doclec
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- #32
05 Angkor Thom
Erster Tag, es war gegen 12h Mittag. Mein Taxifahrer Lim kündigte sie an, die großen Tore der noch intakten Stadtmauern von Angkor Thom. Zirka ein Kilometer nach dem Tempel vom Angkor Wat sah ich sie. Zuerst überquerten wir die Brücke über den ca. 100m breite Wassergaben, links und rechts war sie mit Buddha-Statuen versehen.
Dann stand ich vor dem Tor, oberhalb davon die für diese Region typischen 4 Buddha-Köpfe, von denen jeder in eine Himmelsrichtung blickte.
Anhang anzeigen IMG_2022.jpg
Danach ging es Schlag auf Schlag. Für mich bestand Angkor Wat immer nur aus dem berühmten Haupttempel, mir ist aber völlig entgangen, wie viele sehenswerte Tempel es in diesem Umkreis hier gibt. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Zuerst sah ich den Bayon mit seinen Gesichtstürmen,
Anhang anzeigen DSC_0185.jpg
dann die 12 Türme Prasat Suor Prat , die Elefantenterrasse und anschließend Chau Say Tevoda.
Es war immer das gleiche Prozedere: bei der Anfahrt wurde ich von Lim, meinen Taxifahrer, über die Hintergründe des jeweils nächsten Bauwerks aufgeklärt. Er hielt dann seinen Wagen vor dem Eingang und instruierte mich, wohin ich nach der Besichtigung gehen soll … manchmal zurück zum Parkplatz, manchmal geradeaus weiter bis zum nächsten gegenüberliegenden Tor, wo er mich erwartete. Lim selbst blieb immer im Wagen und wartete auf mich.
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Anlage wurde von einem Kontrollposten meine gültige Eintrittskarte kontrolliert und gab es natürlich jede Menge Khmer, die um Geld bettelten oder mir irgendeinen Ramsch verkaufen wollten. Darunter auch öfters Kinder, was insofern unangenehm, da sie im Vergleich zu den Erwachsenen besonders penetrant waren und sich kaum abwimmeln ließen. Ich hielt mich aber strikt an eine von den Regeln, die ich in diversen Foren bzw. Gruppen über Kamboscha immer wieder gelesen hatte: "gib Kindern kein Geld"
Ich kam aber auch mit einer Gruppe von Khmer der ganz anderen Art in Berührung. Bei nahezu jedem Tempel stand ein kleines Zelt, unter dessen Dach eine kleine Band kambodschanische Musik spielte. Das Besondere daran: es spielten nur Minenopfer.
Anhang anzeigen DSC_0353.jpg
Kambodscha wurde bekanntlich während der Herrschaft der Roten Khmer vermint. Es wurden damals keine Aufzeichnungen darüber gemacht, wo sich diese Minenfelder befinden und so passiert es sogar heute noch immer wieder, dass unschuldige Kinder oder Erwachsene Opfer von diesen Kriegsrelikten werden.
Die Musiker waren teilweise körperlich sehr schwer behindert. Es fehlten Arme, Beine und manche waren sichtlich erblindet. Sie hatten nichts Böses angestellt, sie waren nur am falschen Ort und bezahlen ihr restliches Leben lang bitter diesen Fehler. Dieses Schicksal ging mir ziemlich nahe und sie waren die einzigen, die von mir Geld bekamen.
Es gab bei den Ein- und Ausgängen natürlich auch kleine Märkte, wo man sich mit Essen, Trinken und diversen Waren eindecken konnten. Lim der Taxifahrer appellierte an mich, dass ich - wenn ich schon etwas kaufen will - dies bei diesen Märkten tun soll … denn so geht das Geld an die lokale Bevölkerung und nicht an irgendwelche Konzerne. Ja, das leuchtete mir ein.
Während der Haupttempel Angkor Wat in einem sehr guten baulichen Zustand war, konnte man das von den anderen Tempeln rundherum nicht immer sagen. Es wird im Prinzip nur dafür gesorgt, dass sie nicht noch weiter verfallen. Das bedeutet, dass sie im Großen und Ganzen immer noch in jenem Zustand sind, in dem sie von den Franzosen im 18 Jhdt. entdeckt wurde.
