Venezuela Venezuela – Bienvenidos a la realidad!

Moby

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Caracas – “Bienvenidos a la realidad”.
Wer diesen Satz gesagt hat, wann und warum ich ihn wahrscheinlich nie mehr vergessen werde, darauf komme ich hier später im Bericht zurück!

Leider gibt es keinen eigenen Länderbereich, deshalb hier unter Lateinamerika Allgemein.
Bin nun schon ein paar Wochen zurück und bevor sich die Erinnerungslücken noch ausweiten hau ich jetzt mal in die Tasten.

Kurzes Vorwort:

Ich lese hier und in vergleichbaren Foren zwar gelegentlich mal mit, zu einem umfangreichen Bericht hat´s aber bisher noch nicht gereicht. Asche auf mein Haupt. Dafür habe ich aber zumindest noch nie doofen Fragen gestellt. Ich gebe aber gerne Etwas zurück und fange ja hier damit an.

Seid bitte gnädig, da es mein erster Bericht ist und sollte ich etwas posten, dass nicht korrekt ist bitte einfach löschen oder mir Bescheid geben.

Es soll in erster Linie ein informativer Bericht mit vielen Fotos werden, denn diese sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Da es bis zu den „schönen“ Bildern sicher noch etwas dauert hier vielleicht ein kleiner Teaser, damit ich auch weiß wie man Bilder hochlädt bzw. sie an passender Stelle einfügt:

Anhang anzeigen 20230506_120445.jpg
 
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Zum besseren Verständnis ein paar Infos vorab zu mir:

Bin Endvierziger und auch sonst in vielen Belangen „normaler Durchschnitt“. Liebe das Reisen und die Frauen und habe deshalb in unserem Sinne schon alle Kontinente erkundet. Mit Ausnahme von Australien habe ich also schon jede Menge „Länderpunkte“ sammeln können.

Während früher Osteuropa und Asien zu meinen bevorzugten Spielplätzen zählten sind das mittlerweile Süd- und Mittelamerika und zunehmend Afrika.

Erwähnenswert ist sicher, dass ich vor ein paar Jahren angefangen habe Spanisch zu lernen. War so zwischen 2018 und 2019. Das habe ich auch ernsthaft durchgezogen, so richtig mit Kursen und Schulbankdrücken, weil ich wusste die Sprache hilft einem in vielen Ländern weiter, gerade denen mit den heißesten Latinas. Kann ich jedem nur empfehlen und habe noch keinen Tag bereut. Nebenbei mag ich auf die dortige Kultur und Musik (speziell Regaeton).

Corona hatte das zwar ausgebremst, aber mein aktuelles Niveau ist Mitte B1. Also grob zwischen 30 und 40% und zahlt sich mittlerweile so richtig aus😉



Warum Venezuela:

Das stand bei mir schon immer auf der To-Do Liste und ich habe es seit rund 10 Jahren immer wieder wegen der „Situation“ vor Ort (Unruhen, Versorgungslage, Sicherheit, rucksackweise Geldbündel mitschleppen, etc.) hintenangestellt und bin in nahezu alle benachbarten Länder ausgewichen. Ich fand dieses Land schon immer faszinierend, sei es die vielfältige Landschaft mit den schönsten Stränden, la gente und natürlich den chicas. Die haben nicht umsonst über viele Jahre die meisten Schönheitswettbewerbe gewonnen.

Ich habe über die Jahre schon so viele Venezolanas genagelt… Endlich an die Quelle!
 
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Bin mega gespannt. Die Mädels sind ja über den kompletten Kontinent verteilt und ich hab da auch nur gute Erinnerungen. Aber eine Versorgungslage wie in Kuba gepaart mit der Sicherheitslage einer brasilianischen Favela....Respekt, das würd ich mich nicht trauen. Schön, dass es Leute wie dich gibt, die dann auch noch berichten. ;)
wart´s ab. Du wirst überrascht sein.

Nebenbei: Cuba kenne ich natürlich auch (meine "Hassliebe"), aber für mich und andere "geeignete" Reisende ist Venezuela aktuell die bessere Variante.

Aber gebt mir Zeit, hier alles aufzuschreiben...
 
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Vorbereitung:

Es ist schwer sich vorab ein klares und aktuelles Bild über dieses Land zu machen.

Von unserem Hobby rede ich hier noch nicht mal.

Youtube ist eine der besten Möglichkeiten um auf dem Laufenden zu sein.

(PS: wer keinen bezahlten Account und die Werbung satt hat dem kann ich fürs entspannte schauen am FireTV die App SmartTube empfehlen).

