Thailand Verliebt! Verlobt! Verthairatet!

       #21  
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Aber durch deine Erzählung weiß ich in Zukunft Bescheid. Nur ob ich mich noch einmal verlieben will oder kann ist eine andere Sache.
Liebe ereignet sich. Du wirst dagegen machtlos sein. Der Umgang damit steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ich behaupte mal, dass so ziemlich jeder Erwachsene schon mal unter LKS gelitten hat, mal mehr und mal weniger ausgeprägt und ich schließe mich nicht aus. Allerdings wärst du damit hier im Forum gut aufgehoben, weil du hier Hilfe und Support bekommst. FK @Lamber, der hier mit einem adäquaten Problem aufgetreten ist, wird dem beipflichten.
 
 
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       #22  
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Liebe ereignet sich. Du wirst dagegen machtlos sein. Der Umgang damit steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ich behaupte mal, dass so ziemlich jeder Erwachsene schon mal unter LKS gelitten hat, mal mehr und mal weniger ausgeprägt und ich schließe mich nicht aus. Allerdings wärst du damit hier im Forum gut aufgehoben, weil du hier Hilfe und Support bekommst. FK @Lamber, der hier mit einem adäquaten Problem aufgetreten ist, wird dem beipflichten.
Ja, vermutlich könnte ich mich nicht dagegen wehren. Und das ich heute nichts mehr ändern kann was Kesanee betrifft ist mir leider bewusst, auch wenn sie 5 Tage vor dem endgültigen Aus noch sagte "I love you old man and I miss the cat hahaha" . Wenn ich es könnte ich würde alles versuchen. Zurück zu mir wird sie bestimmt nie wieder wollen. Dafür ist bereits zuviel Zeit vergangen und zuviel im Vorfeld falsch gelaufen. Nur wenn das mit dem Baby stimmen sollte und es von mir ist dann tut es weh. Nur die Wahrheit wie gesagt werde ich wohl nie erfahren.
 
 
 
 
       #23  
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@Andy511
Schade für Dich, wie es gelaufen ist. Aber ich denke, Du solltest versuchen, dringend einen Schlussstrich zu ziehen. Egal, ob LKS oder was auch immer, wenn ich Deine Zeilen lese, denke ich mir, es macht Dich krank. So eine neverending Gedankenspirale mit ....was wäre wenn....etc. bringt nichts und macht depressiv. Versuche die Vergangenheit ruhen zu lassen und schaue nach vorne.
Wenn Du es beruflich hinbekommst, gönne Dir eine Auszeit in SOA oder wo auch immer und genieße das Leben, ohne gleich zu versuchen, einen gleichwertigen Ersatz finden zu müssen.

Ich drück Dir die Daumen,

Gruß Joker
 
 
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       #24  
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Danke Joker. Ich hatte eigentlich schon mit der Sache abgeschlossen, dachte ich zumindest bis letzten Sonntag wo ich mein Versprechen einlösen wollte und erfuhr was in den letzten 18 Monaten passiert ist. Es war wie ein Schlag mit dem 5kg Hammer und alle Gefühle waren bei mir wieder da, obwohl ich ja nicht einmal persönlich mit ihr gesprochen hatte. Hätte ich nicht gedacht das es nochmal passiert. Und klar werde ich nach vorn sehen, denn eine Möglichkeit das sie zurückkommt sehe ich nicht. Und falls doch stellt sich die Frage würde es besser laufen?
Ihr jetziger ist zwar 71 Jahre alt, aber sehr erfolgreich in seiner Stadt. Vorsitzender im Sportclub, Partei und Kulturausschuss der Stadt und ganz nebenher noch eine gutgehende Arztpraxis. Was will sie mehr. Ob sie ihn liebt oder er sie weiß ich nicht. Zumindest sind sie noch nicht verheiratet und laut ihm will er das auch nicht da er selbst noch verheiratet ist,aber getrennt lebt. Er meint eine Scheidung wäre zu teuer für ihn. Tja, er hat finanziell sehr viel zu verlieren.

