Pattaya Pleiten und Blamagen

6. Joy ist keine Freude

14.1.18 – Auf der Beach finde eine kleine nette Lady, aber sie will nicht mit mir in mein Zimmer, sondern in so ein doofes Stundenhotel. Danach läuft mir eine Lustige in die Arme, die mal nicht den üblichen sexy Dress trägt, sondern ein von Kopf bis Fuß geschlossenes Leopardenkostüm. Damit passte sie gut auf eine Karnevalsveranstaltung.

Sie heißt Joy und hat ein eigenes Moped. Wie‘s aussieht habe ich die Richtige gefunden, stelle mir schon eine Langzeitbeziehung vor. Als wir aufsteigen, redet sie lachend mit einem Motorbiketaxifahrer. Ich glaube, er hat die Szene mitgekriegt: Kaum war sie mit ihrem Bike angekommen, schon hatte sie sich einen Kunden gefangen. Mich. So sind wir also beide glücklich.

Wir fahren los, und sie ist munter und dreht sich während der Fahrt zu mir um und gibt Küsschen. 700 Baht will sie haben. Aber im Bett ist Joy keine Freude, sie kann keine Sekunde ruhig bleiben, sie zappelt rum wie ein Fisch auf dem Trockenen. Mal reibt sie an meinem Schwanz herum, steckt ihn sich in den Mund, dann zwickt sie schmerzhaft in meine Brustwarzen, quatscht irgendwas usw. Ich lache, will sie nach wenigen Minuten wieder entlassen, aber so leicht soll sie das Geld dann doch nicht verdienen und schaue ihr noch eine Weile amüsiert zu beim Rumzappeln.

Warum mein Schwanz nicht steht, will sie wissen, sie sei geil, wolle BumBum. Sie fängt an, sich selbst zu befriedigen, auf die gleiche hektische Art. Sie habe schon viele Männer gehabt (Überraschung!), und alle hätten einen steifen Schwanz bekommen und sie gefickt. Zum Schluss will sie 800 Baht. Ich hätte aber ein gutes Gedächtnis, sagt sie, dass ich mich an die 700 erinnere. Tja, wenn der Schwanz nicht mehr funktioniert, heißt das nicht, dass auch das Hirn einen Schaden hat. Als sie weg ist, beschließe ich, nie wieder eine von der Beach, ich hasse Karneval …
 
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7. Warum ausgerechnet mit mir?

23.11.12 – Ich war das erste Mal in Thailand und gerade in Pattaya angekommen. Als ich in der Lobby des Hotels saß, sprach mich ein Europäer an, er habe zu viel Thai-Geld und wolle es mir zu einem besseren Kurs umtauschen. Ich kenne das aus Zentralasien, auch dort war der Schwarzhandel verboten, darum wunderte ich mich nicht über seinen gehetzten Gesichtsausdruck. Er wollte 200 Euro wechseln. Ich war einverstanden, vertröstete ihn aber auf später, weil ich so viel nicht dabei hatte. Am nächsten Tag kam er wieder an, er könne mir jetzt aber nur 100 wechseln. Gut, sagte ich, und wollte ihm den Hunderter geben. Nicht hier, sagte er, ich solle ihm folgen. Draußen, in einer dunklen Nische, zeigte er mir die Baht, ich solle zählen. Es stimmte, und er nahm das Geld zurück. Dann holte ich den Hunderter aus meiner Gürteltasche, derweil er seine Baht zusammen rollte und ein Gummiband drum wickelte.

Als er weg war, machte ich die Rolle auf und fand außen ein paar Hunderter und innen nur noch Pappe. Wut und Mordlust stieg in mir hoch, aber gleichzeitig auch Gelächter. Siehst du, so blöd bist du, sagte einer in mir. Ich zählte die Baht, es waren umgerechnet etwa 10 Euro. 90 Verlust. Ich dachte, der arme Kerl, wie verzweifelt muss man sein, wenn man so was machen muss. Warum ausgerechnet mit mir? Woher konnte er wissen, dass es mit mir geht? Dass ich das erste Mal in Pattaya war? Sieht man mir das an? Ich hatte das bei meiner Ankunft den Leuten an der Rezeption gesagt. Vielleicht kannte er da einen.