Anhang anzeigen DSC_0423.jpg
In den Tempeln selbst konnte ich mich nahezu ungehindert bewegen und verfiel meist augenblicklich in den Fotografier-Modus. Es gab schon Aufsichtspersonal, aber diese ließen einem ziemlich unbehelligt. Ein paar von den Aufsehern hatten ein „spezielles“ Service entwickelt. Beim ersten Mal war ich noch etwas irritiert, als mich einer von ihnen heran winkte. Ich begriff aber dann schnell, was er wollte. Er wollte mir versteckte Stellen zeigen, wo man schöne Fotos machen kann (selbstverständlich erwartete er nachher ein paar Dollar Trinkgeld für seine Unterstützung).
Anhang anzeigen DSC_0274.jpg
So kletterte ich zwischen diesen alten Steinen herum und verspürte den Ansatz eines „Indiana Jones“-Feeling.
Anhang anzeigen DSC_0453.jpg
Allerdings hatte ich auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da Mitte/Ende August der Höhepunkt der Regenzeit ist, regnete es mehrfach pro Tag. Die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch und wie schon einmal in einem Kommentar geschrieben, hatte dies Auswirkungen. Wenn ich aus dem stark gekühlten Taxi kam, beschlugen sich die Objektive und der Spiegel der Kamera augenblicklich. Dies, die Luftfeuchtigkeit und die permanente Wolkendenke hatten zur Folge, dass viele Fotos einen unbeabsichtigten Grau- bzw. Weichfiltereffekt bekamen.
Einmal passierte mir ein richtig dummer Anfängerfehler. In einem dunklen Raum erhöhte ich bei der Kamera per Einstellung die Helligkeit und vergaß prompt, dies wieder zurückzustellen. Die nachfolgenden Bilder waren natürlich alle nahezu hoffnungslos überbelichtet. Ich versuchte ein paar davon zu retten, indem ich Schwarz/Weiß Aufnahmen daraus machte.
Anhang anzeigen DSC_0315.jpg
Lim brachte mich zu einem Restaurant zum Mittagessen, vermutlich bekam er eine kleine Provision dafür. Für mich war das kein Problem. Das Essen war gut, es war nicht überteuert und wenn er daran etwas verdient, dann vergönne ich ihm das.
Fortsetzung folgt.
Anhang anzeigen DSC_0294.jpg
Erster Tag, es war gegen 12h Mittag. Mein Taxifahrer Lim kündigte sie an, die großen Tore der noch intakten Stadtmauern von Angkor Thom. Zirka ein Kilometer nach dem Tempel vom Angkor Wat sah ich sie. Zuerst überquerten wir die Brücke über den ca. 100m breite Wassergaben, links und rechts war sie mit Buddha-Statuen versehen.
Dann stand ich vor dem Tor, oberhalb davon die für diese Region typischen 4 Buddha-Köpfe, von denen jeder in eine Himmelsrichtung blickte.
Anhang anzeigen IMG_2022.jpg
Danach ging es Schlag auf Schlag. Für mich bestand Angkor Wat immer nur aus dem berühmten Haupttempel, mir ist aber völlig entgangen, wie viele sehenswerte Tempel es in diesem Umkreis hier gibt. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Zuerst sah ich den Bayon mit seinen Gesichtstürmen,
Anhang anzeigen DSC_0185.jpg
dann die 12 Türme Prasat Suor Prat , die Elefantenterrasse und anschließend Chau Say Tevoda.
Es war immer das gleiche Prozedere: bei der Anfahrt wurde ich von Lim, meinen Taxifahrer, über die Hintergründe des jeweils nächsten Bauwerks aufgeklärt. Er hielt dann seinen Wagen vor dem Eingang und instruierte mich, wohin ich nach der Besichtigung gehen soll … manchmal zurück zum Parkplatz, manchmal geradeaus weiter bis zum nächsten gegenüberliegenden Tor, wo er mich erwartete. Lim selbst blieb immer im Wagen und wartete auf mich.
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Anlage wurde von einem Kontrollposten meine gültige Eintrittskarte kontrolliert und gab es natürlich jede Menge Khmer, die um Geld bettelten oder mir irgendeinen Ramsch verkaufen wollten. Darunter auch öfters Kinder, was insofern unangenehm, da sie im Vergleich zu den Erwachsenen besonders penetrant waren und sich kaum abwimmeln ließen. Ich hielt mich aber strikt an eine von den Regeln, die ich in diversen Foren bzw. Gruppen über Kamboscha immer wieder gelesen hatte: "gib Kindern kein Geld"
Ich kam aber auch mit einer Gruppe von Khmer der ganz anderen Art in Berührung. Bei nahezu jedem Tempel stand ein kleines Zelt, unter dessen Dach eine kleine Band kambodschanische Musik spielte. Das Besondere daran: es spielten nur Minenopfer.
