In Namibia gibt es derzeit akute Engpässe bei der Versorgung mit Flugkraftstoff (Kerosin/Jet A-1) am wichtigsten internationalen Flughafen des Landes sowie punktuelle Treibstoffknappheiten an Tankstellen in abgelegenen Tourismusregionen.
Aktueller Kerosinmangel am Flughafen Windhuk
Die Ursache:
Eine über den Hafen Walvis Bay angelieferte Treibstofflieferung des Anbieters Vivo Energy (Vitol) hat die strengen Qualitätsprüfungen nicht bestanden. Die verunreinigte Ladung wurde unter Quarantäne gestellt. Dadurch fehlt am Hosea Kutako International Airport in Windhuk schlagartig Kerosin.Auswirkungen auf den Flugverkehr: Flüge der Lufthansa-Tochter Discover Airlines nach Frankfurt und München starten zwar planmäßig, müssen aber einen außerplanmäßigen Tankstopp in Luanda (Angola) einlegen. Auch die Schweizer Fluggesellschaft Edelweiss ist potenziell betroffen.
Einschränkungen bei Luftfracht:
Die Frachtbeförderung aus Namibia (Lufthansa Cargo) wurde aufgrund des zusätzlichen Gewichts durch den mitzuführenden Treibstoff vorübergehend stark eingeschränkt.
Dauer:
Der Engpass wird von der Flughafenbetreibergesellschaft Namibia Airports Company (NAC) als lokal und vorübergehend eingestuft, ein genaues Lieferdatum für fehlerfreien Ersatz ist jedoch noch offen.
Situation für Autofahrer und Touristen (Benzin & Diesel):
An den regulären Tankstellen im Land besteht kein flächendeckender Benzin- oder Dieselmangel. Die weltweiten Marktunsicherheiten und der veränderte Lieferantenmix führten im Laufe des Jahres zwar zu spürbaren Preisschwankungen, die Versorgung ist laut dem Energieministerium jedoch gesichert.Allerdings gibt es lokale Engpässe bei staatlichen Lodges: Das Auswärtige Amt warnt explizit vor zeitweise fehlenden Kraftstoffen an einzelnen Tankstellen der Namibia Wildlife Resorts (NWR).Betroffen sind vor allem wichtige Tourismus-Knotenpunkte wie das Halali Resort, das Okaukuejo Resort (beide im Etosha-Nationalpark) sowie der Sesriem-Campingplatz (Sossusvlei).
Empfehlung: Selbstfahrer sollten Routen vorausschauend planen und jede Gelegenheit in größeren Städten nutzen, um den Tank vollzuhalten.