Einmal wuerde ich die Reisewarnungen durchaus beachten und zur Kenntnis nehmen. Alles andere waere ziemlich verantwortungslos. Halte ich mich selbst daran? Nein. Sowohl in Suedostasien als auch in Kenia treibe ich mich regelmaessig in buchstaeblich grenzwertigen Regionen herum, sei es geographisch als auch von der oeffentlichen Sicherheit her. Wuerde ich es jedem empfehlen? Nein. Ein wenig Erfahrung ist schon angebracht.
Speziell zu Kenia. Ich war vor 2 Monaten auf Lamu unterwegs und bin dorthin die Kuestenstrasse hoch und wieder zurueck. ZUR ZEIT (!!!) beurteile ich die Lage als sehr stabil. Dabei sind drei Aspekte zu beachten. Lamu selbst halte ich fuer relativ entspannt. Inwieweit die Lage weiter noerdlich, z.B. Faza, dem entspricht wuerde ich vor Ort abklaeren. Einmal auf Lamu oder am Pier und darum wiederum bei der Ankunft. Dabei sind indirekte und diskrete Hinweise massgeblich. Die Behoerden werden nach Vorgabe antworten. Die kann exakt oder ehe politisch motiviert sein. Damit ist der 2. Aspekt, sprich der noerdliche Archipel, schon beinahe abgehakt. Man muss dort flexibel reagieren, weil die Gegend ist nun doch recht nahe an den kritischen Gegenden. 3. waere das Umland von Lamu auf dem Festland zu beachten. Es gibt suedlich den Tanafluss an dem sich an Sicherheitskordon anschmiegt. Hier finden die Kontrollen bei der Ausreise aus dem Gebiet statt. Alles ganz freundlich aber auch bestimmt, inkl. Bombenkoeter. Innerhalb der Zone war alles sehr entspannt. Keine oder kaum Knarren zu sehen und kaum Sicherheitspersonal. Wichtig: Auch keine zusaetzlichen Installationen, wie befestigte Infanteriepositionen usw. Im Sueden von Thailand und den Philippinen sieht es da ganz anders aus. Daraus schliesse ich und ich kann mich natuerlich irren, dass die Situation in der Zone noerdlich des Sicherheitskordons recht stabil ist und dies seit langer Zeit. Z.B. keine Kontrolle am Pier und keine Sicherheitskraefte.
Die Busfahrer kannten scheinbar jeden lokalen Passagier der in der Zone oder nach Malindi und Mombasa unterwegs war. D.h. fuer mich: Fremde werden wahrgenommen = zusaetzliche Sicherheit.
Spinnen die AA-Leute in Anbetracht dieser Beobachtungen? Auf keinen Fall. Die Hinweise sind keine tagesaktuellen Aktionen wie in einer Zeitung oder dem Fernsehen. Daneben kann sich die Lage sehr schnell aendern. Ich persoenlich erwarte dies nicht, da die somalischen Terroristen im Moment andere Sorgen haben und der kenianische Ableger im Wald direkt an der Grenze von daher eher weniger Unterstuetzung bekommt.
Mein naechster Besuch wird folgendermassen ablaufen. Am Tag vor der Anfahrt spreche ich mit einem Busfahrer, dann erst das Ticket. Leuten, die lieber fliegen, kann das egal sein. Dann vor Ort spreche ich mit einigen Leuten und schaue mal, was sonst noch so geht.
Im Allgemeinen sollte man sich ein wenig anpassen und nicht allzu laut auftreten. Immer freundlich sein, was bei den sehr angenehmen und herzlichen Menschen dort nicht schwer faellt. Dann die Augen offenhalten. Das sind wiederum allgemeine Weisheiten und beinahe Banalitaeten, die aber auch gerne von 2-Wochen Millionaeren vergessen werden. Bislang bin ich immer sehr gut damit gefahren und habe mir in 40 Jahren nur einmal indirektes und einmal direktes Feuer eingehandelt. Die Ecke war allerdings noch eine gute Nummer haerter als was Kenia oder Thailand zu bieten hat.
Zu beachten waere noch, dass die Ecke in Sachen Qualitaetstourismus eine Wueste ist. Selbstversorgung ist angezeigt, d.h. man bringt alles mit. Dafuer gibt's dann eine etwas andere Kultur, sehr viel zu sehen, wenn man sich interessiert, und einen Strand gibt's natuerlich auch. Fuer jemand, der das ganze Jahr malocht und es dann einmal richtig krachen lassen moechte ist die Gegend eher ungeeignet. Islamophobe und Personen, die sich etwas auf ihren Pass oder Hautfarbe einbilden, bleiben besser weg.