 
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Zwei Girls bestellen ist immer ein hohes Risiko, das will gut organisiert sein.

Problem war: Durch die mangelhafte Übersetzung wusste ich nicht, dass ich sie bestellt hatte, bzw. dass sie ihren Besuch angekündigt hatte.
 
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warum sollte das auch einer machen bei Hunderten von Wechselstuben in Pattaya?

Richtig, jeder andere hätte ihn zu einer Wechselstube geschickt. Sein Trick konnte nur mit mir funktionieren, weil ich das erste Mal in Thailand war. Außerdem kenne ich Schwarztausch auf der Straße aus anderen Ländern, wo das üblich ist. In Tashkent zB wollte ich es legal in einer Bank machen. Die sagten mir, sie haben kein Geld.
 
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8. Sinfonie

12.1.18 – Fehler gemacht und ein Zimmer in der Soi Buakhao gemietet, mit Fenster zur Straße. Das Hotel oder Condo, oder was immer es sein wollte, hieß Pandia, und außer mir wohnten da wohl nur Bargirls drin. (Pandia war die Tochter des Zeus, aber die war wohl nicht gemeint.) Es lag möglicherweise an der lautesten Ecke der Buakhao. Unter mir, nebenan, gegenüber, überall Bars, und in jeder lief nachts eine andere Musik, und alle viel zu laut, als wolle jede Bar die andere übertönen. Mein Fenster schien wie ein Trichter den Lärm in mein Zimmer zu saugen. Schlafen war unmöglich. Erst gegen 4 Uhr wurde es etwas ruhiger und 5 Uhr hätte ich einschlafen können, wenn da nicht der Besitzer der Motorbike-Bar nebenan seine Harley angeschmissen hätte.


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Normalerweise war das nur Lärm, aber in einer Nacht wurde ein musikalisches Kunstwerk daraus, und nur ich konnte es hören und als solches wahrnehmen. Die Schichten verschiedener Musiktitel vermischten sich zu einem zwar dissonanten, aber interessanten Klanggemisch. Ich hörte nur manchmal einzelne, bekannte Titel heraus. Es war wie ein mehrfach belichtetes Negativ, das dann doch zufällig ein interessantes Bild ergab. Hinzu kamen die Straßengeräusche: Motorräder, Hupen, Kreischen der Bargirls und Gegröle der Gäste. Alles wurde zu Musik. Es schien von einem begnadeten Soundmixer so geschickt zusammen gemischt, dass daraus etwas Neues, Größeres wurde. Schön war es nicht, oder nur insofern, als man eine Geisterstadt schön finden kann.

Einmal glitt lauter werdend das Geräusch eines Motors so in die Musik, als sei es daraus hervorgegangen, aus Musik entstanden. Indem sich das Fahrzeug entfernte, tauchte das Geräusch wieder ein in die Musik. Ich lag stundenlang regungslos auf meinem Bett und lauschte ergriffen. Wahrscheinlich war das so nur in meinem Zimmer zu hören, ginge ich auf die Straße, wäre es wieder Lärm.

Ich bedauerte, das nicht für die Nachwelt festhalten zu können, und ein Aufnahmegerät wie ein Smartphone hätte die Dynamik mit dem Dröhnen der Bässe nicht rübergebracht. Das "Konzert" würde so nie ein zweites Mal aufgeführt werden können, und das Publikum bestand nur aus einem einzigen Hörer und Zeugen. Ich.