Finanziell geht es mir mittlerweile gut da ich im Dez.17 meine selbstgeminten Bitcoins an den Mann gebracht hatte und nachher auch unsere Projekte gut abschließen konnte. Hatte die BC fast vergessen auf meiner alten Festplatte. Ok waren nur knapp 80 Stück, aber war ok als Grundstock.

Und ja Urlaub ist geplant aber wann weiß ich noch nicht.
 
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       #25  
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Dafür ist bereits zuviel Zeit vergangen und zuviel im Vorfeld falsch gelaufen.
Ich kenne diese Situation mehr als zu genüge. In meiner Geschichte Devote Gespielin habe ich Bilder meiner Ex, von der die Trennung ziemlich schwer war. Das hat recht lange gedauert. Aber ich habe da rigoros einen Schlussstrich gezogen und bin ihr keinen "Millimeter" nachgestiefelt und nicht einmal Kontakt zu ihr gesucht oder aufgenommen. Die Trennung war 1990, 2010 habe ich sie wiedergetroffen und während eines Projekteinsatzes ein paar Monate bei ihr gewohnt. Der Sex mit ihr war immer noch ultra, wie schon gesagt, Referenzklasse in meinem Leben.

Aber letztendlich hatte meine Mutter mit dem gar nicht so abgedroschenen Spruch: Die Zeit heilt alle Wunden!, mal wieder Recht.
 
 
 
 
       #26  
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ja, aber wie bereits oben in #24 geschrieben zweifel ich an das sie überhaupt zurückkommen würde. Sie hat ja bereits mehr Zeit mit ihm verbracht als mit mir und sie hat nur gesehen wie es mir bis Ende November 2017 ging. Kein Haus, kein Auto usw. den heutigen Status , bzw. was ab Dez.17 passierte kennt sie ja nicht. Ich bin ja damals von 0 auf 100 durchgestartet. Ich selbst hatte ja Schnappatmung. Nur damals hatte ich keine Ahnung wo sie sich aufhielt, zumindest der Zahnarzt hat verneint das sie bei ihm ist als ich ihre Koffer brachte im Januar 18
 
 
 
 
       #27  
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Danke @KingPing ich leb(t)e auch in einer binationalen Ehe .... zwar mit einer russischen Dame aber ich habe auch vieles in deinem Text wiedergefunden was Mentalitäten und Ihre Unterschiede angeht ... sehr gute reflektierte Arbeit
 
 
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       #28  
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Danke für den Bericht. Für eins habe ich aber kein Verständnis. Es gibt bei keiner Kultur eine Rechtfertigung, dass der Ehemann erst nach den Eltern und der Familie kommt. thais sind durchaus in der Lage eine überall auf der Welt akzeptierte Entscheidung zu treffen und viele Foren member halten das auch so wenn es um die endlosen Unterstützungswünsche der Familie geht . ist ihr der Mann nicht wichtiger, ist es keine wahre Liebe Punkt.
 
 
 
 
       #29  
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Für eins habe ich aber kein Verständnis.
Verständnis ist entwicklungsfähig.

Es gibt bei keiner Kultur eine Rechtfertigung, dass der Ehemann erst nach den Eltern und der Familie kommt.
Ich glaube, du hast den Kontext nicht verstanden. Als Farang kommst du als vollkommen Außenstehender zu einer Familiengemeinschaft, die auf Jahrhunderte alte Traditionen gegründet ist. Dafür bedarf es weder einer Rechtfertigung noch sonst etwas. Du bist als Farang ein Außenstehender und bleibst es, wenn du dich nicht eingliederst.

Innerhalb der thailändischen Gesellschaft sieht das anders aus, aber hier wird Sin Sod, also die Aussteuer oder Mitgift von der Familie des Bräutigams an die Familie der Braut geleistet, also auch vollkommen anders, als es bei uns Brauch war.

thais sind durchaus in der Lage eine überall auf der Welt akzeptierte Entscheidung zu treffen
Klar, das können sie, aber es ist ihre Entscheidung, wann und wo sie das tun.

auch so wenn es um die endlosen Unterstützungswünsche der Familie geht
Darauf bin ich ausführlich eingegangen.

ist ihr der Mann nicht wichtiger, ist es keine wahre Liebe Punkt.
Du musst respektieren, dass die Familie in Thailand Dreh- und Angelpunkt im sozialen Zusammenleben ist. Wenn die Vorstellungen des Farang und die Vorstellungen der Familie auseinanderklaffen (Divergenz), sitzt die Braut zwischen zwei Stühlen. Welchen Weg sie nehmen wird, ist ungewiss, hinterlässt aber definitiv Wunden.
 
