Thailand 25 Jahre Thailand - ein Rückblick

Da sie ja nicht mehr arbeiten ging vereinbarte ich mit ihr eine monatliche Zahlung für ihre Mutter von 3.000 THB. Bald folgte eine 1 Baht Goldkette. Finanziell hielt sich es absolut in Grenzen. Also keine kranken Wasserbüffel usw.

Es war alles zu schön um wahr zu sein.

Nach den ersten „Flitterwochen“ mit meiner neuen Freundin, die wir beide sehr genossen wurde mir ein wenig langweilig. Abends ausgehen war super, aber tagsüber fehlte irgendwas. Die Bangkok Post lesen und die Wechselkurse studieren kann ja nicht zur Beschäftigung für den Rest meiner Tage werden – aber was nur tun?

Ich war es ja gewohnt zu arbeiten und habe es auch gerne getan – aber hier in Thailand - was kann ich da nur machen? Mit einem Handwerk bei diesen Löhnen – vergiss es dachte ich. Irgendwo finanziell einzusteigen – warum denn ein Risiko eingehen, wenn man auch so Kohle bekommt.

Dann kam aber der Wink mit dem Zaunpfahl..
Eine Tages sprang mein Motorrad nicht mehr an. Also Batterie defekt , oder sie wurde halt nicht geladen. Ich lud sie auf und nach ein paar Betriebs -Stunden war sie wieder leer. Also musste der Regler defekt sein. Also ab in den Motorrad Laden wo ich das Teil vor ein paar Wochen gekauft hatte. Dort wurde mir mitgeteilt, dass sie zwar keinen original Yamaha Regler hätten, mir aber einen Honda Regler einbauen könnten. Gesagt getan – ich holte das Motorrad dann gegen Abend wieder ab und es schien alles in Ordnung zu sein.

Einige Tage später fuhr ich das erste mal nach der Reparatur eine längere Strecke. Als ich dann das Motorrad wieder starten wollte, machte es keinen Mucks mehr. Als ich die Batterie checkte stellte ich fest, das die völlig Trocken war. Ich kippte also normales Leitungswasser nach und siehe da, der Bock sprang sofort an. Meine Thailändischen Zuschauer staunten nicht schlecht. Da hatten die doch in der Werkstatt den Regler elektrisch so abgeklemmt, dass der ständig nur volle Kanne geladen hat.

Zurück in der Werkstatt wurde schnell mir klar, dass keiner von denen einen Blassen Schimmer hatte. Also was bleibt dann noch – Ja, DIY (Do it yourself) Ich hab das dann auch Ruck Zuck hingebracht, obwohl ich mit der Elektrik immer etwas auf Kriegsfuß stand.
Und noch was – habe ich dabei entdeckt – es hat Spaß gemacht.
 
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Zitat von Machete
Und heute bist du Generalimporteur für sämtliche Japse Motorräder für ganz Thailand, stimmts?

Schön wär's ja - aber soo leicht wurde es mir dann doch nicht gemacht.
 
@Camaro64
Kann gut sein, wenn dann aber vor 2000. Seit etwa 12 Jahren war ich eigentlich nicht mehr bei ihm.
 
Ich hatte auch noch einen anderen Deutschen kennengelernt, der auch in Chiang Mai bleiben wollte. Zusammen mit ihm reparierten und warteten wir für andere Ausländer deren Motorräder. Nach und nach bekamen wir immer mehr Aufträge.

Vormittags gingen wir immer Teile einkaufen bzw. Chiang Mai auskundschaften – wo gibt es was? Es dauerte mehrere Monate bis wir einigermaßen Bescheid wussten.

Nachmittags schraubten wir an den Bikes. Abends gingen wir mit den Mädels in die Kneipen – Essen und dann noch Videos im „Overlander“ schauen. Das Overlander war das heutige Mad Dog und wurde von einem Aussie gemanagt der uns Monate lang jeden Abend freundlich begrüßte und uns jedes Mal fragte, ob wir heute zum ersten mal hier wären….Ja ja, der Alkohol…

Es wurden in den kommenden Monaten auch noch ein paar gebrauchte Enduro Motorräder angeschafft welche wir vermieteten. Damit waren wir die ersten in Chiang Mai, welche 250 cc Motorräder zum vermieten anboten. Wir hatten insgesamt zu zweit so ca. 8 Motorräder von denen es sich in der Saison gut leben ließ.