Nach und nach verschwand eine Tonschicht, eine Bar hatte offenbar Feierabend. Dann kam es immer öfter zu Pausen zwischen zwei Titeln, manchmal regelrecht Stille, bis schließlich gegen 4:30 Uhr nur noch Stimmen zu hören waren. Ich hatte ein etwa 5stündiges sinfonisches Werk gehört, ein Drogentrip aus Klängen. Aber eigentlich wollte ich schlafen.


 
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Das hatten wir doch schon mal, als du die blauen mit den rosa Pillen verwechselt hast...;)

Ich? Wann wo? Kann mich nicht erinnern. Ich hab vor 50 Jahren mal was geraucht, seitdem nicht mehr.
 
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9. Alkoholverbot

11.5.14 – Walkingstreet, The Stones House, Bar mit Band. Wollte nur die Band hören und Zeit vertrödeln, aber leider mit zwei Ladys was angefangen. Sie waren betrunken und lustig, schienen noch in guter Verfassung zu sein, und vor allem, jede hatte ein Moped. Abwechselnd bei der einen, dann bei der anderen hinten drauf durch die dunkle, leere Stadt ins Hotel gefahren. Hinter einer Lady auf dem Moped zu sitzen, ist immer wieder ein großes Vergnügen für mich.

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Beide hatten in der Bar 8 oder 9 Flaschen Bier getrunken, vorher vielleicht noch mehr, so fuhren sie Moped. Sie sagten, nachts schläft die Polizei. Bis dahin ging alles gut, aber in meinem Zimmer ging nichts mehr. Sie hatten keine Lust auf Sex, sahen ohne ihre High Heels und Wonderbras auch nicht mehr sehr appetitlich aus.

Typisches Nuttenverhalten: viel haben wollen und nichts geben. Sie machten den Fernseher an und wickelten sich in Handtücher. Knutschen wollten sie auch nicht, schon gar nicht gemeinsam Sex, die eine wollte so lange auf dem Balkon warten, bis ich mit der anderen fertig war. Sie schätzten mich auf 70, das erste Mal, dass mich jemand älter schätzt als ich bin. Dass ich alt bin, konnte ihnen auch nach neun Flaschen Bier nicht entgangen sein, kann also nicht der Grund für ihre Unlust gewesen sein. Oder habe ich Mundgeruch? Habe sie beide rausgeschmissen und nichts bezahlt. Der nächsten Lady werde ich Alkoholverbot erteilen haha …


 
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Da würden mich keine 10Pferde draufbringen. Ich fahre kein Gefährt unter Alkohol (2 Bier aufwärts), weil ich weiß ich fahr dann scheiße. Aber das ich mich dann auch noch waghalsig bei ein paar Weibsen drauf setze die meist eh ohne Verstand fahren und dann auch noch besoffen....Hilfeeeeee

Hatte keinen Gedanken daran, dass das irgendwie gefährlich sein könnte, hat mir Spaß gemacht. Ist aber typisch für mich, hatte auf allen Reisen
das Gefühl, mir kann nichts passieren. Ist natürlich mal was passiert, bin überfallen worden, bestohlen worden usw. aber an dem Gefühl hat sich nichts geändert, nennt man wohl Urvertrauen. Nur umgebracht worden bin ich noch nicht. :)

Zuerst einmal möchte ich mich bei dir für deine Ehrlichkeit bedanken, Da Sie Dich auf 70 schätzen , gehe ich davon aus das du wie ich û 50 bist....

Richtig, werde in ein paar Tagen tatsächlich 70, bei obigem Erlebnis war ich aber erst 65, also viiiiiel jünger. :)
 
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György Ligeti, oder war es Wilfried Hiller?
Ach was, ich vermute es war besser...

Danke für den Hinweis, diese beiden kannte ich nicht. Mich erinnerte meine Sinfonie an das, was man Neue Musik nennt, Mauricio Kagel zB, von dem habe ich mal ein Konzert gehört. Normal höre ich Rock und Pop
.
 
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