 
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       #30  
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@KingPing : Übrigens einen Abnehmer für dein Buch hast du schon wenn es fertig ist. Dann aber mit Widmung :fuyou:

Ist echt schade das ich nicht bereits vor 2 Jahren das wusste was du hier im Forum veröffentlicht hast. Wäre vielleicht anders gelaufen. Glaub mir ich würde alles tun nur um mit ihr noch einmal von Angesicht zu Angesicht über alles zu reden. Manchmal wünschte ich mir das ich privat so geblieben wäre wie im Job zuvor. Gefühle nicht an mich heran lassen. Und ich habe in meinen 25 Jahren im Dienst und davon knapp 6 Jahre SE genug Leid usw. gesehen. Ohne das Abschalten von Gefühlen und Mitleid im Kopf wäre ich manchmal kaputt gegangen. Ok, machmal hat man auch Gefühle gezeigt, aber nicht so wie man es üblich zeigen würde. Tja nur hier bei Ketsanee hat es komplett versagt.

Einziger Pluspunkt aus der ganzen Sache ist das meine Frau ( sind ja nicht geschieden worden weil sie nichts unterschreibt da sie damals in Peru nicht korrekte Angaben gemacht hatte bei der Heirat und jetzt Angst hat das es ihr zum Nachteil angelastet wird. Naja, somit abwarten bis es ohne ihre Zustimmung geschehen kann oder ich einen passenden Moment erwische das sie unterzeichnet. Bis dahin heißt es Steuern sparen :) ) und ich gute Freunde geworden oder geblieben sind. Je nachdem wie man es sieht. Zumindest unterstütze ich sie weiterhin da sie ja damals ihren gut bezahlten Job als Anwältin für mich aufgegeben hatte.
 
 
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       #31  
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Lieber KingPing,
Du wirst Dich wohl eher nicht an mich erinnern, denn es ist schon viele Jahre her, dass Du mich als absoluter Newbie beraten hast und mir ein wenig über die Lebensweise- und -art in Thailand vermittelt hast.
Dennoch hat mich das, in meinem ersten und den folgenden Thailand-Besuchen, immer wieder zu einem besonderen Verständnis von Situationen geführt, in welchen ich sonst gewiss anders (und wahrscheinlich falsch) gehandelt hätte.
Die Erläuterungen in Deiner vorherstehenden Beschreibung sind wirklich absolut hilfreich und sie zeugen von einem großen Verständnis, der thailändischen Kultur und Lebensart.
Wer eventuell den Einen oder Anderen Deine früheren "Berichte" gelesen hat, erkennt sehr schnell, dass Du nicht nur "irgendwas beschrieben oder in Worte gefasst hast", sondern offensichtlich auch selbst nach diese Erkenntnissen lebst.

Für mich jedenfalls waren Deine Zeilen hochinteressant, lehrreich und sie haben mir des öfteren ein verständnisvolles Kopfnicken abgenötigt.
Des Weiteren hast Du mein ganz persönliches "Thaiverständnis" wieder ein Stück erweitert. Hierfür Danke ich Dir herzlich und ich verbleibe,
mit lieben Grüßen
Gerhard
 
 
 
 
       #32  
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Du wirst Dich wohl eher nicht an mich erinnern
Ich muss dich enttäuschen. :borat2: Eine meiner ersten Aktionen nach meinem Wiedereinstieg ins TAF war, nachzuschauen ob du immer noch aktiv bist. In meiner Erinnerung warst du immer lebendig.

In diesem Sinne: Lieben Dank für deine netten und anerkennenden Worte.
 
 
 
 
       #33  
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Auch von mir ein danke für deine interessanten Einblicke.
 
 
 
 
       #34  
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So, wegen einiger Kommentare und Bemerkungen in einem anderen Thread, füge ich hier noch etwas an, was mir in Bezug auf eine mögliche oder angestrebte Heirat wichtig erscheint.