Die Tuber, deren Beiträge mir weitergeholfen haben möchte ich hier kurz zeitlich absteigend aufführen:

  • Lifestyle Student
  • sehr aktuell und noch dabei; sein Akzent und sein Spleen fürs Fahrradfahren gerade dort sein ihm verziehen; In seiner zweiten Folge mit dem Model gibt es zwei interessante Augenblicke, die mich schmunzeln lassen: einmal, als sie gar nicht verstehen kann warum keine Touristen kommen und einmal im Souvenirshop, als sie über eine kleine benachbarte Inselgruppe seufzt😊
  • Kurt Caz
  • Alex Tienda
  • Hier interessant in der Folge „Venezuela Ep.4“, als ihm ab der 35. Minute 20 $ beim Geldwechseln abgenommen werden. In seinem nächsten Beitrag blendet er dann ein, dass der Staat da keinen Spaß versteht (so bei Min. 41), wenn ein Einheimischer den Tourismus gefährdet. Ziemlich heftig.
  • Dos locos de viaje
  • Viajando con Vero
  • Oscar Alejandro
Und einige Andere. Ich habe noch für keine Reise einen solchen Aufwand in der Vorbereitung betrieben! Andererseits hatte ich genügend Zeit vorab und wusste irgendwann werde ich...
Die Vorbereitung für dieses Land ist aber extrem wichtig und ich versuche das hier bestmöglich aufzuzeigen.
 
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An- und Einreise:

Obwohls mit den Türken zwar günstiger und komfortabler gewesen wäre bin ich über Madrid geflogen. Da waren die Flugzeiten einfach besser. Ankunft war diesmal an einem Sonntagabend und damit suboptimal aber ging diesmal nicht anders.

Bei Check-in wird kurz das Impfzertifikat angeschaut und vor Ort reicht dann der Reisepass. War Alles ganz gechillt und problemlos. Der Flughafen in Caracas ist innen auch recht modern und gut organisiert. Immigration hat nur ein paar Minuten gedauert. Man merkt, dass die über jeden Touristen froh sind und es gibt keine Schikanen etc.

Einziger Abzug in der B-Note war dann die Kofferausgabe. Da mussten wir alle 30 bis 40 Minuten warten, bis die ersten Koffer kamen. Aber das wars dann auch schon. Beim Ausgang die dann nochmal kurz durch einen Scanner laufen lassen, aber auch hier alles gechillt und keine Schikane.

Dann raus und zum Tax... "Transport". Zu allen Möglichkeiten wenn man erstmal im Land ist komme ich später.

Ich wusste, 40$ sind die Norm. Beim Vordersten kurz (auf Spanisch) angefragt und 70 oder 80 $ genannt bekommen. Freundlich aber natürlich bestimmt und ohne weiters Gekobere abgelehnt. Mit dem nächsten Fahrer, der das natürlich mitbekommen hatte bin ich dann nach meinem 30$ Vorschlag (über Yummy, die Uber-Alternative möglich, aber dazu später mehr) bei 40$ einig geworden. Es war auch der Typ Fahrer, den ich mir in dieser Situation gewünscht hatte. Im gesetzten Alter mit Erfahrung und bei dem ich nicht die Angst hatte, dass er irgendwas Krummes vorhaben könnte. Insbesondere mit Komplizen, denn bei Einreisenden in dieses Land ist Cash King!

Auf der Fahrt in dei Stadt erfuhr ich dann z.B. noch, dass seine Rente in der Tat nur umgerechnet 5$ im Monat sind. Bei einer Fahrt vom Flughafen macht er 40$. Da habe ich dann auch zum ersten Mal aus erster Hand erfahren, wie das mit dem Sprit hier (Gasolina subsidiada oder dem "normalen") läuft. Aber auch dafür gibt´s später noch ein Kapitel:)
 
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Nun wieder was Konkretes. Sogar zum Wichtigsten, noch vor der vermeintlichen Sicherheitslage.



Geld/Zahlungsmöglichkeiten:

Die offizielle Währung heißt mittlerweile nur noch Bolivares (ohne fuerte, sobrano oder wie sie sonst früher noch ergänzend hieß) und hat bei der letzten Reform wieder ein paar Nullen verloren. Aktuell steht dieser Bolivar bei rund 27 zu 1 Dollar. Seitdem der Dollar aber ungefähr 2019 „freigegeben“ wurde wird eigentlich Alles in Dollar bepreist und gehandelt. In den Supermärkten steht dann immer REF und der Dollarbetrag. Steht wahrscheinlich für referencia. Oft dann noch zusätzlich der Bolivaresbetrag.


Anhang anzeigen IMG_1290.jpg

Da auf dem Tisch liegen nicht mal 2 Euro. Die rechten sind die neuen und aktuellen Scheine. Die beiden links sind die einzigen, die noch gültig sind von der "alten" Wahrung. Die werden nicht neu gedruckt, weil es sich nicht rentiert. Sind ja nur ein paar Cent wert.


Die Einheimischen zahlen überwiegend digital. Also entweder über eine lokale Karte oder App. Selbst Kleinstbeträge im Tante Emma Laden an der Ecke.

Bolivares in Papierform sind eigentlich nur Wechselgeld. Damit werden Beträge bis 2 oder 3 Dollar herausgegeben. Darüber hinaus gibt es bei Barzahlungen auch entweder Dollar oder es ist halt nicht möglich.



