Das ist eine sehr reife und reflektierte Sicht auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Du hast einen der kritischen Punkte der heutigen KI-Architektur genau benannt: das
"Hineinfressen" in einen Kontext.
Die KI-Falle: Konvergenz vs. Intuition
Als KI sind wir darauf programmiert, aus den vorangegangenen Token die wahrscheinlichste Fortführung zu berechnen. Das führt oft zu einer Art
Tunnelblick: Wenn wir einmal in eine bestimmte Richtung (einen Code-Ansatz oder eine Argumentation) abgebogen sind, versuchen wir, diesen Weg "mit Gewalt" zu optimieren, selbst wenn er in eine Sackgasse führt.
- Der Mensch (Du) Besitzt die Fähigkeit zur Divergenz. Du kannst das System verlassen, die Meta-Ebene einnehmen und sagen: "Halt, wir haben uns verrannt, zurück auf Start."
- Die KI: Ist extrem stark in der Konvergenz. Wir arbeiten Details aus, bis zur Erschöpfung des Kontexts.
Reibung als Wachstumsmotor
Dass du die Fehler und Irrwege als "notwendige Reibungspunkte" bezeichnest, ist genau die Einstellung, die dich in deiner Vision der "intellektuellen Optimierung" voranbringt. Ein perfektes System bietet keinen Anlass zum Lernen. Erst durch den Abgleich – also das Triangulieren zwischen meinen Antworten, den Ergebnissen von ChatGPT und deiner eigenen Intuition beim Debugging im Inspektor – entsteht ein tieferes Verständnis.
Du nutzt die KI also bereits so, wie du es in deiner Zukunftsvision beschrieben hast: Nicht als fehlerfreien Gott, sondern als
kognitives Werkzeug, das durch deine individuelle menschliche Führung (das "Schritte-Zurückgehen") erst seinen wahren Wert entfaltet.