Vorbemerkung:

Ausschlaggebend für diesen kleinen Beitrag sind die meiner Ansicht nach dümmsten Phrasen, die ich in Bezug auf die Ladies aus dem Milieu gehört habe:

  • Bargirl ist Bargirl und bleibt Bargirl
  • Du bekommst zwar leicht ein Mädchen aus einer Bar, aber nie die Bar aus dem Mädchen
Das Folgende bitte ich als meine persönliche Meinung zu betrachten.



Die kritische Phase

Die kritische Phase einer Beziehung zwischen einem Mädchen aus dem Milieu und einem Farang bezeichne ich als die, wenn man sich für eine gemeinsame Zukunft entschieden hat, aber nach dem Ende des Urlaubs die Trennung auf Distanz stattfindet, neudeutsch Fernbeziehung. Diese besonderen Fernbeziehungen sind kritisch, weil zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen, die grundsätzlich nicht zueinander passen. Ich benenne diese Phase zwischen dem Entschluss zu heiraten und der Heirat einfach mal mit einer Wortschöpfung: Heiratslücke!


Nehmen wir zuerst einmal die Sichtweise des Farang.

Der Entschluss, eine gemeinsame Beziehung zu führen, ist in den meisten Fällen gestützt auf europäisch oder westlich geprägte Vorstellungen von Moral und Ethik, oftmals aber leider auch von egoistischen und weltfremden Besitzansprüchen in Bezug auf die Zukünftige. Hier spielen natürlich soziale, kulturelle, politische und religiöse Eigenarten eine Rolle, die sich teilweise über eine schleichende Indoktrination, aber auch durch individuelle Prägung in der Vorstellungswelt eines jeden manifestiert haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zukünftige in einem Milieu arbeitet, das zwangsläufig Kontakte zu anderen Männern zur Folge hat, selbstverständlich und zwangsläufig schwerpunktmäßig halt auch vor einem sexuellen Hintergrund.


Eingesetzte Mittel

Die Vorstellung, dass die Zukünftige während der eigenen Abwesenheit ihrem Geschäft weiter nachgeht, ist für die meisten Betroffenen wohl eine Belastung, die im schlimmsten Fall in einem extremen Kontrollwahn ausufert. Das geht von einfachen Kontrollanrufen über heimliche Ortung des Telefons der Angebeteten bis hin zur investigativen Ermittlung durch Privatdetektive. Warren Olson hat dieses Verhalten von Farang zu einem einträglichen Geschäftsmodell gemacht und seine Tätigkeiten können in dem Buch „Confessions of a Bangkok Private Eye“ (Privatdetektiv in Bangkok) nachgelesen werden.

Die zweite Variante, die oft angestrebt und umgesetzt wird, ist die des Sponsorings. Die Situation und wohl teils die Befürchtungen seitens des Zukünftigen werden angesprochen und vor einem finanziellen Support, der den Verdienstausfall covern soll, wird die Dame mehr oder weniger dazu gedrängt, sich dem lasterhaften Leben fernzuhalten. Verschärft wird das möglicherweise noch durch die Einschreibung zu einem Deutschkurs fernab der Lasterhöhlen, denn zumindest für Deutschland ist für eine Heirat das Zertifikat A1 vorgeschrieben, was letztendlich eine wohl 3-monatige Bindung an die Schule bedingt.


Sichtweise der Ladies

Die Ladies, die im Milieu arbeiten, sind oftmals und teilweise auch extrem negativ vorbelastet. Im Klartext: Es gibt leider viel zu viele Idioten, die den Mädchen das Blaue vom Himmel versprechen, nur weil sie sich dadurch erhoffen, eine bessere Leistung zu bekommen oder weniger bezahlen zu müssen. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass man es dümmer, dämlicher und, sorry, hinterfotziger nicht angehen kann. Ich verabscheue es einfach, die Emotionalität von Menschen für niedere Zwecke auszunutzen, wie schon gesagt, es ist meine persönliche Sichtweise und ich kenne zahlreiche Mädchen, denen es so ergangen ist. Was ist nun die Folge davon? Diese Mädchen betrachten eine solche Situation einer möglichen und bevorstehenden Heirat zwar als Chance aus dem Milieu auszubrechen, aber vorerst erst mal nicht mehr als genau das und unter Vorbehalt.