Zuerst hatten wir unsere Vermietung auf der gegenüberliegenden Seite des Sompet Marktes. Später haben wir vor dem gefaketen "Hard Rock Cafe" Chiang Mai vermietet. Spätestens jetzt werden einige Leute welche zu der Zeit vor Ort waren wissen wer das hier schreibt.

Jeden Abend um ca. 17:00 Uhr gingen wir ins Hard Rock um unser Geschäft zu schließen und es entwickelte sich schnell als Treffpunkt für einige Expads und natürlich Touris welche Infos von uns wollten.

Auf diese Art und Weise trafen wir mit Typen zusammen über deren Geschichten bzw. Erlebnisse ich eigentlich schreiben möchte – meine persönliche Geschichte ist eher so ein Leitfaden.
 
Ich hatte auch noch einen anderen Deutschen kennengelernt, der auch in Chiang Mai bleiben wollte. Zusammen mit ihm reparierten und warteten wir für andere Ausländer deren Motorräder. Nach und nach bekamen wir immer mehr Aufträge.

Vormittags gingen wir immer Teile einkaufen bzw. Chiang Mai auskundschaften – wo gibt es was? Es dauerte mehrere Monate bis wir einigermaßen Bescheid wussten.

Nachmittags schraubten wir an den Bikes. Abends gingen wir mit den Mädels in die Kneipen – Essen und dann noch Videos im „Overlander“ schauen. Das Overlander war das heutige Mad Dog und wurde von einem Aussie gemanagt der uns Monate lang jeden Abend freundlich begrüßte und uns jedes Mal fragte, ob wir heute zum ersten mal hier wären….Ja ja, der Alkohol…

Es wurden in den kommenden Monaten auch noch ein paar gebrauchte Enduro Motorräder angeschafft welche wir vermieteten. Damit waren wir die ersten in Chiang Mai, welche 250 cc Motorräder zum vermieten anboten. Wir hatten insgesamt zu zweit so ca. 8 Motorräder von denen es sich in der Saison gut leben ließ.

Zuerst hatten wir unsere Vermietung auf der gegenüberliegenden Seite des Sompet Marktes. Später haben wir vor dem gefaketen "Hard Rock Cafe" Chiang Mai vermietet. Spätestens jetzt werden einige Leute welche zu der Zeit vor Ort waren wissen wer das hier schreibt.

Jeden Abend um ca. 17:00 Uhr gingen wir ins Hard Rock um unser Geschäft zu schließen und es entwickelte sich schnell als Treffpunkt für einige Expads und natürlich Touris welche Infos von uns wollten.

Auf diese Art und Weise trafen wir mit Typen zusammen über deren Geschichten bzw. Erlebnisse ich eigentlich schreiben möchte – meine persönliche Geschichte ist eher so ein Leitfaden.
 
@0001 Nacht
Wegen einer Arbeitserlaubnis haben wir uns damals keine Gedanken gemacht. Allerdings hatte die Freundin meines damaligen Partners ein Gewerbe, bzw. die Motorradvermietung auf sich angemeldet. Wir haben die Motorräder auch nicht selbst vermietet, sondern eine Thai angestellt die alles geschäftliche an der Vermietstelle regelte. Wir hatten auch gute Kontakte zu anderen Vermietern und hatten nie ein Problem mit denen.
Die Reparaturen führten wir nur zu Hause, also in einer nicht einsehbaren Werkstatt aus. Es gab auch nie eine offizielle Werkstatt und wir hatten ausschließlich andere Ausländer als Kundschaft - keine Thais also.
Man muß auch dazu sagen - Chiang Mai war damals ein Dorf und man hatte als Ausländer so seine Freiheiten.
Trotzdem, oder gerade (Chiang Mai war damals ein Dorf) deshalb wussten auch alle Thais und auch die Polizei genau bescheid was wir so machten, hatten aber nie Probleme damit. Es war halt so eine Grauzone in der man uns gewähren lies.