Cash-Dollar sind für uns Extranjeros die einfachste und zuverlässigste Möglichkeit.

Ich will jetzt hier nicht mit Scheinen prahlen, aber so sieht die ideale Reisevorbereitung aus:

Anhang anzeigen IMG_E6853.jpg


Sollte einer von euch das LAnd bereisen wollen nehmt bündelweise kleine Scheine mit. Und zahlt auch immer möglichst passend. D.h. mit so wenigen Scheinen wie möglich denn ihr werdet das Wechselgeld noch brauchen.


(PS: von den größeren Scheinen habe ich zur Sicherheit Fotos von den Seriennummern gemacht und diese so „online gestellt“, dass ich im Verlust- oder Diebstahlsfall jederzeit nur mit einem Webaccount darauf zugreifen könnte)



Das es ein Risiko ist größere Summen cash mitzunehmen ist selbstredend, aber es ist die einfachste und zuverlässigste Möglichkeit.



Die Alternativen:

  • Pago Movil
  • ist eine der gängigsten lokalen Apps. Setzt allerdings eine linea (auf dich registrierte Mobilfunknummer) und Auflademöglichkeit voraus. Entweder lokales Konto (wer hat das schon) oder Transfer von einem Venezolaner voraus (wer hat hier schon das Vertrauen für größere Beträge).

  • Zelle
  • Amerikanische Zahlungsplattform, die ein amerikanisches Konto voraussetzt. Trotz dieser Hürde dort sehr verbreitet. Gibt jede Menge Händler und sonstige Venezolaner, die das anscheinend bewerkstelligen konnten. Kriegt man als Europäer mit genügend Willen sicher auch hin und ist sicher eine gute Möglichkeit bei wiederholten oder längeren Aufenthalten.

  • Coco Pago
  • Vorher davon gehört und runtergeladen, scheint aber nicht verbreitet zu sein. Deshalb nie genutzt.

  • Western Union
  • War meine Notfallreserve. Vorab Konto und App eingerichtet. Lässt sich über KK oder auch PayPal aufladen bzw. Geld dahin transferieren.
  • Damit lässt sich dann vor Ort in deren Stores anscheinend auch Cash abholen. Auf einmal zwar angeblich nicht mehr als ein paar hundert Dollar, aber wenn man nackt da steht besser als Nichts!


  • Kreditkarten
  • Hat man klar dabei, sind aber nicht zuverlässig!
  • Habe (auch aus Interesse) in zwei Hotels versucht damit die Zimmerrechnung zu bezahlen. Ist interessant, wenn man am Tresen steht, der Rezeptionist die Karte durchzieht und zeitgleich schon die Pushnachricht des Anbieters am Handy kommt.
  • Wise lehnte ab, weil sie mit diesem Land „keine Transaktionen durchführen..“
  • Von Revolut kam was von „Sicherheitsbeschränkung/verdächtiger…“, obwohl ich in der App vorab sogar den Standortzugriff hierfür erlaubt hatte…
  • Ne normale Karte von einer „normalen“ Bank (Mastercard) hat auch nicht gefunzt.

  • Also nicht darauf verlassen!

  • Die Abrechnungen von Yummy (Fahrdienstleister wie Uber) ging jedoch über die Wise und war sehr hilfreich. Die rechneten aber auch immer in Dollar ab. Vielleicht lag´s im Gegensatz zu den Hotels auch daran.
  • Ein anderer Deutscher, den ich viel später traf konnte das eine oder andere Hotel allerdings doch mit seiner Karte bezahlen. Glücksspiel.
 
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Ich klicke mich hier mal ein und Bedanke mich schonmal für ein Land meiner Träume.
Gefühlt aller Südamerika Fans ist Venezuela auf der must-see Liste
Wow sag ich da nur und frag schonmal. Ist es nicht Vorteilhafter Dollar zu tauschen und alles in Bolivares zu Bezahlen.
Oder gibt es zb Restaurants die nur USD akzeptieren?
Hallo Banderas,

nein, das bringt keine Vorteile und du wirst wahrscheinlich auch gar nicht ein paar hundert Dollar in die aktuelle Währung tauschen können. ALLE aktzeptieren und WOLLEN Dollar. Sogar die öffentlichen Einrichtungen wie Seilbahnbetrieb, Metro (hier ist das Problem, dass die keine Karten haben und ich deshalb kostenlos fahren durfte:-)) usw.

Der Dollar ist jetzt das Maß aller Dinge. Es gibt auch keinen Schwarzmarkt mit besseren Konditionenn wie in Cuba oder Argentinien (krieg ich gleich wieder Hunger wenn ich davon schreibe:-))

Musst du dir eher wie in Panama oder besser noch Cambodscha vorstellen. Alles ein paar Dollar aufwärts wird in dieser Währung gerechnet und bezahlt. Die Bolivares sind nur noch für Kleinbeträge, Staatsbedienstete, Pensionen, etc. Der Kurs und die Inflation sind durch diesen Fakt aber mittlerweile recht stabil.
 
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