Meine persönliche, subjektive Einschätzung ist die, dass wohl ein Großteil der im Milieu arbeitenden Mädchen solche oder ähnlich Erfahrungen gesammelt hat. Das bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen und in Abhängigkeit von Quantität und Erfahrungstiefe reißt es tiefe Wunden, die das zukünftige Verhalten und die Sichtweise der Mädchen bestimmen. Die Heiratslücke ist demnach auch erfüllt von einer tiefsitzenden Unsicherheit.

Ich habe selbstverständlich ein gewisses Verständnis für die Farang, die nicht wollen, dass ihre Zukünftigen weiter im Milieu verweilen oder gar arbeiten, aber für die betroffenen Ladies stellt sich das derart dar, dass sie de facto mit einem Berufsverbot belegt werden.

Bekommen sie die erste Methode der heimlichen, investigativen Überwachung mit, wird sich eine doch noch vollzogene Heirat möglicherweise als sehr brüchig erweisen und von dem Mädchen eventuell nur als Sprungbrett in ein anders Leben genutzt werden, gemäß dem Motto
Tit for Tat. Es ist also eine denkbar schlechte Grundlage für ein zukünftiges, gemeinsames Leben.

Die wohl gängigste Vorgehensweise seitens der Farang ist ein Sponsoring. Es ist die sanfte Methode, dem Mädchen einerseits das Vertrauen in die Zukunft geben zu wollen, andrerseits allerdings auch eine Beschneidung der persönlichen Freiheit für sie, denn Sponsoring wird oftmals an die Bedingung geknüpft, dem Milieu den Rücken zu kehren.

Wie ich schon zuvor sagte, sind viele dieser Ladies gebrannte Kinder, haben schlechte Erfahrungen gemacht, sind belogen und betrogen worden, und von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie solch gegenwärtigen Situationen wie einer Heiratslücke äußerst skeptisch gegenüber stehen. Es stürzt sie in einen Zwiespalt, entweder das Risiko einer Enttäuschung einzugehen, darauf zu hoffen, dass der Farang es tatsächlich ernst meint und seinen Wünschen zu folgen, oder ihr bisheriges Leben weiterzuführen, weiterhin im Milieu zu arbeiten, auch auf das Risiko hin, aufzufliegen und so eine mögliche, gesicherte Zukunft aufs Spiel zu setzen.

Viele Mädchen gehen den zweiten Weg, nehmen das Geld des Sponsors dankbar an und leben ihr gewohntes Leben im Milieu weiter. Ihre Intention ist definitiv nicht die, ihren Sponsor zu betrügen oder abzuzocken, sondern jene, ihr Business zu optimieren, solange sie nicht zu 100% sicher sind, die Heiratslücke positiv zu schließen. Ich habe selbst viele Mädchen kennengelernt, die mehrere Sponsoren hatten, sich dann aber letztendlich vollständig vom Milieu verabschiedet haben. Sind die Tücher im Trockenen, gehen die Mädchen diesen Weg absolut konsequent und brechen in der Regel jegliche Kontakte zum Milieu ab. Das Milieu ist für die Mädchen Geschäft und ihre Intention ist die Umsatzoptimierung, von daher ein vollkommen legitimer Weg, was allerdings von betroffenen Sponsoren vollkommen anders gesehen wird.


Lösungen zu diesem Dilemma

Zugegeben, die einfachste Lösung ist zugleich die schwierigste, zumindest aus Sicht des betroffenen Farang. Meine Lebensdevise im Kontext zu Beziehungen lässt sich auf einen kurzen Satz eingrenzen:

"Freiheit hat die höchste Bindungsenergie!"

Lasst den Mädchen ihr Leben und ihre Freiheit und schränkt sie nicht ein. Viele werden sowieso das Risiko eingehen und ihr Leben wie gehabt weiterführen, dies immer vor dem Hintergrund eines heftigen Zwiespalts und den daraus resultierenden Spannungen. Zudem haben sie auch Bedürfnisse und eine Forderung, während dieser Zeit der Heiratslücke abstinent zu leben, ist schlichtweg widernatürlich und eine Befriedigung der Lust hat erst mal nichts mit Liebe zu tun, sondern ist ein natürlicher Trieb.