Anhang anzeigen DSC_0353.jpg
Kambodscha wurde bekanntlich während der Herrschaft der Roten Khmer vermint. Es wurden damals keine Aufzeichnungen darüber gemacht, wo sich diese Minenfelder befinden und so passiert es sogar heute noch immer wieder, dass unschuldige Kinder oder Erwachsene Opfer von diesen Kriegsrelikten werden.
Die Musiker waren teilweise körperlich sehr schwer behindert. Es fehlten Arme, Beine und manche waren sichtlich erblindet. Sie hatten nichts Böses angestellt, sie waren nur am falschen Ort und bezahlen ihr restliches Leben lang bitter diesen Fehler. Dieses Schicksal ging mir ziemlich nahe und sie waren die einzigen, die von mir Geld bekamen.
Es gab bei den Ein- und Ausgängen natürlich auch kleine Märkte, wo man sich mit Essen, Trinken und diversen Waren eindecken konnten. Lim der Taxifahrer appellierte an mich, dass ich - wenn ich schon etwas kaufen will - dies bei diesen Märkten tun soll … denn so geht das Geld an die lokale Bevölkerung und nicht an irgendwelche Konzerne. Ja, das leuchtete mir ein.
Während der Haupttempel Angkor Wat in einem sehr guten baulichen Zustand war, konnte man das von den anderen Tempeln rundherum nicht immer sagen. Es wird im Prinzip nur dafür gesorgt, dass sie nicht noch weiter verfallen. Das bedeutet, dass sie im Großen und Ganzen immer noch in jenem Zustand sind, in dem sie von den Franzosen im 18 Jhdt. entdeckt wurde.
Anhang anzeigen DSC_0423.jpg
In den Tempeln selbst konnte ich mich nahezu ungehindert bewegen und verfiel meist augenblicklich in den Fotografier-Modus. Es gab schon Aufsichtspersonal, aber diese ließen einem ziemlich unbehelligt. Ein paar von den Aufsehern hatten ein „spezielles“ Service entwickelt. Beim ersten Mal war ich noch etwas irritiert, als mich einer von ihnen heran winkte. Ich begriff aber dann schnell, was er wollte. Er wollte mir versteckte Stellen zeigen, wo man schöne Fotos machen kann (selbstverständlich erwartete er nachher ein paar Dollar Trinkgeld für seine Unterstützung).
Anhang anzeigen DSC_0274.jpg
So kletterte ich zwischen diesen alten Steinen herum und verspürte den Ansatz eines „Indiana Jones“-Feeling.
Anhang anzeigen DSC_0453.jpg
Allerdings hatte ich auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da Mitte/Ende August der Höhepunkt der Regenzeit ist, regnete es mehrfach pro Tag. Die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch und wie schon einmal in einem Kommentar geschrieben, hatte dies Auswirkungen. Wenn ich aus dem stark gekühlten Taxi kam, beschlugen sich die Objektive und der Spiegel der Kamera augenblicklich. Dies, die Luftfeuchtigkeit und die permanente Wolkendenke hatten zur Folge, dass viele Fotos einen unbeabsichtigten Grau- bzw. Weichfiltereffekt bekamen.
Einmal passierte mir ein richtig dummer Anfängerfehler. In einem dunklen Raum erhöhte ich bei der Kamera per Einstellung die Helligkeit und vergaß prompt, dies wieder zurückzustellen. Die nachfolgenden Bilder waren natürlich alle nahezu hoffnungslos überbelichtet. Ich versuchte ein paar davon zu retten, indem ich Schwarz/Weiß Aufnahmen daraus machte.
Anhang anzeigen DSC_0315.jpg
Lim brachte mich zu einem Restaurant zum Mittagessen, vermutlich bekam er eine kleine Provision dafür. Für mich war das kein Problem. Das Essen war gut, es war nicht überteuert und wenn er daran etwas verdient, dann vergönne ich ihm das.
Fortsetzung folgt.
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