Member hat gesagt:
@awita
also lebenslange haft (bis zum Tod) darf es in D laut BVG NICHT geben. Ausnahmen sind nur bestimmte besonders schwerwiegende delikte.
Also ein "normaler" Mörder kann in Bayern nach zur Zeit 19 jahren wieder Frei sein. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 16-17 jahren.
Ich habe mir bei dem Thema immer folgendes vorgestellt:
jemand tötet jemanden aus meiner Family. nach 20 Jahren läuft der wieder herum und baut sich ein neues Leben auf.
Der getötete baut sich aber nichts mehr auf
...
Schon klar, dass es in D weder die Todesstrafe noch Haft bis zum Tode gibt. Aber bevor man die Todesstrafe einführt, macht es doch mehr Sinn die lebenslange Haft (also bis zum Tod) einzuführen.
Die Auswirkungen sind in Hinblick auf fast alle Argumente pro Todesstrafe die gleichen. Die Angehörigen hätten eine Genugtuung, die Gesellschaft wäre geschützt, usw.
Die einzige Ausnahme wäre dieses Argument ...
Member hat gesagt:
...
Allein der Kostenfaktor ist ja auch noch zu berücksichtigen: 20 jahre haft kosten eine sehr grosse Summe, die Todesstrafe ist billig.
...
... und das halte ich für ziemlich zynisch.
Letztlich läuft es darauf hinaus, dass man aus Kostengründen bereit ist auch mal einen Unschuldigen als Kollateralschaden hinzurichten.
Klingt für mich ziemlich pervers.
Aber vielleicht liege ich ja falsch. Denken wir das doch mal weiter ...
Wie wäre es denn, wenn man aus den Hinrichtungen so eine TV-Show macht, ähnlich wie bei dem Schwarzenegger-Film "Running Man"? Dann würde durch die Werbeeinnahmen vielleicht sogar noch was übrig bleiben. Man könnte natürlich auch andere Formate wählen, wie z.B. Knast-Big Brother.
Immer gern genommen sind natürlich auch Arbeitslager und das Verleihen von Sträflingen als billige Arbeitskräfte an die Wirtschaft. Da kommt dann nochmal richtig Kohle rein und dass sich das rechnet haben ja IG-Farben und Co. bereits bewiesen. Da würden wir in D noch nicht mal Neuland betreten und könnten auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen. Man müsste natürlich die Tätigkeiten den heutigen Gegebenheiten anpassen. Die in der Todeszelle sitzen, können z.B. Atommüllfässer eingraben. Dann spart man sich auf Dauer sogar noch die Giftspritze oder die Stromrechnung.
Etwas Schwund ist halt immer.
Was das Thema Fehlurteil im Allgemeinen angeht, kann ich mich nur @sukhumvit anschliessen: "Stark minimieren reicht nicht!"
Wird auch nur ein Einziger unschuldig durch die Justiz eines Staates hingerichtet, ist der Staat, die Gesellschaft und die Justiz kein bisschen besser als die Mörder, die sie sonst noch so hinrichten.