Zahlt ihr die Schule und unterstützt sie meinetwegen noch mit einem Betrag, aus dem sie Miete und Lebenshaltung finanzieren kann und schränkt ihre Freiheit nicht ein. Die Mädchen werden es euch danken.

Ihr tragt das Risiko, dass sie sich im Falle mehrerer Sponsoren für einen anderen entscheidet und ihr einen finanziellen und emotionalen Verlust erleidet.

Natürlich sind auch andere Lösungen möglich. Eine generelle Vorgehensweise gibt es nicht, weil jede Situation eine individuelle Betrachtung benötigt. Mir ging es in diesem Beitrag lediglich darum, die unterschiedlichen Positionen sichtbar zu machen.
 
 
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       #35  
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Danke für den tollen Bericht! Ist wirklich "Wegweisend" im Sinne des Wortes . Vieles von dem was Du geschrieben hast lässt sich auch auf andere Länder und deren Damenweilt übertragen Vor allem dann wenn der unterschied von Bildung und Wohlstand ähnlich hoch ist wie Thailand - DACH. Wirklich super Bericht !!!
 
 
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       #36  
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Eine gute Beschreibung der Hintergründe !

Trotzdem halte ich es für angebracht, ein paar andere Ansichten dazu zu von mit zu geben...

Patriachat: Die niedrigere Rangposition der Frau ist zwar wesentlich vom Buddhismus vorgegeben. Wer jedoch einmal die Position von Khun Mae - der Mutter - in der Familie beobachtet hat, wird schnell feststellen, dass nicht alles so heiss gegessen wird, wie es gekocht wird (oder besser: den Anschein hat). Dies beruht nicht zuletzt auf der Trennung der Einflussphären, im Haus hat Mae die Hosen an und ist meist auch die fürs Finanzielle zuständig. Ein Jahrhunderte altes Erbe - wer einmal historische Beschreibungen von Ayutthaya liest, wird sehen, dass das Leben des männlichen Phrae -Normalbürgers- davon bestimmt war, dass er monatelang abwesend war um Militärdienst oder Lehensarbeit zu leisten (das ging soweit, dass sich einige selbst in die Sklaverei verkauften, um dem zu entrinnen). In der Abwesenheit führte die Frau die Geschäfte in Eigenverantwortung, bei Rückkehr war der Mann sozusagen fast Gast im Haus mit nur recht begrenzten Aufgaben. Parallel dazu führte das zu einer recht offenen Lebenseinstellung zur Sexualität bei Mann und Frau ...es gibt ein paar lustige Schilderungen dazu.
(Die offizielle Geschichtsschreibung vermittelt dazu heute ein vollkommen anderes Bild. Ein Bild, dass mehr auf dem Wertebild des Adels beruht, bei dem Mädchen keusch und jungfräulich sein müssten und später zur Verfestigung von Netzwerken und Machtpositionen verheiratet wurden.)

Das bäuerliche Thailand ist übrigens eine Entwicklung der neueren Zeit (nach Ayutthaya Zerstörung durch die Burmesen). Davor lebten die meisten Thai in und um Mueang - Städten.

Ein weiterer Faktor ist der "DNA"-Hintergrund. Oft nicht bewusst, hat sich in die Bevölkerung in den letzten Jahrhunderten nach dem Niedergang von Ayutthaya durch die Einwanderung von Osten jede Menge chinesisches Gedankengut "eingeschlichen". In Bangkok z.B. gab es nach Gründung mehr chinesische Immigranten als Thai. Im alten Teil Ratchaburi's zB. fühlt man sich teilweise fast wie in China. Diese brachten eine weitaus andere Einstellung zu Sexualität und Stellung des Mannes mit sich (die er aber nur hält, wenn er wirtschaftlich erfolgreich ist).

Wenn es um den landwirtschaftlichen, dörflichen Isaan geht - der ist (die Chinesen konzentrierten sich mehr auf die Städte und Bergbaugebiete) noch weitestgehend Thai - oder besser: Lao.
Vieles von der realistisch geschilderten Erwartungshaltung der Familien im Isaan wird man bei Mittelklasse-Thai in Zentralthailand m.E. nicht finden.