Auserdem vermieteten wir ja Motorräder und keine Mädles - also ein änständiges Geschäft:-) Ich habe mehrere male auf Ämtern erlebt, das die Thais gar nicht gut auf sog. Barbesitzer zu sprechen sind. Das hat evtl. dazu beigetragen dass man uns in Ruhe lies.

Gruß Lahu
 
@Kanario
Na klar, Heute ist es mit Sicherheit nicht mehr so einfach. Bevor man Heute so etwas anfängt, sollte man sicher stellen über alle notwendigen Papiere und Lizensen zu verfügen.

Allerdings gibt es immer wieder Ausnahmen:

Da gibt es z.B. Belgier und Holländer die professionell für eine ausländische Fa. als Tourleiter in Thailand arbeiten ohne eine Arbeitsgenehmigung zu haben.
 
Wo genau ich den damals etwa 50 jährigen Deutschen - nennen wir ihn Mekki - kennen gelernt habe weiß ich gar nicht mehr so genau. Es war ein netter sympathischer Kerl der es verstand Geschichten zu erzählen. Auch war er einer von denjenigen die nie Kohle hatten und immer von Geschäften redeten. Wir alle mochten ihn sehr gern und hofften, dass er es mit irgendeinem Geschäft schafft genug Geld zu verdienen um hier zu bleiben.

Eines Tages bekam er von einer Bar im damaligen Bar Beer Center ein paar qm untervermietet. Als ich da Abends reinlief wurde ich von ihm freudig begrüßt. Es war die Eröffnung seines Hamburger Ladens. Mich freute es und bestellte mir einen „Mc Mekki“. Er begann sofort mit der Zubereitung des Burgers. Ich beobachtete dies aufmerksam. Da er sehr schusselig war, fiel ihm der Burger Bun während der Zubereitung 2 oder gar drei mal zu Boden. Er quasselte und quasselte – hinter ihm qualmte es schon…. Ich machte ihm darauf aufmerksam, ansonsten hätte ich wahrscheinlich ein verkohltes Stück Hackfleisch bekommen. Ich dachte nur …..oh mein Gott…. Ich habe dann das Ganze Ding noch auf Genießbarkeit gecheckt und es doch verspeist, damit er nicht sein Gesicht verliert.

Er fragte mich dann noch, weil er wusste dass ich einen PC mit Drucker hatte, ob ich ihm denn eine Speisekarte drucken könne. Ich willigte ein und sagte er solle mir halt aufschreiben, was denn da so draufstehen soll. Gesagt getan – etwa 10 Minuten später überreichte er mir einen handgeschriebenen Zettel. Ich traute meinen Augen nicht, in den geschätzten 20 Wörtern waren gefühlte 25 Rechtschreibfehler. Na ja, ich habe sie verbessert und einen Tag später hatte er die versprochene Speisekarte.

Einige Wochen später – ich war in der Zwischenzeit nicht mehr im Bar Beer Center – sah ich ihn ein Restaurant betreten. Im Nadelstreifenanzug, gefolgt von einem Thai, welcher wie sich später herausstellte, seinen Aktenkoffer trug. Wow, dachte ich – der Hamburger Laden scheint zu laufen.. Na super…. Ich fragte ihn dann wie die „Geschäfte“ so laufen – er meinte super, aber das mit den Hamburgern war nicht so das Gelbe vom Ei. Er hätte damit aufgehört und wäre jetzt „Deutschlehrer“ !! Ich glaube es ja nicht – so was gibt es wirklich nur in Thailand. Er unterrichtete tatsächlich Deutsch für wohlhabende Thais.

Kurz darauf fragte er mich, wann ich wieder mein Thai Visa in Vientiane mache. So etwa in einer Woche hatte ich vor mit dem Motorrad nach Nong Khai zu fahren und dann eben rüber nach Laos. Er meinte ob ich nicht seinen Vater mitnehmen könne – wäre ja auch erst 76 Jahre alt und würde auch nicht weiter auf dem Motorrad stören. Was….., ich kann doch keinen 76 jährigen zumuten knappe 1600 km auf dem Motorrad zu verbringen. Ich willigte dann ein ihn mitzunehmen aber wir fahren mit dem Bus – ok.

