht. Lisa ist fällig. Grace hält fest. Ganz kurz, aber immerhin. Alles Spaß. Meinen Mittelfinger kennt sie ja schon.

Anhang anzeigen DSCF7573.jpg
 


Lisas Traum


Ich spiele ihr das Lied vom Abschied vor. Was versteht sie davon ?

Lisas Freundin ist gegangen. Grace schläft. Geht am Morgen, lässt uns beide zusammen.

Bereits im Flugzeug, bekomme ich eine lange SMS von Grace. Die ist ehrlich. Auch ich vermisse sie jetzt. Etwas sicher, ihre Liebenswürdigkeit und daß sie mit dem, was sie bekam, zufrieden war. Keine Eifersucht. Oder diese verheimlicht.

Lisa und mich betrachtet sie als Paar. Bedankt sich für den Spaß, den sie mit mir und Lisa gemeinsam hatte. Und bedauert sehr, daß ich ein „girlfriend“ habe.

Ein ? Wenn Du wüsstest, Grace !

„Es ist nicht leicht, ein normales Leben zu führen“, sagt Lisa. Dies in Bezug auf die Vergnügungen der letzten Tage. Zwei Monate bereits draußen. Lebt jetzt bei ihrer Schwester und deren Kleinkind.

Auch für sie alles andere als leicht, einen Partner/Boyfriend/Husband/Überseeretter zu finden. Same old story. Einen passenden Kerl, der available ist.

By the way, lacht sie, are you ?

Ich lache zurück: “temporarily available”.


Mein „Versuch über Lisa“, scheint mir, traf ins Schwarze. Sie erzählt mir einen Traum.

Aufgewacht in einem Beet von Blumen, mildes warmes Licht. Kein Wollen, keine Anstrengung mehr. Vorbei.

Das müsse schön sein. Gestorben.

Ein letztes gemeinsames Frühstück. Mit ihr kann ich immer lachen. Und wenn auch nur über die schreckliche Musik im Frühstücksbereich, die aufreizende Lethargie der Kellner im Lewis-Grand oder den Anblick dreier Ringkämpferinnen auf der Mattscheibe bei der Siegerehrung, maskulin und unglücklich, bis auf die mit Gold gekürte. Die auch die Hübscheste.

Sie steigt hinab ins Trike, ich hinauf in die Limousine, die die mich nach Manila bringt. Ein letztes Winken von ihr, von unten hinauf.

Dort vorne fährt sie, noch sehe ich sie.

Lisa, ich wünschte, unsere Wege hätten sich nicht beinahe nur gekreuzt. Mir scheint, ich bin mehr available für Dich geworden. Vielleicht.

Und Rose ?

Ich habe sie verletzt.

Verletzen können. Das ist doch schon etwas. Auch wenn ich es gerne vermieden hätte.

Doch ich bleibe ihr special friend. Darauf ließe sich bauen.



Anhang anzeigen DSCF7535.jpg Anhang anzeigen DSCF7580.jpg Anhang anzeigen DSCF7516.jpg Anhang anzeigen DSCF7513.jpg
 
Menü
Zurück
Oben Unten