Sin Sod ist heute in abgewandelter Form, und nicht nur auf dem Lande, durchaus noch üblich. Kürzliche Erfahrung: "Sister", auch mit 33 noch eine Schönheit (...andere Fake-News- "ein Thai heiratet keine über 27-Jährige") bekam zur Hochzeit einen nagelneuen Mercedes. Mir selbst wurde schon einmal von Nr.1 untergejubelt, Khun Mae sei ja sehr modern und smart, daher hätte sie, da ich ja Farang sei, kein Brautgeld gefordert (Was sie darauf von mir zu hören bekam, gehört hier nicht hin 555).

Was zu einem anderen interessanten Punkt über das Thai-verständnis von Beziehungen führt:
Wir sind NICHT offiziell verheiratet, nicht regierungsamtlich und auch keine Buddha-Hochzeit, trotzdem: nach rund einem Jahr Zusammenleben waren wir Pharajaa und Saamii (Ehefrau und Ehemann) 555. Und wenn man sich dann nicht ganz blöd verhalten hat, kommt es auch in eine Einstufung in der Familienhierarchie, bei mir Lung (Onkel, der älter als Vater/Mutter ist)
 
 
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       #37  
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Trotzdem halte ich es für angebracht, ein paar andere Ansichten dazu zu von mit zu geben.
Das ist ja vollkommen okay und ich hatte das ja eingangs in meinem Statement auch entsprechend gewünscht.

Mir ist klar, dass sich die thailändische Gesellschaft beständig verändert, Sichtweisen verschieben sich und auch sozial-kulturelles Verhalten unterliegt einer beständigen Veränderung. Ich beobachte diese Entwicklung seit nunmehr fast 30 Jahren, ohne meinen ersten Besuch 1976 zu berücksichtigen, aber auch damals hatte ich schon das Bedürfnis gehabt, etwas genauer und intensiver hinzuschauen. Und die Differenz in der Wahrnehmung von 1976 zu 1990, meinem zweiten Besuch, war schon gewaltig. Und mit Yingluck hat es ja die erste Frau als Premierministerin geschafft, in einer sonst durchweg von Männern geprägten Politik.

Die Stellung der Frau in der Sozialgemeinschaft einer Familie bleibt da nicht außen vor, das hast du schon gut dargestellt. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt.
 
 
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       #38  
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Hi super Bericht. Ein Punkt hinsichtlich der Erwartungen bezüglich Geld von der Familie bzw. der Mädchen ist doch aber auch das Verhalten der Farangs selbst. Wenn wir sehen wie das Geld im Uraub rausgehauen wird müssen die Mädchen doch denken das das Geld bei uns in Dach auf der Strasse liegt oder auf Bäumen wächst etc. Wir denken mal das es auch schwierig ist zu vermitteln, das viele Reisende mehr als 11 Monate malochen um dann mal 2 Wochen Krösus zu spielen. PS so war es im Bekannenkreis auch mit einer Beziehung aus Osteuropa, vor dem Mauerfall als es noch DM gab
 
 
 
 
       #39  
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Ein Punkt hinsichtlich der Erwartungen bezüglich Geld von der Familie
Klar, @Santa2012 hatte es ja bereits in einem anderen Posting angesprochen, Dinge verändern sich und ich erhebe auch nicht den Anspruch, dass meine Sicht der Dinge Status Quo sind.

Ich sehe es lediglich als grobe Richtschnur, erörtere die Probleme, die auftreten können. Das hatte ich auch eingangs geschrieben.

Jeder Fall ist individuell und sollte auch individuell gehandhabt werden. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass gegenseitige Aufklärung der jeweiligen Verhältnisse unabdingbar notwendig sind, um Probleme zu umgehen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.
 
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       #40  
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11.06.2010
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@KingPing : genauso sehen wir das auch. Dem Mädel erklären das im Urlaub einfach viel grosszügiger mit Geld umgegangen wird als im Alltag. So keine Erwartungshaltung aufkommen lassen
 
 
 
 
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