Gesagt getan, ich mit Papa rein in den Bus und los ging es nach Nong Khai. Er war ein sehr angenehmer netter und auch topfitter Zeitgenosse. Wir verstanden uns gut und hatten eine angenehme Zeit zusammen. In Vientiane angekommen, beantragten wir zuerst unser nächstes Visa für Thailand auf der thailändischen Botschaft. Da es damals die Visaerteilung eine Woche dauern könne musste ein Trick her. Da Papa kein Englisch konnte musste sowieso ich für ihn sprechen. Wir beantragten unser Visa, welches in einer Woche fertig sein sollte. Dann hatte ich eine Idee. Ich bat um einen Termin mit dem thailändischen Botschafter wegen einer wichtigen Angelegenheit. Diese Bitte wurde uns gewährt und kurze Zeit später hatten wir einen Termin bei der thailändischen Botschafterin.

Vorher instruierte ich Papa was er während des Gesprächs mit der Botschafterin zu tun hatte. Und zwar, jedes Mal auf mein Zeichen solle er zum Husten anfangen.
Ich erzählte der Botschafterin, dass es gesundheitliche Probleme (mit Papa) geben könne wenn wir hier in Vientiane eine ganze Woche auf unser Visa warten müssen, da er in Thailand wegen eines Herz Problems in Behandlung ist – kurzes Zeichen an Papa, der sofort das husten anfing – das wirkte……. Der Plan klappte perfekt – wir bekamen unser Thai Visa noch am selben Tag.

Auf dem Rückweg nach Chiang Mai erzählte er mir „seine Geschichte“. Abgeschoben ins Altersheim von seinen Kindern, beschloss er nach ein paar Monaten von dort „abzuhauen“. Er hatte da auch noch einen unehelichen Sohn, den er niemals kennengelernt hatte. Er nahm die Spur nach ihm auf, welche ihn schließlich nach Thailand führte und er eben seine Sohn dort kennenlernte – eine Irre Story. Er sagte mir dann auch, wenn er gewusst hätte wie sein Sohn so ist, hätte er sich ihm gegenüber nicht als sein Vater zu erkennen gegeben. Er hätte sich inzwischen von ihm distanziert und wird in Zukunft nicht mit ihm zusammen arbeiten.

Er erzählte mir dann eine unglaubliche Geschichte. Mekki war so eine Art V-Mann, der ausgbüchste Straftäter wieder den deutschen Behörden „zukommen“ lies. Das Ganz lief dann etwa so ab. Er machte sich an die Zielperson heran um dessen Vertrauen zu gewinnen. Das Setup war dann meistens das unterschieben von Drogen. Dann kam eine Thai (Polizei) Spezialeinheit und nahm die Zielperson hoch. Anschließend die Abschiebung nach Deutschland. Pro Auftrag gab es dann laut Aussage von Papa so ca. 8.000.- DM. Das Ganze sicherlich von unseren Steuern finanziert, obwohl so was offiziell gar nicht existiert.

Ich war erst mal Sprachlos…..
 
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Zurück in Chiang Mai habe ich so getan – gegenüber von Mekki – als wüsste ich von nichts. Und ich wollte mit solchen Sachen nix zu tun haben.

Mekki hat anscheinend noch ein paar Treffer in Chiang Mai und sonstwo gelandet und ist irgendwann nach Hua Hin abgewandert. Der Vater (Papa) kam hier vor Ort bei einer Thai Deutschen Familie unter – was daraus geworden ist weiß ich leider nicht – hoffe es geht ihm immer noch gut.

So um die 1993/94 habe ich Mekki dann das letzte mal gesehen. Er kam völlig abgerissen mit seiner Thai Freundin bei uns vorbei und fragte um Geld. Seine Thai Freundin hatte eine etwa 5 jährige Tochter dabei, bei der man die Flöhe auf dem Kopf hüpfen sah. Mich schaudert es Heute noch wenn ich an die Drei denke. Sie fuhren dann davon und es hat niemand jemals wieder etwas von ihm gehört.

Also V Mann ist anscheinend nicht der richtige Job.
 
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